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Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2017

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Sauternes

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragDi 11. Jul 2017, 20:08

Sehr schön geschrieben, da fühlt man sich gedanklich mit dabei :) .
Das bei den schönen Weinen schnell Partystimmung, kann ich gut verstehen.
Da schenke ich mir doch auch mal gleich einen Prioratwein ein, ach herrlich.

Gruß Heiko
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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragMi 12. Jul 2017, 11:09

Danke Heiko,

zum was Einschenken ist es mir heute noch zu früh, aber ich bring dann gleich mal die Verkostungsnotizen zur Carignan Nacht. Schön, mit zu bekommen, dass es mit Spaß gelesen wird, dafür ist es ja auch gedacht...

Kapitel 20 – Freitag, 28.04.2017 (3) – Tast Carinyenes in Porrera – Die Verkostungsnotizen


Celler Ardevòl; Anjoli; Priorat – Porrera; 2015 rot;

Relativ voll und intensiv, aber auch ein Wall von Tanninen. Sehr trocknend, braucht viel, viel Zeit. Er ist für die Zukunft gemacht, Potential ist da. 90+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)


Ferrer I Bobet; Ferrer I Bobet Selecció Especial; Priorat – Falset; 2015 rot;

Fassmuster mit ebenfalls viel Tannin, aber durchaus ansprechend und nobel, deutlich trinkiger. Aber auch er gibt längst nicht alles preis. Dieser Jahrgang wirkt auch hier jung sperriger als andere. Warten lohnt aber sicher. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Ferrer I Bobet; Ferrer I Bobet Selecció Especial; Priorat – Falset; 2014 rot;

Sehr kühl, weniger voll als der 2015er, aber auch er braucht viel Zeit. Auch hier sind die Tannine das beherrschende Element. Er hat sich zudem etwas verschlossen. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Clos Dominic; Clos Dominic Vinyes Altes; Priorat – Porrera; 2015 rot;

100% Carignan – Fassmuster. Auch hier deutliches Tannin, aber die Frucht darf mitspielen. Sehr griffig, ausgewogen und mit schönen Anlagen. Braucht noch Zeit, sollte sich aber gut entwickeln. 95-96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Clos Dominic; Clos Dominic Vinyes Altes Selecció Andreu; Priorat – Porrera; 2014 rot;

100% Carignan. Sehr frisch und sehr porreratypisch. Tief, voll und sehr betörend. Viel Bitterschokolade, eine schwarze Bitch. Einer der Besten seines Jahrganges. 98+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)


Alvarez Duran; Carignan für den Terroir X; 2015 rot;

Aus alten Carignan, die wohl in den El Primera Vinyes Velles eingehen, den großen Wein. Sehr dunkle Frucht, Trockenfrüchte, Kaffee, Bitterschokolade, im Abgang viel Frische und Llicorella – ein sehr schönes Muster. Sehr klassisch und tief, hier kann durchaus etwas richtig Großes draus entstehen.



Celler Castellet; Empit Selecció; Priorat – Porrera; 2015 rot;

Ebenfalls sehr viel Tannin, dahinter offenbart sich eine gute dunkle Frucht. Braucht viel, viel Zeit, um sein Potential zu zeigen. Er spricht nur im Futur... 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Celler Castellet; Empit Selecció; Priorat – Porrera; 2014 rot;

Ausgewogener als der 2015er, schön kühl und trinkig, macht insgesamt derzeit deutlich mehr Spaß, braucht aber ebenso noch Zeit. Insgesamt ist er eleganter und verführerischer, hat ein sehr samtenes Tannin. Wird sich sehr gut entwickeln. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Marco Abella; Roca Grisa; Priorat – Porrera; 2016 rot;

Sehr frisches und sehr kühles Fassmuster. Für mich derzeit noch zu jung zum Bewerten.


Marco Abella; Roca Grisa; Priorat – Porrera; 2015 rot;

Neuer Wein aus 100% Carignan. Sehr kühl und frisch, eine gute Ansprache. Rote und schwarze Früchte, im Abgang ein Wall von Tanninen. Braucht viel Lagerzeit. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)


Marco Abella; El Perer; Priorat – Porrera; 2016 rot;

Ein ebenfalls kühles Fassmuster. Leichter, verspielter und eleganter als der Roca Grisa. Sehr würzige Noten. Auch der El Perer ist mir noch zu jung für eine halbwegs zuverlässige Bewertung. Auf jeden Fall aber ist er deutlich höherwertiger als der Roca Grisa.


Marco Abella; Clos Abella; Priorat – Porrera; 2013 rot;

70% Carignan, 30% Grenache. Verschlossen in der Nase und auch am Gaumen. Zeigt dort aber auch etwas Druck. Braucht typischerweise noch Zeit. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


Cims de Porrera; Cims „Classic“ Carignan; Priorat – Porrera; 2015 rot;

Im Vergleich zu vielen anderen bisher verkosteten 2015ern trinkiger und ausgewogener, schon relativ rund und tief. Sehr schön in dieser jugendlichen Phase zu trinken. Dunkle Frucht, sehr typisch – Carignan und Porrera. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)




Germans Duran; Carignan – Muster für den Trosset de Porrera; 2015 rot;

Sehr frisch und rund, elegant, eines der besseren Muster bislang. Geht komplett in den großen Wein ein. Vielversprechend.


Sangenis I Vaque; Clos Monlleo Selecció; Priorat – Porrera, 2015 rot;

100% Carignan alte Reben. Noch sehr jung, aber einer der zugänglicheren 2015er Weine bislang. Sollte sich sehr schön entwickeln. Kühl, frisch und ausgewogen, großes Potential. Intensiv am Gaumen. 96/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Balmaprat; La Parada; Priorat – Porrera; 2016 rot;

Fertiges Fassmuster, 50% Carignan, 50% Grenache aus alten Reben, nur ein Fass. Frisch, geradeaus und sehr elegant. Sehr schönes Muster eines Spaßweins. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)


Balmaprat; Dempeus Selecció; Priorat – Porrera; 2016 rot;

100% Carignan aus alten Reben, nur ein Fass. Wie auch der La Parada sehr schön zugänglich und elegant bei einer schönen tiefen und dunklen Frucht. Ein sehr sinnlicher Wein. Vielversprechend. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Celler Cal Pla; La Carinyeta; Priorat – Porrera; 2013 rot;

Noch etwas verschlossen und typisch 2013. Voll in der Aromatik und viel Körper, aber nicht die Tiefe anderer Weine dieser Runde. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)


Celler Cal Pla; La Carinyeta; Priorat – Porrera; 2015 rot;

100% Carignan von der Finca Arbres; noch ein Tanninwall am Gaumen, dahinter eine sehr süße, reife, dunkle Frucht. Sehr massiv vom Tannin dominierter Abgang. Braucht einfach noch viel Zeit. Gutes Potential. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


Celler Cal Pla; Carignan – Muster für den Planots; 2015 rot;

Dieser sehr vielversprechende Carignan wird noch mit Grenache verschnitten, bevor er als Planots in die Flaschen kommt. Jeweils 50% beider Rebsorten. . Eine süße reife Frucht trifft auf viel, aber nicht zu viel Tannin. Sehr ausgewogen, typischer Porrera – Stil. Grundlage für einen sehr großen Wein. Eines der besten Muster an diesem Abend.


Steve Colombé; Els Bigotis del Gat; Priorat – Porrera; 2014 rot;

Ein etwas vollerer 2014er, der noch tanninbetont ist und noch Zeit braucht, gutes Potential. Für den Jahrgang könnte er sich überdurchschnittlich gut entwickeln, wenn alles in die Balance kommt. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


Celler Vall Llach; Vall Llach; Priorat – Porrera; 2008 rot;

Aus der Magnum. Elegant und sehr ausgewogen. Relativ leicht und somit ein sehr typischer 2008er im Stil seines Jahrganges. Macht Spaß, ist aber nicht der größte Vall Llach. Hat aus dem Jahrgang dennoch das Beste herausgeholt. 95-96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Merum Priorati; Osmin; Priorat – Porrera; 2006 rot;

Bestätigt den Eindruck der ten years after Probe des Vorjahres und schließt gut hieran an. Einer der Top-Weine des 2006er Jahrganges. Auch wenn er in der kleinen Mini-Vertikale hier der Schwächste sein wird, aber das liegt an der bezirzenden Art des 2004ers und der Allmacht des 2005ers. Für sich genommen ein wunderschöner Spitzenwein, wunderbar offen in der Nase und am Gaumen. Lang. 98+/100 Th Weltklassewein.
(04/2017)


Merum Priorati; Osmin; Priorat – Porrera; 2005 rot;

In der Osmin-Minivertikale (2004, 2005, 2006 alle aus der Magnum) der knappe Sieger, aber eigentlich sind sie alle drei Siegerweine. Schade, dass dieses wunderbare australisch-katalanische Projekt an der Wirtschaftskrise zerbrach, die Weine sind einfach legendär. Wie bereits im Vorjahr einfach grandios und nahe der Perfektion. 99+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)


Merum Priorati; Osmin; Priorat – Porrera; 2004 rot;

Vielleicht einer der erstaunlichsten Erstlinge, die es im Priorat gegeben hat. Inzwischen wunderbar entwickelt und auf dem Höhepunkt angekommen, den er aber noch einige Jahre halten sollte. Bestätigt den tollen Eindruck, den wir bereits letztes Jahr von dem Wein hatten. Porrera in Topform.
98-99+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)


Celler de l´ Encastell; Roquers de Samsó; Priorat – Porrera; 2015 rot;

Auch hier haben wir in diesem Jahr eine Tanninwand, sehr extraktreich und mit großem Potential. Momentan noch sehr holzbetont. Er wird viel Zeit brauchen, ehe er ich findet, aber dann wird man es nicht reuen, wenn man ihn hat. Viel mehr Potential als der 2014er. 96-97+/100 Th. Großer bis Weltklassewein.
(04/2017)


Celler de l´ Encastell; Roquers de Samsó; Priorat – Porrera; 2014 rot;

Etwas leichter, sehr vom Schiefer geprägt mit einer metallischen Mineralik. Nach wie vor eher schwierig. Er dürfte nicht an die anderen Jahrgänge heran reichen. Momentan nicht überzeugend, wenn man alle Jahrgänge hier kennt... 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Familia Nin Ortiz; Carignan Muster für den Planetes de Nin; 2016 rot;

Ein sehr seriöses Muster au dem Fuderfass. Samtenes, aber spürbares Tannin, leichter bis mittlerer Körper, ausgewogen und Spaß machend.


