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Rhone 2013

nördliche Rhône (Côte Rôtie, Hermitage, Cornas und Co.) und südliche Rhône (Châteauneuf du Pape, Gigondas, Tavel und Co.), Ardeche, Vivarais, Vaucluse und Isere, Côstieres de Nîmes, Provence, Korsika
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octopussy

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Rhone 2013

BeitragMo 10. Nov 2014, 17:01

Hallo zusammen,

am Wochenende zum Essen gab es zu drei verschiedenen Gängen drei verschiedene weiße 2013er Rhône Weine der unteren Preiskategorie (ca. 4 bis 7 Euro) von Winzergenossenschaften. Ich war am Ende doch einigermaßen beeindruckt von der Qualität. Alle drei Weine schmeckten deutlich unterschiedlich, alle sauber und angenehm, alle drei waren sehr gute Essensbegleiter. Insbesondere den Viognier von Canteperdrix fand ich sehr gut. Der war zwar deutlich gröber als Viognier von der nördlichen Rhône, aber für einen Preis von ca. 7 Euro war der schon wirklich gut (im Zweifel jedoch jung zu trinken).

Aufgefallen ist mir vor allem, dass alle drei Weine "französisch trocken", also komplett trocken im Mundgefühl, waren. Vielleicht habe auch deshalb ein paar Probleme mit deutschen "trockenen" Weißweinen in der Preisklasse unter 7 Euro (Weißburgunder, Grauburgunder, Müller-Thurgau, Silvaner, Riesling, usw.). Nicht selten sind die Weine sensorisch leicht restsüß und haben dazu noch Gär- oder zugesetzte Kohlensäure. Das passt dann als spritziger Sommerdrink, aber zum Essen kann ich es nicht haben.

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Beste Grüße, Stephan
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Ollie

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Re: Rhone 2013

BeitragMo 10. Nov 2014, 18:25

octopussy,

wo hast du denn die Sachen von Canterperdrix her? Hast du die direkt in Mazan geholt? Ist ja suess...

Die Weine der Genossenschaft des Nachbardorfs (Villes-sur-Auzon) haben mir immer besser gefallen. Aber stets waren die Viogniers (und teilweise auch die Chardonnays) interessantere Weine als die AOC generiques. Was ich sehr schade finde, denn gut gemachte Weissweine aus der suedlichen Rhone (speziell den kuehleren Ventoux) sind was Tolles zum Essen - aromatisch, aber auch aus den von dir genannten Gruenden.

Cheers,
Ollie
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octopussy

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Re: Rhone 2013

BeitragMo 10. Nov 2014, 19:00

Hallo Ollie,

nee, die Weine habe ich ganz langweilig im Restaurant getrunken (französisches Restaurant in HH).
Beste Grüße, Stephan
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Bernd Schulz

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Re: Rhone 2013

BeitragFr 5. Dez 2014, 00:02

Bei wirklich exzellenten Weingütern fallen auch die "kleinen" Weine ungewöhnlich überzeugend aus - das gilt einmal mehr für diesen schönen Cotes du Rhone mit Demeter-Zertifikat:

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Auf der Website von K&U heißt es zu diesem Wein:

....Daniel und Frédéric Coulon betreiben ihre Domaine de Beaurenard als Familienbetrieb bereits in der siebten Generation. Stattliche 32 Hektar besitzen sie in Châteauneuf-du-Pape, 25 Hektar in Rasteau und 6 Hektar in der Côtes-du-Rhône. Kein kleiner Betrieb also, doch ihre Weine kommen durch gekonnt praktizierten biodynamischen Anbau angenehm verhalten im Alkoholgehalt daher und wirken lebendiger und frischer im Trunk als die meisten ihrer Kollegen in der Region. Wir jedenfalls sind von der Eigenart und dem Trinkvergnügen der Weine der Domaine de Beaurenard begeistert.
Aushängeschild des Betriebes ist der Côtes du Rhône. Er besteht im wesentlichen aus Grenache, die Körper und Struktur besorgt, ergänzt durch Syrah, die Frucht beiträgt und Eleganz, und um den Alkohol zu zähmen kommen ein paar Prozent Mourvèdre und Cinsault in die Cuvée. Coulons versuchen übrigens per Rebzucht, den Alkohol in ihren Weinen gezielt in den Griff zu kriegen. Sie selektionieren eigenes genetisches Pflanzmaterial, um besser auf die klimatischen Herausforderungen der Zukunft reagieren zu können. Daß das funktioniert, beweisen sie unter anderem auch mit diesem Wein.
Der kommt von kalkig kieseligen Lehmböden an den Hängen von Rasteau. Die Trauben werden von Hand geerntet, vor der Kelter sortiert und ausgelesen, schonend entrappt, der Most gärt dann spontan in oben offenen Gärständern und extrahiert je nach Jahrgang und Beschaffenheit der Trauben zwischen 15 und 40 Tagen auf der Maische. Coulons geht es um Trinkfluß und Trinkvergnügen. Ihre Weine wirken deshalb auf den ersten Schluck etwas schlanker und frischer als andere, man könnte auch sagen »leichter«...


