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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

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thvins

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (8)

BeitragDo 23. Mai 2013, 08:33

23.04.2013 - Teil 8

Wir haben deutlich besser und länger geschlafen als in der ersten Nacht. Auch das Frühstück in der Idylle am Bach genießen wir, so dass wir alles in allem erst gegen 11.00 Uhr los kommen.

Gleich zu Beginn unserer Tour müssen wir wegen einer Straßensperrung eine kleine Umleitung fahren, doch dann sind wir schnell in Vierzon, wo wir zu 1,519 € / l für 95er Super volltanken. Kurze Zeit später sind wir dann auf der mautfreien Autobahn in Richtung Toulouse.

Allerdings soll in diesem Jahr auf dem Hinweg nicht "geprügelt" werden und so fahren wir bereits bald nach Châteauroux wieder ab und landen zunächst in einem kleinen Dorf namens Saint Marcel.

Als Erstes besichtigen wir die Ausgrabungsstätten aus der Römerzeit - von der bedeutenden gallo - römischen Siedlung wurden schon etliche Mauerreste freigelegt und noch immer wird weiter gegraben.

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Auch auf das mittelalterliche Dorf mit seiner Kirche schauen wir von den Ruinen.

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Der Höhepunkt der Ausgrabungen ist ein teilweise rekonstruiertes Badehaus.

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Der Ausgrabungsstätte angeschlossen ist ein Museum, welches jedoch leider grade geschlossen war. Also besuchen wir im Anschluß das mittelalterliche Dorf mit einigen schönen Häusern. Besonders sehenswert ist jedoch die Dorfkirche mit einem ungewöhnlich reichen Kirchenschatz und einer Krypta aus karolingischer Zeit.

Auch ein kleines Feld mit - wie es aussieht - alten Rebstöcken (allerdings noch ohne jeglichen Austrieb) finden wir - wir können aber nicht in Erfahrung bringen, was es damit auf sich hat. Im Dorf gibt es allerdings auch noch eine Ausstellung alter Winzergeräte - aber auch diese ist nicht geöffnet und wir können nur einiges durch die Fensterscheiben bewundern. Außerdem sehen wir eine alte kleine Kapelle, die dem Heiligen Vinzenz gewidmet ist und auf der Erklärungstafel wird auch noch von Prozessionen gesprochen...

Wahrscheinlich sind wir in einem ehemaligen Weinbaugebiet, von dem jetzt fast nichts mehr zu finden ist - es erinnert mich an das alte Gebiet bei Huriel, welches ich zufällig fand, als ich 2010 hier schon mal unterwegs war. Damals wäre ich schon um ein Haar auch hier gelandet, aber es hatte zu regnen begonnen und ich war damals geflüchtet - heute schließen wir an diese Tour an.
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (9)

BeitragFr 24. Mai 2013, 09:31

Teil 9

Am Orgtseingang vom unmittelbar benachbarten Argenton -s.- Creuse finden wir einen kleinen Platz oberhalb der Creuse, wo wir unser Mittagspicknick abhalten können. Ist die Sonne draußen, sticht sie gleich so stark, dass wir Käse und Butter in den Schatten räumen, auch ich flüchte mit meinem Brot sogar zwei Mal unter den Schatten eines großen Baumes. Aber sie ist die meiste Zeit von großen Wolken verdeckt. Ein Gewitter noch heute würde mich nicht wundern...

Im Anschluss an unser Picknick suchen wir die Reste einer römischen Brücke über die Creuse - diese sind allerdings so spärlich, das wir erst mal daran vorbei laufen. Im Zentrum des kleinen, hübschen Städtchens halten wir ein zweites Mal - wir müssen uns für den Abend versorgen, denn ich habe nicht vor, heute noch mal durch einen größeren Ort zu kommen. Außerdem ist der Ort recht sehenswert und wir haben ja noch quasi Urlaub und können es noch ruhig angehen lassen. Die Kirche ist wegen einer Beerdigung grade nicht zu besichtigen, aber etliche schöne Häuser in den Straßen und vor allem am Ufer der Creuse erfreuen uns.