In der Nacht nach dem offiziellen Ende der Veranstaltung wurde von etwa 2 bis 3 Dutzend katalanischen Weinfreaks und einigen Winzern die inzwischen fertige Bodega von Merum Priorati unter neuer Eigentümerregie besichtigt. Nach einigen Proben aus Tanks und Fässern wurde dieser Runde, der ich glücklicherweise beiwohnen konnte, der neue große Wein vorgestellt. Außerdem gab es noch Cava, aber dazu habe ich dann nichts mehr notiert.



Merum Priorati; El Cel; Priorat – Porrera; 2013 rot;

15,5°; Grenache, Cabernet Sauvignon, Carignan und Syrah. Eine sehr dunkle Nase, sehr konzentriert. Am Gaumen frisch und sehr komplex. Vielschichtig, langer und intensiver Nachhall, tief und sehr schiefrig, ein noch steinbetonterWein, der Zeit braucht. Ein typischer Vertreter des 2013er Jahrganges. Eindrückliche Tiefe. Groß, aber der Genuß wird erst in der Zukunft liegen. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragMo 17. Jul 2017, 15:02

Kapitel 20 – Samstag, 29.04.2017 (1) – Tast ViDArt auf Mas Perinet

Nach der nächtlichen Verkostung bei Merum Priorati bin ich dann recht zielstrebig nach Sant Antoni hoch und habe mich noch mal kurz lang gemacht, bevor mit dem Samstagmorgen ja gleich das nächste Verkostungshighlight wartet.

Obwohl ich die kürzeste Nacht hatte, habe ich den Eindruck, dass ich an diesem Morgen besser drauf bin als meine beiden Reisegefährten. Kaffee tut dann sein Übriges und bald schon lassen wir uns abrollen und fahren über den Paß, der Porrera und Cornudella verbindet und biegen dan ab in Richtung Poboleda.

Heute wird ein lange gehütetes Geheimnis gelüftet, erstmals werden wir das Mas Perinet sehen.

Mas Perinet ist eines der Projekte, die man als überambitioniert bezeichnen muß, in der Zeit des großen Aufbruchs im Priorat wurden hier wie auch bei Cal Grau, Ferrer I Bobet oder Mas Alta gigantische Summen investiert, um große Landstriche umzugestalten, zu terrassieren, aufzureben – mit dem Ziel, neue Statussymbolweine zu kreieren. Eine Bodega, modernsten Luxus zeigend, verrät, dass man viel Geld in die Hand genommen hat, um die Show abzurunden…

Während aufgrund kluger Önologen – Köpfe bei Projekten wie Ferrer I Bobet oder Mas Alta wirklich gigantische Weine gezaubert wurden, dümpelten Cal Grau und eben auch Mas Perinet mit mittelmäßigen, aber überteuerten Spitzenweinen von Anfang an so vor sich hin. Besuchsanfragen meinerseits für den Prioratführer wurden abgelehnt – man ahnte schon, dass der überdimensionale Luxus in den Bauwerken nicht mit den Weinen korrelieren konnte und wollte sich vielleicht nicht dafür schämen müssen – oder aber man meinte, es einfach nicht nötig haben zu müssen. In der beginnenden Wirtschaftskrise waren das die ersten Projekte, die ins Straucheln gerieten und die aufgegeben wurden.

Während Cal Grau schnell mit wechselvoller Geschichte weiterbetrieben wurde – Zwischenintermezzo Agnès de Cervera und nun wieder ein Neustart der alten Eigentümer mit ambitioniertem Önologen, verfiel Mas Perinet nach dem Aus zusehends. Es gab zwar Mieter, die Teile des Kellers zur Produktion ihrer eigenen Weine nutzten, wie Roca de les Dotze, aber es gab niemanden, der die riesigen Weinberge und auch die große Kellerei übernehmen wollte. Zu riesig das ganze einstige Vorzeigeprojekt Mas Perinet…

Die Weinberge wurden über Jahre nicht mehr gepflegt, irgendwann bekamen die benachbarten Winzer Angst wegen sich ausbreiten könnender Rebkrankheiten. Dieser Zipfel um Perinet, Mas d´ en Blei und Razzmatazz gehört zwar verwaltungstechnisch zur Gemarkung der Gemeinde La Morera de Montsant, aber Poboleda liegt unmittelbar angrenzend und Winzer aus Poboleda wären neben den genannten “Zipfelnachbarn” auch die Leidtragenden. So tat man sich zusammen und die Gemeinde Poboleda entsandte Gemeindemitarbeiter, um die dringendst notwendigen Weinbergsarbeiten zu erledigen.

2014/2015 kamen dann Gerüchte auf, es gäbe endlich einen neuen Investoren. 2016 wurde erstmals zur Verkostung ViDArt eingeladen und in diesem Jahr sind wir als Prioratführerteam nun mit dabei, um einerseits zu gucken, was sich hier tut und natürlich auch um diese letzte Bastion, in der wir noch nicht gewesen sind, einzunehmen, aber auch um die Weine von Winzern aus Poboleda und La Morera zu verkosten, die teilweise nirgends sonst in diesem Jahr ausstellen.

Der Name ViDArt it dabei eine Anspielung auf die Verbindungen zwischen Wein und Kunst. Es wird eine musikalische Aufführung als Auflockerung des Verkostungsprogrammes geben, aber auch eine Ausstellung moderner Malerei, in diesem Jahr mit Werken von Eduardo Duran, den wir ja als Winzer bei Germans Duran kennen.

Der neue Eigentümer, eine Investorengruppe aus Amerika, hat den Namen sanft umbenannt, der Betrieb heißt nun Perinet Winery, da sind wir natürlich ebeno gespannt auf die Weine, wie auf die der weiteren hier ausstellenden Winzer.

Schon der erste Wein im Glas, der ganz neue erste Weißwein von Terres de Vidalba deutet an, dass wir an diesem Vormittag auf hohem Niveau unterwegs sein werden. Am Ende werden wir einige Überraschungen verbuchen, gerade auch beim Thema Weißweine. Natürlich werden wir auch wieder gehörig mit der Schwierigkeit des 2015er Jahrganges konfrontiert, was da heißt, sich mit Unmassen an Tannin auseinander setzen zu müssen, aber zum Glück werden auch genügend Weine präsentiert, die bereits aus trinkreiferen Jahrgängen kommen und die aktuell bei den Kellereien im Verkauf sind. Natürlich gibt es den sympathischen Mix von Basis bis zur Spitze, einige haben auch das komplette aktuelle Portfolio ausgestellt.

Es ist entspannt genug, durch das Weinprogramm zu kommen, lediglich am Tisch von Els Cups in einer der beiden Ecken des Saales (die, in die wir erst spät nach zwei Dritteln der Zeit gucken) ist gähnende Leere – vielleicht aber war sie das die ganze Zeit über. Schade, denn auch hier hatten wir ja von einem Neustart dieses “historischen” Erzeugers aus Poboleda erfahren.

Viel Zeit nehmen wir uns natürlich, um auf Tuchfühlung mit dem sehr sympathischen neuen Hausherren, der Perinet Winery zu kommen. Der Neustart erfolgte vor 2,5 Jahren, als sich amerikanische Investoren und Liebhaber zum Kauf ders kompletten Anwesens inclusive der 40 ha Weinberge im Priorat und Montsant entschlossen. Man setzt auf einen guten Mix aus Verkauf und Export der Weine und diversen weintouristischen Besichtigungsangeboten, quasi für jeden Geldbeutel ein maßgeschneidertes Programm. Von der einfachen Verkostung bis zu aufwendigen Seminarprogrammen und exklusiven Wein- und Genusspartys ist alles dabei. Der Erste Jahrgang des Hauptweines namens Perinet ist der 2014er, ab 2015 werden dann offiziell drei Rotweine produziert. Neben dem Perinet, der in der 60-65 € Liga spielen soll, wird es einen kleineren Wein (um die 20 €) geben und einen Spitzenwein, von dem zwischen 4 und 5.000 Flaschen gefüllt werden sollen. Für letzteren wird ein Preisniveau von ca. 120 € pro Flasche angestrebt. Diese Weine dürfen wir bereits kosten, auch wenn es für beide aktuell noch keinen Namen gibt.

