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Priorat

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Cocodrillo

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Re: Priorat

BeitragMo 30. Okt 2017, 00:07

Lieber Marko,

deiner Beschreibung ist kaum etwas hinzuzufügen. Für mich war der 94er Clos Martinet der Wein des Abends, kein wenig müde, voll auf dem Höhepunkt, komplex und frisch, danach kommt bei mir schon der Mogador 2003, ebenfalls in Superverfassung, die Kuhstallnote kann man als besondere Charakternote ansehen, einfach herrlich ausgewogen und harmonisch. Spannend und etwas anders der Vall Lach sowie der Degustacio, von den Dofis war ich (wieder mal) enttäuscht, auch der 94er hat meine Erwartungen nicht erfüllt, auch nicht mein Fall war der Fra Fulco, der war mir einfach von der Aromatik zu düster.
Empit Seleccio war noch ziemlich verschlossen, bin gespannt, wie der in 5 Jahren aufgelegt ist, die Anlagen in der Nase waren sehr vielversprechend, Nit de Nin war noch sehr verschlossen, den 2015er hatte ich vor einigen Wochen frisch aus der Flasche, irrsinnige Komplexität und ein kräuteriger Abgang, der beinahe ins Unendliche ging, schwer zu sagen, wann und wie er sich verschließen wird.
Das war eine bärenstarke Priorat-Probe, herzlichen Dank für die Ausrichtung der Probe und die Bereitstellung der Weine!

Beste Grüße
Reinhard
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Einzelflaschenfreund

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Re: Priorat

BeitragMi 20. Dez 2017, 14:10

Hier ein paar Kurznotizen zu einer Runde mit dem Thema Priorat. Ohne weitere Eingrenzung hat dazu einfach jeder mitgebracht, was er mochte. Zunächst blind, dann nach jeder Flasche aufgedeckt.

1) Bodegas Mas Alta, 2015 Artigas (weiß): etwas brandig, wenig Aroma aber viel Volumen. Vorstellbar zu Hartkäse, Wildgeflügel, Wintergemüse.
2) Lo Coster Blanc 2015: Käsegebäck(!) in der Nase, auch weider etwas brandig, Waldboden, offenbar stark getoastetes Holz, viel zu jung. Bestimmt mal gut zu einem Iberico-Kotelett mit Ofengemüse.
3) Lo Coster Blanc 2012: Nase etwas schweißg. Würziges Holz, buttrige Noten, endlich auch mal etwas Säure, herb-medizinal. Insgesamt besser, als sich das jetzt liest. Stilistik wirkt eher international.
4) Terroir al Limit, Pedra de Guix 2010: viel Klebstoff in der Nase, im Mund Nüsse, helle Rosinen (intensive "Traubigkeit"), Senf, Trinkessig, balanciert in der Nähe eines Sherrys, ist aber raffiniert und filigran. Good Stuff.

Nun die Roten:
5) Mas Alta, 2015 Artigas (rot): Leder, Tannine, Säure, Brombeere. Herb-vegetabil, muss sich noch finden.
6) Nin-Ortiz, Planetes de Nin 2012: Kirsche, Leder, Schokolade - ein "Mon Cheri de Luxe", hintenraus mit toller Würzigkeit. Erstaunlicherweise dann mit mehr(!) Luft auch etwas stallig.
7) Terroir al Limit, Les Tosses 2009: Säure, helle Kirsche, Grip. Nicht mehr notiert, ABER: so puristisch-reduziert der war, so sehr war er durchaus auch on top. Gefiel mir sehr gut, schöner Trinkfluss.
8) l'Encastell, 2006 Roquers de Porrera: wieder Leder und Kirsche, würzig und tief. Viele Gerbstoffe, Extrakt, etwas animalisch. Dazu auch grüne Noten (nicht unreif, eher "kernig"). Schön. 9) Mas d'en Gil, 2008 Clos Fonta: Wieder solche grünholzigen Noten, würzig, Kaffee, rotes Fleisch. Hier haben wir aber vor allem eine messerscharf gezeichnete Struktur, der Wein ist glockenklar und wirkt, als hätte man plötzlich von HD-ready auf Ultra-HD umgeschaltet. Mein Favorit des Abends (und das nicht, weil ich ihn selbst mitgebracht hatte)
10) Ferrer Bobet, 2009 Vinyes Velles: wirkt etwas diffuser und ungeneröser, hat eine dunkle Himbeernote und etwas schlichter strukturierte Tannine.
11) Rotllan Torra, 1998 Tirant: sehr warme Charakteristik, dunkle Campinos, Magginoten. Für mich etwas über den Punkt. Einige haben später nachprobiert und fanden ihn dann besser
12) Rotllan Torra, 2001 Tirant: Tapenade mit etwas Lösungsmitteln, fester Kern, würzig-lakritzig, bisschen brandig. Aber schön gereift.
13) Dolc de Lobac 1998: Roter Süßwein hat es bei mir schwer, wenn es kein Port ist. Mir deutlich zu marmeladig.

Viele Grüße
Guido
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Jürgen

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Re: Priorat

BeitragMi 17. Okt 2018, 09:00

Den 2004er Tirant von Rotllan Torra habe ich über ein Jahrzehnt sehr oft getrunken. 2008 befand er sich in einer betörenden Fruchtphase. In den Folgejahren zeigte er sich oft und lange verschlossen, doch auch immer mal wieder betörend. Aktuell präsentiert er sich offen und seriös gereift. Am Gaumen sind Noten nach schwarzen Waldbeeren, Granatapfel, süßlicher Lakritze, etwas Vanille, Röstaromen und eine tragende Säure vorherrschend. Eile, die Bestände jetzt zu trinken besteht nicht. 93-94P
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