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Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

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SchwarzerZierfahlner

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Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragDo 3. Feb 2011, 19:40

Hallo,

zur Zeit geniesse ich den 2008er Maximin Gruenhaeuser Abtsberg, Riesling Kabinett mild von von Schubert.
Diesen Wein habe ich uebrigens im Aufsteiger 2010 Paket vom Handelsblatt erhalten.
http://www.vonschubert.com/

Aufmerksam lese ich im Begleitheft Vinum ueber diesen Wein.
Das erste Mal also werde ich bewusst in Kontakt kommen mit einem spontanvergorenen Wein.
Neugierig schnuppere ich den Duft: Mandarine satt. Das hatte ich mir wilder vorgestellt.
Keine Fehltoene, nein. Harmonischer Mandarinenduft.

Das Etikett auf der Flasche erinnert mich an die 70er Jahre.
Beim Blick ueber auf den Alkoholgehalt muss ich zweimal hinsehen: 8% (Kein Tippfehler!)

Der Wein haelt im Mund, was die Nase verspricht, mildes Mandarinenkoerbchen, sehr
harmonisch. Interessante Spielart fuer einen Riesling.
Wieso hat der Wein nur 8%?
Weil die kellereigenen Hefen spontan bei 8% beschlossen haben, es reicht jetzt?

Der Winzer landet auf jeden Fall auf meiner gedanklichen Nachkaufliste.

Noch einen schoenen Abend
SchwarzerZierfahlner
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Weinfreund

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragDo 3. Feb 2011, 19:54

Hi SchwarzerZierfahlner,

tja in der Tat eines meiner Lieblingsweingüter, welches nur leider Ende der 90er bis Mitte der 0xer eine leichte Schwächeperiode durchlaufen hat. Der 08er ist auf alle Fälle sehr gut, der 09er überragend.

Ganz stark der 2009 - Abtsberg SUPERIOR bei 92+ P.

Ein Weingut, dass in D seit einigen Jahrzehnten immer ganz oben stand und wohl auch bald wieder stehen wird .. :D

Das Etikett soll aus dem Jugendstil kommen.

Viele Grüße
Sascha
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Ostbelgier

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragDo 3. Feb 2011, 21:07

In der Tat stammt das Etikett nicht aus den 70ern, sondern ist über 100 Jahre alt. Ein 1921er dieses Gutes, den ich mal in Besitz hatte, besaß jedenfalls exakt das gleiche Etikett. Bis 1998 waren die Weine eine feste Bank, dseit 2005 sind sie es wohl wieder.

Viele Grüße

Markus
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Bernd Schulz

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragDo 3. Feb 2011, 21:23

Ich habe Grünhäuser aus 05 und 08 gekauft und war bislang davon nicht rückhaltlos begeistert, da mir die aus den 90ern gewohnte Grünhäus-Typizität, die Schlankheit, die rassige Säure und die frechen, eben "grünen" Stachelbeernoten etwas abgingen. Allerdings will ich nicht ausschließen, dass bei diesen Weinen in den nächsten Jahren noch einiges kommt.

Aus der Zeit bis 98 habe ich inzwischen etliche sehr feine Grünhäuser getrunken, und ein paar nette Püllekens warten auch noch im Keller auf Ihre Bestimmung.

Wieso hat der Wein nur 8%?
Weil die kellereigenen Hefen spontan bei 8% beschlossen haben, es reicht jetzt?


Nein, weil er bei 8% abgestoppt wurde. Dieses Abstoppen erfolgt bei den meisten Weinen der renommiertesten M-S-R-Erzeuger, übrigens häufig auch bei den sogenannten "trockenen" Erzeugnissen. Aber Grünhaus, Prüm, Müller, Haag und wie sie alle heißen, sind nicht wegen ihrer trockenen, sondern wegen ihrer restsüßen Rieslinge berühmt. Das, was du als ungewohnte, "interessante" Spielart des Rieslings empfindest, ist an der Mosel, der Ruwer und der Saar die dominierende Stilistik (wobei es dort natürlich auch sehr gute trockene oder pseudotrockene :mrgreen: Weine gibt).

Viele Grüße

Bernd
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SchwarzerZierfahlner

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragSa 5. Feb 2011, 18:13

Hallo zusammen,

vielen Dank fuer Eure Antworten, sie sind sehr informativ.

