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Salwey

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Georg R.

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Re: Salwey

BeitragSa 3. Mär 2018, 17:14

Neulich wieder bei Salwey in der Probierstube vorbeigeschaut.

Die Weine sind, wie von Salwey gewohnt, schlank und elegant, kein Wein über 13%.

Bei den Gutsweinen standen die 16er an, mein Favorit die Cuvee aus 2/3 Weißburgunder und 1/3 Chardonnay.
Ein Burgunder mit der Frische eines Rieslings, der Chardonnay hat dabei einen wesentlichen Einfluss auf das Geschmacksbild.
12,5 %/ Rz 0.4/ S 7.1 kostet 10€

Das selbe Bild bei der RS Linie

Spätburgunder RS 2015, 2/3 Rappenanteil, 20% neue Barriques, unfiltriert abgefüllt.
Reife Beerenfrüchte in der Nase und dann eine wunderbare Säure am Gaumen.
Kann man schon trinken, doch 2-3 Jahre warten wird sich lohnen.
13%/ Rz 1.2 / S 7.8! 19€

Bei den Großen Gewächsen aus 2015 waren leider erst die Weißen im Verkauf,
laut Preisliste kommen die Roten ab 9/2018
Dafür konnte man den 14er Eichberg noch einmal verkosten...und zeigte sich noch beeindruckender als vor einem Jahr.
Seitdem muß ich mich jedes Mal wenn ich in den Keller gehe beherrschen, nicht schon eine Flasche aufzuziehen.
Wie Jochen weiter oben schon schrieb: Empfehlung

Nachdem die Weißen aus der RS Linie so überzeugten und genau meinen Geschmack trafen, sank mein Interesse an den Großen Gewächsen.
Doch was dann eingeschenkt wurde war großartig. Bei den drei ersten Weinen blieb ich noch standhaft, dann kam er:

Grauburgunder Eichberg 2015
Kraftvoll, warm, würzig, erdig... für Salwey´sche Verhältnisse fast schon üppig.
Und dann kommt da eine Säure angerauscht die das alles locker in Balance hält.
Mit den Rappen gepresst, 2 Jahre auf der Vollhefe im großen Faß, unfiltriert abgefüllt.

Ein Modellathlet, Schmackofatz auf höchstem Niveau, davon mußte ich etwas mitnehmen denn so was gibt es nicht alle Jahre. 13%/ Rz 5.2/ S 8.5!

Gruß
Georg
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OsCor

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Re: Salwey

BeitragSo 4. Mär 2018, 11:51

Hallo Georg,

neulich hatte ich den Grauburgunder der RS-Linie im Glas. Der war für mich schon sehr kräftig - für die eher dezent gewürzten Gerichte meiner Frau beinahe zu kräftig.
Ich nehme an, du würdest den GG Grauburgunder vom Eichberg solo trinken, oder?

Gruß
Oswald
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Georg R.

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Re: Salwey

BeitragSo 4. Mär 2018, 23:27

Hallo Oswald,

es wird wohl auf Beides hinauslaufen, solo und auch zum Essen.

Bei den ausführlichen Weinbeschreibungen im Shop findet man meist auch eine Speisenempfehlung.
(Wein aufrufen und dann auf : Expertise.pdf)

Übrigens...wenn die Zutaten von Natur aus einen kräftigen Eigengeschmack haben kann Grauburgunder schon passen, auch wenn man nur schwach würzt.

Gruß
Georg
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Jochen R.

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Re: Salwey

BeitragMo 5. Mär 2018, 09:25

Georg R. hat geschrieben:...Bei den Großen Gewächsen aus 2015 waren leider erst die Weißen im Verkauf,
laut Preisliste kommen die Roten ab 9/2018
Dafür konnte man den 14er Eichberg noch einmal verkosten...und zeigte sich noch beeindruckender als vor einem Jahr.
...

Hallo Georg,
danke für die Infos! KW9 oder September 2018?
Warst du schon bei F. Keller und/oder Johner?

Viele Grüße,
Jochen
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Georg R.

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Re: Salwey

BeitragDi 6. Mär 2018, 18:29

Hallo Jochen,

September...

