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Franken 2018

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EThC

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Re: Franken 2018

BeitragDi 3. Dez 2019, 13:44

...ich war am Sonntag bei der Adventsverkostung bei einem meiner Weinhändler und hab' mich durch fast das ganze Verkostungs-Line-up getrunken. Fazit: keine einzige Bestellung von 18ern, weder aus Franken (ca. 6 verschiedene probiert, v.a. Stahl, Rainer Sauer) oder Gesamt-D noch sonstwo her, nur ein paar Juraner, ein weißer Toscaner (!), Schampus sowie andere Schäumer, 10er BA's und den 16er Saybritz Welschriesling vom Weninger...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Michl

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Re: Franken 2018

BeitragDi 3. Dez 2019, 20:43

Bernd Schulz hat geschrieben:Weiah, ich habe den 2018er Müller von Luckert auch bestellt


Bernd, ich war gestern wahrscheinlich etwas zu harsch in meiner Notiz, was meiner Verärgerung über die wirklich irreführende Beschreibung von Kössler (dessen Wahrnehmungen ich sonst oft sehr gut nachvollziehen konnte) geschuldet war. Der Wein ist eben nicht wie Kössler schreibt "überraschend knackig", "strahlend frisch" "enorm straff" oder "mundwässernd", sondern er ist all das nicht! Ich korrigiere mich aber: "adipös" und "lethargisch" war zu hart, er ist eher etwas füllig, aber nicht schwer, strukturell dicklich und etwas behäbig. Die "Süße" des Weins ist für mich jedoch weiterhin grenzwertig. Damit aber kein Missverständnis aufkommt: Der Wein ist mitnichten ein schlechter Wein, nur eben einer, der die Charakteristik des Jahrgangs in nicht vorteilhafter Weise zeigt.
Mach doch mal eine Buddel auf, Bernd. Mich würde sehr interessieren, ob du den Eindruck bestätigen kannst.

Bernd Schulz hat geschrieben:Im Hinblick auf Franken oder auf Deutschland allgemein? Aus Rheinhessen und aus dem M-S-R-Gebiet hatte ich trotz der auch von mir gehegten Vorurteile schon richtig schöne 2018er im Glas....


Wie gesagt, es war (und ist, ich habe ihn gerade wieder im Glas) mein erster 18er, von daher kann ich nichts sagen. Aber er bestätigt zumindest exemplarisch das, was auch hier im Thread von mehreren zum 18er gesagt wurde. Wenn es in anderen Regionen anders aussehen sollte, dann freue ich mich natürlich.

Bernd Schulz hat geschrieben: (nebenbei bemerkt war es für mich nicht so leicht, in Kerlers Sortiment genug Sachen zu finden, die ich wirklich gerne kaufen wollte)!


Ja? Er hat u.a. mit Fürst und Fritz Haag ja durchaus "Klassiker" im Angebot, mit Saalwächter und Hofgut Falkenstein auch extrem gelobte (gehypte?) Weingüter, mit Claus Schneider einen Liebling von mir und auch sonst nicht wenige Weingüter, die ich sehr mag (Wagner-Stempel z.B.) Es gibt mit Bouland einen richtig guten Winzer aus dem Beaujolais, und insbesondere für Südfrankreich-Fans soll er einiges haben, das ist aber gar nicht meine Baustelle. Auf jeden Fall finde ich immer genug, um als Schwabe versandkostenfrei zu bestellen :mrgreen:
Viele Grüße

Michl
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Bernd Schulz

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Re: Franken 2018

BeitragMi 4. Dez 2019, 02:14

Michl hat geschrieben:Mach doch mal eine Buddel auf, Bernd. Mich würde sehr interessieren, ob du den Eindruck bestätigen kannst.


Mache ich zeitnah, sobald die Lieferung der Weine, die ich am Abend des 28.11. bestellt habe, bei mir eingetroffen ist! Bislang hat sich Kerler abgesehen von einer an eben diesem 28.11. an mich verschickten Auftragsbestätigung noch nicht geregt...

Michl hat geschrieben:Ja? Er hat u.a. mit Fürst und Fritz Haag ja durchaus "Klassiker" im Angebot, mit Saalwächter und Hofgut Falkenstein auch extrem gelobte (gehypte?) Weingüter, mit Claus Schneider einen Liebling von mir und auch sonst nicht wenige Weingüter, die ich sehr mag (Wagner-Stempel z.B.) Es gibt mit Bouland einen richtig guten Winzer aus dem Beaujolais, und insbesondere für Südfrankreich-Fans soll er einiges haben, das ist aber gar nicht meine Baustelle.