Hinzu kommen diverse Projekt- und Schulungsweine in Miniauflage (in aller Regel jeweils nur ein Fass), die von den Teilnehmern der Seminare verkostet und eventuell auch in Kleinstmengen gekauft werden können, so wie die beiden roséfarbenen Weißweine gestern auf der Vi Natural – Probe in Porrera oder die nun hier vorgestellten vier Single Vineyards, bei denen es um das Potential der verschiedenen Rebsorten geht. Auch diese vier: Grenache, Carignan, Syrah und Cabernet Sauvignon dürfen wir an diesem Vormittag probieren.



Wen wunderts, dass wir nach einem so intensiven Vormittag erst mal “platt” sind, wobei das für die Füße wie auch den tanninstrapazierten Gaumen gilt…

Aber dafür haben wir jede Menge interessanter Weine verkostet, deren Verkostungsnotizen nun hier im Anschluß folgen werden.

Vielen Dank jedenfalls für diese neue Bereicherung der Fira, bei der speziell auch die nördlichsten und zum Teil weniger bekannten Erzeuger des Priorats im Fokus stehen.
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragDi 18. Jul 2017, 13:31

Vidart Tast – Verkostung auf Mas Perinet am Samstag Vormittag, 29.04.2017, die Verkostungsnotizen


Terres de Vidalba; No T` Ho Diré; Priorat – Poboleda; 2016 weiß;

100% Grenache Blanc aus dem INOX-Stahltank, der erste Jahrgang, den es geben wird. 1.000 Flaschen. Sehr fruchtbetont, frische Zitrusfrüchte, Limone, grüne Äpfel, mineralischer Nachhall, sehr knackig. Gefällt mir sehr gut. Geht silistisch etwas in die Richtung des Matraketa Blanc von Ficaria Vins. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Terres de Vidalba; Vidalba; Priorat – Poboleda; 2011 rot:

Nur aus Grenache und Syrah, diesmal ein echter Zweitwein zum Tocs. Sehr mineralisch und für den Jahrgang relativ frisch und nicht zu schwer. Sehr pur und direkt, aber auch elegant und ausgewogen. Durstlöschertyp. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Terres de Vidalba; Vidalba; Priorat – Poboleda; 2008 rot;

35% Cabernet Sauvignon, die ab diesem Jahrgang keine Verwendung mehr im Tocs finden sollen, wurden hier neben ausselektierten Grenache und Syrah in die kleinere Cuvée gepackt. Diese Reben wurden danach wie bereits zuvor die Merlotreben rausgerissen und durch Weißweinreben ersetzt.
Relativ leicht in der Nase. Am Gaumen sehr viel Schiefer, etwas trocknender Eindruck, was vom Cabernet Sauvignon herrühren könnte. 89+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Joan Ametller; Clos Corriol Blanc; Priorat – La Morera de Montsant; 2016 weiß;

100% Grenache Blanc. Weiße Johannisbeeren und Stachelbeeren. Frisch am Gaumen und etwas leichter. Weniger intensiv in der Aromatik als der zuvor gekostete Weißwein von Terres de Vidalba.
91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Joan Ametller; Clos Mustardo Blanc; Priorat – La Morera de Montsant; 2014 weiß;

100% Grenache Blanc. Im Fass vergoren und dort anschließend 5 Monate ausgebaut. Am Gaumen cremig und nicht zu stark vom Holz beeinflusst. Etwas voller als der Clos Corriol zuvor. Viel Schiefer im Abgang, eine schöne Frische. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Joan Ametller; Clos Corriol Rosat; Priorat – La Morera de Montsant; 2016 rosé;

60% Grenache und 40% Cabernet Sauvignon. Deutliche Himbeer– und Erdbeernoten. Präsente Erdbeerfrucht dann auch am Gaumen, sehr typisch für grenachebetonte Weine aus La Morera de Montsant. Schiefrig im Abgang. Sehr fruchtbetonter Rosé, leicht süße Frucht. Unkompliziert und sehr schön zu trinken, macht viel Spaß. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Joan Ametller; Els Igols; Priorat – La Morera de Montsant; 2005 rot;

Hat sich sehr gut gehalten, immer noch eine schöne Frische, kühl und trinkanimierend. Schöne Mineralik. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Mas d´ en Just; Mas d´ en Just; Priorat – Poboleda; 2015 rot;

Carignan und Grenache, 10 Monate im Fass ausgebaut. Sehr fruchtbetont, dunkle Frucht, dann eine knallende Mineralik und ein Wall von Tanninen, wieder ein typischer 2015er, der sehr viel Zeit brauchen wird. Er hat aber ein gutes Grundmaterial. Für einige Jahre vergessen... Solang man ihn am Gaumen hat, betört eine süße Frucht, aber dann im Abgang schlagen Mineralik und Tannin erbarmungslos zu. Muß sich noch finden. 92-93+/100 Th. Sehr Guter bis Exzellenter Wein.
(04/2017)

Pasanau Germans; Ceps Nous; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Grenache und Syrah, 6 Monate im Fass ausgebaut. Eine sehr fleischige Frucht trifft Pfeffer und Kräuter, der Wein hat viel Biß. Auch viel Tannin im Abgang. Obwohl er recht einfach strukturiert ist, wird er viel Zeit brauchen. 89-90+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Pasanau Germans; La Morera de Montsant; Priorat – La Morera de Montsant; 2012 rot;

Alte Grenachereben, 14 Monate im Fass ausgebaut. Ein sehr schwarzer Wein wie Tinte. Ebenfalls recht würzige Aromen und noch etwas holzbetont. Am Gaumen deutlich zugänglicher und trinkiger, aber ebenso ein noch sehr deutliches Tannin. Ein anständiger Charakter, der gut reifen sollte. Langer Abgang, viel samtenes Tannin, braucht ebenfalls noch Zeit im Keller. Momentan erst wenig Trinkspaß, aber 2022 zur 10 Jahresprobe könnte er überraschen. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)

Pasanau Germans; Finca La Planeta; Priorat – La Morera de Montsant; 2012 rot;

Cabernet Sauvignon von der gleichnamigen Einzellage, 18 Monate Fassausbau. Ebenfalls schwarz und undurchsichtig. Ein Black Wine. Solang man den Wein im Mund schlürft, macht er mit seiner dunklen reifen Frucht Spaß, aber wenn man ihn schluckt oder spuckt, dann kommt die Faust – Tannin ohne Ende, das aber zum Glück nicht grün ist. Es potenziert sich hier das Prioratlagerweintannin noch mit dem Cabernet-Sauvignon Tannin... Stilistisch ein Angriff auf Madiran, momentan nicht zu trinken bzw. nur schwerlich zu fassen. Reine Potentialwertung, er wird noch Jahre brauchen, um Spaß zu machen. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Tane Vins; Tane - Jove Coster; Priorat – Poboleda; 2014 rot;

14°; 60% Grenache, 20% Syrah, 20% Cabernet Sauvignon, von jüngeren Reben. Interessante offene Nase, am Gaumen relativ leicht, Sauerkirschen und Schattenmorellen, sehr typisch Poboleda, auch mit einer schönen Mineralik. Insgesamt runder als andere zuvor an diesem Tag gekostete vergleichbare Weine. Gute Basisqualität. 90+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Tane Vins; Tane – Heretad de la Finca; Priorat – Poboleda; 2013 rot;

100% Carignan aus mittelalten Reben. Dunkle Frucht, expressiv. Sehr schönes Ausgangsmaterial, auch wenn er insgesamt noch nicht all zu offen ist. Sehr aromenreich beim Schlürfen. Eine schöne fleischige Frucht zum Kauen. Sehr ausgewogen, aber er braucht noch etwas Ruhezeit im Keller. Sollte groß werden, das Potential ist da. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Tane Vins; Tane – Coster de l´ Avi; Priorat – Poboleda; 2011 rot;

100% Carignan aus mindestens 80 Jahre alten Reben. Spektakulär gute Nase. Sehr schön ausgewogen und schon gut zu trinken. Gute Poboleda – Mineralik trifft eine tiefe Carignan – Frucht, insgesamt sehr schön. Macht sehr viel Spaß und zeigt Größe. Bei diesem Hersteller hat sich in den letzten Jahren einiges zum Positiven entwickelt. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Roca de les Dotze; Flor de Roca; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 weiß;

13,5°; 80% Grenache Blanc und 20% Viognier von einem mehr als 700 m hoch gelegenen Weinberg am Fuße des Montsant-Felsens. 1. Jahrgang. Sehr ausgewogen und rund mit schöner Frucht und schöner belebender Säure, frisch. Alles am rechten Fleck, ein sehr schöner Einstand in weiß... Einer der besten Weißen bislang. 95+/100 Th Großer Wein.
(04/2017)

Roca de les Dotze; Noray; Priorat – La Morera de Montsant; 2008 rot;

Am Gaumen sehr säurebetont. In der Nase noch etwas verschlossen, relativ leicht, aber mit guter Frucht. Typischer 2008er. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Roca de les Dotze; Roca Bruixa; Priorat – La Morera de Montsant; 2008 rot;

Ebenfalls sehr frisch, feiner und eleganter als der Noray. Sehr schöne Mineralik. Läßt sich insgesamt sehr gut trinken, kann aber auch weiterreifen. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Genium Celler; Genium; Priorat – Poboleda; 2012 rot;

