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Rhone - Châteauneuf du Pape

nördliche Rhône (Côte Rôtie, Hermitage, Cornas und Co.) und südliche Rhône (Châteauneuf du Pape, Gigondas, Tavel und Co.), Ardeche, Vivarais, Vaucluse und Isere, Côstieres de Nîmes, Provence, Korsika
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Weinschlürfer

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragMo 4. Dez 2017, 20:08

Hatte am WE einen 2011 Chateau de Beaucastel rouge - Châteauneuf-du-Pape

Was soll ich sagen.. Es war gut. Aber auch eindimensional/gefällig. Rumtopf und Vanille. Etwas sprittig/portig.
Hatte mir mehr erwartet.

ich habe 91-92 Punkte gegeben. Ein Wiederkauf drängt sich zu dem Preis für mich gar nicht auf.
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Jochen R.

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSa 16. Dez 2017, 10:55

Gestern Abend Raymond Usseglio – C9dP „La Part des Anges“ 2007 im Glas.

Fast schwarz mit dezentem Violettstich. Braucht viel Luft. Nach ca. 2 Std. im
Dekanter Marzipan, Weihnachtsgewürze, florale Noten und Minze in der
fast mittelkräftigen Nase. Später feine Himbeere im Hintergrund. Nach 3 Std.
wirklich phantastisch.
Mittlerer Körper, Kirschen, frische Zitrone, florale Noten, Kaffee, recht würzig
& sehr lang. Später auch hier Himbeeren.
Legt mit Luft immer mehr zu und ich war dann irgendwann bei (90-)91 P. Bin
gespannt, ob heute Abend noch mehr geht.

Mit so einem "burgundisch-feinen" C9dP hatte ich nicht gerechnet, gerade aus
diesem Jahr.

Viele Grüße,
Jochen
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSo 4. Mär 2018, 13:12

Im Mai 2003 muß es gewesen sein, daß ich mit meinem besten Freund das erstemal in Frankreich herumfuhr, um Winzer zu überfallen und das Auto bis unter's Dach mit Wein vollzustapeln. Bewaffnet mit dem Guide Hachette (der, wie ich später lernte, nur bedingt hilfreich ist, weil die beschriebenen Weine meist schon ausverkauft sind) und ziemlich unbedarft stolperten wir u.a. am Stadtrand von Tavel auf einen Winzerhof, dessen Weine zwar recht modern, aber durchweg ansprechend bis sehr gut waren, vor allem die der Linie "Reine des Bois" (RdB). Tavel rosé, Lirac blanc & rouge, und ganz zuletzt Châteauneuf (nur roter) wurde uns kredenzt. Ich habe leider keine Rechnung mehr gefunden, aber ich meine, um die 40 € wurden aufgerufen. Wir verstummten, sahen uns an und meinten: Wow, ist das Zeugs gut! Mit etwas Zeit wird der groß! Und obwohl er weit jenseits unserer damaligen Schmerzgrenze lag, hätten wir wohl jeder mindestens 6 Flaschen mitgenommen (zusätzlich zu den zahlreichen Liracs ;)). Nur wollten sie uns höchstens 3 verkaufen. Es handelte sich um

Domaine de la Mordorée, Châteauneuf-du-Pape «Cuvée de la Reine des Bois» 2001 (14,5%)

Etwas später lernte ich dann, daß ein gewisser Robert Parker, von dem ich kurz zuvor das erstemal gehört hatte, just diesem Wein 100 Punkte gab. Damals verstand ich das noch als Bestätigung meines eigenen, unsicheren Geschmacks. :geek: Bis Weihnachten 2011 hielt ich aus, ehe ich die erste Flasche öffnete. Immerzu las ich: Zu früh, abwarten, liegenlassen...

Damals hatte ich mir notiert, daß ich einen sehr, sehr guten Wein im Glas hatte, dicht, komplex und ausgewogen, der aber in Anbetracht seiner kräftigen Struktur etwas mehr Druck hätte entfalten können. "Perfekt" fand ich ihn jedoch nicht, und hatte auch damals schon einige (wenige) Weine mit mehr "aha" und Trinkspaß.

Gestern zog ich nun die zweite der drei Flaschen auf. Initial zeigte er eine recht dezente und etwas eindimensionale Kirschnase; vor allem aber war leider der Alkohol nicht ganz eingebunden und stach etwas heraus. Nach 1h in der Karaffe, und noch etwas mehr nach 4h, gewann er deutlich an Komplexität: Zur Kirsche kamen schwarze Früchte, etwas Wacholder und Nelke, ein bißchen Schwarzkohlenbrikett und dunkles Sattelleder. Dann sogar ein paar kleine rote Waldbeeren. Besonders zum Abgang hin eine leicht bittere Würze wie von Oliventapenade. Das mit dem Alk. wurde etwas besser, verschwand aber leider nicht ganz.

Ein guter bis sehr guter Wein, aber nicht herausragend oder groß, und schon garnicht perfekt. Ich denke auch nicht, daß er noch besser wird.