Zum Erfreuen auch ein paar Fotos von diesem Spaziergang duch das alte Argenton zu beiden Ufern der Creuse:

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Da der Ort direkt an der mautfreien Autobahn A20 liegt, empfiehlt er sich auch als kleine Verschnaufpause, wenn man grade dort entlang kommt.
Weniger zu empfehlen ist allerdings der kleine Coccinelle - Markt mitten im Zentrum, der eigentlich ein so miserables Angebot hat, dass ich nicht wirklich zufrieden bin. Die Qualität des angebotenen Fleisches ist nicht überwältigend, wir entscheiden uns aber, zur Not eine Packung Merguez mit zu nehmen, falls wir nichts Besseres mehr finden - eigentlich wäre uns nach Fisch, aber das ist hier komplette Fehlanzeige. Einzig ein Regal mit regionalem Käse reißt das Ganze etwas raus - wir befinden uns ja hier immer noch in dem 2010 bereits genauer bereisten Gebiet und so finde ich beste Ziegenkäse aus Gargilesse - Dampierre, welches ich 2010 auch besuchte.
Eine Pyramide und einen Mini-Gargilesse nehmen wir mit.

In einer Hauptgeschäftsstraße finden wir dann kurze Zeit später einen richtigen Fischladen mit einem Superangebot und einem netten Verkäufer, der uns den Zubereitungstipp für unseren Fisch gleich mitliefert und auch noch eine Zitrone als Beigabe in die Tüte legt. Dass wir auch einen großen Beutel Eis für die Kühlung mitbekommen, gehört sich von selbst. So wird es heute Colin Blanc geben...

Vorher wollen wir aber erst mal noch an die Wand. 2010 hatte ich ja hier in dieser Gegend einen kleinen Kletterfelsen entdeckt und das ist jetzt genau das Richtige, um uns endlich mal etwas mehr zu bewegen.
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (10)

BeitragFr 24. Mai 2013, 17:42

Teil 10

Kurz vor der Staumauer Barrage d´Eguzon gibt es einen knapp 30 m hohen Kletterfelsen, der mich von seiner ganzen Art her ein wenig an die Plattenwand im Steinicht erinnert. Diesen Felsen hatte ich auf meiner 2010er Tour ebenfalls mehr oder weniger per Zufall gefunden und ich war damals mit meiner Selbstsicherung daran unterwegs.

Heute sind wir nicht alleine vor Ort, vier junge Franzosen und Französinnen toben sich dort bereits aus und von dem einen erfahre ich, dass ich bereits 2010 instinktiv die leichtesten Routen gemacht habe und dass es hier unter dem Schwierigkeitsgrad 5b, 5c hier keine Wege gibt.

Auch heute reicht es nach meiner Verletzung und der langen Winterpause nicht zu viel mehr - im Gegenteil, ich bin froh, dass ich diesen "leichten" Wegen noch gewachsen bin. Ich mache zwei Wege und ein paar Spielereien - sprich Varianten und auch Steffen steigt einmal bis fast hoch im Nachstieg. Dann aber reicht es uns und wir beschließen, gleich auf dem Platz auf der anderen Straßenseite zu übernachten. Leider haben wir vergessen, einen Fotoapparat mit an die Wand zu nehmen - somit kann ich nur mit Fotos aus dem Jahr 2010 dienen, wo ich vor dem Abziehen des Seiles den Felsen fotografiert habe, damit man die Routen erkennen kann. Diese Route habe ich auch dieses Jahr erneut gemacht und dann rechts davon fast an der Kante ist der Weg, den auch Steffen mit gemacht hat.

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Heute können wir im Hellen aufbauen und kochen und sogar fast noch essen...

