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Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2017

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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragMo 23. Okt 2017, 14:27

Kapitel 31 – Mittwoch, 03.05.2017 (1)

Ein letztes Frühstück in Bellmunt, dann brechen wir hier im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zelte ab.

Wir rollen hinab zum Siurana-Fluss und durch die Furt geht es weiter nach El Molar. Nach kurzer Confusion (wir landen zunächst auf einem Wanderweg statt der zunächst befestigten “Straße”, geht es tief hinein ins Hinterland von El Molar. Bis zum leider inzwischen verwaisten Keller noch Els Pins Vers gibt es noch alten festen Belag, dann müssen wir auf unbefestigtem Weg weiter bis zur Galena – Kellerei.

Domini de la Cartoixa liegt malerisch, aber abgeschieden quasi irgendwo im Nirgendwo. Der Gründer des Projektes Miguel Perez verstarb leider viel zu früh und völlig unerwartet, aber zum Glück führt die Familie den Betrieb erfolgreich und ohne Bruch weiter.

Wir werden bereits von einem Mitarbeiter der Kellerei erwartet, der angewiesen ist, uns alles zu zeigen. Auch wenn er nur katalan spricht, wir kommen gut miteinander zurecht. Zunächst machen wir einen ausführlichen Spaziergang durch die Weinberge, die von Beginn an ökologisch bewirtschaftet werden. Wir steigen auch auf einen Hügel hinauf, auf dem die alte historische Ruine steht, die dem Gut seinen Namen gab. Wie auch La Perla war hier einst ein Nutzgarten der Mönche von Scala Dei, die ja auch schon erfolgreich mit dem Weinbau hier beschäftigt waren.

Anschließend besichtigen wir die Kellerei und gelangen schließlich in den Verkostungsraum, wo bereits der Tisch zur Verkostung gedeckt ist. Dank Wifi sind wir hier auch sofort vernetzt und so haben wir hier allerbeste Bedingungen. So abgeschieden irgendwo im Nirgendwo sind wir dann ja doch nicht…

Verkostungen beim Besuch bei Domini de la Cartoixa in El Molar


Domini de la Cartoixa; Formiga de Seda; Priorat – El Molar; 2015 weiß;

Blumige Noten und weißer Pfirsich, dazu etwas Limone. Schöne Frische, gut zu trinken. Sehr ausbalanciert, schöner Nachhall. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(05/2017)



Domini de la Cartoixa; Formiga de Vellut; Priorat – El Molar; 2014 rot;

Schöne, offene Nase, parfümiert Schlehen, Kirschen, Hagebutte. Am Gaumen sehr frisch, etwas wild und ungestüm. Kräuter und eine metallische Mineralik, Bleistiftmine. Ausbalanciert und gut zu trinken bei jahrgangstypischem, eher leichten Körper. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(05/2017)



Domini de la Cartoixa; Galena; Priorat – El Molar; 2013 rot;

Sehr ausgewogen und mineralisch, für den Jahrgang bereits sehr gut zugänglich. Schöne Frische und sehr rund, eine schöne Kirschfrucht überlagert die gute Mineralik. E wird mit Luft immer komplexer. Schon gut zu trinken, sollte aber noch weiter zulegen. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(05/2017)



Domini de la Cartoixa; Clos Galena; Priorat – El Molar; 2013 rot;

Macht mit Luft immer mehr auf und wird zunehmend kompexer. Eine süße reife, schwarze Frucht, und etwas Mandeln, auch eine leicht bittere Note. Bittersweet… Tolle Mineralik am Gaumen. Großes Kino, sollte sich bestens entwickeln. 96+/100 Th. Große Wein.
(05/2017)



Ein sehr schöner Besuch, die Fotos davon folgen dann im nächsten Post, bevor wir uns auf den weiteren Weg machen…
Beste Grüße

Torsten

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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragMi 1. Nov 2017, 10:21

Ich erlaube mir einfach mal aus Zeitgründen, die beiden nächsten Teile des Roadbooks hier rein zu verlinken.