Grenache, Carignan, Cabernet Sauvignon, Syrah und Merlot, 12 Monate Ausbau im Fass. Gute Poboleda – Mineralik, dazu Schattenmorellen. Noch gute Reserven, könnte sich noch weiter verbessern. Samtenes Tannin. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Genium Celler; Genium Ecologic; Priorat – Poboleda; 2012 rot;

Eleganter als der Genium und mit dunklerer Frucht. Ebenso samtenes Tannin und ein gutes Zukunftspotential. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

La Conreria d´ Scala Dei; Les Brugueres; Priorat – Scala Dei; 2016 weiß;

100% Grenache Blanc, im Holzfass ausgebaut. Sehr offen und aromatisch, anspringende Nase. Am Gaumen ebenfalls sehr aromatisch und komplex. Wie gewohnt einer der besseren Weißweine des Priorats. Also eine stilistische Bestätigung zu früheren Jahrgängen. Sehr schöner Nachhall, macht sehr viel Spaß. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

La Conreria d´ Scala Dei; La Conreria; Priorat – Scala Dei; 2015 rot;

Grenache und Carignan im Wesentlichen, ergänzt durch etwas Merlot und Syrah. Recht süße Frucht, dazu ein noch etwas grünes Tannin. Wirkt noch sehr jung und wird typischerweise viel Zeit brauchen. 90+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

La Conreria d´ Scala Dei; Iugiter; Priorat – Scala Dei; 2012 rot;

Recht dunkel und undurchsichtig. Noch etwas verschlossen und auch am Gaumen noch nicht 100%ig ausgewogen. Sehr frisch und mit viel Mineralik, will noch Ruhezeit haben. Hat aber Potential. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Genium Celler; Poboleda – Vi de Vila; Priorat – Poboleda; 2011 rot;

Grenache, Carignan plus einem ganz kleinen Tuck Merlot. Sehr ausgewogen und aromatisch, ein sehr gut gelungener, klassischer Wein, typisch Poboleda, schon gut zu trinken. Hier passt alles, schön rund, das macht Spaß. Hat noch Tanninreserven, ist aber schon antrinkbar, Schöne Frische, für den 2011er Jahrgang überraschend gut gelungen. 95+/100 Th. Großer Wein
(04/2017)

Genium Celler; Genium Costers; Priorat – Poboleda; 2009 rot;

Grenache und Carignan plus insgesamt 5% Merlot und Syrah. Recht tiefe, dunkle Nase, ein sehr schöner Wein in der Nase, aber auch am Gaumen dann macht er sehr viel Spaß. Ausgewogen und trinkig, rund. Dunkle Frucht neben einer guten genau passenden Mineralik. Mit das Beste, was ich bislang von diesem Erzeuger kennenlernen durfte. 96-97+/100 Th. Großer bis Weltklassewein.
(04/2017)

Perinet Winery; Clos Maria Blanc; Montsant - Cornudella; 2015 weiß;

80% Grenache Blanc, dazu etwas Macabeu und Muscat. Etwas säuerliche Früchte, eher ein Essensbegleiter, das Meer ist nahe. Wirkt am Gaumen etwas leicht. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; Clos Maria Negre; Montsant - Cornudella; 2015 rot;

Überwiegend Grenache, dazu etwas Carignan und Syrah. Schokoladige Noten, eine sehr fleischige Frucht, füllig. Kann auch noch gut lagern, aber die Tannine sind nicht so üppig wie bei so vielen anderen 2015ern, die wir bislang hatten. Macht sehr viel Spaß. Einen richtigen Sprung höher in der Qualität als der frühere Montsant der alten vergangenen Bodega Mas Perinet. Hier werden die Ambitionen der neuen Equipe schon gut sichtbar. Sehr gute Konzentration der Aromen. Gute Balance. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; (Perinet – Basiswein – noch ohne Namen); Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Fleischige Frucht, nicht zu viel Tannin, könnte sich durchaus sehr schön entwickeln. Eine schöne dunkle Frucht bei mittlerem Körper. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; Perinet; Priorat – La Morera de Montsant; 2014 rot;

Mittlerer Körper, viel Mineralik und Kühle. Sehr typisch für einen Poboleda meets La Morera – Stil. Zudem sehr jahrgangstypisch geprägt. Glänzt mit dunkler Frucht, wird aber viel Zeit brauchen. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; Perinet; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Ca. 14.000 Flaschen, soll ca. 65 € kosten. In der Nase konzentrierter und üppiger als der 2014er. Typisch 2015 mit einem Wall von Tannin und viel Mineralik im Abgang, momentan noch sehr jung. Langstreckenläufer mit sehr großem Potential. 95-96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; (Perinet – Top-Levelwein – noch ohne Namen); Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Auch hier steht der Name noch nicht fest, es ist der erste Jahrgang eines Topweines, von dem etwa 4.-5.000 Flaschen jährlich produziert werden sollen. Die preisliche Vorstellung liegt bei 120,00 € EVP. Hat das Potential, sich in 10, 15 Jahren oder auch später zu einem perfekten Wein zu entwickeln. Viel Tiefe, dicht, konzentriert, dabei aber auch elegant und sehr harmonisch. Momentan natürlich viel zu jung, aber zugänglicher als viele andere bislang verkostete Weine dieses Jahrganges. Hier ist man definitiv in der Spitzenliga. 97-98+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)

Abschließend werden uns hier noch vier sogenannte „Lehr-Weine“ vorgestellt, die das Potential der Rebsorten hier verdeutlichen sollen und die aus der jeweils besten Parzelle für die jeweilige Rebsorte kommt. Die jeweils ganz geringe Auflage wird zu Seminarverkostungen, die man buchen kann, vorgestellt, einzelne Flaschen wird man auch – und nur bei speziellen Anlässen und direkt auf dem Weingut kaufen können.

Perinet Winery; Single Vineyard Syrah; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Sehr würzig, sehr syrahtypisch, braucht natürlich noch viel Zeit, ist aber sehr vielversprechend und sollte ein Weltklassewein werden. Stärker rebsorten- als terroirgeprägt, aber auch der Schiefer kommt natürlich durch. Großes Syrah-Kino. 97+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)

Perinet Winery; Single Vineyard Carignan; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Sehr tief, sehr kompakt, komplexe Aromatik. Im Abgang ein ein bisschen trocknendes Tannin, sehr ausgewogen und üppig insgesamt. Sollte sich sehr gut entwickeln. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; Single Vineyard Grenache; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Ein leicht reduktiver Stinker in der Nase, der aber verfliegt und dann wird die Nase sehr rebsortentypisch. Am Gaumen erdbeerig, eleganter und feiner als die beiden zuvor getrunkenen Syrah und Carignan, aber jahrgangtypisch mit massivem Tannin. Ein entsprechender Lagerwein, der Zeit braucht. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Perinet Winery; Single Vineyard Cabernet Sauvignon; Priorat – La Morera de Montsant; 2015 rot;

Interessant. Sehr verschlossen und Cabernet-typisch, aber von ausgereifter Frucht und ohne grüne Noten. Zeigt das Potential, welches die Reborte im Priorat haben kann, wenn sie hier richtig reif wird. Aber es ist eben auch ein Wein für eine lange nötige Flaschenreife wegen der massiven Tanninattacke. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)

Burgos Porta; Petit Mas Sinén; Priorat – Poboleda; 2013 rot:

Schöner ausgewogener Basiswein, gut zu trinken, rund und bereits Spaß machend. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)

Burgos Porta; Mas Sinén Negre; Priorat – Poboleda; 2009 rot:

Bestätigt frühere Eindrücke, tolle Mineralik, schöne Frucht, ausgewogen. Gutes Potential und eine gute Empfehlung. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)

Burgos Porta; Mas Sinén Coster; Priorat – Poboleda; 2010 rot:

Ein großes Finale für die Verkostung hier. Grenache und Carignan aus alten Reben. Hat sich sehr schön entwickelt. Noch immer leicht verschlossen, aber er deutet an, dass hier alles auf gutem Wege ist. Bestätigt sich ebenfalls. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)
Beste Grüße

Torsten

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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragDo 20. Jul 2017, 18:36

Kapitel 21 – Samstag, 29.04.2017 (2) – Fira zu Falset

Nach der tollen Vormittagsverkostung bei Perinet sind wir etwas geplättet und diskutieren, wo wir unser Mittagpicknick einnehmen wollen. Ich brauche unbedingt was zum Sitzen, meine Füße melden sich… Daher schlage ich den Platz bei La Morera vor, was aber verworfen wird – zu abgelegen vom heutigen Geschehen, so nehmen wir den zwar nicht wirklich hübschen, aber praktikablen Platz in Gratallops als Kompromiß an.

Nach dem Picknick wollen wir noch einen Kaffee trinken, eine Möglichkeit dazu finden wir in der neuen Weinbar am Platz oberhalb der Kirche. Noch einmal schaue ich, ob ich Jeroni treffe, ergebnislos.

Also gehen wir anschließend direkt zum Cal Llop hoch, um am Einlaß zum Tast amb Llops zu erfahren, dass Jeroni dieses Jahr wohl keine Karten für uns hatte – auch erfahren wir, dass der Tast amb Llops hoffnungslos durch Vorabreservierungen ausverkauft sei. Mit Verweis auf den mächtig nach drohendem Regen aussehenden Himmel bekommen wir den Tip, in einer oder anderthalber Stunde noch mal wieder zu kommen, vielleicht seien dann erste Teilnehmer schon gegangen oder welche nicht gekommen…

Auch wir blicken mit Sorge auf den Himmel und haben eigentlich keine Lust, hier jetzt Zeit zu vertrödeln, um dann vielleicht für eine halbe Veranstaltung das volle Geld hinlegen zu müssen und dann regnet es uns vielleicht in die Gläser. Auch wäre es eine gute Idee, die Zelte aufgebaut zu bekommen, bevor es regnet.