Trangia deluxe: Portionsweise werden mittelgroße Kartoffeln geviertelt und breite Bohnen gedrittelt in die Töpfe gegeben und mit etwas Salz und Bohnenkraut zunächst halb gar gekocht. Dann erhitze ich in einem Topf Wasser mit etwas Salz für den Fisch. Das knapp 500 g schwere filetierte Stück vom Seehecht (Colin Blanc) wird zunächst quer halbiert, dann an der Grätenkante nochmals halbiert, so dass wir zwei fast runde Filetstücken pro Nase haben. Der Fisch kommt dann in das kochende Wasser und kurz bevor das Wasser erneut anfängt zu kochen,wird der Topf von der Flamme genommen. Der Fisch darf dann im heißen Wasser gar ziehen und die Töpfe mit dem Gemüse kommen wieder auf die Flammen. Ist das Gemüse gar, wird das Wasser abgegossen und zwei Löffel Creme Fraiche und etwas Hexenkräutersalz werden unter die Bohnen und Kartoffelstücken gerührt. Dann wird der Fisch obenauf gelegt, der Fisch wird dann ebenfalls mit etwas Hexenkräutersalz, rotem Pfeffer, Kreuzkümmel, Anis und Safran gewürzt, dann noch ein paar Spritzer Zitronensaft darüber und fertig ist ein Trangia - Traum. Der Fisch ist wunderbar im Stück geblieben, butterzart und saftig.

Dazu gibt es einen Weißwein:

Château Masburel; Lady Masburel Blanc; Montravel; 2005 weiß

- meine letzte private Flasche dieses einfachen Weißweins von Masburel - auch in meiner Selektion gibt es ihn inzwischen leider nicht mehr - er ist bestens gereift und zeigt noch immer eine wunderbare kräftig fruchtige Aromatik bei einer tiefgoldenen Farbe (das Auge würde einen Süßwein erwarten, aber man bekommt einen trockenen vollen Weißwein) - wer davon noch hat, sollte ihn zu etwas Ähnlichem oder auch zum Spargel so langsam trinken, er muss nicht älter werden - aber derzeit ist er auf seinem Genussplateau. Von uns verabschiedet sich dieser kleine Weiße mit 92/100 Th. - ein sehr guter Wein mit einem exzellenten PGV.

Und auch wir verabschieden uns für den heutigen Tag...
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (11)

BeitragSo 26. Mai 2013, 12:27

24.04.2013 - Teil 11

Erneut schlafen wir recht lange, der heutige Morgen ist vorerst der letzte ohne den Gebrauch eines Weckers.

Wir frühstücken gut, sind aber doch alles in allem recht schnell fertig und gegen 10.30 Uhr startklar. wir fahren zurück zur A20 und finden auf dem Weg noch einen gut aussehenden Biwakplatz, den ich mir für alle Fälle auf der Karte markiere, wenn man mal was in der Gegend sucht und man nicht all zu weit weg von der Autobahn will.

So schön auch das Trödeln mit allen möglichen kulturellen Stopps ist, aber heute müssen wir doch erst mal was an Strecke schaffen, wollen wir am Ende nicht ins Hetzen kommen. Also fahren wir zunächst auf der mautfreien Autobahn über Limoges und Brive la Gaillarde bis zu derem Ende und bleiben auch im Anschluss auf der Standardstrecke über Cahors. Vorher machen wir noch bei Souillac am Ufer der Dordogne unser Mittagspicknick.

Bei Caussade haben wir genug vom "Strecke schaffen" - wir haben auch gut etwas geschafft und nun ist wieder kulturvolles Trödeln angesagt. Immerhin sind wir im Blay Foldex Atlas von Seite 128 auf Seite 185 gesprungen, 4 "Etagen" tiefer. Die Pyrenäen könnte man bei richtig klarer Sicht schon mal sehen oder erahnen - wirklich richtig klare Sicht haben wir nicht, aber erahnen können wir es...

Wir verlassen die schnelle Strecke in Richtung Toulouse und widmen uns einem meiner Hobbies - auf kleinen Straßen durch Frankreich...

Ein erster Kulturstopp ist das kleine Dorf Montricoux.