Text gibt es da weiter keinen, nur die Fotos von unserem Besuch bei Domini de la Cartoixa.

http://www.torsten-hammer-priorat-guide ... 05-2017-2/

Hier sind die Fotos vom Spaziergang durch die Weinberge dieses ökologisch arbeitenden Erzeugers.

http://www.torsten-hammer-priorat-guide ... 05-2017-3/

Und im zweiten Post haben wir die Fotos von der Verkostung.
Beste Grüße

Torsten

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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragFr 8. Dez 2017, 12:11

Kapitel 34 – Mittwoch, 03.05.2017 (4)

Von Domini de la Cartoixa fahren wir zurück nach El Molar und weiter über El Lloar nach Gratallops. Hier kommen wir noch vor der Mittagsruhe an und marschieren gradewegs in den Weinladen BonViUre. Jaume hat seinen Vater informiert, dass wir kommen, um noch ein paar Flaschen einzuladen. Alles ist vorbereitet, aber es gibt natürlich auch noch ein Glas zu trinken. 

Und nachdem wir erwähnt haben, dass wir als Alternative zum nicht mehr geöffneten Restaurant Piró oben auf dem Ermita – Hügel picknicken wollen, drückt uns Vater Balaguer noch eine Flasche Cava fürs Picknick in die Hand.  Erstmalig nehmen Klaus-Peter und ich den unbefestigten und zum Teil steilen Weg zur Einsiedelei Mare de Déu de la Consolació unter die Reifen. Man muss schon etwas beherzt fahren, aber es ist auch mit
normalen PKW´s möglich. Dass sich die Mühe lohnt, weiß ich ja vom Besuch des Ermita – Weinbergs von Alvaro Palacios, aber auch von der Wanderung von Gratallops nach La Vilella Alta, die uns ebenfalls schon mal hier hoch geführt hatte. Klaus-Peter dagegen ist erstmalig hier oben. 

Zunächst genießen wir den herrlichen Rundblick über das Priorat, ich mache zwar jede Menge Fotos mit dem Tablet, aber dieses verabschiedet sich leider – Microsoft sei dank, bevor ich in der Lage war, diese und weitere Fotos weiter zu verarbeiten. Die anderen hier gezeigten Fotos konnte ich nur rekonstruieren, da ich sie bereits einmal auf Facebook gepostet hatte. Im Moment als ich begeistert fotografiere ahne ich ja auch noch nichts davon, dass Microsoft seine nicht grade billigen Surface – Tablets so produziert, dass sie kurz nach Garantieablauf die Hufe hochreißen und  man das Gerät (O-Ton des Service-Mitarbeiters) als Elektronik – Schrott entsorgen solle… Dabei war das ja schon ein Garantie-Austauschgerät gewesen, welches grade mal 1,5 Jahre Laufzeit hinter sich gebracht hatte… Somit geht diese Reise nun leider fotolos weiter und auch so zu Ende. 

Andererseits ein Grund mehr, hier nochmals hoch zu fahren und zu picknicken. Es gibt zwar wider Erwarten keinen wirklichen Picknickplatz hier oben, aber vor der Kapelle gibt es ein paar Bänke, auf denen man sitzen kann. Wir feiern den Moment mit guten Sachen von der Fleischerei Llorenc und mit Käse vom Erzeuger, den wir auf der Fira kauften, dazu das beste Brot der Gegend von Forn Sistare. Und einen wunderbaren Cava im Glas. Außerdem keinen Zeitdruck im Nacken… – und so sitzen wir hier so lange, bis wir doch wieder Zeitdruck bekommen.

Wir haben ja schließlich noch einen Nachmittagstermin bei Pasanau Germans in La Morera de Montsant.
Na denn auf – in alter Priorat-Rallye-Manier um die hunderte von Kurven über La Vilella Baixa und Scala Dei hoch nach La Morera. Und nur weil wir die Strecken auswändig kennen, landen wir noch pünktlich dort.
So haben wir denn am Vormittag eine der tiefstgelegenen Kellereien besucht und nun folgt in ausgleichender Gerechtigkeit eine der Höchstgelegenen. Den Termin hatten wir zur Verkostung auf Mas Perinet kurzerhand absprechen können.

Und so werden wir erwartet, erste Weine zur Verkostung sind bereits vorbereitet, hier allerdings sitzen wir improvisierter mitten im Keller. Schon auf Mas Perinet haben wir kennengelernt, dass die gegenwärtige Kollektion der Gebrüder Pasanau aus Weinen für die Ewigkeit besteht, aber hier steigern wir das Ganze noch. Lang lebe der pelzige Gaumen…
 
[u]Die Verkostungsnotizen:[/u]

Pasanau Germans; Blanc (noch ohne Namen); Priorat – La Morera de Montsant; 2016 weiß;