Also auf nach Bellmunt, wo wir für die nächsten Nächte unser Basislager errichten wollen. Wir nehmen dazu gleich den direkten Weg über El Lloar und durch die Siurana – Furt.

Nach dem Zeltaufbau fahren wir dann nach Falset ins Herz der Fira, wo es auch jede Menge interessanter Stände gibt. Da es nicht so heiß ist, werden wir auch hier gute Verkostungsbedingungen und -möglichkeiten haben. Die Idee, gleich am Ortseingang zu parken, erweist sich als richtig, denn alle anderen Plätze auf unserer Seite sind überfüllt.

Dieses Jahr ist deutlich mehr Polizei unterwegs, die auch die größeren Waffen zeigen, aber die richten sich offensichtlich nicht gegen friedliche Fira-Besucher. Auch wollen sie offenichtlich damit keine Alkohol-Tests erzwingen. Dass es zusätzlich vor dem Fira – Gelände erstmals auch eine Betonsperre gibt, hatte ich ja bereits erwähnt. Auch in Falset ist die Zeit nicht stehengeblieben.

Auf dem Gelände dann Party pur. Ziemliches Gedränge an den Ständen, dennoch bekommen wir den einen oder anderen interessanten Wein noch ins Glas. Nur eine Höchstleistungsverkostung ist jetzt nicht zu erwarten, dafür jede Menge Gespräche, mit Winzern, mit anderen Besuchern aus Katalonien, die wir jedes Jahr treffen oder auch mit ausländischen Gästen, natürlich auch Deutschen. So treffen wir unter anderem an diesem Abend die Truppe aus Berlin. Dessen “Anführer” hatten wir ja letztes Jahr bereits zum Tast amb Dones kennengelernt.

Gerade als wir bei Gratavinum sind, fängt es dann tatsächlich richtig an zu regnen, wir werden allerdings sofort in den Stand rein gebeten. Wäre auch zu schade, würden sich diese tollen Weine mit dem Regenwasser vermischen. Auch an den Ständen danach erhalten wir Asyl im Inneren der Stände.

Und dann ist auch schon bald Feierabend, es hat zwar mit Regnen aufgehört, aber der Picknicktisch und die Bänke werden nass sein, also wäre es jetzt gut, wenn wir irgendwo eine Kleinigkeit zu Essen in Falset abfassen könnten. Nichts Großes, kein komplettes Menü, welches schon wieder nach Wein schreien würde – Pizza, Pasta oder ähnliches wäre jetzt eine gute Idee. Aber zu viele Leute suchen nach eben derselben Möglichkeit, es ist entweder voll oder es gibt nichts mehr oder es ist dann doch wieder gleich die Luxus-Variante.

Platz ergattern wir dann in einer Syrischen Imbissbar, die von vor dem Krieg in Syrien Geflüchteten betrieben wird und da ich mich ja zu Hause selbst für genau solche Menchen engagiere, finde ich die Idee gut, auch ruhig mal in Katalonien etwas Syrisches zu essen. Dass das Ganze dann voll in die Hose geht, liegt aber wohl eher an den konkreten Betreibern und läßt sich nicht verallgemeinern. Ich kenne so etwas zum Glück auch ganz anderes. Wir bestellen, meine beiden Begleiter jeweils eine Pizza, ich entscheide mich für eine syrische Spezialität. Eine Zeit später werden drei Teller hingestellt, etwas Fladenbrot und eine Kichererbsencreme wird in die Mitte gestellt. Sicher eine Art Tapa zum Zeitüberbrücken, denken wir und schwupps haben wir alle drei zugelangt und die kleine Portion Brei ist vertilgt, der Rest vom Fladenbrot wird trocken gegessen, denn erstens zieht es sich hin, bis das richtige Essen kommt und zweitens hat der Weinabend richtig Hunger gemacht. Klaus-Peter und Leon bekommen ihre Pizza, ich muss warten. Die beiden meinen dann nur, eine Spezialität würde sicher wohl aufwändiger sein und dauern. Schon gut, entgegne ich und sage, sie sollen ruhig essen, ehe die Pizza kalt wird. Die Pizzen sind aufgegessen und ich warte immer noch. Der Hunger macht langsam böse, aber ich frage dennoch nur freundlich nach und bekomme zur Antwort, es wäre alles da gewesen, das kleine Portiönchen Brei stellt sich im Nachgang als das heraus, was ich mir bestellt hatte. Okay, Nachsicht wegen der Sprach- und Verständigungsschwierigkeiten und eine Pizza bestellen – aber die gibt es dann plötzlich nicht mehr. Das Einzige, was es plötzlich nur noch gäbe, stellt sich als ein furztrockenes, nur ganz leicht mit einer undefinierbaren Masse befülltes Fladenbrot raus, welches beim Kauen zwar immer mehr im Mund wird, aber weder satt macht noch sonderlich schmeckt. So bin ich nicht satt, aber ich habs satt bekommen an dem Abend. Zu allem Überdruß versucht man uns noch finanziell übers Ohr zu hauen beim Bezahlen und beim Verlassen des Lokals bemerke ich, wie wieder eifrig Pizzen belegt werden…

Ich kann also nur warnen vor dem Besuch dort, es gibt nur eine syrische Bar in Falset, da musste ich mir den Namen nicht merken. Der Inhaber wurde dann von den anderen Beiden zum Tast Professional gesehen, er guckte wohl etwas überrascht, als er mich im Gespräch mit Winzern bemerkte und sah dann zu, dass er uns nicht über den Weg laufen musste. Ich hätte wohl aber dann an dem Tag eh kein Auge für ihn gehabt.

Außerdem wurde ich ja im Nachgang von meinen zwei Kameraden besänftigt, indem sie vorschlugen, noch zu meiner Lieblingseisdiele zu gehen. Mit einer großen Portion Eis ist dann auch der Priorat – Hammer wieder glücklich und schließt eine der üblen Gastro-Erfahrungen damit ab.
Beste Grüße

Torsten

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Desmirail

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragFr 21. Jul 2017, 07:38

Echt schön geschrieben Torsten :!:
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thvins

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragSa 22. Jul 2017, 14:35

Danke Manuel.

Kommen wir damit zu den nächsten Verkostungnotizen:

Verkostungen auf der Fira in Falset

1. Verkostungen am Samstagabend



Coca I Fito & Trossos del Priorat; Samsara; Priorat – Gratallops; 2014 rot;

Der 2. Jahrgang dieses Gemeinschaftsprojektes. Recht typischer, leichter 2014er, sehr fruchtbetont, kommt gefühlt jahrgangsbedingt nicht ganz an den 2013er heran. Einfacher, ehrlicher Wein. Unkompliziert und nett zu trinken. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Buil I Gine; Gine Rosat; Priorat – Gratallops; 2016 rosé;

14,5°. Ca. 75% Grenache, 25% Merlot, von einem Weinberg zwischen Falset und Bellmunt del Priorat. Sehr dunkler Rosé, schöne, offene Nase, frisch und fruchtbetont. Relativ ausgewogen, leicht und fruchtig am Gaumen. Ein Rosé mit roter Seele, herausgebracht mit Schraubverschluß, was im Priorat selten ist. 90+/100 Th. Sehr Guter Wein
(04/2017)



Buil I Gine; Gine Gine; Priorat – Gratallops; 2015 rot;

15°. Grenache und Carignan au alten Reben, im INOX-Tank ausgebaut. Offene Nase, einfach fruchtig. Am Gaumen tanningeprägt, noch sehr jung wirkend, braucht Zeit. Fruchtbetonter, Charakter zeigender einfacher Basiswein. 89+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Burgos Porta; Mas Sinén Blanc; Priorat – Poboleda; 2015 weiß;

100% Grenache Blanc. Einen Monat Mazeration im Fass, danach weitere 6 Monate Ausbau im Fass, um die 1.000 Flaschen. Sehr schöner, voller Eindruck, fruchtig, nicht all zu holzbetont, sehr ausgewogen. Ein leichter Stilwechsel, damit sollte der Wein schneller zugänglich sein als frühere Jahrgänge. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Celler Joan Simó; Viatge Al Priorat; Priorat – Porrera; 2015 rot;

Grenache, Cabernet Sauvignon und Merlot, plus ein bisschen Carignan, zu 70% aus zugekauften Trauben aus der Gemarkung Porrera. Ein dunkle schwarze Nase offenbart uns eine kleine schwarze Porrera – Hexe. Am Gaumen ein sehr deutliches Tannin, gegenwärtig wirkt er Cabernet – betont. Wirkt noch sehr jung. Braucht Reifezeit. 88+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Celler Joan Simó; Sentius; Priorat – Porrera; 2012 rot;

70% Grenache, 20% Syrah, 10% Cabernet Sauvignon, alles aus der Lage La Garrantxa in Porrera. Noch etwas verschlossen in der Nase. Samtenes Tannin, wirkt relativ leicht, schöne reife Frucht, dazu Mineralik. Ausgewogen, braucht noch etwas Zeit. 90-91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Gratavinum; Coster de Gratavinum; Priorat – Gratallops; 2012 rot;

