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Mythos Mosel 2017

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Moselaner

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 15:31

UlliB hat geschrieben:
weingeist hat geschrieben: Ich habe jedenfalls, man verzeihe mir das jetzt, bei einzelnen Verkostungen in Ö, wo auch deutsche Rieslinge dabei waren, keinen wirklich guten, mich extrem ansprechenden Wein gefunden.

Ich dachte es mir, daher mein Posting weiter oben. Wenn dir Wachauer Rieslinge gefallen und das dein Stil ist, würde ich sagen: vergiss trockene Mosel. Das wird für dich nichts, vermutlich niemals.

Mit den Restsüßen sieht das vielleicht anders aus, wenn man sie als völlig andere Kategorie ansieht und entsprechend offen angeht. Die Stilistik ist hier schon ziemlich einmalig und wohl auch unkopierbar, aber klar: jedermanns Sache ist das nicht.
@ Ulli und Bernd - Das mit der Gastronomie schreckt mich jetzt etwas, ich dachte schon, dass an der Mosel eher gute bis sehr gute Qualität zu finden sein müsste.

Tja, ist aber nicht so. Das Gebiet ist seit den 60ern durch einen wirklich üblen Billigtourismus arg lädiert worden, und es ist das heute immer noch. Was früher Busgesellschaften und Kegelclubs aus dem Rheinland waren, die sich möglichst billig die Kante geben wollten - alkoholisch und auch "fresstechnisch" - ist mittlerweile zum großen Teil durch belgische und niederländische Wohnmobil-/Wohnwagentouristen ersetzt worden, die zielmäßig ganz genauso unterwegs sind. Da kann man bei dem einen oder anderen Weinfest schon regelrecht vandalenmäßige Auftritte erleben. Und wer an einem warmen Sommerabend mal am Ürziger Moselufer entlang "prominiert" und dort die Mischung aus Schweiß, angekokeltem billigen Grillgut und Fäkalien erschnuppert, ahnt, was hier Sache ist. Man muss schon sehr enthusiastisch sein, um das alles auszublenden.

Gruß
Ulli

PS. Nimm die Seychellen ;)


Lieber Ulli,
Als jemand, der in einem Vorort von Bernkastel lebt, erlaube ich mir zu der angesprochen Thematik meine Meinung kund zu tun.
Bezüglich der trockenen Weine sehe ich auch ganz klar eine postier Richtung und möchte mich Bernds Meinung diesbezüglich anschließen. Zustimmen möchte ich dir, lieber Ulli, dass man die hier vorherrschende Stilistik mögen muss. Unter meinen Top 10 der trockenen Weine die ich getrunken habe (und man muss dazu sagen, dass dies deutlich weniger als restsüße Exemplare waren und die trockenen Exemplare von der Mosel verhältnismäßig klar dominieren) sind nur drei von der Mosel. Trotzdem sehe ich die Entwicklung und würde trocken und Mosel nicht kathegorisch ausschließen, die 15er hast du ja auch als durchaus spannend bezeichnend.
Vielen Dank an dieser Stelle für deine GG Empfehlungen in einem anderen Thread, dass war wirklich großer Genuss die Weine zu probieren!

Die Sache mit den Massentourismus stimmt schon, in Bernkastel kommen während der Sasion Unmengen an Tagestouristen per Bus. Auch Wohnmobile, z. B. wie von dir angesprochen in Ürzig sind ein Thema. Dementsprechend hat sich natürlich auch die Gastronomie ausgerichtet, die sogenannten Touristenfallen. Unbestritten ist aber auch eine Fülle von spannenden und hervorragenden Restaurants zu finden, wenn man weis, wo man hingehen kann. Meine Freundin, die aus Krefeld zu mir zog, war geradezu begeistert von der Auswahl an guter Qualität für eine ländliche Region mit viel Tourismus.
Ich gebe gerne Tips wo man im Umkreis von 25 km zwischen Wintrich und Traben-Trabach wirklich gut Essen, als auch schön wohnen kann. Wo meiner Meinung nach im Gastronomiebereich teilweise Nachholbedarf herrscht, ist bei den Weinkarten, schließlich befindet man sich in einer Weinregion und dafür ist die Auswahl und auch manchmal die Qualität eher dürftig.

