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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

BeitragMo 3. Jun 2013, 14:23

Schade, aber die eine oder andere Notiz zu diversen Weinen, die noch ausstehen, wie zum Nit de Nin 2012 etc. werden dich trösten... Außerdem bist du ja jetzt live hier mit dabei...
Beste Grüße

Torsten

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Dick

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

BeitragMo 3. Jun 2013, 16:16

Hola Thorsten,

Bin neugierig auf deine vkn von die Nit Nin-2012

Vergangenen September zusammen mit Carles und Esther Nit de Nin-2011 probe vom Fass im Keller Clos Erasmus/ Nit de Nin :!:

Bild
Probe Nit de Nin 2011

Bild
Trauben-Auswahl Nit Nin-2012 !!!!

Bild
Zuzammen mit Esther Nin im keller
Mit freundlichen Grüßen aus Holland,
Dick
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thvins

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (23)

BeitragDi 4. Jun 2013, 11:00

Teil 23

Über die Cresta de la Llena "entern" wir das Priorat, der Himmel sieht alles andere als "vergnüglich" aus, das gesamte Montsantmassiv ist in den tiefhängenden dunklen Wolken verschwunden. Wir hoffen nur, daß es nicht gleich wieder zu regnen beginnt.

Zunächst stoppen wir in Cornudella, wir brauchen noch ein paar Lebensmittel und Cornudella ist mit seinen diversen Geschäften immer ein verläßlicher Anlaufpunkt - das Zentrum der Kletterer und Outdoorsportler entwickelte sich in den letzten Jahren ähnlich rasant wie Falset, was Geschäfte, Bars und Restaurants angeht, man hat den Eindruck, dass Wein hier eher Nebensache ist, aber auch diesbezüglich hat sich hier einiges getan. Nur habe ich mich noch nicht wirklich um diese Entwicklungen kümmern können, da fast alle hier ansässigen Winzer ja lediglich Weine der DO Montsant machen. Und aufgrund der Entwicklungen im Priorat bleibt das Montsant leider für mich etwas auf der Strecke.

Wir besuchen den Fleischer, bei dem es auch jahrelang den guten 2004er Noguerals für um die 16 € gab - immerhin ein erster Weinladen, die erste Adresse für den Weinkauf in Cornudella - ich aber nehme nur Fleisch und Wurst mit und dann suchen wir noch den Laden der Agricola auf. Brot haben wir noch genug.

Weiter geht es nach Poboleda. Genauer gesagt in den Weinberg von Ramon Pahí. Er hatte uns seine kleine Steinhütte als Notquartier empfohlen, solle es regnen. Wir finden auch den Weg, aber kaum sind wir von der Straße runter, sehen wir wie weich hier der unbefestigte Weg vom Regen der letzten Tage ist - zudem will es gleich steil bergab gehen.
Runter rutschen ginge sicher noch, aber mit meinem Auto ohne Allrad bei den Bedingungen hier wieder hoch??? Eher nicht.

Ich beschließe, mir die Hütte zu Fuß anzusehen. Vom Auto aus geht es steil runter, dann in einem Tal entlang und da ist sie auch schon. Aber Notquartier? Ramon hat sich sicher hier mal bei Regen untergestellt, aber mehr auch nicht, das Dach ist an einigen Stellen so, dass ich den Himmel sehe, nö lustig wär das bei Regen dann nicht mehr...

Ich gehe zurück und wir beschließen, doch besser zu zelten - es ist ja auch noch trocken.

Es ist noch hell und ich beschließe, den Platz in La Vilella Alta aufzusuchen. Den hatten wir letztes Jahr bei der Wanderung entdeckt, aber ohne ihn näher zu untersuchen. Schön leicht außerhalb des Ortes gelegen, aber wie wir feststellen müssen, zwar zum Grillen und Picknicken, aber nicht zum Biwakieren geeignet. Nicht mal ein Zelt stünde hier irgendwo grade - und oben bei den Olivenbäumen am Parkplatz ist es extrem steinig. Auch nicht wirklich lustig.

Also was tun, es wird bald dunkel - weiter nach La Morera de Montsant, auf Klaus Peters und meinen Lieblingsplatz, der immer zuverlässig ist... jahrelang erprobt und immer wieder für gut befunden...

Steffen baut das Zelt auf, ich koche, die gewöhnliche Arbeitsteilung. Dabei immer den Blick gen Himmel - Sterne würden jetzt beruhigend wirken. Aber es gibt keine.