100% Carignan von 100 Jahre alten Reben vom Costershang. Noch etwas verschlossen, aber sehr gutes Ausgangsmaterial, welches Grundlage für einen richtig großen Wein sein dürfte. Sehr tief, eine dunkle, reife Frucht, sehr fleischig, dazu ein samtenes Tannin. Sehr konzentriert und voll in der Aromatik. Sehr mineralischer Nachhall. Hat ein langes Leben vor sich, ein typischer Prioratlagerwein. 95-96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)



Gratavinum; Dolc d´ en Pique; Priorat – Gratallops; 2015 rot – süß;

50% Grenache, 50% Carignan, ein Jahr Fassausbau. Natural sweet wine aus überreifen und penibel ausselektierten Trauben, Abstoppen der Gärung durch Herunterkühlen und Zugabe von Sulfiten. Sehr delikat und nicht zu süß, die 25 g Restzucker machen ihn eher zu einem Aperitiv denn zu einem Dessert. Sehr gute Balance durch eine gute, die Süße puffernde Säure im Abgang. Macht sehr viel Spaß. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)



Maius Viticultors; Maius Assemblage; Priorat – La Morera de Montsant; 2014 rot;

Schöne Frucht, ingesamt sehr kühl wirkend, etwas rustikal, aber gut zu trinken. Gute, seriöse Basisqualität mit gutem PGV. 90-91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Maius Viticultors; Maius; Priorat – La Morera de Montsant; 2014 rot;

Eleganter als der Assemblage, ebenso sehr trinkig mit recht fleischiger Frucht, für den Jahrgang recht voll. Schöne Mineralik und Frische. Macht viel Spaß und hat ebenso ein sehr gutes PGV. Wird mit Luft immer besser im Glas. Schöner einfacher Wein, der eine Klasse höher spielt, als man es bei diesem Preis vermutet. Für den Jahrgang sehr gelungen. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Mas d´ en Blei; Clos Martina; Priorat – La Morera de Montsant; 2014 weiß;

Schöne Frische, sehr ausgewogen. Wirkt jahrgangsbedingt eher leicht am Gaumen, schließt aber insgesamt sehr gut stilistisch an die Vorgängerjahrgänge an. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Mas d´ en Blei; Blei; Priorat – La Morera de Montsant; 2013 rot;

Für den Jahrgang relativ leicht, schöne Frische und sehr ausgewogen. Hier finden wir keine Wuchtbrumme wie sonst oft in 2013. Gefällt mir besser als die Rotweine aus früheren Jahrgängen hier. 92-93+/100 Th. Sehr Guter bis Exzellenter Wein.
(04/2017)
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragDi 25. Jul 2017, 11:29

Kapitel 22 – Sonntag, 30.04.2017 (1) – Tast Cal Compte in Torroja del Priorat

Heute ist der Tag, wo der Wecker am Zeitigsten klingelt. Wir wollen in Ruhe frühstücken und uns tagfertig machen und dann haben wir ein gutes Stück Weg vor uns – vom Prioratrand Bellmunt in die Mitte – nach Torroja, egal, ob über Gratallops oder über Porrera gefahren, das kostet seine Zeit. Auch wenn viele der Straßen in den Jahren, die ich das Priorat kenne, ausgebaut und auch verbreitert worden sind – ein Gekurve bleibt s dennoch…

1999 entdeckte ich Torroja del Priorat erstmals, damals ein verschlafenes, fast totes Nest, in dem uns massig Katzen auf den steilen Gassen begegneten, aber nicht ein Mensch. Das Einzige, was auf Wein im Dorf zu dieser Zeit hinwies, war das Rotllan Torra – Gebäude, aber auch das wirkte, als hätte es schon bessere Zeiten gesehen. Und auch hier keine Menschenseele. Nur zwei alte Leute guckten verstört an Fenstern, als wir vorbei liefen. Das Klappern unserer Sandalen auf den Pflastersteinen war eine Störung der ewige Ruhe…

Dennoch waren wir schon damals von dem alten Dorf begeistert, von seinen schmucken alten Häusern und den gepflasterten Gassen mit ihren Mustern, jede Gasse ein anderes Muster… Na und die traumhafte Lage sowieso…

Wein aus Torroja – damals Fehlanzeige… Obwohl uns schon Wein von Rotllan Torra hätte begegnen können. Aber die Straßenkatzen schenkten nichts aus…

Einige Jahre später, als der Prioratboom immer internationaler wurde, kamen Abenteurer aus aller Welt ins Dorf, um hier Wein zu machen. Amerikaner, Südafrikaner, Deutsche und Franzosen. Einige blieben und machen hier heute immer noch Wein. Eigentlich hat nur der Südafrikaner Eben Sadie sich wirklich zurück gezogen.

Die Weinbauern aus dem Ort, die zumeist ihre Trauben jahrelang verkauft hatten, zogen nach und gründeten eigene, zumeist in der Größe sehr überschaubare Unternehmen. Auch der Weintourismus startete in dieser Zeit. Mitte der 2000er Jahre gibt es hier ein Luxushotel, mehrere Ferienwohnungen, einen eigenen Weinladen, der zu den besten Weinläden der Gegend gehörte. In der stilvoll eingerichteten Villa Cal Compte, inzwischen einem Urgestein unter den Ferienzimmervermietern, etablierte sich der Tast Cal Compte als Leistungsshow der Erzeuger des Dorfes.

Leider überlebte nicht alles die Wirren und Schwierigkeiten der langen, noch immer nicht beendeten Wirtschaftskrise. Das Luxushotel Abadia del Priorat schloß als Erstes, später gaben zwei Erzeuger auf, die alte Weinbaufamilien verkörperten, Llicorella Vins und Mayol. Mayol hatte zunächst den vom alten Vater geführten, sehr empfehlenswerten Weinladen geopfert und dort nur noch eigene Erzeugnisse verkaufen wollen, aber dann auch aufgeben müssen.

In die Versorgungslücke, die durch das Hotel gerissen wurde, sprang das sehr empfehlenswerte Restaurant Cal Joc und auch die Bar des Dorfes bietet einfache Speisen an. Vor etlichen Jahren hatte man dort Klaus-Peter und mir einen Salat improvisiert und damit unseren Hungertod verhindert.

Das Cal Joc schloß auch die Lücke, die durch die Fokussierung des Mayol – Ladens auf nur noch eigene Weine gerissen worden war, heute kann man hier nahezu jeden Wein trinken und auch mitnehmen, der in Torroja produziert wird. Trotz der Aufgabe einiger Erzeuger gibt es heute in Torroja so viele aktive Betriebe wie nie zuvor. Und fast alle sind sie beim Tast Cal Compte zu finden. In diesem Jahr so viele wie nie zuvor.

Kein Wunder, dass wir von Anfang an Gas geben mussten, um durch das anspruchsvolle Vormittagsprogramm zu kommen. 10 Erzeuger und insgesamt 40 Weine warten auf uns, einige wenige von Aixalà Alcait konnte ich mir schenken, da ich sie erst im März, Anfang April ausführlich aus dem Musterflaschenpaket verkosten durfte.

Etliche dieser Erzeuger traf man im Rahmen der Fira nur hier, selbst Terroir Al Limit war in diesem Jahr nirgendwo sonst präsent. Und die ganz kleinen wirklichen Garagenerzeuger trifft man ohnehin nur hier. Oder man findet ihre Weine im Cal Joc.

Das Niveau der gezeigten Weine ist insgesamt recht hoch, auch wenn von Basisweinen bis zur Spitze gezeigt wird. Natürlich ist es wie in allen Jahren sehr voll und man muss sich an die Tische kämpfen, aber dennoch ist das Programm schaffbar gewesen. Allerdings musste ich auf Olivenöl und andere Extras verzichten. Nur beim Bäcker Forn Sistaré musste ich ran schauen, nicht nur, weil ich Brot brauchte. Dieser Bäcker ist gewiß einer der besten Bäcker Kataloniens, wenn nicht gar Spaniens. Hier gibt es wunderbare Brotkreationen zu entdecken, handwerklich traditionell und möglichst ökologisch produziert. Nicht nur das Rotweinbrot ist zu empfehlen, eigentlich kann man sich zwischen dem ca. Dutzend verschiedener Brote zum Probieren kaum entscheiden, welches man kaufen solle. Natürlich haben all die Brote ihren Preis, aber dafür bräuchte man eigentlich nichts dazu, Sie schmecken auch ohne alles, ohne Öl, ohne Butter, ohne Käse und ohne Wurst. Und so esse ich in den Folgetagen auch von diesem Brot, Brot extra, Käse extra, Wurst extra…

Da man Rituale pflegen soll, gehört es inzwischen auch dazu, nach der Verkostung im Cal Joc zu Mittag zu essen (vorher einen Tisch reservieren ist an diesem Tag nötig). Hier gibt es ein eigens für diesen Tag kreiertes spezielles Menü – wir sind natürlich bei der Hauptspeise alleamt beim Kaninchen in Schokosoße – inclusive einem Glas Wein, für mich einen Pardelasses bitte… Besser als auf dem oberen Dorfplatz mit der feinen Küche des Cal Joc kann man eine phantastische Verkostung wie die im Cal Compte nicht nachklingen lassen…
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragMi 26. Jul 2017, 14:38

Kapitel 22 – Sonntag, 30.04.2017 (1) – Tast Cal Compte in Torroja del Priorat - Die Verkostungsnotizen

Tast Cal Compte in Torroja am 30.04.2017



Cristian Frances Breton; Và de Bolid; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

Sehr rund, sehr balanciert, überdurchschnittlich für den Jahrgang. Samtenes Tannin und ein Wein mit Trinkspaß in der Linie de 2012ers. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)



Cristian Frances Breton; (Fassmuster noch ohne Namen); Priorat – Torroja del Priorat; 2016 rot;

Je 50% Grenache und Carignan aus wurzelechten Reben vom Granitboden aus dem Trio Infernal – Weinberg, nur ca. 400 Flaschen werden davon 2018 /2019 rauskommen. Das phantastische Muster ist seit einem Monat im Fass. Pure Begeisterung meinereits für einen noch so jungen Wein, der preislich einmal zwischen La Basseta und Creu Alta angesiedelt sein dürfte, diesen Preis dann aber auch qualitativ rechtfertigt. Wird, wenn nichts schief geht, ein sehr beeindruckender Wein.