Um das Feld mal von hinten aufzurollen: Die Südfranzosen, die Kerler im Programm hat, mögen gut sein, aber sie sind nahezu samt und sonders ganz schön teuer! Der - um mit Ralf Gundlach zu reden - "beste Weinhändler unserer Stadt" bietet etliche südfranzösische Weine von auf hohe Qualität bedachten Betrieben in der Preisklasse > 10 Euro an. Bei Kerler finde ich ich in dieser Kategorie kaum etwas.

Und Fürst (ich habe das Weingut schon persönlich heimgesucht und ein sehr interessantes Gespräch mit Paul Fürst erlebt) sowie Fritz Haag bewegen sich mit ihren fraglos sehr guten Weinen auch eher außerhalb des Rahmens meiner finanziellen Möglichkeiten. Insofern bevorzuge ich, wenn ich im Fachhandel kaufe, diejenigen Händler, die weniger auf die allgemein anerkannten Topbetriebe setzen beziehungsweise auf die aktuellen Hypes (Hofgut Falkenstein) aufspringen, sondern stattdessen besonders bemüht sind, auch im unteren Preissegment richtig erfreuliche Sachen anzubieten......ein solcher Händler ist zum Beispiel Vinocentral aus Darmstadt...

Herzliche Grüße

Bernd
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Bernd Schulz

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Re: Franken 2018

BeitragDo 5. Dez 2019, 00:54

Michl hat geschrieben:Bernd, ich war gestern wahrscheinlich etwas zu harsch in meiner Notiz, was meiner Verärgerung über die wirklich irreführende Beschreibung von Kössler (dessen Wahrnehmungen ich sonst oft sehr gut nachvollziehen konnte) geschuldet war. Der Wein ist eben nicht wie Kössler schreibt "überraschend knackig", "strahlend frisch" "enorm straff" oder "mundwässernd", sondern er ist all das nicht! Ich korrigiere mich aber: "adipös" und "lethargisch" war zu hart, er ist eher etwas füllig, aber nicht schwer, strukturell dicklich und etwas behäbig. Die "Süße" des Weins ist für mich jedoch weiterhin grenzwertig. Damit aber kein Missverständnis aufkommt: Der Wein ist mitnichten ein schlechter Wein, nur eben einer, der die Charakteristik des Jahrgangs in nicht vorteilhafter Weise zeigt.
Mach doch mal eine Buddel auf, Bernd. Mich würde sehr interessieren, ob du den Eindruck bestätigen kannst.


Ich hätte ja wirklich gerne die entsprechende Flasche aufgemacht, aber der Kerler-Lieferung, die mir heute abend völlig unangekündigt zugestellt wurde, lag ein handschriftlich erstellter Zettel mit den Zeilen "Müller-Thurgau leider ausverkauft, sorry!" bei. Jetzt weiß ich nicht genau, ob ich mich darüber ärgern oder freuen soll..... ;) :twisted:

Bei Kerler werde ich jedenfalls so bald nicht wieder etwas bestellen. Die seitens des Händlers versprochene Ankündigung der Lieferung hat nicht stattgefunden (wobei das auch an UPS liegen kann, aber derjenige, der mit UPS liefern lässt, hat aus meiner Perspektive seine Hausaufgaben eh nicht gründlich genug gemacht), die Website war bezüglich der Verfügbarkeit offensichtlich von gestern, und das Sortiment hat mich unter Geizaspekten :mrgreen: überhaupt nicht überzeugen können. Peinliche Händlerlyrik hin oder her - da halte ich mich im Zweifelsfall dann doch lieber an PdP. Oder Vinocentral. Oder sogar an K&U.

Herzliche Grüße

Bernd
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Je-Mi

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Re: Franken 2018

BeitragDo 5. Dez 2019, 20:06

Moin,
das sehe ich anders. Ähnliches ist mir bei anderen Händlern auch schon passiert. Ansonsten: freundlich, zuverlässig, versandkostenfrei bei 90 €, im Sortiment einige Weine, die es in D nicht überall gibt.
O.K., vielleicht kein Schnäppchenladen, aber es gibt auch regelmäßig Angebote.
Schönen Abend
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Bernd Schulz

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Re: Franken 2018

BeitragDi 21. Apr 2020, 21:49

Hier folgt die in einem Nachbarfaden bereits angekündigte Beschreibung eines 2018ers von den Trockenen Schmitts:

