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Genossenschaftsweine

Hohe Brisanz, kurzes Verfallsdatum
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Bernd Schulz

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragMi 7. Apr 2021, 23:40

EThC hat geschrieben:...wie schon oben erwähnt, es gibt viele Weine, welche den Alk erstaunlich gut einbinden und 14 Umdrehungen wie nix aussehen lassen.


Ja, solche gibt es durchaus - ich habe sie auch schon erlebt. Beim Spätburgunder allerdings sehr selten. Und jenseits der 15 Volt wird es dann auch bei anderen Rebsorten sehr, sehr dünn....

Georg R. hat geschrieben:Ich weiss nicht wie Hofschuster früher drauf war...


Ich weiß dagegen nicht, wie er mittlerweile drauf ist. Und aus persönlichen Gründen, die ich hier nicht näher darlegen mag, will ich das auch gar nicht wissen. Klar ist für mich dagegen, dass die Bewertungen, die er vor 15- 20 Jahren abgegeben hat, für meinen ebenso subjektiven wie laienhaften Geschmack nicht beständig, aber in zu vielen Fällen unzutreffend ausgefallen sind.

Herzliche Grüße

Bernd
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Ralf Gundlach

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragMi 7. Apr 2021, 23:47

Bernd Schulz hat geschrieben:Normalerweise bin ich ja sehr dafür, einen Wein erst mal zu probieren, bevor man ihn kritisiert ;) . Aber 15,5% sind schon übelst krass.

Ich habe anno 2004 oder 2005 - puh, wahrscheinlich erzähle ich das hier im Forum zum dritten Mal :oops: - aufgrund des niedrigen Preises in Kombination mit der hohen Bewertung durch einen gewissen Herrn Hofschuster blind 6 Flaschen von einem 2003er Spätburgunder aus der Pfalz bestellt. Der Wein hatte 15 Umdrehungen und ging geschmacklich stark in Richtung Port (aber nicht so überzeugend, dass das Gefühl aufkam, es mit einem guten Port zu tun zu haben); mit dem, was ich mir unter einem attraktiven Spätburgunder vorstelle, hatte er nichts, aber auch gar nichts gemein. Wie Marcus Hofschuster weiland auf seine 89 oder 90 Punkte gekommen ist, bleibt sein Geheimnis - ich fand dieses Getränk schlichtweg gruselig. Immerhin habe ich aber durch die Bestellung eine prägende Erfahrung gemacht; insofern muss ich Hofschuster schon wieder dankbar sein..... :evil:

Herzliche Grüße

Bernd


Hallo Bernd,

die prägendste Erfahrung, wie es nicht geht, war nunmal der "Jahrhundertjahrgang" 2003. Ich habe irgendwann mal aus reiner Neugierde einen 2003 Walporzheimer Kräuterberg Spätburgunder ersteigert ( für wenig Geld), von der WG Mayschoss, wurde im GM durchaus lobenswert erwähnt. 16,5% Alkohol, komplett trocken. Das, was im Glas erschien war einfach nur Trinkmarmelade, ganz übel. Wie man so einen Sch...für knapp 30 Euro verkaufen konnte....eine bodenlose Frechheit. Aber die haben damals den Jahrgang nicht verstanden. Dieser Jahrgang trieb die Winzer in der Tat zu Entscheidungen , die sie vorher so niemals kannten, und je mehr, desto besser, war damals das Motto.
Meiner Meinung nach verkraftet Spätburgunder-Pinot Noir nicht mehr als 14% Alkohol, aber durchgegoren. Danach geht das, was Spätburgunder ausmacht flöten.

Gruß

Ralf
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EThC

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragDo 8. Apr 2021, 09:30

Bernd Schulz hat geschrieben:Ja, solche gibt es durchaus - ich habe sie auch schon erlebt. Beim Spätburgunder allerdings sehr selten. Und jenseits der 15 Volt wird es dann auch bei anderen Rebsorten sehr, sehr dünn..

