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Weingut Holger Koch

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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 10. Mai 2020, 16:06

Ich weiß nicht, ob TCA oder doch etwas anderes ursächlich für die leicht muffige Note bei diesem WB*** 2015 ist. Jedenfalls ist sie zwar ebenso leicht wie deutlich, aber nicht geeignet, das Potential, das dieser Wein gehabt hätte, überwiegend zu maskieren.

Hmm, ich muß wohl doch mal sammeln und das Weingut anschreiben... Die Flasche zeigte übrigens leichte Leckage, und der Korken saß relativ locker, war aber elastisch.
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 10. Mai 2020, 20:05

...ich hab' vor ein paar Tagen eine Flasche bei Jülg mit freundlichen Worten reklamiert und auch umgehend Ersatz bekommen. Ich denke mir, je mehr Leute ihre Korker auch reklamieren, desto höher wird der Leidensdruck der Winzer entweder bessere Korkqualitäten oder gleich Schrauber einzusetzen. Wenn keiner meckert, passiert auch nix...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 14. Jul 2020, 16:55

Da ich mir intern notiert habe: "nicht lange fackeln", habe ich ohne Reue den nächsten hiervon aufgezogen:

Holger Koch, Chardonnay *** 2018

Ohne großes Gedöns oder Analyse, pop'n'pour.

CO₂ wie bei meinem Erstkontakt ist mir nicht aufgefallen. Kork aber auch nicht. :mrgreen: Man erkennt schon deutlich Holgers Kniff mit den rückverschnittenen maischevergorenen 8%. Das ist nach wie vor nicht allzu spannunggeladen, aber sehr gut trinkbar und zum ziemlich kräftigen Steinpilzrisotto auch am richtigen Platz.

Vielleicht ist das ja auch das Rezept: Korken raus, Kopf ausschalten und Spaß haben.

Ich bleibe allerdings bei meiner Einschätzung, Holger Kochs weiße 2018er nicht auf die lange Bank zu schieben.
Besten Gruß, Karsten
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Lorne Malvo

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 14. Jul 2020, 21:09

Hallo Karsten,

ich habe Holger Kochs weisse und graue Burgunder auch immer stilistisch als sehr angenehm im besten Sinne empfunden, auch wenn das normal nicht so meine Baustelle ist. Habe sie selbst in der nicht so hohen Kategorie bsp. den Weissburgunder Steinfelsen nach 4-5 Jahren noch sehr gern und in guter Form getrunken. Das hat mit dem 2014er/2015er sehr gut funktioniert.

Sollte aber doch mit dem Chardonnay***2018 möglich sein?
Haben die 18er so wenig Säure + Überreife oder was lässt dich zu dem Schluss der geringen Haltbarkeit kommen?
Alkoholgehalt scheint ja recht normal.

Habe das Weingut in den letzten Jahren etwas aus den Augen verloren.
Das sind auch oft Weissweine, mit denen ich auch ganz gut
nicht so Wein affine Gäste begeistern kann und
die für mich trotzdem auch nicht langweilig sind.
Da suche ich auch immer mal das Passende und bin da
normal nicht so gut drin. Das finde ich bei HK auch ganz gut.
Gut Schluck!
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 14. Jul 2020, 22:05

Ja, die Säure ist eher niedrig, und Holger hat über die Phenolik (so habe ich es verstanden) Spannung reinzubringen versucht. Das ist auch gelungen, aber stilistisch nicht ganz das, was ich an seinen Weinen besonders schätze. Er schrieb übrigens selber mal irgendwo sinngemäß von einer grenzwertigen Herausforderung mit diesem Jahrgang.

Du hast recht, die Weine haben das Potential zu "everybody's Darling" im besten Sinne. Die sind nicht zum Posen gedacht, sondern als Essensbegleiter, und das sind sie par excellence!
Besten Gruß, Karsten
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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 9. Sep 2020, 20:07

Holger Kochs ist und bleibt für mich einer der besten in Baden und überhaupt. Sein Weißburgunder-Flagschiff aus 2014 ist gerade phantastisch und noch immer zu einem vergleichsweise geringen Tarif zu beziehen. So feine Weißweine gelingen in Baden nach meiner Kenntnis nur Claus Schneider. Richtig schöner Weinabend...

Bild
Viele Grüße

Michl
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Bernd Schulz

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 22. Sep 2020, 20:29

Nachdem mich Stefan Müllers 2019er Riesling-Kabi feinherb vor ca. 23 Stunden nicht wirklich glücklich gemacht hat, habe ich noch diesen kleinen Spätburgunder von Holger Koch entkorkt (aber gestern keine Notiz mehr dazu verfasst):

Bild

Der Wein benötigt Luft! Denn gestern bot er mir im Gegensatz zu heute auch nicht den erwünschten Genuss (worauf ich schmollend in der Falle verschwunden bin). Jetzt hingegen macht er genug Freude; im Jahrgangskontext wirkt er erstaunlich schlank, ohne dass es an Substanz fehlt. Sehr schöne Händlerabfüllung, die bestätigt, was Michl im vorhergehenden Posting schrieb:

Michl hat geschrieben:Holger Kochs ist und bleibt für mich einer der besten in Baden und überhaupt.