Viele Grüße Patrick
Wo aber der Wein fehlt, stirbt der Reiz des Lebens.
Euripides
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UlliB

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 16:45

Hallo Patrick,

danke für deine Antwort.

Es geht hier konkret um eine Empfehlung für jemanden, der Wachauer Rieslinge kennt und schätzt - und da besteht aus meiner Sicht ein ganz erhebliches Risiko, dass das mit trockenen Moselrieslingen von vorne bis hinten nicht funktioniert (und mit den restsüßen gleich gar nicht), die Stilistiken sind ganz einfach zu unterschiedlich. Daher kommt meine Empfehlung, sich erst einmal mit den Weinen zu beschäftigen, bevor man eine längere Reise unternimmt.

Was die touristische Situation vor Ort betrifft, bin ich ein gebranntes Kind, denn ich habe einem durchaus weinaffinen Kollegen vor ein paar Jahren mal empfohlen, an die Mosel zu fahren. Der kam dann etwas säuerlich zurück und fragte mich, wieso ich ihm denn zu diesem "heruntergekommenen Touristenbums" geraten hätte. Bei meinem nächsten Aufenthalt an der Mosel habe ich mich dann mal bewusst in seine Position versetzt und überlegt, was ich als Erstreisender denken würde. Und richtig: für denjenigen, der sich mit der Materie nicht gründlich vorab beschäftigt und dann genau da landet, wo alle landen, ist die Mosel genau das: ein heruntergekommener Touristenbums. Nix mit Paradies. Nur eine schöne Landschaft reicht halt nicht.
Ich gebe gerne Tips wo man im Umkreis von 25 km zwischen Wintrich und Traben-Trabach wirklich gut Essen, als auch schön wohnen kann.

Sehr gerne, hier oder auch per PN. An die Mosel komme ich immer noch einigermaßen häufig.

Gruß
Ulli
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weingeist

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 16:51

Nur zur Klarstellung, nachdem ich diese Diskussion ausgelöst habe... ;)

> Ich habe nie davon gesprochen, bei einem Moselbesuch unbedingt die trockenen Rieslinge zu suchen, sondern eher das Gegenteil, also Rieslinge, für die diese Region bekannt ist.

> Touristenfallen gibt's in der Wachau genauso, die "Radtouristen" in der Wachau werden in etwa mit den "Campingtouristen" an der Mosel vergleichbar sein.

> Dürnstein, Spitz und anderer Orte Tagestouristen lassen Dich auch in der Wachau manchmal verzweifeln.

> Vorbereitung gehört sowieso dazu (habe ich schon geschrieben) und hier im Forum gräbt man dabei ja in einer "Goldgrube".

> Seychellen und Mosel (allenfalls Winterende und dann im Frühherbst) ist vielleicht angedacht.

> Landschaftlich muss die Region toll sein und wie ich die Posts von Ulli, Bernd (und allen anderen) "einordne" (Danke dafür), ist mir auch klar. Ulli beschreibt die Situation aus seiner Sicht schon deftig, Bernd die Gastronomische ebenfalls, aber ich denke dazwischen ist viel Platz (zeigen auch die anderen Posts), wenn man sich zusätzlich informiert (siehe Goldgrube... ;) ).
Liebe Grüße
weingeist
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Moselglück

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 17:21

@Ulli: vielleicht solltest neben Bernkastel oder Cochem auch mal andere Orte aufsuchen?
Komischerweise bist du hier der Einzige dem diese wunderschöne Region nicht in den Kragen passt.
Schade das hiermit der Mythos Mosel Thread sowie die Region mies gemacht wird :roll:
Bild ...Medizin für Feinschmecker! :D
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UlliB

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 17:32

Moselglück hat geschrieben:Komischerweise bist du hier der Einzige dem diese wunderschöne Region nicht in den Kragen passt.