Wenigstens bleibt es trocken. Es gibt Trangia deluxe:

Auberginen und Zucchinischeiben werden in Olivenöl und etwas Rotwein gegart, dazu werden auf den zweiten Trangia Bandnudeln gekocht. Nur keine großen langwierigen Experimente mehr heute. Jede Minute Trockenheit zählt.

Die Topfdeckel werden gleich verkehrt herum auf die Töpfe gesetzt, so das sie als Pfanne dienen, etwas Olivenöl rein und das dünn geschnittene Lomo (Schweineschnitzelfleisch vom iberischen Schwein) nur gewürzt und gleich drauf. So geben die Töpfe schon mal ein bisschen Hitze an das Fleisch und während ich Bandnudeln und Gemüse portioniere, wird das Lomo fertiggebraten, es reichen nun wenige, etwa 30 Sekunden pro Seite. Das Fleisch ist dann durch, aber noch schön zart.

Dazu gibt es den 2003er Côtes du Rhône Villages Rasteau von der Domaine Beaurenard. Dessen Winzer Paul Coulon habe ich vor Jahren auch schon mal hier im Priorat getroffen, damals war er auf Einladung des höllischen Trios hier bei der Fira. Insofern passt es dann auch - ich proste gen Châteauneuf du Pape. Der Wein selber ist herrlich ausgewogen, üppig und reif und bietet derzeit höchsten Trinkgenuss. Nichts von wegen schwieriger Jahrgang oder müßte längst getrunken sein.
Im Gegenteil. Er präsentiert sich besser als zuvor und ist zugleich der bislang Beste unserer abendlichen Weine der Tour.
94/100 Th. Exzellenter Wein.

Steffen will dann relativ schnell ins Zelt, ich sorge mich noch um den Abwasch und räume doch besser alles ins Auto - wer weiß, wozu es gut ist. Da es dann auch wieder recht kalt wird, setze ich mich mit dem Rest vom Wein ins Auto, wo es wärmer ist und lasse die lange, aber wunderbar entspannte Anreise noch mal Revue passieren. Ab Morgen ist dann Programm angesagt...

Als ich ins Zelt komme, schnarcht Steffen laut und genüßlich. Er bekommt auch nicht mit, was ich merke, kaum, als ich richtig im Schlafsack liege - erste Tropfen fallen auf das Zelt. Ich mache das Vorzelt noch mal auf und hole die überstehenden Zipfel der Unterlegplane rein - Hochwasserschutz beim Zelten... Dann mache ich das Zelt zu und lausche dem Regen. Er fällt gleichmäßig und irgendwie doch beruhigend, so dass ich drüber einschlafe.
Beste Grüße

Torsten

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thvins

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (24)

BeitragMi 5. Jun 2013, 08:54

27.04.2013 - Teil 24

Wir liegen hoch oben bei La Morera del Montsant auf einem der schönsten Plätze, den man sich vorstellen kann.

Der Wecker klingelt, ich werde aus komischen Träumen gerissen...

Nein, das ist wohl eher kein Traum, da klopft tatsächlich was am Zelt. Im Halbschlaf sage ich zu Steffen:"Es regnet entweder noch oder schon wieder..."

Steffen dreht sich bedeutungsschwer langsam um und murmelt:"Das ist kein Regen..."

Ich habe das Gefühl, die Zeltdecke ist tiefer als normal, Außen- und Innenzelt kleben aneinander - da heißt es, ganz vorsichtig aufzustehen. Ich öffne das Innen - Zelt, die Schuhe stehen trocken auf der Unterlegplane, vorn aber ist eine Pfütze.

Das Außenzelt ist extrem nass, ich mache den Reißverschluß auf und erstarre fast beim Anblick dessen, was uns draußen erwartet - ich denke, es schneit...

Nein, ich denke es nicht - es schneit tatsächlich... Schwerer, nasser Schnee in großen Flocken. Auf dem Boden bleibt er nicht komplett liegen, aber in den Bäumen und Gräsern ist es weiß - und auf dem Zelt auch. Nach dem Toilettengang fege ich das Zeltdach ab, laut rutscht der nasse Schnee an der Zeltwand runter.

Ich verkrieche mich wieder ins Zelt, hoffend, es sei alles nichts weiter als ein böser, irrer Traum. Naja, wir hatten ja dieses Jahr zu Hause kaum Schnee - das bisschen, was da die ganze Zeit von November bis nach Ostern mit zwei kurzen Unterbrechungen rum lag, kann ja wohl nicht genug gewesen sein... muss man halt mal Ende April nach Spanien fahren für...

