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Weingut Holger Koch

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Der Wein-Schwede

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMo 29. Jul 2019, 20:20

Hallo Karsten,

vielen Dank für die VKN für die Holger Koch WB und GB.

Seltsamerweise wecken die VKN des GB's bei mir mehr Interesse als des WB's.
Ich habe kaum einen GB probiert der mir zugesagt hat - die sind mir öfters zu breit und fehlen Frische und Mineralität.

Vielleicht kommt irgendwann die Gelegenheit bei Holger Koch einen "Pit-Stop" zu machen. :)

Bez. Deine Wiederverkostung einen Tag später, lese ich Deine Empfehlung so dass man soll den Wein unbedingt am ersten Tag austrinken. :ugeek: ;)

Viele Grüsse
Rolf
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragMo 29. Jul 2019, 21:07

Gerne, Rolf. :)

Ich denke, der GB hat tendenziell einen Ticken mehr Ausdruck als der WB; das war nicht nur bei diesen beiden Flaschen so. Ich empfinde die Weine nicht als breit, aber ich weiß ja, daß Deine Vorlieben etwas "extremer" als meine sind. Ich kann Dir also nicht guten Gewissens eine Empfehlung aussprechen, aber wenn es Dich einmal dorthin verschlagen sollte, würde ich gerne von Deinen Eindrücken hören. :)

Genau diese Flasche wäre besser am ersten Tag ausgetrunken gewesen. Ob das generell für Holger Kochs Weine gilt, kann ich garnicht sagen - die Flaschen sind meistens ruck-zuck leer.
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDo 1. Aug 2019, 21:57

Ich kann mich noch gut an meinen leider bisher einzigen Besuch im Juni 2016 beim Weingut erinnern. Wir haben probiert, was verfügbar war, aber einige Weine waren schlichtweg schon abverkauft, speziell die roten Topweine. Ganz zuletzt war Frau Engesser so nett, mir eine einzelne allerletzte Flasche vom

Holger Koch, Pinot Noir Reserve 2014

zu verkaufen, die ich gerne blind mitnahm. Heute war nun der Moment, dieses Einzelstück seiner Bestimmung zuzuführen.

Die Robe ist ziemlich hell-transparent, mit deutlicher Tendenz zum Orangen.

In der Nase jedoch keine Spur von Oxidation oder weiter Entwicklung; die Farbe ist einfach so. Aromen von Süßkirsche, aber auch Walderdbeere und (besonders nach Schwenken) Blaubeere. Tolle feine Würze wie von Wacholder, etwas Holzkohle sowie einer Prise weißen Pfeffers. Klar und transparent, fast ätherisch, und dennoch auch dicht und kraftvoll. Großartig! (Mme Amatrice zieht den sehr treffenden Vergleich zu einer Primaballerina, die sich fast zerbrechlich und dennoch kraftvoll und elegant präsentiert.)

Am Gaumen sehr pointierte, fast zitrisch wirkende Säure. Grenzwertig, aber noch ok. Körper seidig und fast schwerelos, dennoch dicht und intensiv. Leichte, sehr feine Adstringenz. Ähnliche Aromen wie in der Nase, aber zusätzlich tatsächlich ein soupçon Orange!

Abgang sehr lang, getragen von der Frische, aber auch einer leichten Mineralität, und auch einer ganz leicht rauchigen Herbheit ohne jede Bitterkeit.

Großes Kino!
Heute sehr gut, aber sicher noch eine Weile nicht am abbauen.

Wenn man so möchte, sehr "französisch", und dennoch nicht so ganz, sondern eigenständig. Chapeau!

--
Ich war überrascht, wie fein der Wein ist. Ich hatte ihn doch etwas kerniger erwartet. Zum Dhal wäre er definitiv Verschwendung gewesen, und so öffnete ich zum Essen meine letzte Flasche Joblot Servoisine 2014. Welche Überraschung, daß der Joblot im direkten Vergleich - obwohl sehr gut - fast wie ein grobschlächtiger Bauernwein daherkam!
Besten Gruß, Karsten
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Georg R.

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 2. Aug 2019, 09:48

Hallo Karsten,

Dein Beitrag weckt bei mir Lust, die 15er Reserve anzutesten.
Bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch zu früh ist.

Hast Du Erfahrungen mit dem Folgejahrgang des 14ers?

Gruss
Georg
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Mark Twain
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 2. Aug 2019, 14:30

Hi Georg,
Georg R. hat geschrieben:Dein Beitrag weckt bei mir Lust, die 15er Reserve anzutesten.
Bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch zu früh ist.