In der Tat trinke ich sonst eher trockene Rieslinge aus eher suedlichen Gefilden
Deutschlands, so ist fuer mich das Weinanbaugebiet Mosel und seine Typizitaet
noch relativ unbekannt.

Noch ein schoenes Wochenende
SchwarzerZierfahlner
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fafnir

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragDo 28. Apr 2011, 07:01

wir hatten gerade den 08er abtsberg trocken mit angenehmen 11.5 vol.% im glas.
die spielerische leichtigkeit und die knackige säure der o8er schubertweine lieben wir ganz besonders, das ist für
uns d ruwerwein, wie wir ihn uns wünschen. die trockenen 09er haben wir angetrunken, weil wir halt neugierig waren, sie sind uns fast zu gehaltvoll und bleiben vorerst auf der reservebank.

sehr froh sind wir darüber, daß das weingut wieder im kommen ist und sind gespannt auf den 10er jahrgang.

gruß aus dem weinparadies

may
DDDIES
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octopussy

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragSo 22. Mai 2011, 19:25

Zu einer Rhabarber-Tarte mit bretonischem Sablé-Teig gab es gestern und heute die 2006 Herrenberg Auslese AP #07 aus der halben Flasche. 2006 war ja nicht gerade ein Wunderjahr an Mosel, Saar und Ruwer, und so fehlt auch hier die wirkliche Klasse. Trotzdem trinkt er sich recht gut und hinterlässt v.a. lange nach jedem Schluck ein schön tänzelndes Gaumengefühl, welches allerdings zunächst etwas fehlt.

Bild
Beste Grüße, Stephan
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Bernd Schulz

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragFr 26. Aug 2011, 21:35

Inzwischen sind ein paar Grünhäuser Kabinette aus 2010 bei mir angekommen:

Bild

Im Vergleich zum wirklich wilden 10er Würzgarten-Kabinett von Müllen gebärdet sich der Abtsberg geradezu wie eine kultivierte ältere Dame :mrgreen:. Es handelt sich fraglos um einen sehr schönen Wein, aber die zwei weiteren Flaschen, die ich noch davon besitze, werde ich sicherlich für die nächsten 5 Jahre in meinem Keller vergessen - während der Müllen-Kabi so abgefahren wirkt, dass er jetzt schon richtig fetzt.

Beste Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragDi 30. Aug 2011, 20:17

Einen jüngeren Grünhäuser in trocken hatte ich schon ewig nicht mehr getrunken. Aus reiner Neugier habe ich eine Einzelflasche von diesem 2010er Schein-QbA (in Klammern steht "Kabinett" auf der Preisliste) mitbestellt:

Bild

Vermutlich entsäuert, ansonsten nicht wirklich schlecht, aber deutlich überteuert, da es dem Wein an Charakter fehlt. Wenn das jetzt ein Liter-QbA zu 6 Euro wäre, würde ich nicht moppern - hier hingegen ist der Preis ein ziemlicher Witz. Gegenüber Müllens 2010er Hühnerberg trocken z.b. hat dieses Weinderl keine Chance.

Ich bleibe im Kabi-Bereich dann wohl doch lieber bei den restsüßen Grünhäusern...

Beste Grüße

Bernd
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UlliB

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Re: Schlosskellerei C. von Schubert, Mertesdorf

BeitragFr 9. Sep 2011, 20:01

Gerade im Glas:

2005er Maximin Grünhäuser Herrenberg Spätlese feinherb 12,0%Vol. Hellgelb. Intensive, schon deutlich gereifte Nase; würzig und süß, herb-kräuterig. Im Gaumen dicht, auch hier schon gereift, deutliche Süße, frische Säure, die aber sehr gut abgepuffert ist; dennoch habe ich mein übliches Problem mit Weinen dieser Stilistik: für restsüß viel zu fett, zu alkoholisch und zu träge; für trocken viel zu süß; als Essensbegleiter zu unharmonisch. Das befriedigt weder den Trocken-Trinker noch den Anhänger der restsüßen "Stopper-Fraktion" , sondern ist für mich einfach wahllos in die Mitte gesetzt und damit völlig daneben. Schade drum, denn die Substanz ist erkennbar ganz ausgezeichnet und die Nase durchaus interessant. Immer noch sehr gute 86 UP, aber wie der Engländer sagt: "If I meet him never again, that will be early enough."

Gruß
Ulli
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