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Badische Weißweine

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Don Miguel

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Reinhold und Cornelia Schneider

BeitragDi 26. Jul 2011, 13:13

Ein interessanter Vergleich der Spätlesen Weiss- und Grauburgunder aus 2009:

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86 DMP

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89 DMP

Für mich liegt der Ruländer eindeutig vorne, er kratzt die 90er-Schwelle, aber auf die 91 Punkte wie beim Gault Millau komme ich nicht ganz.

Don
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octopussy

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Re: Badische Weißweine

BeitragDi 2. Aug 2011, 22:20

Heute habe ich mal wieder einen Wein aus dem Glottertäler Eichberg probieren können. Die Lage ist recht groß (43 ha) und zieht sich am Rande des Glottertals entlang. Das wohl bekannteste Stück (jedenfalls für Spätburgunder) ist der Rote Bur, in dem u.a. die Winzergenossenschaft, das Weingut Christian Disch und das Hotel Hirschen Parzellen haben. Der Eichberg ist insgesamt ziemlich steil (bis 75% Gefälle), der Rote Bur ist besonders steil. Der bekannteste Winzer mit Lagen im Glottertäler Eichberg dürfte Salwey sein.

Vor knapp mehr als zwei Jahren hatte ich mal ein paar wenige Weine von der Winzergenossenschaft probiert, die mich bei den Roten überhaupt nicht begeistert hatten, bei den Weißen ok waren. 6 gemischte Flaschen gekauft hatte ich vom Weingut Christian Disch (Spätburgunder 2006, Weiß- und Grauburgunder 2007). Der Spätburgunder trank sich sehr gut, die Weiß- und Grauburgunder waren u.a. jahrgangsbedingt etwas üppig geraten und alterten nicht besonders gut.

Der 2009 Glottertäler Eichberg Grauburgunder Spätlese Trocken vom Weingut Hotel Hirschen trank sich jetzt ziemlich gut, auch wenn er nicht allzu viele Facetten hat. Positiv finde ich die schlanke Art. Grundsätzlich denke ich aber, dass sich aus dem Glottertäler Eichberg durchaus noch mehr rausholen ließe.

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Beste Grüße, Stephan
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octopussy

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Re: Badische Weißweine

BeitragSo 14. Aug 2011, 22:16

Seit Freitag im Glas, der 2008 Sasbacher Limburg Weißburgunder Spätlese Trocken von Bercher. Schon die erste Flasche davon hat mir grandios gut gefallen, die zweite jetzt in etwa genauso gut. Der Sasbacher Limburg gehört eher zu den weniger bekannten Lagen am Kaiserstuhl. Dort findet man den sog. Limburgit, ein rotbraunes, grobblasiges Vulkangestein (Quelle: Weingut). Den Vulkanasche-Charakter der Weine aus dem Burkheimer Feuerberg und dem Sasbacher Limburg transportiert die Bercher-Familie m.E. sehr gut in die Flasche. Es mag Einbildung sein, aber ich meine hier wirklich eine starke Note kalter Asche wahrzunehmen. Die sehr ausgeprägte und leicht strenge Mineralität trägt auch zum Lagencharakter bei.

Derzeit gefällt mir der 2008 Sasbacher Limburg Weißburgunder Spätlese Trocken fast besser als das Große Gewächs aus dem Burkheimer Feuerberg aus dem gleichen Jahr. Aber letzterer wird sich sicher noch steigern. Bercher ist für mich jedenfalls bei Weiß- und Grauburgunder ganz vorne mit dabei.

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Eine deutlich leichtere und fruchtigere Charakteristik bekommt der Wein übrigens in Kombination mit Bitterschokolade (Côte d'Or Noir Intense 70%). Eine Zufallskombination, die aber wirklich gut passt.
Beste Grüße, Stephan
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octopussy

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Re: Badische Weißweine

BeitragSo 9. Okt 2011, 21:23

Und nochmal Bercher. Noch vor ca. einem Jahr fand ich den 2008 Burkheimer Feuerberg Grauburgunder Großes Gewächs in etwa den hohen Bewertungen der Profis entsprechend. Jetzt fiel er geringfügig ab, wenn er sich auch immer noch sehr schön trinkt. Insbesondere als Essensbegleiter (zu einer Pipérade mit etwas gereiftem AOC Ossau Iraty Pur Brebis) schlug er sich hervorragend. Kräftige Aromen von Knoblauch, Zwiebeln und Piment d'Espelette konnten den Wein nicht unterbuttern.

Da der Wein einfach richtig gut gemacht ist, ist meine Prognose, dass er in einem oder zwei Jahren wieder aufwacht und sich großzügiger zeigt. Positiv vermerken möchte ich übrigens das große Talent der Berchers für den Barrique-Einsatz. Selbst in jungem Zustand spürt man vom Barrique nichts außer einer guten Struktur.