Ein neuer Weißwein, 90% Viognier, 10% Grenache Blanc und Pedro Ximenis. Erstmals vorgestelltes Muster, noch ohne Namen und Etikett. Zart duftend, am Gaumen ausbalanciert, eher elegant, dann aber mit dem Schlürfen auch Kraft zeigend. Sehr floral – Baumblüte, Tulpenbaum. Mineralischer Nachhall, alles in guter Balance. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(05/2017)
 
Pasanau Germans; Los Torrents; Priorat – La Morera de Montsant; 2012 rot;

Neuer Einzellagenwein aus einer Lage zwischen La Morera, Poboleda und Scala Dei., Erstlingsjahrgang. 15°: 60% Grenache, 30% Carignan, 10% andere Sorten. Sehr würzige Grenache, Kräuter, Toastaromen, süßer Pflaumenkuchenrand, dazu viel Stein. Öffnet sich mit Luft sehr gut und hat eine vielversprechende Zukunft. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(05/2017)
 
Pasanau Germans; Finca La Planeta; Priorat – La Morera de Montsant; 2006 rot;

Offene, reife Cabernet – Nase, viel Cassis, dazu schwarzer Pfeffer und Tapenade. Noch immer gut Tannin, aber schon gut zu trinken. Großer Wein mit Charakter und Alleinstellungsmerkmal im Priorat. 95+/100 Th. Großer Wein.
(05/2017)
 
Pasanau Germans; La Morera de Montsant; Priorat – La Morera de Montsant; 2012 rot;

Bestätigt den Eindruck von der Probe auf Mas Perinet. Am Gaumen rund und voll, pfeffrig – würzig, im Abgang dann aber derzeit noch ein Wall aus Tannin. Viel zu jung, um ihn schon genießen zu können, aber eine gute Zukunftsanlage. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein, der in einigen Jahren noch gewaltig überraschen könnte.
(05/2017)
 
Pasanau Germans; El Vell Coster; Priorat – La Morera de Montsant; 2012 rot;

15°. Fast 100% alte Carignan. Schwarz als Konzept, sehr tief und elegant. Trinkiger als die anderen Weine des Jahrganges hier, aber dennoch mit gutem Zukunftspotential. Er wird ein langes Leben haben, ein samtenes Tannin weist darauf hin. Er sollte weit vorn mitspielen wollen. 97+/100 Th. Weltklassewein.
(05/2017)
 
Anschließend fahren wir zu unserem Lieblingspicknickplatz. Ein letztes Mal für diese Reise bauen wir die Zelte im Priorat auf,  allerdings für zwei Nächte. Für Klaus-Peter dagegen, der in seinem Priorat – Mobil schläft, wird es die Letzte sein. 
Und so genießen wir einmal mehr einen letzten gemeinsamen Abend, kochen gemeinsam, trinken noch den einen und anderen Schluck und lassen die viel zu schnell vergangenen Tage noch einmal Revue passieren…

Es war dieses Jahr eine besonders verkostungsintensive Priorat – Tour. 
308 Verkostungsnotizen habe ich im Nachgang gezählt, dabei allein 60 beim Tast Professional.

Das Touristische blieb dafür arg auf der Strecke, dank der Witterungsbedingungen an den Tagen zuvor – die Tour wird als die insgesamt Kälteste im Gedächtnis bleiben. Bereits auf dem Hinweg wurde ja der Grundstein gelegt, sich den Tod zu holen und auch im Priorat war es ja recht durchwachsen. Irgendwie bedauere ich, dass es nicht eine Wanderung geben konnte und auch, dass die Klettersteigerlebnisse in Frankreich suboptimal verliefen. Aber so ist es nun mal im Leben – alles Gute geht nicht…

Vielleicht lag es ja auch daran, dass es die für mich 13. Firatour war?
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragFr 6. Jul 2018, 11:57

Ein Roadbook zur Firafahrt 2018 wird es von mir nicht geben, ich habe den Eindruck, dass sich das Format eines Reisetagebuches nach vielen Jahren etwas totgelaufen hat und das Interesse nicht mehr so daran da ist, dass es sich lohnen würde, das - außer für mich selbst - niederzuschreiben...

Die Notizen zu den diversen Verkostungen wird es nach und nach dennoch auf meinem Blog geben, wenn ich diese aufgearbeitet habe.

Heute habe ich die Notizen zur Nacht in den Minen in Bellmunt eingestellt, die einmal mehr am Samstag vor dem Fira-Wochenende stattfand.

Für die Interessierten hier der Link dorthin:

http://www.torsten-hammer-priorat-guide ... gsnotizen/
Beste Grüße

Torsten

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