Oh, mir persönlich passt die Mosel durchaus "in den Kragen".

Aber vielleicht liest du noch einmal genau, was und vor allem in welchem Kontext ich hier geschrieben habe, und reflektierst einmal kritisch deine Einstellung zu einer Region, die sich ja schon in deinem Usernamen ausdrückt?

Das hier ist eben kein Platz, der ausschließlich den Enthusiasten vorbehalten ist.

Gruß
Ulli
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niers_runner

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 18:26

Hallo Patrick,

ich bin demnächst auch mal wieder an der Mosel und wäre dir ebenfalls sehr dankbar für ein paar gute Restaurant Tips (PN oder hier). Am besten wäre es, wenn wir auch unseren Hund mitnehmen könnten. Das try and error Spiel würde ich gerne vermeiden wollen. Wir haben in Minheim ein Ferienhaus gemietet und kein Problem ein paar km zu fahren.

Vielen Dank vorab und

beste Grüße

Peter
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind (Konstantin Wecker)
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Gerlach

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 19:10

Pflichte Ulli bei - für einen norddeutschen Protestanten wie mich ist die Mosel nach zweimaliger vor-Ort-Inaugenscheinnahme eine "Gottseibeiuns"-NoGo-Area. Die uneingeschränkt herzliche Begeisterung von 2-3 Forumsteilnehmern hier für deren Weine vermag ich im restsüss-feinherben Bereich nachzuvollziehen, trocken eher nicht (VdP-Spitzen mal ausgenommen, aber Preise a la Reinhard Löwenstein sind mir zu hoch - ich gönne ihm ja, dass er erreicht hat, was er mir noch zu DM-Zeiten auf mein Gemäkel, ein Basiswein für 18 DM sei doch recht teuer, geantwortet hat, er spiele mit seiner Qualität in der Burgund-Liga). Ich nehme gerne die Hinweise auf Nachwuchs-Winzer gerade in diesem Forum auf und bestelle dort immer mal wieder , aber im Gegensatz zu anderen Anbaugebieten bin ich an der Mosel regelmäßig enttäuscht (nenne lieber keine Namen); Ausnahme: Weingut Klaus Meierer - wer sich gut unterhalten möchte, schaue sich an, wie toll Matthias Meierer vor einigen Jahren bei Gary Vaynerchuk mithalten konnte; hätte ich nicht geschafft: http://tv.winelibrary.com/2009/06/15/a- ... isode-689/
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Bernd Schulz

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 22:09

UlliB hat geschrieben:Was die touristische Situation vor Ort betrifft, bin ich ein gebranntes Kind, denn ich habe einem durchaus weinaffinen Kollegen vor ein paar Jahren mal empfohlen, an die Mosel zu fahren. Der kam dann etwas säuerlich zurück und fragte mich, wieso ich ihm denn zu diesem "heruntergekommenen Touristenbums" geraten hätte. Bei meinem nächsten Aufenthalt an der Mosel habe ich mich dann mal bewusst in seine Position versetzt und überlegt, was ich als Erstreisender denken würde. Und richtig: für denjenigen, der sich mit der Materie nicht gründlich vorab beschäftigt und dann genau da landet, wo alle landen, ist die Mosel genau das: ein heruntergekommener Touristenbums. Nix mit Paradies. Nur eine schöne Landschaft reicht halt nicht.