Bild

Auf der Website des Erzeugers steht unter diesem Wein: "Bester Silvaner Frankens laut ENOS Weinwettbewerb 3/2020". Tja, wenn das der beste Silvaner Frankens war, dann möchte ich die Weine, die beim Wettbewerb im Mittelfeld gelandet sind, lieber erst gar nicht probieren... :twisted:

Wenn ich auf die erste Seite des Threads schaue, stelle ich fest, dass ich den Silvanerkollegen vom Sonnenstuhl ohne "Alte Reben" im Sommer 2019 als höher bewertet habe als diesen vermeintlichen Spitzensilvaner des von mir grundsätzlich hochgeschätzten Betriebs. Nicht immer entspricht die Qualitätshierarchie des Erzeugers auch der Rangfolge, die meiner Nase, meiner Zunge und meinem Gaumen geschuldet ist ;) .

Nachkaufen würde ich jedenfalls weit eher den Sonnenstuhl zu 9,50, wenn es ihn denn noch gäbe. Aber im Gegensatz zum besten Silvaner Frankens :mrgreen: scheint er ab Hof bereits ausverkauft zu sein.

Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Franken 2018

BeitragDi 21. Apr 2020, 22:14

2,3 g/l RZ sind für die Trockenen Schmitts schon extremst viel, der 15er hatte 0,7, den fand ich damals sehr schön. Hättich sogar noch einen... :D
Viele Grüße
Erich


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Bernd Schulz

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Re: Franken 2018

BeitragDi 21. Apr 2020, 23:18

EThC hat geschrieben:2,3 g/l RZ sind für die Trockenen Schmitts schon extremst viel....


Wohl wahr - Bruno Schmitt sagte mir seinerseits anlässlich meiner Recherchen zu "Weinwanderungen in Franken", dass in seinem Betrieb Weine mir über 2 g/l RZ nicht mehr als "trocken" ettiketiert werden würden. Im Falle des 2018ers Silvaner "Alte Reben" aus dem Sonnenstuhl hat man da anscheinend ein Hühnerauge zugedrückt...

Herzliche Grüße

Bernd
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stollinger

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Re: Franken 2018

BeitragMi 22. Apr 2020, 08:05

Klingt doch wieder nach Problemen bei der Gärung wegen zu wenig hefeverwertbarem Stickstoff. Würde auch den Süßeeindruck erklären.

Deine Beschreibung zum 19er von Rainer Sauer lässt an eine ähnliche Situation in 2019 denken. Witterungsbedingt ist es für mich plausibel, dass auch in 2019 die Böden wegen der anhaltenden Trockenheit nicht viele Nährstoffe zur Verfügung stellen können und es in den Pflanzen dann zu Mangelerscheinungen kommt.

...um mal wieder meiner Rolle als Katastrophen-Prophet nachzukommen.... :D
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UlliB

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Re: Franken 2018

BeitragMi 22. Apr 2020, 09:38

stollinger hat geschrieben:Deine Beschreibung zum 19er von Rainer Sauer lässt an eine ähnliche Situation in 2019 denken. Witterungsbedingt ist es für mich plausibel, dass auch in 2019 die Böden wegen der anhaltenden Trockenheit nicht viele Nährstoffe zur Verfügung stellen können und es in den Pflanzen dann zu Mangelerscheinungen kommt.

...um mal wieder meiner Rolle als Katastrophen-Prophet nachzukommen.... :D

Da muss man gar kein Katastrophen-Prophet sein. Ich war kurz vor Weihnachten bei den Trockenen Schmitts, um noch ein paar Flaschen vom 18er Silvaner Kabinett "Ewig Leben" nachzukaufen, der schmeckt im Gegensatz zu mehreren anderen Weinen aus dem 18er-Sortiment tatsächlich völlig trocken. Ich habe bei der Gelegenheit nachgefragt, wie denn die 19er so werden. Die klare Antwort war: ganz genau so wie die 2018er. Die beiden Jahrgänge seien klimatisch "eineiige Zwillinge", und die Weine würden dem entsprechen.

Das heißt: noch ein Jahrgang, um den ich in Franken einen großen Bogen machen werde. Zundest wird da nichts gekauft, was ich nicht vorher probiert habe.

Mal sehen, wie 2020 so wird... hier (im südlichen Baden-Württemberg) hat es seit Wochen nicht mehr geregnet, der ohnehin schon vorhandene Mangel an Grundwasser verschärft sich, und für das Sommergetreide zeichnet sich schon jetzt eine komplette Fehlernte ab.

Gruß
Ulli
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