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octopussy

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Re: Badische Weißweine

BeitragSo 18. Dez 2011, 23:36

Bin ich eigentlich der einzige, der badische Weißweine trinkt? Eher für einen lauen Sommerabend als für einen schneeregnerischen Wintertag geeignet ist der 2009 Ihringen Faß 15 Kabinett Trocken vom Weingut Stigler aus Ihringen. Cuvées aus Weißburgunder und Chardonnay trinke ich stets sehr gerne, v.a. das sehr cremige Exemplar von Johner, aber auch den von Salwey. Die Beimischung von Riesling in die Cuvée kannte ich noch nicht. Bei Stiglers Faß 15 tritt der Riesling nicht unbedingt in den Vordergrund, der Weißburgunder drückt der Cuvée für meinen Geschmack hier den dicksten Stempel auf. Aber auch die von anderen Kaiserstühler Erzeugern bekannte Vulkanbodencharakteristik ist hier erkennbar. Gefällt mir ganz gut.

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Bernd Schulz

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Re: Badische Weißweine

BeitragDi 10. Jan 2012, 22:05

Das Öko-Weingut Stadt Lahr schätze ich im Spätburgunderbereich durchaus, aber mit dem mir gerade vorliegenden Auxerrois kann ich nur wenig anfangen:

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Der Wein tut nicht wirklich weh, aber ich bin nicht traurig darüber, nur eine Flasche davon gekauft zu haben.

Beste Grüße

Bernd
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Oh Dae-Su

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Re: Badische Weißweine

BeitragDi 10. Jan 2012, 22:37

Hallo allerseits,

ich hab eben die Post von Bernd gelesen. Dabei hat sich bei mir spontan eine Frage aufgeworfen. Kennt jemand von euch einen Gutedel oder Auxerrois aus Baden der weder eingeschlafen noch belanglos ist?
Kurzum einen Wein der Spass macht. Weniger einen Wein mit Größe, Anspruch oder Ähnlichem. Das erwarte ich eigentlich nicht von einem Wein aus diesen Rebsorten. Obwohl man im Wallis manchmals sehen kann, dass auch solche anspruchvollen Weine aus Gutedel bzw. Chasselas möglich sind.
Ich habe leider nur wenige Erfahrungen mit Weinen dieser Rebsorten, da ich meistens zugegebenermaßen einen großen Bogen um sie in Weinläden oder Verkostungen mache :oops: . Kommt von den einschläfernden Erfahrungen nehme ich an.

Schönen Abend und schon mal Danke für Eure Antworten

Chris
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Bernd Schulz

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Re: Badische Weißweine

BeitragDi 10. Jan 2012, 23:05

Kennt jemand von euch einen Gutedel oder Auxerrois aus Baden der weder eingeschlafen noch belanglos ist?


Chris, beim Grafen Hoensbroech gab es mal einen respektablen Auxerrois. Und einen einigermaßen interessanten Gutedel , nämlich den "Heugumber" (Jahrgang XY, leider vergessen :oops: ) kenne ich von Ziereisen. Ich vermute, den werden dir hier auch noch andere Forumsteilnehmer als Ausnahmeerscheinung nennen!

Trotzdem waren das auch keine Weine, die einen stärkeren Nachkaufreflex in mir ausgelöst haben...

Beste Grüße

Bernd
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Ralf Gundlach

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Re: Badische Weißweine

BeitragDi 10. Jan 2012, 23:08

Hallo Chris,

ich habe gerade den Gutedel Kabinett von Schlumberger im Glas, ich habe da schon etwas im Gutedel-Thread geschrieben, der ist nicht belanglos.

Hallo Bernd,

interessanterweise habe ich den Auxerrois von Wöhrle deutlich besser in Erinnerung als du, ich fand den ganz gut zu trinken und gut gemacht, der Weißburgunder ist allerdings definitiv besser.

Gruß

Ralf
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Bernd Schulz

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Re: Badische Weißweine

BeitragDi 10. Jan 2012, 23:21

der Weißburgunder ist allerdings definitiv besser.


Ralf, den Weißburgunder habe ich Heiligabend getrunken. Den hatte ich Bekannten, die mich netterweise nach meiner Kirchentröterei zum Fisch eingeladen hatten, mitgebracht, und er wurde auch prompt aufgeschraubt - wobei ich mir da dann keine Notizen mehr gemacht habe. Meine Erinnerung an den Wein ist aber durchaus positiv.

Der Auxerrois kommt mir vergleichsweise arg banal vor. Aber de gustibus...

Herzliche Grüße

Bernd
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