Einen 2014er Và de Bolid wird es nicht geben. In dem Jahrgang hat Cristian Frances Breton seine Trauben verkauft, um von dem Erlös Fässer und nötige Kellerausstattung zu kaufen.



Silvia Puig; En Numeros Vermells – Garnatxa Blanca del Carlos; Priorat – Torroja del Priorat; 2016 weiß;

1.717 Flaschen. Sehr cremig und aromatisch, es dominieren weiße Blüten. Wirkt noch sehr jung, aber er zeigt sein Potential. Interessanter, sehr seriöser Wein. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Silvia Puig; En Numeros Vermells – In The Red; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

1.711 Flaschen. 70% Grenache Noir und Peluda, 30% Carignan. Im Fass bzw. in der Amphore vergoren und ausgebaut. Samtenes Tannin, sehr rund und ausbalanciert. Relativ leicht, aber sehr sanft und verführerisch, ein femininer Wein. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Silvia Puig; En Numeros Vermells – In The Red, Red Label; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

1.215 Flaschen. 70% Grenache, 25% Syrah, 5% Carignan. Sehr fruchtbetont, aber voller im Tannin als der einfache In The Red. Wuchtige, komplexere Aromatik als beim zuvor probierten Wein. Vielschichtiger und tiefer. Vielversprechend. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Silvia Puig; En Numeros Vermells – Carinyena 1919; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

254 Flaschen. 100% Carignan aus alten Reben. Sehr dunkle Frucht, sehr ausbalanciert, elegant und feminin. Wirkt relativ leicht, da Tannin ist sehr schön integriert. Für den Jahrgang in diesem Stadium erstaunlich trinkig. Nobel und finessenreich, keine Wuchtbrumme – wunderbar. Leider extrem rar. 96+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Aixalà I Alcait; Endevinailla; Priorat – Torroja del Priorat; 2016 weiß;

Eine Woche zuvor abgefüllt. Relativ leicht und nur wenig aromatisch, recht schüchtern und verhalten, kaum Fleisch auf den Rippen. Einfacher Basisweißwein. 89+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Aixalà I Alcait; Embarbussament; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rosé;

13°; 100% Grenache. Lachsfarben, etwas heller in der Farbe als der Cal.Ligrama. Am Gaumen wirkt er auch etwas leichter als dieser, eine erdbeerige Frucht dominiet. 91+ Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Aixalà I Alcait; Destrankis White Label; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

14,5°. 80% Carignan, 20% Grenache. Sehr fruchtbetont und geradeaus. Etwas samtenes Tannin im Abgang. Schöner, sehr trinkiger einfacher Wein. 91-92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Die anderen hier vorgestellen Weine hatte ich erst im März / April 2017 ausführlich verkostet und aufgrund der Menge der hier insgesamt zu verkostenden Weine hab ich hier auf eine erneute Verkostung verzichtet.




Rotllan Torra; Balandra; Priorat – Torroja del Priorat; 2013 rot;

33% Cabernet Sauvignon, 31% Syrah, 26% Merlot, 10% Carignan. 12 Monate Barriqueausbau. Jüngste Reben und Fässer im 3. bzw. 4. Jahr. In der Nase zunächst der für mich übliche Balandra – Stinker, am Gaumen dann sehr tanninbetont, auch etwas grüne Paprikanoten, insgesamt sehr prioratuntypisch. 88+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Rotllan Torra; Amadis; Priorat – Torroja del Priorat; 2013 rot;

15°. 33% Cabernet Sauvignon, 31% Syrah, 26% Merlot, 10% Carignan. 10 Monate Barriqueausbau. Reben mittleren Alters und Fässer im 2. Jahr. In der Nase noch leicht verschlossen und sehr frisch, ein etwas trocknendes Tannin im Abgang, am Gaumen aber nobler und klarer als der Balandra, auch in der Nase sauber. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Rotllan Torra; Tirant; Priorat – Torroja del Priorat; 2013 rot;

33% Cabernet Sauvignon, 31% Syrah, 26% Merlot, 10% Carignan. 12 Monate Barriqueausbau in neuen Fässern aus französischer und amerikanischer Eiche. Älteste und beste Reben. Auch noch etwas verschlossen in der Nase, am Gaumen eleganter als die anderen beiden 2013er hier, wirkt aber auch recht leicht und damit etwas jahrgangsuntypisch. Auch hier trocknet das Tannin etwas. Gefällt mir nicht so gut wie andere Tirant – Jahrgänge. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


Terroir Al Limit; Priorat Historic Blanc; Priorat – Torroja del Priorat; 2016 weiß;

In der Nase ein ziemlicher reduktiver Stinker, etwas animalische Noten. Am Gaumen: „Das Leichte Nichts“, ausdrucksarm und momentan sehr unauffällig. 87+/100 Th. Guter Wein.
(04/2017)



Terroir Al Limit; Terra de Cucques; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 weiß;

90% Pedro Ximenez, 10% Muscat. 16 Monate Ausbau im Zementtank. Ebenso sehr leicht, aber deutlich mehr an Aromatik als der Priorat Historic, den wir davor hatten. Ausgewogen und frisch. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Terroir Al Limit; Pedra de Guix; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 weiß;

Macabeu, Pedro Ximenez und Grenache Blanc. Ebenfalls im Stil des Hauses und des Jahrganges die hier potenzierte Leichtigkeit, aber mit noch etwas Mehr an exotischer Aromatik und etwas Tiefe. Sehr rund und gut zu trinken. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


Terroir Al Limit; Priorat Historic Negre; Priorat – Torroja del Priorat; 2016 rot;

75% Grenache und 25% Carignan, ausgebaut im Zementtank. Erneut etwas rustikal am Gaumen, aber doch deutlich besser als der 2015er im letzten Jahr. Macht einen Sprung nach vorn und ist bereits jung gut zu trinken. Anspruchsloser fruchtbetonter einfacher Essensbegleiter. 89+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Terroir Al Limit; Torroja Vi de Vila; Priorat – Vi de Vila de Torroja del Priorat; 2015 rot;

Jahrgangstypisch tanninbetont, etwas trocknendes Tannin, was bei dem recht leichten Körper noch etwas mehr stört. Das Tannin maskiert derzeit die Frucht komplett, momentan wenig Spaß, nur Potential. Abwarten. 89+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Terroir Al Limit; Arbossar; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

100% Carignan. Aromatisch und trinkig, sehr schön ausgewogen. Zeigt durchaus Tiefe, ein Jahrgang, der hier schon Spaß macht. Die Leichtigkeit des Jahrganges passt hier sehr gut zum Stil des Hauses, finessenbetont, kühl und nobel, aber nicht spröde. Aber das hat hier leider auch seinen Preis. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Terroir Al Limit; Dits del Terra; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

100% Carignan. Aromatischer und voller als der Arbossar. Hat sich sehr schön entwickelt, ein sehr schöner nobler und kühler Wein, bestens ausbalanciert. Einer der Besseren seiner Kollektion in meinen Augen. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)



Les Tosses und Les Manyes werden in diesem Jahr nicht vorgestellt. Man ist in diesem Jahr auch nicht auf dem Tast Professional.



Sabaté I Mur; Dos Barratxos; Torroja del Priorat; 2013 rot;

85% Grenache, 15% Cabernet Sauvignon. Schöne Frucht, ein nicht zu starkes Tannin im Hintergrund. Aromatisch und ausdrucksreich, dabei klar und geradeaus. Wurde nur aufgrund seines Namens von der DOQ – Behörde deklassiert. Man kann doch einen Prioratwein nicht einfach: „Die zwei Besoffenen“ nennen und dann auch noch die zwei Säufer als Comic auf dem Etikett verewigen. Sowas geht doch gar nicht… (grins) 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)


Sabaté I Mur; Torroja Vi de Vila; Priorat – Vi de Vila de Torroja del Priorat; 2015 rot;

Dieselbe Cuvée wie einst der Dos Borratxos, nur eben jetzt ohne diesen Namen und mit soliderem Etikett – und sofort wurde dieser Wein als Vi de Vila aufgewertet. Dasselbe Terroir, nur eben der Name, an dem sich die Behörde gestoßen hatte, wurde weggenommen. Schön rund und ausgewogen, einer der schon zugänglicheren Weine dieses Jahrganges. Trinkig, macht durchaus Spaß. Elegant und typisch für Torroja auf Kirschen und Schiefer definiert, wird sich schön entwickeln. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Sabaté I Mur; Vertical del Tros; Priorat – Torroja del Priorat; 2009 rot;

