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Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Do 11. Feb 2016, 21:31
von Michl
Gerade zum ersten Mal den Basiswein eines meiner Lieblingsweingüter im Glas. Vina Cubillo 2007. Ist einfacher als erwartet und solo sicherlich nicht sonderlich reizvoll, aber zum Essen unglaublich gut. Habe den Wein gestern geöffnet und u.a. wegen der Lacknote sofort wieder verschlossen. Vielleicht tut sich ja was mit Luft und Zeit. Nix war's. Der Wein veränderte sich überhaupt nicht und die Lacknote blieb. Aber zum Essen blühte er auf. Wir hatten ein qualitativ wirklich herausragendes Ribeye-Steak (Bratkartoffeln, Feldsalat), seeeehr durchwachsen und ich überlegte schon, ob ich was Hochwertigeres aufmachen sollte, aber der Wein passte hervorragend, viel nicht ab, ganz im Gegenteil, er gewann zusammen mit dem Fleisch eine ganz neue Qualität... Würde ich trotz der Punkte wieder kaufen...

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Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Do 12. Mai 2016, 19:22
von Michl
Heute, so mitten in der Woche, ein tolles Weinerlebnis. Ehrlich gesagt hatte ich mich mit dem "Gravonia" auf etwas Anstregenderes eingestellt, aber dieser Jahrgang ist trotz des ganz und gar traditionellen (die Frucht nicht ablehenden, aber überwindenden) Stils überhaupt nicht schwierig, sondern sogar beschwingt und leicht, sofern man mit Tertiäraromen klarkommt oder diese schätzt. Faszinierend ist aber vor allem der Stil. Jetzt denke ich schon ne halbe Stunde über den Wein nach und immer neue Assoziationen drängen sich auf: Irgendwie ist der Wein im besten Sinne androgyn und differenziert, obwohl er qualitativ nicht zu den offensichtlich herausragenden Weinen gehört. Aber der Wein hat, obwohl er vordergründig eindeutig und auch nicht komplex erscheinen mag, so unglaublich viele doppelte Böden (kann man das so sagen? :? egal :lol: ), die ihm eine Ernsthaftigkeit verleihen, die man in dieser Punkteregion und v.a. auch Preisregion nicht erwartet. Die intellektuelle Herausforderung ist phantastisch! Der Wein macht einfach richtig viel Freude!

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Der Wein hat auch ausgezeichnet zu chinesischer Küche auf Sojasoßenbasis harmoniert (was ich grundsätzlich eine weintechnisch schwierige Speise finde), auf jeden Fall besser als etwas leicht Restsüßes, was ich sonst dazu getrunken hätte...

Übrigens, auch der aktuell verfügbare Tondonia-Jahrgang ist klasse, für mich jetzt aber nicht so faszinierend (trotz der Punkte) wie der Gravonia

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Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Di 23. Aug 2016, 09:31
von graves
Michl hat geschrieben:Übrigens, auch der aktuell verfügbare Tondonia-Jahrgang ist klasse, für mich jetzt aber nicht so faszinierend (trotz der Punkte) wie der Gravonia

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Vielen Dank für die VKN!

Habe mir daraufhin gleich eine Demi bestellt und werde diese zeitnah aufziehen (und berichten).

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Di 23. Aug 2016, 10:24
von austria_traveller
Michl hat geschrieben:Die intellektuelle Herausforderung ist phantastisch!

Wobei ich sagen muss, dass mich der Wein definitiv nicht angesprochen hat.
Für mich ist er nicht leicht zu trinken & ziemlich komplex.
bei mir kam sowohl kombiniert mit Essen, wie auch solo keine rechte Begeisterung auf.
Aber ich bin auch Spaßweintrinker - das muss ich zugeben ;)

... sorry, das gehört jetzt zum Tondonia

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Di 8. Nov 2016, 21:50
von Bradetti
Hat denn jemand von euch den 1994er Roten Gran Reserva im Glas gehabt und / oder kann was zu dem Wein bezüglich Trinkfenster sagen? Hab den im Keller ( nur eine Flasche) und würde schon gern mal den Korken ziehen, weiß aber nicht ob evtl. noch zu "jung"...
Danke euch.