Der böse Traum endet nicht, aber dummerweise tickt die blöde Uhr weiter. Irgendwann geht in Poboleda die Verkostung los.
Egal, was da draußen los ist, ich muß handeln - irgendwie. Die Uhr tut mir nicht den Gefallen, mit dem Ticken aufzuhören, der Schnee draußen tut mir auch nicht den Gefallen, woanders runter zu kommen.

Ich offeriere Steffen zwei Varianten, er wählt die Bequemere. Wir werden nicht fluchtartig den Platz verlassen, Steffen wird das Zelt bewachen und ich werde allein zur Verkostung nach Poboleda fahren. Ich gebe ihm alles, was er für das Frühstück braucht ins Zelt und fahre ohne Kaffee (das geht bei mir normalerweise gar nicht!!!) ganz vorsichtig bis runter nach Cornudella - eigentlich rutsche ich ohne Kaffee mit halbgeschlossenen Augen wie in Trance runter - nur gut, dass ich noch die Winterreifen drauf habe. Da war vorher ja keine Zeit mehr für zum Wechseln, wir hatten ja zwei Wochen zuvor selbst noch jede Menge Schnee vor der Haustür... Und schon in den Pyrenäen war ich dankbar für. Und jetzt ert recht.

In Cornudella gehe ich in das neue Bäckercafé, um erstmal anständig zu frühstücken und vor allem Kaffee zu tanken.
Es ist randvoll mit Kletterern und anderen Leuten, die eigentlich jetzt viel lieber draußen wären, auch den Winzer von Balmaprat treffe ich, der eigentlich heute aufreben wollte, da der Mond günstig stünde. Nun sitzt er hier beim Kaffee und schimpft übers Wetter.

Im tiefer gelegenen Cornudella ist es nur noch Regen, der fällt, aber davon jede Menge. Die Autos, die jedoch aus den höher gelegenen Orten, wie Siurana oder Prades runter kommen, haben allesamt 10 bis 15 cm Schnee auf der Motorhaube und auf dem Dach.

Nur der Gedanke an die guten Weine aus Poboleda bringt mich über die nasse Straße zum Auto, ich muss langsam los.
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (25)

BeitragSo 9. Jun 2013, 10:18

Teil 25

Ich steige in Cornudella bei starkem Regen ins Auto und auch in Poboleda regnet es. Ich bin extra zeitig genug losgefahren, um notfalls suchen zu können, denn ich kann es mir nicht vorstellen, das die Verkostung wie geplant auf dem Zeltplatz stattfindet.

Der kleine Parkplatz bei Cellers Unió und der Bar daneben ist erwartungsgemäß voll, aber ich finde einen Platz zum Parken an der Hauptstraße.

Aber ich komme noch gar nicht zum Aussteigen, da steht schon Josep Ramon von Terres de Vidalba mit der Weinkiste unterm Arm neben meinem Auto und erklärt mir, wo die Poboleda Vins - Verkostung stattfindet. Man hat sie kurzerhand in einen Gemeindesaal verlegt, ich parke schon genau richtig, es sind nur wenige Schritte zu Fuß durch den Regen.

Natürlich werde ich auch nicht in diesem stehen gelassen, sondern sofort reingewunken und von denen, die mich kennen, freudig begrüßt. Salvador von Burgos Porta erkärt mir, da er sich freue, mich zur Teilnahme einladen zu dürfen. Sogleich stellt er mich dem Bürgermeister des Dorfes vor, mit dem ich ein paar nette Worte wechsle, während die Winzer ihre Stände aufbauen.

Insgesamt 12 Winzer aus Poboleda werden hier ihre Weine präsentieren, in der Regel Weine, die aktuell im Verkauf sind oder demnächst in den Verkauf kommen sollen. Auf diese Verkostung freue ich mich besonders, denn einen großen Teil der Erzeuger kenne ich bislang noch gar nicht oder kaum - es gibt einige neue Winzer, aber auch einige, die sich sonst immer gern verstecken und deren Weine man kaum zu verkosten bekommt, außer, man nimmt an einer Veranstaltung wie dieser teil. Insgesamt hat sich Poboleda aber in den letzten Jahren vielleicht auch am stürmischsten entwickelt und ist im Begriff, an die anderen "großen" Dörfer anzuschließen. Insofern wird es jede Menge spannende und auch hoffentlich einige lohnende Entdeckungen geben.