Hast Du Erfahrungen mit dem Folgejahrgang des 14ers?
Leider nein, außer bei der Beschaffung. :mrgreen:

Es gibt aber eine einfache Lösung:
Du reißt eine auf und berichtest hier! :ugeek:

Sicher Hast Du die Notizen zum 2015 Pinot Noir *** hier im Thread gefunden?
Besten Gruß, Karsten
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Georg R.

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 2. Aug 2019, 20:17

amateur des vins hat geschrieben:Hi Georg,
Georg R. hat geschrieben:Dein Beitrag weckt bei mir Lust, die 15er Reserve anzutesten.
Bin mir aber nicht sicher, ob das nicht doch zu früh ist.

Hast Du Erfahrungen mit dem Folgejahrgang des 14ers?
Leider nein, außer bei der Beschaffung. :mrgreen:

Es gibt aber eine einfache Lösung:
Du reißt eine auf und berichtest hier! :ugeek:

Sicher Hast Du die Notizen zum 2015 Pinot Noir *** hier im Thread gefunden?


Hallo Karsten,

mein Kellerbuch hat sich inzwischen eingemischt mit dem Hinweis, dass wir auch den *** noch rumliegen haben.
(Der wurde jetzt aufgezogen)
Also wird es (vorerst) noch nichts mit der Reserve.

Gruss
Georg
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Mark Twain
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragFr 2. Aug 2019, 20:51

Dann Grüße an Dein Kellerbuch, und es möge doch bitte seinen letzten Eintrag herauskopieren. :)
Besten Gruß, Karsten
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Georg R.

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 4. Aug 2019, 09:01

Hier ist das Kellerbuch von Georg R.
Er schreibt meist nur allgemeine Einträge, mit den Aromen definieren hat er es nicht so.

Zum Holger Koch Pinot Noir *** 2015:
"Kräftiger und dichter als von H. Koch gewohnt, noch etwas astringierend am Gaumen.
2015 wurden wohl mehr Rappen hinzugefügt als in anderen Jahren.
Am zweiten Abend runder, Kirchenfenster.
Nächste Flasche in 3 Jahren"

Er will die Reserve aus 15 sogar noch 5 Jahre liegen lassen, aber so wie ich ihn kenne,
wird er das nicht durchhalten.

Gruss
Das Kellerbuch
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Mark Twain
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragSo 18. Aug 2019, 16:49

Letztens habe ich meine neue Jahresdosis Holger Koch *** erhalten. :ugeek:
Den Anfang macht heute

Holger Koch, Weißburgunder *** 2018

Rebsortentypisch, aber nur dezente vorw. weiße Frucht. Erkennbar mineralisch, und - ist da eine Spur Reduktion im Spiel? Gar ein stilistischer Trend erkennbar? Er scheint mir eine Nuance straffer, ohne die kochtypische Zugänglichkeit einzubüßen. Die 8% oder so, die mit Maischestand ausgebaut und rückverschnitten werden, erzeugen zusätzlich maßvolle Spannung. Jedenfalls keine Spur der für 2018 befürchteten Breite - und das vom Kaiserstuhl!

Typisch für Holger Koch ein unaufgeregter, eher leiser Wein. Wie schon seit jeher, habe ich dennoch nie das Gefühl, hier würde Spannung fehlen.
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Weingut Holger Koch

BeitragDi 20. Aug 2019, 15:59

Und gleich hinterher:

Holger Koch, Grauburgunder *** 2018

Die "8-10%-Rückverschnittstechnik mit Schalenkontakt" macht sich hier ganz leicht in der Farbe bemerkbar.
In der Nase deutlich "ernsthafter", weniger verspielt als der WB. Auch komplexer(?) und würziger. Über einem Fundament von Pfirsich und Grapefruit finde ich Rosenblüten, frische Graubrotkruste und milde Limette sowie ein paar reife Kumquat.
Am Gaumen leicht cremige Textur und relativ milde, aber locker ausreichende und eigentlich ziemlich schöne Säure. Gut so wie es ist, aber etwas mehr Pep wäre auch nicht verkehrt. Interessanterweise hallt ein sogar leicht bitzeliger Frischeeindruck lange nach (weniger an Tag 2, also vmtl. CO₂). Leichte Adstringenz. Aromatisch vielschichtig, aber schwer zu benennen: am ehesten Mandarine mit ein paar Zitronenspritzern.

Das ist schon eher zugänglich, nicht extrem auf Knackigkeit getrimmt. Aber eben auch sehr stimmig, bar jeder Breite, und ein toller Essensbegleiter.

Wie schon in früheren Jahrgängen, finde ich den GB etwas interessanter als den WB.
Besten Gruß, Karsten
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