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Neuchâtel / Drei Seen Region

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vanvelsen

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Neuchâtel / Drei Seen Region

BeitragMi 12. Apr 2017, 07:25

Liebes Forum

ich erlaube mir hier ein neues Thema zu eröffnen, da die Region Neuchâtel doch zu wichtig ist, um unter "sonstige Regionen" zu laufen. Unsere Verkostung von 15 Pinot Noir Weinen aus Neuchâtel zeigte deutlich, welch hohes Niveau dort erzielt wird. Die Pinot's gehören zum Besten, was die Schweiz zu bieten hat.

Hier geht es zu den Notizen:
http://www.vvwine.ch/2017/04/neuchatel- ... -fans.html

Meine persönlichen Favoriten sind: La Maison Carrée Hauterive, Grisoni und Grand'Vigne. Pur Sang war eindrücklich und dürfte so manches mit Klasse in den Schatten stellen.

Herzliche Grüsse,

Adrian
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stollinger

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Re: Neuchâtel / Drei Seen Region

BeitragSo 10. Nov 2019, 17:31

Ein Freund von mir war in der Gegend unterwegs und hat Weine von der Domaine de La Maison Carrée mitgebracht. Die haben wir letzte Woche gemeinsam verkostet. Das Weingut arbeitet biodynamisch.

Die Weißweine sind alle von einer sehr langen Hefestandzeit geprägt. Ich finde, ein eher weicher und voller Stil, weniger spannungsreich. Ich würde behaupten, dass das Weingut in seiner Stilistik sehr konsistent ist. Soviel ich weiß, werden alle Weine im Holzfass (in der Regel gebrauchte) ausgebaut.

So auch dieser, im Fuder auf der Feinhefe. Wird sowohl filtriert, als auch in einer unfiltrierten Variante vertrieben.

Chasselas - Vin sur lie - Neuchâtel Auvernier AOC - Domaine de La Maison Carrée 2018:

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Gewollt besitzt der Wein noch recht viel Kohlensäure. Das bringt Frische im Antrunk. Durch die Feinhefelagerung erinnert mich der Wein dann in der Mitte regelrecht an einen Protein-Shake, das ist mir persönlich zu viel. Die Meinung am Tisch war geteilt, ich denke es ist ein Wein, dessen Stil polarisieren kann. Ich glaube die Empfehlung war als Begleiter zum Käsefondue.

Es gibt auch noch einen Lagen-Chasselas, ohne Kohlensäure.

Chasselas Cru des Abbesses - Vin sur lie - Neuchâtel Auvernier AOC - Domaine de La Maison Carrée 2017:

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Dem Grauburgunder sieht man schon an der Farbe eine längere Maischestandzeit an. Aus 50 Jahre alten Reben.

Pinot Gris - Neuchâtel Auvernier AOC - Domaine de La Maison Carrée 2017:

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Im Moment noch sehr jung, der muss noch länger liegen und ist im Moment nur schwer zu beurteilen. Mal sehen, ob die Frische für die Reife ausreicht, auch eine gewisse aromatische Eintönigkeit kann der Wein aktuell nicht überwinden.

Zuletzt noch der Chardonnay, im Barrique ausgebaut.

Chardonnay - Neuchâtel Auvernier AOC - Domaine de La Maison Carrée 2017:

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Insgesamt zwar eher zart, aber irgendwie ist mir das vom Süßeeindruck, von der Cremigkeit und der Weichheit too much. Vielleicht auch einfach zu jung, um den Wein gut einschätzen zu können. Etwas in Richtung Crowd-Pleaser.

Insgesamt finde ich das Sortiment sehr konsistent und auch qualitativ sehr ansprechend. Der Winzer scheint eine ganz klare Linie zu verfolgen und kann damit etwas polarisieren. Der Chardonnay schert etwas aus, den fand ich eher etwas massenkompatibel. Für meine Vorlieben ist mir das bei den Weißweinen alles etwas zu weich, cremig und spannungsarm.

Zu den Spätburgundern schreibe ich bald auch noch was, die haben mir sehr gut gefallen.

Grüße, Josef
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stollinger

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Re: Neuchâtel / Drei Seen Region

BeitragMo 11. Nov 2019, 19:32

... jetzt noch die drei Spätburgunder. Aus der Appellation Auvernier kommen zwei Spätburgunder.

Pinot Noir - Neuchâtel Auvernier AOC - Domaine de La Maison Carrée 2016:

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Dieser Spätburgunder hat mir aktuell am besten gefallen. Die Gerbstoffe sind sehr präsent, alles ziemlich kraftvoll und tief. Der kann jetzt wohl zu einem kräftigen Essen (ein Mittrinker will ihn sich zur Weihnachtsgans genehmigen) mit ausreichend Belüftung getrunken werden. Er hat gerade eine sehr schöne Frucht. Ich will ihn mir lieber noch einige Jahre in den Keller legen. Ausgebaut zum Teil im gebrauchten, großen Fuder und im Barrique.

Ebenfalls aus der Appellation Auvernier und dem Fuder und dem Barrique kommt der Lagen-Pinot noir.

Pinot Noir - Le Lerin - Neuchâtel Auvernier AOC - Domaine de La Maison Carrée 2017:

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Der Wein ist weicher und voller. Es wird hier ein größerer Anteil im Barrique ausgebaut. Das merkt man an den eher röstigen Aromen und der etwas reiferen Frucht. Der Wein wirkt edel, subtil und gut balanciert. Er wirkte auch noch etwas verschlossen oder unzugänglich, wahrscheinlich ist er noch zu jung, um ihn richtig erschließen zu können. Vom Stil sagt mir aber der einfache Auvernier mehr zu.

Als drittes noch ein Pinot noir aus der Appellation Hauterive, ebenfalls aus dem Barrique und dem Fuder.

Pinot Noir - Neuchâtel Hauterive AOC - Domaine de La Maison Carrée 2017:

Bild

Ich weiß nicht, ob es der Jahrgang oder die Appellation ist, jedoch fand ich hier die Gerbstoffe nicht so schön reif, wie bei den beiden Pinot noir aus Auvernier. Insgesamt auch etwas leichter, tendenziell feiner, als die beiden anderen. Der Wein ist natürlich auch noch extrem jung. Ich denke, der kann sich auch schnell anders präsentieren.

Haben mir gut gefallen, in den Keller kommt aber nur der erste.

Grüße, Josef

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