Ich nutze die Zeit der Ruhe und der Leere im Saal vor der Verkostung für ein paar Fotos, von denen aber leider nur ein Teil vorzeigbar geworden ist.

1446

Sandra Doix könnte schon starten. Wer kommt mit einem Glas, um mit ihr anzustoßen?

1447

Leider noch niemand, also probiert sie erst mal selber. Sie spricht inzwischen hervorragend Englisch und wir erinnern uns beide an meinen ersten Besuch auf Mas Doix, als sie noch ein schüchternes Schulmädchen war und ihre Mutter sie händeringend bat, ein wenig zu übersetzen. Damals haben wir ihr gesagt, wie wichtig es wäre, wenn sie Fremdsprachen lernt und heute erinnert sie mich an diesen Moment. Wir lachen beide und staunen, wie schnell die Jahre vergangen sind.
Nun ist sie eine stolze junge Önologin, die den Betrieb bestens repräsentiert.

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Beim Genium Celler werden wir ganz schön was zu tun bekommen...

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Salvador Burgos prüft kritisch seinen Wein, bevor er mir das Glas zum Riechen hin hält. Wow! Das geht dann wohl schon mal gut los! Dann sorgt er dafür, dass ich "ausgerüstet" werde. Es gibt ein kleines Heftchen mit einer guten Vorstellung aller anwesenden Erzeuger und ihrer Weine, ein Ticketabreißblatt, das ich kaum brauchen werde - aber ich komme drauf zurück an entsprechender Stelle - und natürlich als Wichtigstes - ein Glas.

Offiziell ist noch kein Startschuß erfolgt, aber ich darf schon mal gleich die Weine von Burgos Porta probieren. Oh je - da wird die Messlatte gleich ganz hoch angesetzt...
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

BeitragSo 9. Jun 2013, 10:30

Die kompletten Notizen zu den insgesamt 42 verkosteten Weine der 12 Poboleda Erzeuger wird es in Kürze auf meinem Blog geben (ich muss nur noch die letzten Notizen eintippen, vorher aber noch mein neues Weinangebot dort auf Vordermann bringen, also gebt mir noch ein paar Tage - das Hochwasser hat mir diese Woche leider einige Zeit geraubt).

Nun die Frage an Euch - wie hier weiter - in kurzer Zusammenfassung zur Veranstaltung oder etwas ausführlicher mit Porträtskizzen zu den einzelnen hier anwesenden Erzeugern?
Beste Grüße

Torsten

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Dick

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

BeitragSo 9. Jun 2013, 22:27

Gerne Weiter mit ausführlicher mit Porträtskizzen zu den einzelnen hier anwesenden Erzeugern :oops:
Mit freundlichen Grüßen aus Holland,
Dick
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Re: Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

BeitragMo 10. Jun 2013, 08:52

Nun Dick, dann sei es so, ich tue es auf deinen Wunsch hin, und da sich niemand dagegen beschwert hat, dass es ihn nerven würde, wenn ich es täte...

Das Schreiben über positive Dinge wirkt auf jeden fall auch in kritischen Zeiten wie diesen auf mich sehr beruhigend und dilemma-ablenkend...
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (26)

BeitragMo 10. Jun 2013, 11:55

Teil 26

Ich beginne den Tast "Poboleda Vins" also gleich mit einem Paukenschlag.
Burgos Porta ist einer der familiären Erzeuger, die seit 2004 bereits regelmäßig mit auffallend guten und auch großen Weinen auf sich aufmerksam machen. Von Anbeginn an haben sie auf ökologisch zertifizierten Weinbau gesetzt und zudem ein wunderbares altes Haus im Refugium ihrer Weinberge, das alte Mas Sinén restauriert und als modernen Keller ausgebaut. Dieser Keller erlaubt es, mittels Schwerkraft zu arbeiten und auf so viel Technik im Sinne von Pumpen und Motoren zu verzichten.

Inzwischen haben alle Weine das katalanische Öko-Siegel. Seit dem 2008er Mas Sinén Negre gibt es neue Etiketten in Form einer Komplettbanderole. Außerdem ist zu vermerken, dass der Erzeuger in 2008 darauf verzichtet hat, einen Mas Sinén Coster heraus zu geben. Der als Höhepunkt hier vorgestellte Coster 2009 schließt nahtlos an die Weine aus 2005 und 2007 an und wird wieder zu den größten Weinen Poboledas gehören.
Verkostet wurden der Petit Mas Sinén 2010, die Mas Sinén Negre aus 2008 und 2007, sowie der Coster 2009, allesamt Rotweine.