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Mi 9. Nov 2016, 06:55
von Tannat
Bradetti hat geschrieben:Hat denn jemand von euch den 1994er Roten Gran Reserva im Glas gehabt und / oder kann was zu dem Wein bezüglich Trinkfenster sagen? Hab den im Keller ( nur eine Flasche) und würde schon gern mal den Korken ziehen, weiß aber nicht ob evtl. noch zu "jung"...
Danke euch.



es ist ja so das diese Wein trinkreif auf den Markt kommen sich aber auch noch recht lange in der Flasche halten.
Aber ein sicheres Trinkfenster gibt es....
sobald der Kork draußen ist sollte man sich nicht allzu Lange mit trinken Zeit lassen :lol:
sonst oxidiert der quasi im Glas und das innerhalb kürzester Zeit ist zumindest meine Erfahrung mit solchen Klassikern.

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Fr 11. Nov 2016, 01:20
von thvins
Tannat hat geschrieben:
Bradetti hat geschrieben:Hat denn jemand von euch den 1994er Roten Gran Reserva im Glas gehabt und / oder kann was zu dem Wein bezüglich Trinkfenster sagen? Hab den im Keller ( nur eine Flasche) und würde schon gern mal den Korken ziehen, weiß aber nicht ob evtl. noch zu "jung"...
Danke euch.



es ist ja so das diese Wein trinkreif auf den Markt kommen sich aber auch noch recht lange in der Flasche halten.
Aber ein sicheres Trinkfenster gibt es....
sobald der Kork draußen ist sollte man sich nicht allzu Lange mit trinken Zeit lassen :lol:
sonst oxidiert der quasi im Glas und das innerhalb kürzester Zeit ist zumindest meine Erfahrung mit solchen Klassikern.



Das ist wahrscheinlich der generelle Grund, warum ich von Rioja auf Priorat umgeschwenkt bin - bereits Ende der 90er... da ging es mir mit 1983, 1985 und 1989 schon ähnlich...

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Fr 11. Nov 2016, 11:46
von austria_traveller
thvins hat geschrieben:Das ist wahrscheinlich der generelle Grund, warum ich von Rioja auf Priorat umgeschwenkt bin

Wobei diese oxidativen, alten Riojas mit einem Priorat wohl wenig zu tun haben.
Außer das es sich bei beiden um Wein handelt....

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Fr 11. Nov 2016, 14:56
von thvins
Ich meinte ja nur den Umstand des oft sehr kurz bemessenen Trinkfensters nach dem Öffnen solcher Flaschen...
Ich mag es eigentich nicht, beim Wein trinken hetzen zu müssen. Priorat trinkt sich da eben entspannter, da muss die Flasche nicht fix leer werden. Im Endeffekt nimmt man so sogar weniger Alkohol zu sich als mit diesen Riojas oder auch den Franzosen etlicher Regionen, bei denen man vom Genussmodus in den Saufmodus umschwenken muss.

Re: López de Heredia

BeitragVerfasst: Fr 11. Nov 2016, 16:54
von harti
Bradetti hat geschrieben:Hat denn jemand von euch den 1994er Roten Gran Reserva im Glas gehabt und / oder kann was zu dem Wein bezüglich Trinkfenster sagen? Hab den im Keller ( nur eine Flasche) und würde schon gern mal den Korken ziehen, weiß aber nicht ob evtl. noch zu "jung"...
Danke euch.

Hallo Dirk,

bisher kenne ich nur die hochgelobte 2001er Reserva, die mich bei zwei oder drei Gelegenheiten nicht überzeugen konnte. Ich schätze, es gibt hier große Flaschenvarianzen. Nicht anders scheint es bei der 94er GR zu sein, wenn man den CT-Kommentaren glaubt. Ich glaube, hier hilft nur eins: aufziehen, probieren und berichten ;)

http://www.cellartracker.com/notes.asp?iWine=745584

Grüße

Hartmut