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In diesem kleinen Dorf überraschen uns einige Gassen mit schönen Fachwerkhäusern Auch der Donjon und die mittelalterliche Kirche sind überaus sehenswert. Leider scheint der Ort touristisch dennoch ein Schattendasein zu führen, wir finden weder eine Gaststätte noch eine Bar für einen Toilettenkaffee. Und das öffentliche WC, welches Steffen in aller Not aufsucht, ist noch der gruselige Uralt-Standard. Ich muss dann gleich nicht mehr, wo ich Steffens Schilderung höre...

Im benachbarten Bruniquel dagegen finden wir saubere und nutzbare öffentliche Toiletten, wo es sogar Klopapier gibt. Das sollte man ja sonst besser immer selbst dabei haben, denn in aller Regel gehört das nicht zur Ausstattung der Öffentlichen. Aber Bruniquel gehört auch zu den schönsten Dörfern Frankreichs... - der Fotospaziergang dazu kommt im nächsten Posting.
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (12)

BeitragSo 26. Mai 2013, 18:09

Teil 12

Bruniquel gehört zu den "Le plus beaux Villages de France" - und das völlig zu Recht. Das am Berghang gebaute Dorf hat ein Labyrinth aus malerischen, engen Gassen, sehr viel alte Bausubstanz und dazu den Charme des Midi. Es gibt zwei Museen, zum Einen das alte Gouverneurshaus, welches zu dieser Jahreszeit leider noch nicht unter der Woche, sondern nur an den Wochenenden geöffnet ist, und das alte Schloss - eine Burgruine, in der noch fleißig restauriert wird. Den Eintritt hier schenken wir uns allerdings, das Geld wird sicher besser angelegt sein, wenn eines Tages die derzeit in Restaurierung befindlichen Räume zu besichtigen sind.

Somit begnügen wir uns mit einem ausgiebigen Bummel durch die pittoresken Gassen und freunden uns mit zwei Katzen an. Die schwarze Miez im Blumenkübel sieht dabei so dekorativ aus, dass wir sie anfangs gar nicht für echt halten. Sie blinzelt uns jedoch an, läßt sich fotografieren und beginnt zu schnurren und um Streicheleinheiten zu betteln...

Hier noch ein paar Fotos von diesem überraschend schönen Stop am Beginn der Schluchten des Aveyron.

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Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (13)

BeitragMo 27. Mai 2013, 12:47

Teil 13

Leider ist der Lebensmittelladen in Bruniquel geschlossen, so dass wir später noch einmal zum Einkaufen anhalten müssen. Zunächst sind wir in einer landschaftlich recht schönen Gegend unterwegs, dann kommen wir auch bald in die Weinberge der AOC Gaillac. Steffen mahnt, dass es besser sei, wenn wir noch einen Schluck tanken - so erledigen wir beides, den Einkauf und das Tanken in Saint Sulpice, bevor wir dann über Lavaur und Camaret an die Wasserscheide zwischen Atlantik und Mittelmeer kommen. Hier am Pas de Naurouze hatte ich vor einigen Jahren schon mal übernachtet, heute aber stehen hier etliche Wohnwagen - zum Glück sind es aber alles nur friedliche Touristen. Der Parkplatz ist quasi voll, aber wir finden wenige Meter entfernt relativ neue Picknicktische und eine schöne Wiese für das Zelt.

Heute gibt es zwei Gänge Trangia deluxe: Zunächst grünen Spargel (die Stangen passen halbiert in den Topf), wir garen diesen in nur wenig Wasser mit etwas Salz, Zucker und Muskatnuss und rühren zum Schluß einen Löffel Creme Fraiche unter das Spargelwasser. Darüber kommen kleine Würfel Räucherlachs und etwas Reibekäse.

Als zweiten Gang verarbeiten wir den Rest unserer platten grünen Bohnen und die am Vortag gekauften Merguez - Würstchen. Die Bohnen werden dafür in ca. 3 cm große Abschnite geschnitten, dazu bekommt jeder eine halbe Schalotte und eine große Knoblauchzehe, eine halbe rote Paprika und eine Tomate in den Topf geschnitten, das Ganze wird mit Bohnenkraut und Thymian abgeschmeckt und mit Olivenöl und etwas Wasser gegart.
In dem Moment, wo die Bohnen fast gar sind, gebe ich jeweils eine halbe kleine Büchse gebackener Bohnen dazu und gieße etwas Wasser auf, damit das Ganze nicht am Topfboden anbäckt. Umrühren, obendrauf die Merguez-Würste legen und noch mal 3 bis 4 Minuten zugedeckt köcheln lassen.