Nebenan steht die Agricola de Poboleda, ein Teil des Riesen Cellers Unió. Hier in Poboleda werden die Prioratweine von Cellers Unió fabriziert, die Eigenmarken, aber auch Weine für diverse Discounter. Mit einem solchen, dem Tendral Selecció 2009 starten wir in die Verkostung der Rotweine. Das ist durchaus schon ein gutes Niveau, welches für nur um die 5 € einen fairen Gegenwert bietet. Weiter geht es mit zwei sehr guten Weinen, den Eigenmarken Roureda Llicorella Classic 2007 und dem Roureda Llicorella Gran Selecció Vitis 60. Letzte ist eine Selektion aus Trauben von Reben, die mindestens 60 Jahre alt sind. Man merkt allerdings schon noch den Unterschied von Privaterzeuger zu Kooperative bei einem Wein auf Spitzenniveau des Erzeugers.

Am Besten hat mir hier einmal mehr der Weißwein aus 2010 gefallen, der zu 100% aus Pedro Ximenis besteht. In der Gemarkung Poboleda gibt es einige spektakuläre Parzellen mit alten PX - Rebstöcken - dies wäre durchaus ein Wein, den ich mir auch selbst kaufen würde.

Josep Ramon Nebot von Terres de Vidalba wartet nebenan schon ungeduldig auf meinen Besuch. Ich laufe spätestens jetzt Gefahr, die wichtigsten Weine der Show gleich zu Beginn der Verkostung ins Glas zu nehmen, aber was solls, ich bin geeicht und eben recht wach bei der Sache...

Bereits der zweite Jahrgang des Tocs - 2004 hat mich so sehr überzeugt, dass ich ihn sofort in eine erste Auswahl meiner Prioratführerselektion aufnahm. Der Winzer ist eigentlich "hauptamtlich" Optiker und ein Mann mit großem Taten- und Forscherdrang und vom Wein begeistert. Er fing dabei wissenstechnisch bei Null an und setzte anfangs auf die Hilfe des Mas Martinet Assessorament-Projektes vom Mas Martinetgründer Josep Lluis Pérez. Mit dem Jahrgang 2008 entschloß man sich, dem Tocs ein neues Gesicht zu geben. Die Merlot - Trauben wurden ganz aus dem Tocs eliminiert und ebenso fast der gesamte Cabernet Sauvignon. Inzwischen sind diese Rebstöcke auch aus dem Weinberg entfernt und an deren Stelle weiße Traubensorten wie Grenache Blanc, Grenache Gris und auch Carignan Blanc getreten.

Einen ersten - noch experimentellen Weißwein ohne Namen aus 2012 stellt er mir zu Beginn der Verkostung vor. Weiter geht es mit einem neuen Wein, dem Vidalba 2008, der die nicht in den Tocs gekommenen Merlot und Cabernet Sauvignon verarbeitet und daneben noch Syrah und Grenache.

Dann gibt es im Vergleich die beiden Tocs - Jahrgänge aus 2007 und 2008. Zeigt der 2007er schon Größe, so ist doch ein deutlicher positiver Bruch zum 2008er erkennbar. Dieses Weingut gehört zu den wenigen, wo ich den 2008er deutlich besser als den 2007er sehe und das bereits, seit ich beide Jahrgänge erstmals vor mehr als einem Jahr für den Prioratführer ausführlich verkostet hatte. Heute wiederholt sich dieser Eindruck und der 2008er Tocs wird auch als einer der Weine der Show in Poboleda und als einer der besten 2008er generell die Verkostung verlassen. Insofern freut es mich natürlich auch, dass ich diesen Wein bereits vor einem Jahr nach Deutschland in meine Selektion geholt habe.

Es folgt ein erster Newcomer - eine kurze Begegnung gab es hier bereits zur letztjährigen Fira auf der dortigen Profi-Verkostung - die Rede ist von Hidalgo Albert. Diesen Erzeuger werde ich später noch genauer vorstellen, denn ich nehme die Gelegenheit beim Schopf, hier gleich spontan einen Besichtigungstermin für den Nachmittag zu vereinbaren.