Bei Johner war ich erst vor Kurzem, wir hatten uns ja im Johnerthread schon kurz ausgetauscht.
Ich vermute daß Du auch dort keine Roten aus 15 vorfinden wirst, zumindest nicht die größeren Kaliber.

Keller würde ich auch noch gerne...mal schauen.


Gruß
Georg
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AmonA

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Re: Salwey

BeitragDo 8. Mär 2018, 13:41

Ende November 2017 war der Spätburgunder Gutswein 2015 endlich in meinem Keller gelandet. Nach zweiwöchiger Lagerung habe ich häufig ein Fläschlein aufgezogen, da ich schon ein paar Kisten geordert hatte. Seltsamerweise schmeckte mir der Wein zu banal, bezogen auf die anderen Jahrgänge der "schlechteste" Gutswein - fand ich. So ca. 2 Monate nach der Lieferung hatte sich der Wein völlig gewandelt. Ein Hauch von Holzaromatik, würzig, fruchtig. Auch am Gaumen präsent mit Frucht und schöner Säure. Doch noch eine mehr als versöhnliche Wandlung - tolles Preis-Genuss Verhältnis!
Grüße
AmonA (aka Volker)
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UlliB

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Re: Salwey

BeitragSo 18. Mär 2018, 12:50

Georg R. hat geschrieben:Grauburgunder Eichberg 2015
Kraftvoll, warm, würzig, erdig... für Salwey´sche Verhältnisse fast schon üppig.
Und dann kommt da eine Säure angerauscht die das alles locker in Balance hält.
Mit den Rappen gepresst, 2 Jahre auf der Vollhefe im großen Faß, unfiltriert abgefüllt.

Ein Modellathlet, Schmackofatz auf höchstem Niveau, davon mußte ich etwas mitnehmen denn so was gibt es nicht alle Jahre. 13%/ Rz 5.2/ S 8.5!

Da derartige Säurewerte für Grauburgunder schon sehr ungewöhnlich sind, habe ich mal auf dem Gut vorbeigeschaut (ich war sowieso gerade in der Gegend) und mich erkundigt, wie es denn gelungen ist, ausgerechnet im Hitzejahr 2015 so hohe Säurewerte zu erhalten. Nun, erhalten wurde da tatsächlich gar nichts, denn die Antwort auf meine Frage war ebenso offen wie verblüffend: "Na, wir haben ordentlich aufgesäuert! Das ist ja jetzt in solchen Jahren erlaubt".

Grundsätzlich habe ich mit Aufsäuerung in heißen und trockenen Jahren kein ideologisches Problem, wenn das in einem für die Rebsorte typischen Maße geschieht, aber hier ist man offensichtlich unter völliger Ausschöpfung des rechtlichen Rahmens bis an den Anschlag gegangen, was ich für Grauburgunder schon als etwas deformierend empfinde. Allerdings ist der Wein in einem abstrakten Sinne durchaus beeindruckend, ebenso wie das GG aus dem Henkenberg aus gleicher Rebsorte und gleichem Jahr, das noch etwas duftiger daherkommt, aber insgesant etwas weniger dicht angelegt ist.

Im Rahmen der Verkostung erhielt ich unter anderem eine Probe des 15er Spätburgunder Kirchberg GG; der Wein wird wie schon weiter oben gesagt ab September verkauft. Mich irritierte hier eine sehr deutliche grüne Note. Darauf angesprochen, meinte der Betriebsleiter, dass diese von den Stilgerüsten kommt, die man in der Maischegärung belassen hat (Salwey war einer der ersten Erzeuger, der in D beim Spätburgunder die Mitvergärung der Rappen eingeführt hat), und dass sich diese Note schon noch einbinden würde. Allerdings sei 2015 kein wirklich gutes Spätburgunderjahr, es wäre einfach zu heiß gewesen. 2016 sei etwas besser, aber ein wirklich großes Spätburgunderjahr sei erst wieder 2017 (die roten GGs aus diesem Jahr werden bei Salwey erst 2020 freigegeben werden).