Zu beiden Gängen trinken wir schon mal etwas aus dem Priorat und zwar von dem Winzer, den wir bereits übermorgen in den Pyrenäen treffen wollen... Der Gaubanca Rosat 2010 vom Celler Pahí ist ein wunderbarer Rosé, der mit beiden Gerichten sehr gut klar kommt und der seine fruchtigen Aromen dem Aromenreigen des Menüs hinzufügt. Dieser Rosé, den ich auch in meiner Selektion anbiete, weiß zu überzeugen und als Rosé schon zu beeindrucken. Für eine höhere Note fehlt es mir ein wenig an Tiefe und Komplexität, aber vielleicht ist er auch nicht kalt genug, denn heute ist es endlich mal abends nicht sonderlich kühl... Der Wein bekommt an diesem Abend sehr gute 92/100 Th.
Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (14)

BeitragMo 27. Mai 2013, 22:41

25.04.2013 - Teil 14

Wir schlafen heute absichtlich nicht so lange, denn heute soll es über die Pyrenäen gehen - von Frankreich, wo der Weg das Ziel war, werden wir uns schon bald verabschieden müssen. In dieser Nacht hatten wir erstmals nicht so viel Nachtfeuchtigkeit, ja - das Zelt trocknete sogar...

Wir frühstücken gut und sind mit allem - inklusive Toilettengang und "Duschen" schon kurz nach 9.30 Uhr fertig.

Auf kleinen Straßen geht es in die Pyrenäen, zunächst nach Mirepoix und schon die Monts d´Olmes zeigen, dass noch massig Schnee vorhanden ist. Wir umfahren dieses den eigentlichen Pyrenäen vorgelagerte Minimassiv - der Pic de Saint Barthélemy als zweithöchster Berg (2348 m) ist so etwas wie der heilige Berg der Katharer. Diesen Berg habe ich vor etlichen Jahren auch schon einmal erwandert, alte Erinnerungen kommen hoch.

Über Belcaire kommen wir dann nach Ax-les Thermes hinunter.

Ax-les-Thermes kenne ich seit 1991, damals kam ich mit einem Radler aus der Bretagne im August vom Port d´Envalira runter, dem Paß in Andorra, der zugleich der höchste Pyrenäenpass ist. Es hatte damals nur 8° C und viel Regen, entsprechend waren wir nach der langen Abfahrt durchgefroren. Der Bretone führte mich ans heiße Thermalbecken und spendierte uns einen Kaffee und ein Pain aux Raisins, während die Füße im heißen Wasser auftauen durften. Seither ist es für mich eine hübsche Tradition, hier die Beine im Wasser zu baden und Kaffee zu trinken, eine Rosinenschnecke natürlich inklusive. Beim Bäcker wird auch ein Pain de Montagne eingepackt, ein robustes Bergbrot, welche sich einige Tage hält im Gegensatz zu normalen Baguettes etc.

Während ich noch beim Bäcker anstehe und auch Kaffee besorge, findet Steffen einen hübschen Pavillon und sogar Reben...

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Dann steuert er schon mal das öffentliche Thermalbecken an, welches auf die Römer zurück geht.

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Und dann knipst er mich beim traditionellen Rosinenschneckenessen...

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Beste Grüße

Torsten

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Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013 (15)

BeitragDi 28. Mai 2013, 06:55

Teil 15

Zur Sicherheit tanken wir in Ax-les Thermes noch einmal 5 l nach - immerhin begann die Reservelampe auf zu leuchten, als wir kurz vor Ax sind und es sind noch etwa 40 km bis zur ersten rettenden Tanke in Andorra - alles richtig gut bergan versteht sich - und mitunter mit Stau vor der Grenze. 1,549 € / l. werden dafür hier fällig.

