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Euskadi - País Vasco

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octopussy

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Euskadi - País Vasco

BeitragSo 4. Sep 2011, 00:06

Bin gerade zurück von ein paar Tagen im Béarn und französischen und spanischen Baskenland, wo es erheblich grüner war als hier und auch recht viel geregnet hat, aber wunderschön war. Die weinbezogenen Eindrücke stelle ich über die nächsten Tage ein. Beginnen möchte ich mit den getrunkenen Txakoli (wird ausgesprochen Tzakoli).

Für Txakoli gibt es insgesamt drei D.O.s: Getariako Txakolina (laut Oxford Companion to Wine 84 ha Gesamtfläche) für Txakoli aus der Gegend westlich von Donostia (San Sebastian) in der Region Gipuzkoa, Bizkaiko Txakolina (laut Oxford Companion to Wine 60 ha) für Txakoli aus der Region Bizkaya in der Nähe von Bilbao und Arabako Txakolina (50 ha) für Txakoli aus dem Ayala Tal, welches - wenn man sich mal die offizielle Touri-Website anschaut - wunderschön sein muss.

Die Hauptrebsorte heißt Hondarrabi Zuri, viele Txakoli enthalten auch einen kleinen Anteil Hondarrabi Beltza, eine rote Rebsorte. Ein paar weitere Rebsorten sind auch zugelassen, so z.B. Folle Blanche (Mune Mahatsa) für den Bizkaiko Txakolina oder Petit Manseng, Petit Courbu, und Gros Manseng für den Arabako Txakolina. Gesehen habe ich außerdem noch die Rebsorte Txori Mahatsa (ist vielleicht eine Abwandlung vom Mune Mahatsa). Die Hondarrabi Zuri Reben sind zumeist in Hocherziehung gepflanzt.

Der Txakoli wird üblicherweise sehr jung getrunken, weder im Laden, in Bars oder in Restaurants habe ich einen älteren Txakoli als 2010 gesehen. Er zeichnet sich durch einen niedrigen Alkoholgehalt aus, der meist bei 10 bis 11 Volumenprozent liegt. Eingeschenkt wird er von den guten Barjungs und -mädels in einem möglichst hohen Strahl (Beispielsvideo hier) über einen Ausgießer, der sich Escanciador nennt und auch für Sidra aus der Flasche zum Einsatz kommt. Das gibt einen schönen silbrigen Schleier auf der Oberfläche und eine leichte Mousse. Serviert wird er je nach Bar und Restaurant im Weißwein- oder Wasserglas. Eine Copa kostet üblicherweise zwischen 1,30 und 1,70 Euro, eine Flasche im Restaurant zwischen 10 und 20 Euro, er ist also echt günstig zu haben.

Txakoli passt gut als Apéritif (wobei ihn kaum ein Baske als Apéritif zu trinken scheint - fast alle trinken in der Bar Bier), zu Pintxos oder zu Meeresfrüchten und Fisch. Er ist sehr säuregeprägt, bei gutem Einschenken leicht moussierend und aromatisch eher begrenzt (grüner Apfel, Limette, Zitrone, Ananas waren üblicherweise die Aromen, die mir in den Sinn gekommen sind), aber schön frisch. Vergleichen würde ich ihn am ehesten mit anderen säuregeprägten "Meerweinen" wie Gros Plant de Nantais oder Vinho Verde.

Hier meine Eindrücke von Getariako Txakolina Txakoli, wobei mir der Zudugarai wirklich am besten geschmeckt hat. Der Txakoli Arri von Bodegas Rezabal (aus der etwas kitschig aussehenden blauen Flasche) war auch gut, die Kellnerin hat aber wirklich viel daneben gegossen und er wirkte etwas gestylt:

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Von den Bizakaiko Txakolina Txakolis fand ich den "Gorka Izagirre" am besten, der zwar etwas wenig Mousse hatte, dafür aber schön klare Aromen.

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Bei den kleinen Mengen wird Txakoli natürlich eine Nische bleiben, vielleicht trinkt er sich auch außerhalb des Baskenlandes einfach nicht so stimmungsvoll. Beeindruckt bin ich aber von der ungemeinen Typizität und Tradition dieses Weins und seiner Servierweise. So schmeckt ehrlich gesagt kein anderer Wein. Weiß jemand, wo es in Deutschland ein kleines Txakoli-Angebot gibt?
Beste Grüße, Stephan

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