Ein paar Eindrücke zu 2015er-Spätburgundern konnte ich noch beim örtlichen Winzerverein, bei Fritz Keller, und beim Salwey-Nachbarn Gleichenstein sammeln. Tatsächlich waren die Weine, die ich ins Glas bekam, allesamt eher wenig beeindruckend; insbesondere die Basisweine wirkten schon sehr strukturarm. Wirklich erschreckend schwach zeigte sich der "Spätburgunder vom Löss" 2015 von Keller: zunächst ein esterartig-scharfer Fehlton, der nach ein paar Minuten im Glas verflog, aber was dann blieb, war ein dünnes und dürres Weinchen ohne Charakter.

Gruß
Ulli
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Jochen R.

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Re: Salwey

BeitragSo 18. Mär 2018, 14:07

UlliB hat geschrieben:...
Im Rahmen der Verkostung erhielt ich unter anderem eine Probe des 15er Spätburgunder Kirchberg GG; der Wein wird wie schon weiter oben gesagt ab September verkauft. Mich irritierte hier eine sehr deutliche grüne Note. Darauf angesprochen, meinte der Betriebsleiter, dass diese von den Stilgerüsten kommt, die man in der Maischegärung belassen hat (Salwey war einer der ersten Erzeuger, der in D beim Spätburgunder die Mitvergärung der Rappen eingeführt hat), und dass sich diese Note schon noch einbinden würde. Allerdings sei 2015 kein wirklich gutes Spätburgunderjahr, es wäre einfach zu heiß gewesen. 2016 sei etwas besser, aber ein wirklich großes Spätburgunderjahr sei erst wieder 2017 (die roten GGs aus diesem Jahr werden bei Salwey erst 2020 freigegeben werden).

Ein paar Eindrücke zu 2015er-Spätburgundern konnte ich noch beim örtlichen Winzerverein, bei Fritz Keller, und beim Salwey-Nachbarn Gleichenstein sammeln. Tatsächlich waren die Weine, die ich ins Glas bekam, allesamt eher wenig beeindruckend; insbesondere die Basisweine wirkten schon sehr strukturarm. Wirklich erschreckend schwach zeigte sich der "Spätburgunder vom Löss" 2015 von Keller: zunächst ein esterartig-scharfer Fehlton, der nach ein paar Minuten im Glas verflog, aber was dann blieb, war ein dünnes und dürres Weinchen ohne Charakter.

Gruß
Ulli

Danke Ulli für die Infos, sehr hilfreich!

Viele Grüße,
Jochen
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AmonA

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Re: Salwey

BeitragSo 18. Mär 2018, 17:58

UlliB hat geschrieben:...(Salwey war einer der ersten Erzeuger, der in D beim Spätburgunder die Mitvergärung der Rappen eingeführt hat), und dass sich diese Note schon noch einbinden würde. ...

Gruß
Ulli

Ich kann mich noch an den 2009er SB "Rappen" (als solcher gekennzeichnet) erinnern. Nach etwa 7 Jahren Lagerung waren die Tannine noch nicht 100%ig eingebunden, noch relativ hart. Der Wein war aber deutlich angenehmer zu trinken, als die Jahre zuvor. Im Keller lagert bei mir noch der 2012er "Rappen", habe ich aber noch nicht probiert.

Gerade im Glas: 2015 GB "RS" mit relativ spitzer Säure! Säuert man mit Zitronensäure auf?
Grüße
AmonA (aka Volker)
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UlliB

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Re: Salwey

BeitragSo 18. Mär 2018, 18:17

AmonA hat geschrieben:Gerade im Glas: 2015 GB "RS" mit relativ spitzer Säure! Säuert man mit Zitronensäure auf?

Rechtlich zulässig sind in der EU zum Aufsäuern nur Weinsäure, Äpfelsäure, und Milchsäure (Zitronensäure ist nur zur "Stabilisierung" zulässig, was immer das jetzt genau heißt). Im fertigen Wein sind bis zu 2,5g/L zugesetzter Säure berechnet als Weinsäureäquivalent zulässig. Was Salwey nimmt, weiß ich nicht und habe auch nicht gefragt.

Gruß
Ulli
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