Dann fahren wir hinauf nach Andorra - heute scheint nicht all zu viel los zu sein, aber das Wetter ist hier oben mit Wolkennebeln auch suboptimal.
Uns erwarten in diesem Jahr noch gewaltige Schneereste - die Straße ist zwar trocken, aber im Skigebiet von Pas de la Casa sehen wir noch eifrige Skifahrer auf den Pisten. Bis etwa 1.700 m hinunter gab es noch Schnee, bereits vor Ax-le Thermes hatte wir erste "Berührung" mit den Resten des Winters. Auch auf dem 2.408 m hohen Port d´ Envalira sind wir mitten in den Wolkennebeln, es gibt auch hier jede Menge Schnee und dazu nur knapp über 5° C. Steffen hat alles festgehalten:

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Wir müssen erfahren, dass die Einführung erster eigener andoranischer Euromünzen erst einmal ausgefallen ist. Dabei war es ja eigentlich für mich ein Grund, mal wieder über den Zwergstaat zu fahren - in den letzten Jahren hatte ich das oft durch die Fahrt über Vielha ersetzt, da dies insgesamt weniger stressig ist.

Der andorranische Tankwart hier oben schimpft auf die Krise, denn auch in Andorra kommt man keinsfalls ungeschoren davon. Er schimpft über den nachlassenden Tourismus und die gesunkene Kaufkraft bei den Touristen, die Inflation, die auch Andorra erfasst und vor allem auf Frau Merkel... Er hofft, dass die Deutschen so vernünftig seien, sie nicht noch einmal wieder zu wählen - selbst in Andorra scheint Frau Bundeskanzlerin das personifiziert Böse zu sein, der Sündenbock für alles, was passiert ist und immer noch passiert. - Diese Einstellung wird uns in den Folgetagen wieder und wieder begegnen und sogar noch deutlich krassere Formen annehmen.

Das Fatale ist nur, dass es ja nicht einmal eine Alternative gäbe derzeit... Ein blasser SPD - Kandidat, der erst mal nur an seine Honorare und danach an niemand anderes denkt, eine grüne Partei, die nach ihrer Wahl in die Regierung flächendeckend 30 km / h in den Ortschaften einführen will, dazu diverse Chaoten von rechts nach links, die allesamt bereit sind, uns in Ruin und Wahn zu treiben, auch wenn ihre Wege dorthin unterschiedlich sein würden, Piraten, die das sinkende Schiff schon längst wieder verlassen haben und Anti-Euro - Strömungen, die uns zurück ins Mittelalter beamen wollen. Schon jetzt scheint klar, das wir noch weniger als sonst keine Wahl haben - auch das geringste Übel steht derzeit noch nicht fest (und ob es das geringste Übel war, weiß man auch erst hnterher).

Steffen friert und will nur noch runter vom unwirtlich wirkenden Pass. Und er hat ja recht, der andorranische Tankwart und ich werden die Krise auch nicht lösen können und sich sprachlich einmischen kann er leider auch nicht, was ihm bleibt, ist nur die Langeweile und aufkommende Depressionen, aber das wollen wir nicht - wir wollen Spaß. Und den werden wir auch bald kriegen...
Beste Grüße

Torsten

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BeitragMi 29. Mai 2013, 10:42

Teil 16

Wir lassen uns vom unwirtlichen Pass langsam abrollen und hinter Soldeu wird es auch wieder schöner, die Bereiche mit Wolkennebel und Schnee verlassen wir und es scheint ein doch ganz akzeptabler Tag zu werden, auch wenn die Sonne sich weiterhin überwiegend versteckt.

Wir parken am Friedhof von Canillo (etwa 2 km unterhalb des hübschen Dorfes, der Parkplatz ist ausgeschildert - bitte den wenige hundert Meter oberhalb beim Restaurant nur nehmen, wenn man dort einkehren möchte - was sich im Übrigen bislang auch stets gelohnt hat, typische andorranisch-katalanische Küche der besseren Art...) und packen die Klettersteigsachen, die Karabiner, den Abseilachter und das 60m Seil aus.

