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Gemeinsame Jungweinprobe Saale Unstrut und Sachsen

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emmetdocbrown

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Gemeinsame Jungweinprobe Saale Unstrut und Sachsen

BeitragDi 15. Mai 2012, 11:07

Hallo,

da sich noch niemand zu diesem Ereignis vor einigen Wochen geäussert hat mache ich das jetzt mal mit einem Auszug aus meinem Blog.

Die gemeinsame Jungweinprobe von Winzerbetrieben aus Sachsen, Thüringen und Sachsen Anhalt fand in diesem Jahr im Lichthof der Rotkäppchen Sektkellerei in Freyburg statt.

Um es Vorweg zu nehmen, diese Jungweinprobe war eine gelungene Leistungsschau der ostdeutschen Winzer.

Die Besten

Der zweite große Eindruck, die Topbetriebe der letzten Jahre (Schloss Proschwitz, Bernard Pawis und Lützkendorf) konnten ihre Positionen festigen. Aber, und das sei ausdrücklich erwähnt, zu diesen 3 Betrieben gesellen sich nach und nach Winzer, die auf absoluter Augenhöhe Weine präsentierten, die jeglichen Anforderungen an außergewöhnliche Weine genügen.

Dazu gehören vor allem Weingut Hey und das Weingut Gussek gefolgt vom Weingut Böhme und dem Gleinaer Weingut Böhme. Alle diese Winzer, sowohl die 3 VdP Weingüter, als auch die letztgenannten haben ihren unverkennbaren Stil gefunden und erzeugen Jahr für Jahr konstant, die besten Qualitäten der Region.

Aus den angebotenen Weinen der Anbaugebiete ragten für uns die Weiß - und Grauburgunder, die Riesling Spätlesen und die Traminer noch heraus. Legendär auch in diesem Jahr die Scheurebe von Schloß Proschwitz.

Unser Team, insgesamt 5 Verkoster, war sich einig, dass die angebotenen Qualitäten dieser Betriebe mit zum besten gehört, was in den letzten 15 Jahren an Weinen in der Region erzeugt wurde.

Die Endeckungen

Hier sind uns vorallem 4 Betriebe aufgefallen, die mit einfachen gut strukturierten Weinen punkten konnten. Dazu gehöhren die Betriebe Born aus Höhnstedt, mit klassischen Saale - Unstrut Gewächsen fast ohne Restsüße.Leider war das Weingut nur mit einem Riesling Kabinett vertreten. Das Weingut Hubertus Triebe aus Würschwitz mit einem hervorragenden Bacchus QbA. Das Weingut Matyas aus Sachsen mit einem ausgezeichneten Müller Thurgau. Einen guten Eindruck geprägt von Frische und Mineralität hinterließen auch die Weine vom Weingut Zahn aus Thüringen.

Die konnten es schon besser

In der Weinwelt unserer Tage ist es oft so, dass die Erzeuger mit den größten Flächen die besten Ergebnisse erzielen können, weil sie variabel sind. Von ihren großen Flächen und den sich daraus ergebenden Möglichkeiten profitieren die besten Weingüter der Welt. Sei es im Bordeaux, dem Burgund oder in Übersee. Sie schöpfen aus unterschiedlichen Bodenverhältnissen und unterschiedlichen mikroklimatischen Bedingungen.

An der Saale hellem Strande ist es nicht so. Die großen Betriebe wie Herzer, Thürkind, Deckert, die Winzervereinigung Saale - Unstrut, und das 50 ha große Staatsweingut Klosterpforta könnten unserer Meinung nach, allein vom Potential ihrer Lagen, deutlich bessere Ergebnisse erzielen. Sie machen natürlich keine schlechten Weine, aber der Abstand dieser Weingüter zu den Qualitäten der oben genannten ist enorm.

Die Enttäuschung

Das die Manschaft, um Prinz zur Lippe es versteht hervoragende Weine zu erzeugen, muß man nicht erwähnen. Welcher Teufel aber nun einen erfolgreichen Weinerzeuger reitet einen 50ha großen Rübenacker zu bereben, bleibt sein Geheimnis. Die vorgelegten Weine, unter dem Wappen des Prinzen und dem Namen Weinhaus Weimar, blieben weit hinter dem eigenen Qualitätsanspruch zurück. Und ehrlich gesagt, sie haben auch nicht geschmeckt. Einzig die typische Nase des Sauvignon Blanc ließ ein bischen Freude aufkommen. Danach war nichts was im Gedächtnis blieb. Flach und oberflächlich beschreibt es wohl am besten. Mag sein, dass auf Grund der jährlichen Massenaufläufe von Touristen aus Asien und dem Rest der Welt in Weimar der Wein ein Erfolg wird, besser wird er dadurch nicht. Allein der Transport von Weimar nach Dresden, wo die Trauben verarbeitet werden, ist mir ein Rätsel. Die Qualität muß einfach leiden.

Sei es drum, der Wein von der Lage "Bahnlinie Kromsdorf" wird verkauft werden und die Weimarer lieben ihn heute schon. Na dann Prost.