Ulli, ich denke, es kommt an der Mosel durchaus sehr darauf an, wohin genau man gerät. Den "heruntergekommenen Touristenbums" kann man zweifelsohne nicht so selten antreffen, aber man findet durchaus auch neben der schönen Landschaft Quartiere, Restaurants und kulturelle Ziele, auf die deine Beschreibung überhaupt nicht zutrifft. Dein Kollege hat schlicht und einfach Pech gehabt und aus welchen Gründen auch immer die falschen Orte und Lokalitäten aufgesucht. Wenn ich mit den Massen durch die einschlägigen Straßen von Bernkastel renne, habe auch ich genau den Touristen-Bums-Eindruck. Dieser Eindruck relativiert sich aber schon etwas, wenn ich ziemlich in der Mitte dieser Touristenströme im Ausschank des Weinhauses Porn sitze und (wie geschehen) eine Spätlese von J.J. Prüm zu einem sehr fairen Kurs im Glas habe. Noch mehr relativiert er sich, wenn ich an die Ortsränder von Bernkastel gehe und mich dort befinde, wo die Weinberge und der Wald anfangen (dorthin verirrt sich nur noch ein Bruchteil der Touris), und sobald ich im Piesporter Garten der Ferienwohnung des Weinguts Johann Haart direkt an der Mosel hocke, kann vom "heruntergekommenen Touristenbums" überhaupt nicht mehr die Rede sein! Kurzum: Es ist an der Mosel nicht anders als an der Ahr oder am Rhein (oder in der Wachau :mrgreen: ) - nach wie vor kann man dort ganz grauenvollen Zustände antreffen, aber man kann eben auch richtig herrliche Urlaube verbringen, wenn man es mit etwas Verstand und mit genügend Vorabinformationen angeht!

niers_runner hat geschrieben:Wir haben in Minheim ein Ferienhaus gemietet und kein Problem ein paar km zu fahren.


Da hätte ich gleich einen Tipp: http://www.lehnert-veit.de

In der Strausswirschaft des Weinguts stößt man gewiss nicht auf High-End-Küche, aber die Qualität der angebotenen Speisen (und auch der Weine) stimmt. Und man sitzt hier unvergleichlich schön am straßenfreien Moselufer. Von Minheim ist das nur ein Katzensprung....

Herzliche Grüße

Bernd
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Figeac78

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragSo 25. Jun 2017, 23:53

Hier wurde ja auch nach Tips gefragt.
Ich erinnere mich z.B. vor einigen Jahren im Restaurant des Hotels Doctor Weinstuben in Bernkastel recht gut gegessen zu haben. Zwar eher bodenständige Küche, aber sehr gut.
Außerdem liegt Trier ja auch noch an der Mosel und dort gibt es sicher auch das eine oder andere gute Restaurant. Von Leuten aus der Gegend habe ich mal den Tip Eurener Hof in Trier bekommen, besonders wegen der Weinkarte. Ich war dort noch nicht, will aber auf jeden Fall irgendwann mal dort reinschauen.
Herzliche Grüsse,
Detlef
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puschel

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Re: Mythos Mosel 2017

BeitragMo 26. Jun 2017, 00:04

UlliB hat geschrieben:
Moselglück hat geschrieben:Komischerweise bist du hier der Einzige dem diese wunderschöne Region nicht in den Kragen passt.

Oh, mir persönlich passt die Mosel durchaus "in den Kragen".
Aber vielleicht liest du noch einmal genau, was und vor allem in welchem Kontext ich hier geschrieben habe, und reflektierst einmal kritisch deine Einstellung zu einer Region, die sich ja schon in deinem Usernamen ausdrückt?
Das hier ist eben kein Platz, der ausschließlich den Enthusiasten vorbehalten ist.
GrußUlli


Hallo Ulli,
wenn hier aus den 60 er , 70 er Jahren an der Mosel
zitiert wird, heißt das du seit ca. 50 Jahren nicht up to Date bist.
Sorry, ich verbringe hier wunderschön Urlaube , mit exzellenten Essen und
sehr schoenen Weinproben in exzellenten Hotels und Restaurants und
das lasse ich mir Ich nicht schlecht reden :!:
Gruß Adi
Save water, drink riesling
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