Vor uns liegt die letzte hier bislang noch nicht von mir gemachte Attraktion - der Via Cable 2. Die beiden hier befindlichen schweren Via Ferratas kenne ich bereits seit Jahren und ich habe sie mehrfach bereits gemacht, auch der Via Cable 1, der direkt in der Dreifachabseilstrecke nach oben führt, ist für mich nichts Neues mehr.

Wer es nicht kennt, für den sind das die lohnenswertesten Klettersteigaktionen in Andorra, die beiden Klettersteige sind noch schwerer als die anderen Klettersteige, die man direkt vom Dorf Canillo aus machen kann, für das Gesamtpaket beider Klettersteige + die Mehrfachabseile wieder runter muss man schon einen guten Tag einplanen. die Via Cables kann man dann als Supplement machen. Im Übrigen stellen wir fest, dass man den Einstieg hier modifiziert hat, man startet nicht mehr mit U-Eisen von der Straße weg, sondern wandert erst mal einige Meter nach oben, den alten Abstiegsweg / Zustiegsweg zu den Via Cables ausnutzend. Wahrscheinlich hat das Starten von der Straße weg doch mal zu Unfällen geführt, sei es durch die abgelenkten Autofahrer oder wegen möglichen Steinschlages.

Ein Via Cable wird sicherungstechnisch wie ein Klettersteig begangen, die Abstände zwischen den Umklinkstellen sind aber deutlich kürzer und man klettert sinnvollerweise im Kletterschuh - es gibt im Gegensatz zur Via Ferrata keinerlei künstliche Griffe und Tritte, man sucht sich seine Griffe und Tritte wie beim Klettern, lediglich ganz oben gibt es eine Kette, die man greifen darf - und die wir auch dringend brauchen werden.

Während der Via Cable 1 direkt in der Abseilstrecke mit der Schwierigkeit V+ gekennzeichnet ist, erwartet uns hier im Via Cable 2 eine 6a - und tatsächlich muss man hier schnell die Hände aus den Taschen nehmen, wenn man hier hoch will. Es gibt sogar zwei richtig knifflige Stellen, die auch ein wenig Psycho sind. Auf jeden Fall ist immer frühestmögliches Umklinken zu empfehlen und an den schweren Stellen auch etwas Courage, wenn man nicht ins Sicherungskabel greifen will.

Der gesamte Weg ist zwar nur etwa 60 Höhenmeter lang, aber es reicht für den Adrenalinkick. Dennoch, wenn man sich grad richtig eingeklettert hat, ist der Spaß schon wieder vorbei. Einen Notausstieg per Abseile (vorausgesetzt, man hat ein Seil dabei) gäbe es nach etwa zwei Dritteln des Weges, bevor die richtig kniffligen Abschnitte kommen.

Wir haben unser Seil bei, aber nicht für den Notausstieg, wir wollen hinterher die Abseilstrecke abfahren.

Zunächst jedoch die Fotos vom Aufstieg:

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Der Anfang ist noch recht einfach, es gibt gute Griffe und Tritte, die mit zunehmender Höhe aber immer weniger und kleiner werden.

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Ich habe das erste Drittel schon geschafft und hab noch gut lachen.

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Steffen schaut erst mal nach unten, ich glaube, er säße jetzt lieber dort unten in der Gaststätte.

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Hier schaut Steffen noch mal nach unten - den leichteren Teil des Weges hat auch er nun durchstiegen. Weiter hoch zu fotografieren traut er sich dann nicht, er würde zu blöd in der Wand stehen dabei - aber die Aussicht von hier auf eine neu entstehende Siedlung am Berghang gegenüber und auf die schneebedeckten Berge knipst er noch fix.

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Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - die Fahrt zur Fira 2013

BeitragMi 29. Mai 2013, 11:55

Hallo Torsten,

danke, dass Du Dir die Mühen machst, Deinen Reiseweg so schön zu beschreiben und mit Bildern zu untermalen. Ist eine schöne Bereicherung, ich lese es gerne.
Servus
Wolfgang
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