100% Carignan aus ca. 80 Jahre alten Reben. Hinterlässt sehr gute Eindrücke , sehr ausgewogen und tief. Dunkle Frucht, reif und komplex. Überzeugend. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)


Cal Compte & Clos Mogador; Pedrablava; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

Wird fast ausschließlich an die Hausgäste im Cal Compte ausgeschenkt bzw. verkauft, quasi als High – Quality Housewine… Ein sehr schöner und etwas vollerer 2014er mit guten Tanninreserven. Ausgewogen und rund. Hier wurde der Jahrgang sehr gut gemeistert. Eleganz, aber dennoch auch die nötige Power für den Trinkspaß. 94-95+/100 Th. Exzellenter bis Großer Wein.
(04/2017)



Cal Compte & Clos Mogador; Pedrablava; Priorat – Torroja del Priorat; 2013 rot;

Ebenfalls sehr schön ausgewogen und schon trinkig, die Klippen des Jahrgangs wurden sehr gut umschifft. Zwar etwas tanninbetonter als der 2014er. Braucht noch etwas Zeit, macht aber einen ebensolchen Spaß. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)



Celler Melis; Obrador; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

Etwas gekochte, sehr süße Frucht, dazu wieder jahrgangstypisch viel Tannin. Braucht Zeit, um sich zu harmonisieren. Vom Stil her etwas ins Überreife gehend. 89-90+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



Celler Melis; Elix; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

Eine etwas seriösere Nase, eine sehr intensive Frucht, ausgewogen und harmonisch am Gaumen. Aber dann kommen im Abgang die jahrgangstypischen, mächtigen Tannine – ein Wein zum Weglegen. Hat Potential und könnte sogar groß werden, wenn sich das Tannin noch abschleift. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


Celler Melis; Melis; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

Sehr süße, reife Carignan – Frucht, ein Trinkdessert. Aber auch hier das volle, jahrgangstypische Tannin, das den Wein zum Lagerwein macht. Das Tannin qualitativ sehr hochwertig und samten, aber eben Unmengen davon. Könnte in frühestens 10 bis 15 Jahren ein sehr großer Prioratwein werden, momentan reine Potentialwertung. Sehr gutes Ausgangsmaterial. Sehr viel Geduld wird nötig sein, um sich von diesem schwarzen Gothic – Wein verführen zu lassen. Die sexy Dessous liegen da, aber sie passen noch nicht. 96-97+/100 Th. Großer bis Weltklassewein.
(04/2017)



El Solà d´ Ares; Bessons; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

1.200 Flaschen. Noch etwas verschlossen in der Nase, aber am Gaumen schön rund und ausgewogen. Macht sehr viel Spaß. Gute Ausgangsbedingungen für einen großen Wein.Gehört hinsichtlich des Tanninmanagements zu den Besseren des Jahrgangs. 95+/100 Th. Großer Wein.
(04/2017)



El Solà d´ Ares; Bessons Carignan; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

Samtenes Tannin, aber nicht so massig wie sonst häufig in 2015, sehr tief und sehr seriös, Kakao und Mokka, dazu eine gute dunkle Frucht. Ein Gothic – Wein mit sehr schöner Struktur und hervorragendem Ausgangsmaterial, sehr tief und klar. Gehört bislang mit zum Besten aus 2015, aber leider nur 300 Flaschen insgesamt. 97-98+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)



El Solà d´ Ares; Bessons Syrah; Priorat – Torroja del Priorat; 2015 rot;

Ebenfalls nur 300 Flaschen, sehr kompakt, fleischig und würzig, hat noch Tanninreserven. Braucht vielleicht ein wenig mehr Flaschenreife als der Carignan, ist diesem aber qualitativ ebenbürtig. Top – Wert mit sehr großem Potential, sehr sortentypisch, aber auch nicht die Prioratherkunft verleugnend. 97+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)

Diese Weine von El Solà d´ Ares werde ich in Kürze im Rahmen meiner Prioratführerselektion in Vorabreservierung anbieten.



L´ Infernal; Riu Blanc; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 weiß;

Ausgewogen und auch recht leicht am Gaumen. Ein etwas säurearmer Stil, direkt und geradeaus. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



L´ Infernal; Riu Negre; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

40% Grenache, 40% Syrah, 20% Carignan. Recht leicht und fruchtbetont, aber auch etwas herb und leicht trocknend im Abgang. 90+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



L´ Infernal; El Casot; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

100% Grenache. Relativ helle Farbe, sehr klar und pur, relativ einfach gestrickt, leicht und elegant. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.
(04/2017)



L´ Infernal; Fons Clar; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

100% Carignan. Am Gaumen ebenfalls sehr leicht und sehr jahrgangstypisch. Hintenraus ein etwas trocknendes Tannin, was eine höhere Bewertung momentan verhindert. 92-93+/100 Th. Sehr Guter bis Exzellenter Wein.

(04/2017)



L´ Infernal; Face Nord; Priorat – Torroja del Priorat; 2014 rot;

100% Syrah. Etwas intensiver und würziger als die beiden anderen 2014er Rebsortenweine, mehr Körper, dazu eine recht typische Syrahwürze. Dennoch haben wir auch hier die 2014er Leichtigkeit und Eleganz. Gut zu trinken. 93-94+/100 Th. Exzellenter Wein.
(04/2017)


L´ Infernal; Aguilera ; Priorat – Torroja del Priorat; 2009 rot;

Üppige dunkle Frucht, dabei ebenfalls sehr elegant und etwas leichter im Körper als der Durchschnitt der 2009er Weine. Auf seine Art ein ebenso großer Wein, bei dem Eleganz und Finesse im Vordergrund stehen.Präsentiert sich momentan noch etwas verhalten, aber das Potential auf einen Weltklassewein ist erkennbar. Mit dem Trinken noch etwas warten. 97+/100 Th. Weltklassewein.
(04/2017)
Beste Grüße

Torsten

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Re: Einmal ins Priorat und zurück - Das Roadbook Firafahrt 2

BeitragMo 31. Jul 2017, 12:36

Kapitel 23 – Sonntag, 30.04.2017 (2) – Fira in Falset

Auch wenn es sich prima sitzt auf dem Dorfplatz von Torroja und bewirtet durch das Cal Joc, so müssen wir uns doch daran erinnern, dass wir nicht nur zum reinen Vergnügen hier sind…

Also auf nach Falset, denn heute auf den Sonntagnachmittag / -abend gibt es keine weitere spezielle Verkostung. Aber das Wetter ist nicht zu warm, es ist auch erneut etwas bewölkt, perfektes Wetter also, um sich unter das Fira – Volk zu mischen. Und interessante Stände gibt es noch mehr als genug. Das Gedrängle ist groß an diesem Sonntag am späten Nachmittag, die meisten sind hier auf Party aus und trinken, was sie trinken können. An ernsthaftes Verkosten und auch mal an Spucken denken wenige. An allen Ständen müssen Wartezeiten einkalkuliert werden und es wird wie immer hier zur Straßenfira der bewährte Mix aus Smalltalk mit Winzern und Besuchern und hier und da Weine probieren.

Natürlich treffen wir auch die anderen deutschen Gruppen aus Berlin und aus Bad Kreuznach und auch unsere nordschwedischen Freunde. Wir tauschen uns aus zu den bisherigen Verkostungshighlights und trinken auch das eine oder andere gemeinsam. Andere haben bei diversen Winzern nach mir gefragt, aber erfolglos und wir stellen fest, dass es auch doch einer Portion guten Zufalls bedarf, sich bei all den Menschenmassen unverabredet zu treffen.

Wir beginnen die Sonntagsrunde auf der Fira mit Sao del Coster, wo uns erstmals auch der nun fertige Süßwein ins Glas kommt, dann verkosten wir bei Cal Grau aus El Molar, bevor man uns bei Tane Vins signalisiert, dass man als Ergänzung zur Probe bei Mas Perinet hier noch den 2010er Spitzenwein des Hauses aus dem Magnum für uns zum Kosten hätte.

Bei Domini de la Cartoixa konnte ich noch den Crossos ergänzen, bevor es dann bei Trossos del Priorat wieder mehrere Weine in Glas gab.

Klaus-Peter kommt mit dem Hinweis, dass es bei Gran Clos den 2006er Cartus aus der Einkaufstüte gäbe, ich allerdings finde den Exportmanager mit der Tüte nicht auf dem Platz und dann ist so ein Fläschchen natürlich auch schnell aufgeteilt. Aber ich hatte den Cartus ja auch schon mal im Glas, war allerding nicht ganz so begeistert wie vom 2004er.

Wir freuen uns besonders, dass dieses Jahr auch Cartoixa de Montsalvat zur Fira anwesend ist. Hier präsentiert man das komplette aktuelle Programm und so setzen wir uns hier fest, später kommen dann auch noch die Bad Kreuznacher dazu – und dann denken auch schon die ersten an den Feierabend. Auch wir überreizen es nicht, hatten wir doch hier einen sehr guten Abschluß gefunden.

Wir beschließen unseren Abend in Falset mit einem Pflichteis und dann geht es zurück ins Basiscamp. Zu allem Überdruß beginnt es wieder etwas mit regnen, so wird es nichts mit einem warmen Abendessen aus dem Trangia. Stattdessen gibt es das frische Brot vom Forn Sistaré und dazu Wurst und Käse.

Und dann rufen die Schlafsäcke – auch am Ersten Mai ist für uns ein voller Arbeitstag…
Beste Grüße

Torsten

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