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Japan - Sake

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Oh Dae-Su

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Japan - Sake

BeitragMo 21. Nov 2011, 00:08

Hallo alle zusammen,

ich hab mal eine kurze und eher offen gestaltete Frage. Was haltet ihr von Sake? Habt ihr Tipps wie man einen guten erkennt? Einen speziellen Produzenten oder "Marke"?

Ich mag das Zeug durchaus sehr. Nur leider bin ich kein sonderlicher Fachmann auf diesem Gebiet.
Mein letzter Sake war ein Tenju Shuzo Chokaisan Junmai Daiginjo. Ich fand diesen von sehr ansprechender Qualität. Diesen hab ich mir mal aus Japan mitgebracht. Jetzt sitz ich auf dem Trockenen :cry:

Kenn ihr gute Bezugsquellen von Sake in Deutschland oder der EU? Ich bin da leider ganz tief im Tal der Ahnungslosen. :oops:

LG

Chris
Zuletzt geändert von Oh Dae-Su am Mo 21. Nov 2011, 12:13, insgesamt 1-mal geändert.
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octopussy

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Re: Japan

BeitragMo 21. Nov 2011, 11:00

Hallo Chris,

Sake ist ein interessantes Thema...

Oh Dae-Su hat geschrieben:Was haltet ihr von Sake?

...mir persönlich erschließt er sich aber bislang nicht. Ich bin dazu übergegangen, zu 味噌, 絹漉し豆腐, 若布 & Co. (hoffentlich hat mir Wikipedia hier die richtigen Schriftzeichen ausgespuckt ;)) Tee zu trinken und keinen Sake mehr. Aber eigentlich muss ich dem Sake noch einmal eine Chance geben. Er ist leider nicht gerade billig.

Oh Dae-Su hat geschrieben:Habt ihr Tipps wie man einen guten erkennt?

Darüber bin ich auch noch am Rätseln. Auch wann man den Sake warm und wann kalt trinkt :oops:.

Der letzte Sake, den ich hatte war ein Kubota Senju Tokubetsu Honjozo von Asahi Shuzo, der mir tendenziell zu streng war. Für meinen Anfängergaumen scheinen die etwas süßeren Sakes besser geeignet zu sein.

Oh Dae-Su hat geschrieben:Kennt ihr gute Bezugsquellen von Sake in Deutschland oder der EU? Ich bin da leider ganz tief im Tal der Ahnungslosen. :oops:

Ich habe vor einiger Zeit aus Interesse in der Auswahl des Shops Sakekontor gebrowst. Der sieht nicht schlecht aus. Ausprobiert habe ich den Händler aber noch nicht: http://www.sakekontor.de/shop_sake_geschmack.htm
Beste Grüße, Stephan
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Oh Dae-Su

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Re: Japan

BeitragMo 21. Nov 2011, 11:19

Hallo Stephan,

danke für den Tipp. Ich schau mir die Webseite mal ganz genau durch.

Ja japanische Tees trinke ich auch sehr gerne. Auch eine schöne und extem vielfältige Sache. Sind auch leichter zu bekommen in Deutschland.

Das mit dem warm oder kalt trinken ist für mich auch nicht so ganz geklärt. Da gibt es abweichende Ansichten. :?

Ashai Shozu hab ich schon mal gehört (denke ich). Kennen tu ich den Kubota Senju Tokubetsu Honjozo leider nicht.

Danke nochmals

LG

Chris

PS: Ich glaub das System unterstützt die Schriftzeichen nicht. :D
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octopussy

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Re: Japan - Sake

BeitragDi 7. Feb 2012, 15:15

Hallo zusammen,

kürzlich hatte ich mal wieder ein Glas Sake, nämlich den Dassai Junmai Daiginjo "Ni-wari San-bu" von Asahi Shuzo. Ich habe jetzt gelesen, dass Junmai Daiginjo Sake sind, bei denen mindestens 50% der Reismasse abpoliert wurden. Bei dem "Ni-wari San-bu" waren es sogar 77%. Im Vergleich zu dem zuletzt getrunkenen Kubota Senju Tokubetsu Honjozo vom gleichen Erzeuger war der Dassai Junmai Daiginjo "Ni-wari San-bu" erheblich feiner. Die Aromen kann ich nur schwer beschreiben, aber sie waren hier wirklich fein und elegant. Ein kleines bisschen gefühlte Restsüße machte ihn zudem etwas leichter zu trinken. Wenn Sake nicht so teuer wäre, würde ich glatt mal etwas mehr ausprobieren.

