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Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Di 31. Mai 2016, 22:58
von nahebub
Ich war am Sonntag auf der Jahrgangspräsentation. Was soll ich sagen? Ich bin immer noch begeistert. Ich fand die Weine sehr schlank, sehr präzise, vom Alkohol moderat und teilweise bereits schon recht zugänglich. Da ich erst gg. 14.00 Uhr in Oberhausen aufgeschlagen bin, hatte ich nur etwas mehr als eine Stunde, mich durch alle angestellten Weine durch zu probieren und habe keine Notizen gemacht, außer der Anzahl der zu kaufenden Weine 8-)
Die probierten Rieslinge vom Weingut Künstler wirkten dagegen auf mich richtig fett (aber mit ordentlichem Wums).
Anschließend war ich noch auf der Präsentation vom Gut Hermannsberg. Hier ist mir leider nur der enorme Spontiton, der die Weine prägte und die deswegen für mich im Moment nur sehr schwer zu beurteilen sind, in Erinnerung.

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Mi 27. Jul 2016, 21:02
von amateur des vins
Ich habe ziemlich selten Süßweine im Glas. Dabei kann ich garnicht sagen, dass ich sie nicht mögen würde. Aber Begeisterungsstürme per se lösen sie eben auch nicht aus. So sind die Vorräte so rar wie die Gelegenheiten.

Brombeer-Quark-Tarte, der Quark verfeinert mit großartigem Lemon Curd, die wilden Brombeeren nicht alle perfekt reif, schien mir so eine Gelegenheit zu eröffnen. Also eröffnete (sic!) ich meine einzige halbe Flasche

Oberhäuser Brücke Riesling Auslese 2011

Eingefleischte Fans mögen mir "Babymord!" entgegenrufen, und ich kann sie verstehen. Als überzeugter, wenn auch nicht totaler Tertiärnotenablehner möchte ich aber entgegnen, dass ich mich keiner grausigen Morität schäme. Doch der Reihe nach...

Die Kapsel... stop. Die Kapsel sieht gülden aus, aber ist es eine Goldkapsel? Kann mir hier jemand sagen, ob des Meisters Auslesen in verschiedenen Qualitätsstufen erzeugt werden? Denn auf die schnelle recherchiert, scheint es zumindest keine nicht-Goldkasel zu geben.

Aber egal... Die Kapsel schien leicht konvex, wie aufgepumpt. Der Korken sieht aber gut aus, und ist auch korrekt positioniert. Er sitzt nicht sehr fest und ist schon ein gutes Viertel durchfeuchtet. Aber alles ist gut, kein technisches Problem. Das wird unterstrichen von dem ziemlich blassen gelb: Bei zuviel Luft würde man doch eine signifikante Dunkelung erwarten.

Die Nase ruft interessanterweise hauptsächlich Assoziationen von roter und schwarzer Johannisbeere und auch einer Spur Kirsch hervor. Natürlich alles nur zart angedeutet. Andere Aromen vermag ich nicht zu erkennen. Aber was ich rieche, ist komplex, harmonisch und schlank. Leicht gereift wirkt er, aber ohne jede Firnis.

Am Gaumen dann nur minimal klebrig und ganz überwiegend spielerisch-leicht. Erfreulich zurückhaltende Süße für eine Auslese, verstärkt durch die angenehme milde Säure. Das findet man so wohl nur bei deutschen Weinen. Ich finde die Aromen aus der Nase wieder, aber nicht ganz die Ausdrucksstärke.

Wirklich schön, und auch ziemlich gutes Zusammenspiel mit der Tarte. Halbe Flasche und nur 8,5% beschleunigen das Ableben, aber dennoch tritt sein Ende so schnell ein, dass das schon für die Güte spricht. Aber ich kann mir - schon seit Jahren - nicht erklären, warum bei zahlreichen Verkostern die Bewertungen bei den süßen durch die Decke zu gehen scheinen. Lassen die sich alle vom Zucker verführen, oder bin ich - was zu vermuten ist - einfach mal wieder: "Dagegen!"? :?

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Mi 17. Aug 2016, 23:21
von hendrik
Heute ins Glass die 2009er Hermannshohle Spatlese:

farbe: light gold

Nase: Fresh apple, pine apple

Taste: rather sweet but with the acids to make it comlpex and interesting.

After taste: medium long, mouth watering :mrgreen:

All in all: nice but I expected some more of Donnhoff, 91 points

Disclaimer, no Riesling expert

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Fr 9. Sep 2016, 20:30
von Bradetti
Habt Ihr gewusst, dass es mit dem 2015er Jahrgang das 1. Mal eine Brücke GG von Dönnhoff geben wird!? War an mir bis heute vorbei gegangen. Wird aber nur bei Versteigerung erhältlich sein, wie ich heute in der Einladung lesen konnte. Bei 60€ pro Flasche geht's los....