Im Gegensatz zur sonst oft üblichen Händlerlyrik ist das ein ziemlich informativer und am Gaumen außergewöhnlich gut nachvollziehbarer Werbetext. So geht es also auch - Chapeau!

Viele Grüße

Bernd
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maha

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Re: Rhone 2013

BeitragFr 9. Jan 2015, 11:42

Weil er gestern im Coop gleich im 50% reduziert war, hab ich mir mal ein Fläschchen von folgendem Côtes du Rhône mitgenommen und am Abend gleich aufgerissen

Côtes-du-Rhône, Belleruche, M. Chapoutier AOC 2013

Cuvée aus Grenache und Syrah
Dunkles Purpur Rot, fast ins violette übergehend.
Hatte Ihn erst zu weit runtergekühlt, deswegen gab er in der ersten Stunde gar nichts von ihm preis. Danach in der Nase Cassis und eingekochte Früchte. Würzige Töne nach weissem Pfeffer und etwas Lakritz
Am Gaumen erst nur Säure. Das legte sich aber mit zunehmender Erwärmung und Luft. Eher anstrengend, was aber wahrscheinlich seinem jugendlichen Alter geschuldet ist. Ich empfand Ihn noch als recht ungestüm, kantig und eher auf der kräftigeren Seite. Dunkle Beeren, wieder Cassis und Kirsch-Kompott. Auch hier wieder pfeffrig, würzig. Die Tannine kräftig und trocknend. Ich hatte das Bedürfnis nach einem Glas Wasser. Man merkt auch die 14 Umdrehungen. Ordentlicher Abgang.
Hätte besser zu einer kräftigen Brotzeit oder rotem Fleisch gepasst als solo.

Aber für knapp unter 5 CHF will ich hier mal gar nicht meckern. Sehr Ordentliche Leistung, die bestimmt in 3-4 Jahren noch mehr Spass macht. Für diesen Preis wird es wirklich schwierig besseres (in der Stilistik) ins Glas zu bekommen.

Gruss
Marko
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octopussy

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Re: Rhone 2013

BeitragFr 9. Jan 2015, 14:17

Hallo Marko,

den hatte ich vor ein paar Monaten ebenfalls im Glas (damals muss er recht frisch abgefüllt gewesen sein). Ich fand ihn ganz ok eigentlich, etwas harmonischer als du. Tannin und Säure sind mir eher weniger aufgefallen, wir haben den Wein aber auch recht warm getrunken.

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Zuletzt geändert von octopussy am Fr 9. Jan 2015, 15:31, insgesamt 1-mal geändert.
Beste Grüße, Stephan
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maha

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Re: Rhone 2013

BeitragFr 9. Jan 2015, 15:05

Hallo Stephan,

Danke für Deine Eindrücke zu diesem Wein.
Das mit der Säure hat sich im Laufe des Abends auch deutlich gebessert.

Ich hab das Gefühl dass ich in letzter Zeit etwas sensibler auf Säure reagiere. Das war auch schon beim blaufränkischen Wichtelwein von Gerald der Fall. Das kann aber auch daran liegen dass ich jetzt, mit etwas fortschreitender Trinkerfahrung, etwas mehr darauf achte und versuche die einzelnen Geschmackskomponenten intensiver wahr- und auseinander zu nehmen.

Gruss
Marko
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