Résumé

Unsere Toperzeuger Die Top10 des Jahrgangs 2011

1. Weingut Pawis

2. Schloß Proschwitz

3. Weingut Hey

4. Weingut Gussek

5. Weingut Lützkendorf

6. Gleinaer Weingut Böhme

7. Weingut Böhme Kirchscheidungen

8. Weingut Born

9. Weingut Jan Ullrich Seußlitz

10. Weingut Matyas, Weingut Zahn

Bei den Weinen haben wir uns auf die "populären" beschränkt und dennoch zur Kenntnis genommen, dass die Experimentiefreudigkeit ein sehr hohes qualitatives Niveau erreicht hat.

Kategorie bester Wein von den vorliegenden Weinen bei der Jungweinprobe:

Müller Thurgau

Sachsen: Weingut Matyas und Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Hubertus Triebe

Riesling Spätlese

Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Weingut Bernard Pawis und Weingut Hey

Weißburgunder QbA

Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Weingut Uwe Lützkendorf

Weißburgunder Prädikatswein

Sachsen: nicht vergeben

Saale Unstrut: Weingut Bernard Pawis, Winzerhof Gussek und Weingut Hey

Grauburgunder Prädikatswein

Sachsen: Schloß Proschwitz

Saale Unstrut: Winzerhof Gussek für Jahrgang 2010 Barrique und Weingut Bernard Pawis

Traminer QbA

Sachsen: Weinbau Frédéric Fourré

Saale Unstrut: nicht vergeben

Traminer Prädikatswein

Sachsen: Weingut Schloss Proschwitz

Saale Unstrut: Weingut Klaus Böhme und Weingut Uwe Lützkendorf

Rotwein:

Winzerhof Gussek für 2009 Spätburgunder Barrique



Die Top 3 Weine der Verkostung

1. Weißburgunder - Grauburgunder Cuvée Nr. 1 Weingut Hey

2. Weißburgunder Spätlese trocken Weingut Bernard Pawis

3. Grauburgunder 2010 Barrique Winzerhof Gussek

Allen viel Spaß beim Verriß unserer Meinung. Wir freuen uns auf eine lebhafte Diskussion. ;)
beste Grüße
Stevie - David

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steinmeister

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Re: Gemeinsame Jungweinprobe Saale Unstrut und Sachsen

BeitragDi 15. Mai 2012, 14:28

Hallo Stevie-David,

danke für deine Einschätzungen und willkommen im Forum.
Proschwitz, Lützkendorf und Pawis habe ich 2011 noch nicht probiert, bei Gussek und Hey teile ich deine Auffassung. Jochen und ich haben das bereits ausführlich gepostet.
Waren die präsentierten Thüringer Weine des Prinzen von 2011 0der 2010? Einen 2010er Auxerrois vom Weimarer Poetenweg hatte ich die Tage im Glas, der sich leider stumpf und gemüsig präsentierte, mit einer leichten Essignote. In der Form keine Bereicherung der Thüringer Weinlandschaft, wo ja Bad Sulza (ein flächenmäßig durchaus großer Erzeuger), Gussek, Zahn, Proppe und Hüttich ordentliche bis außerordentliche Weine erzeugen.

emmetdocbrown hat geschrieben:
Hier sind uns vorallem 4 Betriebe aufgefallen, die mit einfachen gut strukturierten Weinen punkten konnten. Dazu gehöhren die Betriebe Born aus Höhnstedt, mit klassischen Saale - Unstrut Gewächsen fast ohne Restsüße.Leider war das Weingut nur mit einem Riesling Kabinett vertreten.


Beruht deine Einschätzung von Born 2011 auf einem verkosteten Wein?

War auch der zweite sächsische VdP-Betrieb, Zimmerling, vertreten?

Grüße von der Saale

David
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emmetdocbrown

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Re: Gemeinsame Jungweinprobe Saale Unstrut und Sachsen

BeitragDi 15. Mai 2012, 17:11

Zimmerling war leider nicht vertreten, hätte ich gerne probiert. Den Grund konnte/wollte mir keiner nennen.

Born habe ich einige Tage vorher direkt auf dem Weingut besucht, da wir die Höhnstedter bei uns im Shop aufnehmen wollen. Diese Einschätzung beruht also nicht nur auf dem einen präsentierten Wein ;)

edit (16.05.):
Weinhaus Weimar war 2011er Jahrgang, aber ganz ehrlich jemand wie dieser Mann der in anderen Regionen es versteht Qualität zu erzeugen und sich dann hinstellt und vor versammelter Fachpresse erzählt, der ICE der da am berebten Rübenacker vorbeifährt sorgt für Verwirbelungen in der Luft und damit für ein spezielles Mikroklima, macht sich einfach nur lächerlich. Bei diesen Weinen geht es einfach nur darum den ganzen Touristen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Er hätte die Weine auch "Goethepisse" nennen können, die Leute werden es kaufen.
beste Grüße
Stevie - David

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