Freut euch also schon mal auf den später folgenden Bericht in Wort und Bild zu diesem Erzeuger.
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (27)

BeitragMo 10. Jun 2013, 15:44

Teil 27

Zum nächsten Erzeuger hatte ich bislang überhaupt keinen Kontakt, lediglich der Name war mir als solcher geläufig.
Jordi Domenech ist ein neuer kleiner Erzeuger in Poboleda. Zwar gibt es ihn bereit seit dem 2007er Jahrgang, aber erst jetzt fühlt er sich so weit, seine Weine auch vor größerem und internationalem Fira-Publikum vorzustellen. Er besitzt 3 ha. Rebland und macht zwei Weine aus Grenache und Syrah. Beide unterscheiden sich lediglich durch die Länge der Fasslagerung und den Preis. Zu verkosten gibt es den Petit Clos Penat 2010 und den Clos Penat 2009 - von beiden bin ich sehr angetan. Man wird noch einiges darüber hören, zumal ich auch Musterflaschen der Weine mitbekommen habe.

Dann steht für mich das kleine Verkostungsmarathon bei Genium Celler an. Dieser ist mir schon lange kein Unbekannter mehr. Einige 2005er hatte ich auch mal längere Zeit in meiner Prioratführerselektion angeboten. Dann war leider er Kontakt etwas weggebrochen, da auch dieser Erzeuger sich sonst selten irgendwo zeigt. Zeit für eine neue Bestandsaufnahme.

Verkostet werden der weiße Genium Blanc aus 2010, ebenso wieder ein 100% Pedro Ximenis, ein an Vin Gris erinnernder Rosé namens Roser´s aus 2011 (Roser heißt die Frau eines der am Projekt beteiligten Winzer) und die Roten Genium Fresc 2009, Genium 2006, Genium Ecologic 2007, der neue Poboleda Vi de Vila 2008 und zum Schluß der Genium Coster - Vi de Guarda 2008. Dabei haben mich die letzten drei Roten neben dem Weißwein am Meisten angesprochen. Allerdings würde ich auch hier die Palette der Weine gern noch einmal intensiver unter die Lupe nehmen.

Danach kommen wir zum Star des Dorfes - nicht zuletzt dank der hohen Parker - Reputation für mehrere Jahrgänge des großen Weines. Sandra von Mas Doix hatte mir bereits vorab gesagt, dass sie hier keinen Doix zeigen wird - aber auch gleich verraten, wo es denn dieser Tage den einen oder andern Schluck davon in die Tasse gäbe... man übt sich hier im Understatement und zeigt lediglich Les Crestes 2011 (der mir noch nie so gut gefallen hat wie in diesem Jahrgang), und die beiden Salanques aus 2009 und 2006. Den 2009er ziert ein neues Etikett. Als ich beim 2006er aber immer noch eine etwas verschlossene Nase reklamiere, gibt es sogleich einen Konterschluck aus einer Dekantierkaraffe. Dieser ist zwar offener, aber die Bewertung läuft dennoch auf dasselbe hinaus. Der Salanques bestätigt sich, über all die Jahre, in denen ich diesen Wein immer wieder mal eingeschenkt bekam, zeigt er eine Konstanz auf hohem exzellenten Niveau.

Machen wir danach weiter mit dem vielleicht am Meisten unterschätzten Erzeuger aus Poboleda - Mas d´ en Just.
Leider ist der Eigentümer aus Madrid nicht angereist - die beiden hiesig wirkenden Pasanau Brüder sind verwandt mit den Winzern von Pasanau Germans aus la Morera de Montsant. Leider trifft man sie nur sehr selten direkt an. Vor einigen Jahren hatte ich das Glück während einer Fira und habe damals auch gleich Keller und Weinberge für den Prioratführer besucht. Auch die Weine sind eher schwer zu finden. Die einzige mir bekannte Quelle - der Inhaber des Weinladens von Scala Dei - schenkt auch die Weine heute aus. Den spannenden 100%igen Viognier gibt es zu meinem Bedauern nicht in der Probe, ausgeschenkt werden der rote Mas d´en Just aus 2007 und der Samsó Vell aus 2005, ein Knallerwein, der mich damals bereits als Fassmuster fasziniert hatte. Und dieser stellt sich jetzt noch über meine beiden bisherigen Favoriten Tocs 2008 und Mas Sinén Coster 2009...
Beste Grüße

Torsten

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