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Wie schmeckt eigentlch Riesling?

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Aenna

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Re: Wie schmeckt eigentlch Riesling?

BeitragFr 1. Aug 2014, 14:51

Grundsätzlich habe ich nichts gegen "feinherb" - es gibt genug schöne Weine, die unter dieser Flagge segeln. Aber ich finde es schon lustig, wie sehr die Leute inzwischen auf dieses Attribut fliegen, während sie "halbtrockene" Weine nicht mit der Kneifzange anrühren würden.


Ist das so?! Das war mir gar nicht bewusst. Ich denke die "Einheimischen", was die Rieslinganbaugebiete angeht, trinken dann eher trocken/halbtrocken. Ich kann allerdings nur für sie sprechen...

Bei den Käufern, die ja meist nicht aus den Regionen kommen, mag das sehr wohl stimmen mit dem auf "feinherb" fliegen ;)
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Bernd Schulz

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Re: Wie schmeckt eigentlch Riesling?

BeitragFr 1. Aug 2014, 20:03

Ist das so?! Das war mir gar nicht bewusst.


Nach allem, was mir die Winzer erzählen, ist das so. "Feinherb" entwickelt sich zum Renner.

Ich denke die "Einheimischen", was die Rieslinganbaugebiete angeht, trinken dann eher trocken/halbtrocken.


Ich denke, dass es doch sehr aufs Anbaugebiet ankommt. Die mir näher bekannten Einheimischen an der Mosel trinken jedenfalls alles, solange die Qualität stimmt. In der Pfalz sieht das anders aus, aber seine Weltgeltung bezieht das M-S-R-Gebiet schließlich dann doch aus den unverwechselbaren restsüßen Rieslingen - und warum sollten dann ausgerechnet diese nicht von den Einheimischen, die etwas von Wein verstehen, getrunken werden?

Viele Grüße

Bernd
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Gaston

  • Beiträge: 968
  • Registriert: Mi 15. Dez 2010, 14:53

Re: Wie schmeckt eigentlch Riesling?

BeitragFr 1. Aug 2014, 23:04

Bernd Schulz hat geschrieben:Grundsätzlich habe ich nichts gegen "feinherb" - es gibt genug schöne Weine, die unter dieser Flagge segeln. Aber ich finde es schon lustig, wie sehr die Leute inzwischen auf dieses Attribut fliegen, während sie "halbtrockene" Weine nicht mit der Kneifzange anrühren würden.


Was feinherb angeht, sehe ich das so wie Bernd. Es gibt so viele schöne feinherbe Rieslinge. Das Wort an sich finde ich allerdings schon recht doof. Ist das nicht ursprünglich eine Erfindung von Bier-Marketing-Fritzen? Jever feinherb? Auch mir bestätigten Winzer, dass "feinherb" einfach besser zu verkaufen ist als "halbtrocken". Ich persönlich finde das bescheuert, da ich auch nichts gegen den Begriff "halbtrocken" einzuwenden habe. Im Gegenteil: Bei "halbtrocken" ist der Geschmackskorridor sehr viel klarer als bei "feinherb", letztere können eine Bandbreite zwischen "fast trocken" und "knalle süß" bedienen, bei "halbtrocken" weiß man genauer, woran man ist.

Es gibt ja interessanterweise auch Produzenten, die mit beiden Adjektiven operieren, Florian Weingart zum Beispiel. Erfahrungsgemäß meine ich, dass er Weine mit 9-18g RZ konsequent "halbtrocken" nennt und den ganzen Bereich ab 18g bis ca. 30g "feinherb". 2011 gabs auch mal eine Kabinett "feinherb plus", ich glaube, der hatte so um die 35g (und war ziemlich gut). Allerdings ist das meine ganz eigene Interpretation, ob das "offizielle" Bezeichnungspolitik ist, weiß ich nicht. :?:

Kurz und gut: "Feinherb" kann richtig gut sein, und ich finde, dass das auch sehr dankbare Weine als Essensbegleiter sind, meiner Meinung nach eine durchaus unterschätzte Kategorie. Und das sage ich als gelernter und überzeugter "Trocken-Trinker" ;)
Beste Grüße
Gaston
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Aenna

  • Beiträge: 25
  • Registriert: Mo 14. Jul 2014, 09:24

Re: Wie schmeckt eigentlch Riesling?

BeitragMo 4. Aug 2014, 09:01

Kurz und gut: "Feinherb" kann richtig gut sein, und ich finde, dass das auch sehr dankbare Weine als Essensbegleiter sind, meiner Meinung nach eine durchaus unterschätzte Kategorie. Und das sage ich als gelernter und überzeugter "Trocken-Trinker" ;)


Das gefällt mir! ;)

Ich stimme euch zu, klar trinken Einheimische auch feinherb, wenn er die Qualität hat, dem sie von einem solchen Wein erwarten.
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Max Pestemer

  • Beiträge: 2
  • Registriert: Mo 30. Mär 2020, 21:57

Re: Wie schmeckt eigentlch Riesling?

BeitragFr 10. Jul 2020, 15:58

Bezogen auf Mosel, Saar und Ruwer gibt es durchaus Unterschiede. Winzer aus der Region haben es mir wie folgt erklärt:

Mosel: Im Vergleich zu Saar und Ruwer in der Regel opulenter. Oft steht Frucht eher im Vordergrund (Piesporter Goldtröpfchen z.B. Ananas; Trittenheimer Apotheke eher Pfirsich; kühlerer Dhroner Hofberg eher knackiger Apfel). Dennoch klar erkennbare Mineralität.
Ruwer: Stärkere Zitrus-Betonung; sehr leicht; klar erkennbare Mineralität.
Saar: Durch rote eisenhaltige Schiefer mit Quarziteinflüssen im Verhältnis zu den Fruchtaromen kommen dominantere mineralische und kräutrige Aromen hervor; leicht Weine; im Tälchen sehr leicht.

Die Mosel-Saar-Ruwer-Mineralität kann sich für mich in Form von nassem Schiefer, Salzen und Kräutern bemerkbar machen.

Für mich persönlich sehe ich bezogen auf Mosel, Saar und Ruwer unterschiedliche Aromabilder mit verschiedenen Schwerpunkten: Mal leichter, mal voluminöser, mal fruchtiger, mal mineralischer. Von besser oder schlechter würde ich aber nicht sprechen.
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