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Beste Grüße, Stephan
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Oh Dae-Su

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Re: Japan - Sake

BeitragMo 22. Okt 2012, 11:20

Hallo zusammen,

jetzt habe ich es nach längerer Zeit doch geschafft einen Sake zu verkosten. Es handelte sich um einen:

Hiraizumi Jumai Ginjyo Sake, Akita Präfektur

Leider kann ich mit Poliergrad und anderen Sake-Parametern nicht dienen, da die Flasche nur mit japanischen Schriftzeichen versehen ist. Außer Männlein und Weiblein auf Toilettenschildern, was durchaus nützlich sein kann, und so manches Straßen- und Warnschild kann ich diese Schriftzeichen leider nicht lesen. Immerhin erscheint mir das Flaschenetikett handgeschrieben. Auch mal was Nettes ;) ! Weiter im Text! Ohne fotounterstützte Webhilfe hätte ich wohl überhaupt keine Ahnung gehabt um was für einen Sake es sich bei meinem sehr guten Stück handelte. Zumindest konnte ich herausfinden, dass er aus Akita, ganz weit oben im Norden von Honshu, kommt und zu 100% aus Miyamanishiki Sake Reis hergestellt wurde. Des Weiteren kann ich sagen, dass dieser Junmai Ginjyo (Polierrate mindestens 60% und besteht nur aus Reis, Wasser, Koji und Hefe) anscheinend das beste Gebräu des Hauses darstellt.

Auf meine VKN sollte man ganz sicher nicht sehr viel geben, da ich mich nicht als versierter Sakeverkoster bezeichnen würde. Trotz allem habe ich versucht eine VKN zu schreiben:

Die Farbe, wenn man überhaupt von Farbe sprechen kann, erschien mir kristallklar wie Quellwasser (nebenbei sei erwähnt, dass Hiraizumi so etwas wie sprudelndes Quellwasser bedeutet). Na ja, vielleicht habe ich auch minimale leicht gelbliche Reflexe in meinem Glas entdecken können. Wie auch immer, die Konsistenz des Sake war ganz sicher nicht wie Quellwasser. Sie war etwas dickflüssig und erwies sich in Glas und Tasse sehr schwenkfreudig. Die Nase war derart komplex und vielschichtig, sodass ich mich am besten auf Dufteigenschaften-Dropping beschränke: frisch geschnittenes Gras, weiße Früchte, Bananenblätter, junge matschige Bananen, Pistazien, grüne Tomaten, Bambus, weiße Schokolade, Klebreis Dessert Aromen, weiße Blumen, einige milde Gewürze, Mandeln, etwas Mineralisches und wahrscheinlich viel mehr. Zusammengefasst würde ich die Nase als sehr delikat, vielschichtig, wandelbar und inspirierend bezeichnen wollen. Der Geschmack war trocken, sehr klar, sehr betont wie auch präzise und zeigte nicht wenig gut integrierten Alkohol. Ein sehr delikater, tiefgründiger, ebenfalls wandelbarer und elegant fruchtiger Sake. Die Aromen die ich mir notiert habe waren wiederum viele weiße Früchte (z. B. weiße Pflaumen, Süßmelone etc.), Kokosnuss-Milchschololade (absolut nicht wie Bounty ;-) ), nussige Aromen, frische Sahne, viel Bambus, einige mineralische und mild würzige Komponenten und viel schmelzig seidige weiße Schokolade. Seidig, soft, vollmundig (wirklich vollmundig!), rein, hochkomplex und sensationelles Mundgefühl mögen die Ausdrücke sein, welche diesen Sake am besten beschreiben. Ein sehr einprägsames, na gut ich untertreibe, ein fantastisches Erlebnis, dass ich nicht missen möchte! Jeden Tag genießen wollte ich es aber auch nicht, da dieses Getränk bei aller Größe doch ein wenig anstrengend und zeitweise geschmacksknospenüberfordend war.

http://wine-zeit.blogspot.de/2012/10/ti ... -from.html

Beste Grüße

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Japan - Sake

BeitragDi 19. Apr 2016, 14:03

Hallo zusammen,

ich habe kürzlich den einen oder anderen japanischen Wein verkosten dürfen. Den folgenden Koshu konnte ich etwas genauer unter die Lupe nehmen:

Grace Winery Kōshū Private Reserve 2014, Yamanashi

http://wine-zeit.blogspot.de/2016/04/gr ... -2014.html

Weiß goldene und äußerst transparente Farbe. In der Nase kitzelten mich Aromen von milden Süßmelonen (Fruchtfleisch an der Schale), Enoki Pilze, Mandelblüten, Spuren von Algen und so manches Aroma das mich an Waschpulver erinnerte. Alles sehr zurückhaltend und sehr schlank. Am Gaumen zeigten sich frisch geschnittene grüne Zweige, Schale von Yuzu Zitrone, wieder die schalige Süßmelone, auch die Enoki Pilze und ein sehr respektabler Hauch an lebendiger Säure. Der Wein wirkte auf mich durchgängig herb, kantig, sehr schlank, sicher auch schüchtern und sehr sehr erfrischend. Wenn geschmacklich die Säure nicht so präsent gewesen wäre, hätte er meiner Ansicht nach gewisse Ähnlichkeiten mit einem guten Chasselas aus dem Waadt aufweisen können. Für mich ein sehr spannendes und ganz sicher nicht alltägliches so la-la (o) Erlebnis (bei dem ich mir mit einer Bewertung noch schwerer als sonst tue ...aber im Vergeich zu anderen Koshus die ich über die Jahre verkosten Konnte schon sehr beeindruckend). Hat mir irgendwie gefallen :)