Die erste Flasche hat übrigens wesentlich zu meiner Emanzipation von Kritikermeinungen beigetragen... :ugeek:
Besten Gruß, Karsten
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Rotundweiss

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSo 1. Apr 2018, 18:48

Domaine Giraud Tradition 2010

Zum Lammragout recht gut gewählt. Als Solowein für mich nicht vorstellbar,
da sehr süß und alkoholisch. Ob da noch ´was feineres raus wird ? Vermute
mal eher nicht. Die durchweg guten Bewertungen bei winesearcher lassen
mich dann doch etwas ratlos zurück. Vermutlich muss man den Stil einfach
mögen. Punkte ? Für Freunde mit der richtigen Erwartungshaltung irgendwo
zwischen 89 - 92. Für mich als Bordeauxfreak dann doch derer 10 weniger ;) .
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Lars Dragl

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragDo 26. Apr 2018, 23:13

Hallo,

bei mir gab es gerade Clos des Papes 2004 rot: Dunkles, transparentes Granatrot. Einladende Nase von roten Früchten, Garriquearomen, Röstaromen, aber auch ganz leicht Sherry. Im Mund höchstens mittelgewichtig mit gutem Trinkfluss und sehr guter Länge. Grenache scheint zu dominieren, aber nicht auf der simplen, oder pummeligen Seite. Der Alk. ist kein Thema.
Direkt aus der Flasche ins Glas gefüllt war der Wein am besten. Aus der Karaffe war zu wenig Frucht da, um den Alk. abzupuffern und der Abgang wurde bitter.

92 Punkte. Trinken.

LG
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSo 19. Aug 2018, 15:31

Ich bin ja in ziemlich vielen Dingen recht analytisch, auch und gerade beim Wein. Heute weiche ich mal davon ab, um Euch ziemlich informationsarm vorzuschwärmen. You have been warned!

Château de Beaucastel, Vieilles Vignes 2014

Ab dem Jahrgang 2015 heißt dieser Wein "Roussanne Vieilles Vignes". Meinen Dank nochmals an Uli und Thomas: Ohne Euren konzertierten Rabatttip wäre ich wohl kaum auf die Idee gekommen, diesen Wein anzutesten, obwohl ich von grandiosen Erlebnissen gelesen hatte.

Ich hab' ja automatisch versucht, in den Analysemodus zu schalten. Allein, es ging nicht! :lol:
Dieser Wein ist ein Elixir, ein Nektar: unglaublich konzentriert, fast ölig, und doch frisch und fast spielerisch. Irre komplex und tief, ohne daß ich ihn "zerlegen" wollte oder könnte. Ewig lang: nach Minuten vermeinten wir ihn immernoch zu schmecken. Total balanciert. Vor allem aber war er emotional berührend. Man merkt das, wenn die Gespräche stoppen und es einen Moment lang still wird, weil der Wein alle in seinen Bann zieht (wir waren zu dritt). Großartig! Ich vermute, meinen WOTY hatte ich damit im Glas. :ugeek:

Man könnte meinen, nach diesem Monument wäre ich für "normale" weiße Rhôneweine verdorben. Ich glaube das nicht: Dieses singuläre Erlebnis spielt in einer komplett eigenen Liga, soweit meine bescheidenen Erfahrungen das hergeben. Eigentlich dachte ich auch, das wäre jetzt so eine Twice-in-a-Lifetime-Erfahrung. aber wenn ich für Bordeaux oder Burgunder vereinzelt um 'nen Hunni ausgebe, dann auch für diesen.
Besten Gruß, Karsten
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maha

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSo 19. Aug 2018, 16:41

Karsten, ist das der hier?
https://www.hawesko.de/chateau-de-beauc ... ignes-2014

Gruß Marko
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSo 19. Aug 2018, 17:05

Jepp, der ist das. (...nicht ganz korrekt bezeichnet, s.o., aber das Foto paßt)
Zuletzt geändert von amateur des vins am So 19. Aug 2018, 17:13, insgesamt 1-mal geändert.
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSo 19. Aug 2018, 17:08

Ach, was ich unbedingt noch dazuschreiben wollte:

Beaucastel selber sagen, man sollte diesen Wein in seinen ersten 3 Jahren trinken, oder dann wieder ab dem zehnten. Ich dachte mir, 2014 bis jetzt sind im Rahmen des Meßfehlers 3 Jahre - paßt. :lol: Ich fand den Wein überhaupt nicht verschlossen - aber wer weiß, vielleicht war er es ja und ich weiß garnicht was sonst noch alles drinsteckt? :?
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Rhone - Châteauneuf du Pape

BeitragSa 13. Okt 2018, 15:03

Aus der Kategorie "oft gehört, nie gehabt, Kennenlernflasche bestellt" und vor kurzem getrunken:

Domaine du Pégau, Cuvée Réservée rouge 2012

Zunächst bei ca. 12°C pop&pour...
In der Nase finde ich zunächst klar und deutlich Cassis und etwas Schwarzkirsch und denke mir: Riecht ja wie Bordeaux?! Nach einem Moment kommen "wilde" Noten hinzu, braune Champignons, feuchter Humus, dunkles Sattelleder. Fleischig, aber nicht fett; tief und stimmig. (Könnte aber immernoch mitteldichter Bordeaux mit Brett sein.^^)

Am Gaumen "süßlicher" Antrunk. Dann kräftige, feine Tannine. Etwas überraschend "nur" mittlerer Körper?! Dann, nach einer kleinen Pause, zunächst ein kleines Bitterle und schließlich deutlich "hot", was erst überrascht (Kälte), aber zur Erwärmung am Gaumen paßt. 14% scheint mir sicher nicht aufgerundet... ↷ dekantiert

Leider brechen die Aufzeichnungen hier ab. Nach dem Probeschluck durfte er ca. 1½ in der Karaffe nach Luft schnappen und sich erwärmen. Ich habe keine gute Erinnerung mehr, aber meine, das hätte ihn noch etwas besser verbunden und auch die "Hitze" am Ende reduziert. Ich fand ihn erstaunlich elegant und "easy drinking"; gut, aber ohne "Aha!".
Besten Gruß, Karsten
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