...die Grenzen, ab denen ich mißtrauisch werde, sind natürlich stark von der Rebsorte abhängig. Wenn ich auf Spätburgunder schaue, würde ich das Optimum zwischen 11,5 und 12,5 Umdrehungen sehen, in warmen Jahren auch mal bis 13,5. Bei z.B. Assyrtiko schocken mich 15 PS unter der Haube dagegen überhaupt nicht.
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Meggi

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragDo 8. Apr 2021, 15:36

Oh je, oh je..... ich sehe schon. "Mein" Wein findet hier keine Freunde ;)
Da bekomme ich ja fast ein schlechtes Gewissen, dass ich mir trotzdem eine Kiste bestellt habe :shock:
Nein im Ernst, ich mag den Wein. Und in Richtung Portwein geht er meiner Meinung nach nicht.
Danke für eure Einschätzung und Meinung :idea: War und ist sehr aufschlussreich und interessant für mich zu lesen.
Wenn ich die nächste Flasche davon aufmache, werde ich ganz anders hinschauen und schmecken :!:

Meggi
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Bernd Schulz

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragDo 8. Apr 2021, 22:09

Meggi hat geschrieben:Oh je, oh je..... ich sehe schon. "Mein" Wein findet hier keine Freunde...


Meggi, wenn ich leicht an eine Flasche dieses Weins herankäme (ohne eine Bestellung bei den Sasbachwaldener Genossen aufgeben zu müssen), würde ich ihn unbedingt probieren, um meine Vorurteile direkt am Objekt bestätigt oder widerlegt zu finden!

Und ich hoffe, dass du hier weiter fröhlich mitschreibst! Dieses Forum lebt unter anderem von der Unterschiedlichkeit der Weintrinkertypen, die in ihm versammelt sind. Wenn wir alle den gleichen Geschmack hätten, würde es sehr schnell sehr langweilig.

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragDo 8. Apr 2021, 22:32

Bernd Schulz hat geschrieben:Oh je, oh je..... ich sehe schon. "Mein" Wein findet hier keine Freunde ;)

...wenn ich gut 25 Jahre jünger wäre, hätte ich da wohl interessierter hingesehen, damals befanden sich eine ganze Reihe von Schwergewichten in meinem Keller, die so zwischen 14,5 bis 16,5 Umdrehungen aufgewiesen haben, viele aus dem Veneto (Amarone etc.). Mittlerweile machen mir die filigraneren Sachen deutlich mehr Spaß...
Viele Grüße
Erich


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Moselaner

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Re: Genossenschaftsweine

BeitragDo 8. Apr 2021, 23:01

Hallo!

Ich muss gestehen, dass ich mich mit Genossenschaften nie wirklich beschäftigt habe und auch keine Weine bisher bewusst getrunken habe.

Ich bin bei den Alde Gott Genossen dann doch über die ambitionierte Preisgestaltung verwundert gewesen. Hätte ich nicht gedacht, dass die Weine zu solchen Kursen gut vermarktet werden können. Der Premium Spätburgunder kostet immerhin 25 Euro; das weiße Pendant immerhin 20 Euro.

Die Alkoholwerte sind aber teilweise für meinen Geschmack tatsächlich jenseits von Gut und Böse: Einen Weißburgunder mit 15 Volt brauche ich wirklich nicht. Aber spannend das es dafür nicht wenige Abnehmer und Liebhaber zu geben scheint.

Witzigerweise habe ich in meinem Geburtsort direkt gegenüber einer kleinen Dorfgenossenschaft in einem renommierten Weinort an der Mosel gelebt und wir haben als Kinder dort öfters gespielt.
Dort haben die Nebenerwerbswinzer (und auch die Vollerwerbswinzer wenn es viel gab, oder die Qualität nicht so berauschend war) ihre Trauben abgegeben, die dann abends immer abgeholt worden und ich glaube zu Mettler gingen.

Viele Grüße
Patrick
Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens.
Euripides
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