Besten Gruss

Chris
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Oh Dae-Su

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Re: Japan - Sake

BeitragMi 22. Jun 2016, 16:57

Hallo zusammen,

vor einigen Wochen habe ich mir erlaubt euch einen "Klassiker" des japanischen Weinbaus vorzustellen. Neben Weinen aus der autochtonen Rebsorte Koshu, gelten auch Weine aus der Hybridrebe Muscat Bailey A oder Japanese Muscat mittlerweile zu den klassischen Weinen Japans. Diese Muscat Bailey A Rebe wurde von Zenbei Kawakami in der Mitte der 1920er Jahre durch eine Kreuzung der Rebensorten Bailey und Hamburg Muscat erzeugt. Gerade dieser Zenbei Kawakami gilt mit seinem in den 1890er Jahren gegründeten Weingut Iwanohara (Niigata Präfektur im nordwestlichen Teil Honshu's) als einer der Weinpioniere, die dem modernen europäisch-inspirierten Weinbau Japans nach der Meiji-Restauration maßgeblich auf die Sprünge geholfen hat. Schon damals kam "moderne" Technik nicht zu kurz. Schon im ausgehenden 19. Jahrhundert konstruierte Kawakami einen Schnee gekühlten Keller (bekannt als Yukimuro Konstruktion), welcher nach Jahrzehnten der Vernachlässigung (ca. 1950 wurde dieser stillgelegt) seit 2005 wieder in Betrieb ist. Hauptbeweggrund für diese Reaktivierung des Kellers war nicht ein spezieller Effekt während der Weinbereitung, sondern vielmehr eine beträchtliche Verringerung der vorher durch Elektrizität erzeugten Kühlung entstandenen Kohlenstoffdioxidemissionen. In diesem Keller wurde auch mein heutiger Zen Muscat Bailey A Red erzeugt. Mal schaun wie sich dieser präsentiert hat ...

Iwanohara Vineyard Zen Muscat Bailey A Red N.V., Niigata

http://wine-zeit.blogspot.de/2016/06/iw ... ailey.html

Was seine Farbe betrifft, zeigte der Muscat Bailey ein Rubinrot, welches fast schon an einem hochwertigen Tansania Rubin samt asterisischen Effekten eines klassischen Cabochonschliff erinnerte. Nur fast - aber sehr schön! Sehr strahlkräftig und jugendlich. Seine Nase wirkte für mich schon etwas sehr offensiv, laut und wenig hintergründig. Am ersten Tag konnte ich hauptsächlich knallige dunkle Beerenfrucht (hauptsächlich Blaubeeren), Gummi, verhaltenen Rauch, ein Etwas von Sojabohnen und eine Idee mit Thymian gewürzter Bratensoße aus Großproduktion erriechen. Seine intensive Fruchtorientierung überdauerte die ganze dreitägige Verkostungsdauer. Glücklicherweise wirkte er an Tag zwei und drei nicht mehr ganz so aufgesetzt und Gummi-(Kaugummi)-haft. Ich vermag sogar zu berichten, dass sich ab Tag zwei ein minimale fruchtabgewendete würzige Hintergründigkeit einstellte. Am Gaumen zeigten sich die Aromen nahezu deckungsgleich. Auch hinsichtlich ihrer Entwicklung über die Verkostungstage hinweg. Doch zusätzlich zu seiner Fruchtigkeit gesellten sich palatal so einige schüchtern wirkende peffrige Aromen, die mich an schwarzen Pfeffer und Muskatnuss erinnerten, dem Gesamtbild hinzu. Seine Säure wirkte nicht sonderlich raffiniert, aber immerhin recht lebendig. Jetzt, mit einem Abstand von einigen Tagen, würde ich mich dem Vergleich mit einem eher einfach gestrickten Gamay nicht ganz verwehren. Höchstwahrscheinlich wegen seiner leicht gummihaften Art. Sicherlich eine sehr spezielle Erfahrung mit schwach ausgeprägter Tendenz hin zu Begeisterungsstürmen meinerseits. Doch eine Neigung hinsichtlich eines Dranges mich negativ über den Muscat Bailey A auslassen zu müssen verspüre ich ebenfalls nicht so sehr. Eben ein sehr fruchtgeladener und einfacher Wein dem ich ein gewissens so-la la (o)-(-) Gefühl abgewinnen konnte.

Bester Gruss

Chris

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