Herzliche Grüße

Bernd
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EThC

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 7. Okt 2020, 16:05

Michl hat geschrieben:Holger Kochs ist und bleibt für mich einer der besten in Baden und überhaupt.

...leider war meine Erstbegegnung mit Holger Kochs Weinen ein Griff ins Klo:

Bild

Dieser Wein stammt aus einem „Holger Koch-Probierpaket“ von Pinard de Picard und ich wurde um meine Meinung dazu gebeten. Da PdP ja bekannt für seine maßlose Weinlyrik ist, habe ich mal nachgeschaut, was da zu dem Wein geschrieben wurde. Zwar ist der 18er nicht mehr im Programm, aber in der Beschreibung zum 19er steht u.a.:

Um seinen Weinen den richtigen Schwung zu geben, sie mit mehr Gerbstoff aufzuladen, ihnen mehr Frische zu ermöglichen und auch mehr Charme, hat Holger einen kleinen Teil des Grauburgunders aus seiner besten Lage auf den Traubenhäuten und Stengeln vergoren, also einen Orangewein entstehen lassen, den er in kleinen Portionen von nur wenigen Prozenten dem traditionell vergorenen Wein wieder beigegeben hat. Das war schon das Erfolgsmodell im Jahrgang 2018!

Was auch immer der ja eigentlich recht renommierte Winzer tatsächlich mit dem Wein angestellt hat, für mich ist das Ergebnis jedenfalls ziemlich unterirdisch. Und das sah der Spender eigentlich genauso...
Viele Grüße
Erich


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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 7. Okt 2020, 16:41

Ich beschränke mich auf die ***; die Einstiegsweine überzeugen mich auch nicht so. Viel entscheider ist jedoch: 2018 muß in Bickensohl außerordentlich schwierig gewesen sein. Auch die *** aus diesem Jahr fand ich erschreckend schwach, wie Du hier im Thread nachlesen kannst.

Edit:
Nee, kannst Du nicht nachlesen, weil ich viel zu vorsichtig formuliert habe. Ich hatte aber inzwischen von allen drei weißen die 2. und 3. Flasche 2018er, und bin weiterhin nicht vom Hocker gerissen.
Besten Gruß, Karsten
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Michl

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMi 7. Okt 2020, 16:54

EThC hat geschrieben:...leider war meine Erstbegegnung mit Holger Kochs Weinen ein Griff ins Klo:


Das tut mir leid, Erich, aber aus meiner Sicht nur so viel:

Ich bilde mir ein, das Weingut und die Weine mittlerweile ganz gut einschätzen zu können, aber mit den PdP-Editionen hatte ich schon ganz grauenhafte Erlebnisse. Gerade im Fall von Holger Koch ist für mich rätselhaft, was da im Vergleich zu den regulären Weine läuft. Ich werde keine dieser PdP-Editionen mehr kaufen.

2018 und Baden in weiß halte ich darüber hinaus für grundsätzlich problematisch.

Und Grauburgunder ist nach meinem Empfinden die schwächste Rebsorte bei Koch.

Formal hast du den kleinsten Wein im Glas gehabt, vergleichbar zum einfachen Kaiserstühler, der fällt in seiner Liga manchmal klasse aus, aber eben nur in seiner Liga, manchmal sind das aber eben auch nur sauber gemachte Allerweltweine, die mir jedoch mit ihrer stilistischen Ausrichtung (schlank) gefallen. Bei Koch fängt es qualitativ eigentlich erst mit den Weinen aus dem Herrenberg an, interessant zu werden.

Schreib das Weingut nicht gleich ab, es kommt nicht von ungefähr, dass viele Weinliebhaber, die es gerne feingliedrig und nicht mächtig haben, das Weingut sehr schätzen.

Allenfalls die Haltbarkeit der Weine, v.a. der roten, ist etwas bedauerlich. Aktuell gibt es bei einem Weinhändler mit erfreulich vielen Jahrgängen im Programm bspw. sogar noch einen 2011 Pinot Noir* im Abverkauf. Der Wein ist gut, hat aber schon deutlich Cola-Noten. Auch ein 12er war vor geraumer Zeit schon sehr weit entwickelt. Da stehen doch viele deutschen Spätburgunder erst richtig gut da...
Viele Grüße

Michl
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