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Fr 9. Sep 2016, 21:47
von octopussy
Bradetti hat geschrieben:Habt Ihr gewusst, dass es mit dem 2015er Jahrgang das 1. Mal eine Brücke GG von Dönnhoff geben wird!? War an mir bis heute vorbei gegangen. Wird aber nur bei Versteigerung erhältlich sein, wie ich heute in der Einladung lesen konnte. Bei 60€ pro Flasche geht's los....

...und mit dem alten Dönnhoff-Etikett. Sicher interessant, den Wein mal zu probieren. 600 Flaschen werden versteigert.

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Mo 29. Mai 2017, 20:54
von Moselaner
Das sonnige Wetter sorgt bei mir alljährlich für Kabinettdurst. Geöffnet wurde der Oberhäuser Leistenberg Kabinett 2015, den ich in seiner Jugend im vergangenen Sommer als sehr trinkanimierend und nicht als glatt gebügelt empfand, gegensätzlich zu manch anderen getrunken Wein aus dem Hause Dönhoff, die mich manchmal auf hohem Niveau etwas gelangweilt haben.
Hier haben wir einen "kabinettigen" Kabinett aus dem, meiner Meinung nach ganz hervorragenden, Kabinettjahr 2015.
Was den Wein für mich so gut macht, ist dieses finessenreiche Feine, gepaart mit einer Dichte und einem schönen Süß-Säure-Spiel. Irgendwie ein präziser Wandler zwischen den Welten. 88

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: So 4. Jun 2017, 10:22
von volldau
Am Freitag im Glas, ohne Essensbegleitung (um das mal anders herum zu formulieren), einen Riesling der Spaß macht.

Weingut Hermann Dönnhoff
Kreuznacher Krötenpfuhl 2011
Riesling Kabinett, 10% vol


Ein Kabinett-Wein, wie ich mir Riesling-Kabinett vorstelle: Duft nach Zitrusfrüchten und weißen Blüten, im Mund leicht, schlank, präzise und geradlinig, ein harmonisches Süße-Säure Verhältnis mit einer tollen reifen Säure.
Nach dem Schlucken denkt man nicht stundenlang über den vorhandenen Abgang nach.
Das macht aber nichts, denn man ist versucht, sofort den nächsten Schluck zu nehmen.

Die mehrjährige Lagerung war für meinen Geschmack genau richtig und ich werde die verbliebenen Flaschen in den nächsten Monaten leeren.

Beste Grüße,
Volker

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Sa 10. Jun 2017, 12:41
von Bradetti
Gestern Abend im Glas:

2014 Dönnhoff Roxheimer Höllenpfad Riesling trocken

Dachte mir, diesen Wein probiere ich jetzt mal nachdem ich vor paar Tagen Tim Fröhlichs 2014er Schiefergestein im Glas hatte. Beide Weine repräsentieren ja nun die Ebene unterhalb der GG's.
Und so konform ich mit der PdP-Beschreibung des Schiefergestein gegangen bin, so konträr stehe ich zur PdP-Beschreibung dieses Höllenpfad.
Diese rote-Hang-Stilistik liegt mir ja eh nicht ganz so, aber der Wein kann generell nicht das halten, was man mir in den Verkostungsnotizen (auch bei cellartracker) suggeriert hat.

Es dominieren Zitrus- und Grapefruitnoten mit Mineralität. Dazu gesellen sich Steine, Kräuterwürze und und eine präsente Säure. Ich finde ihn aber insgesamt zu flach, zu kurz, zu eindimensional und auch nicht so präzise und klar gezeichnet.
Kommt für mich an Fröhlichs Schiefergestein um Längen nicht heran. Und bei dem Preis gibt es definitiv spannendere Alternativen (z.B. eben der Vorgenannte oder auch von Jakob Schneider).
87 Punkte

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Sa 10. Jun 2017, 21:02
von Bradetti
Auch am 2. Tag ist der Höllenpfad nicht signifikant besser. Das Fruchtbild tritt in der Nase etwas komplexer auf (jetzt auch leicht tropische Noten dabei) und er wirkt harmonischer.

Grundsätzlich haben mich die trockenen Dönnhoff-Weine trotz der Elogen auf das Weingut noch nicht so richtig aus der Reserve gelockt. Nach diesem Höllenpfad, mehreren Tonschiefer und einem 11er Dellchen GG ist das zwar alles ganz "nett", aber ein unbedingter Nachkaufreflex bleibt bei mir irgendwie aus.
Mir ist das alles zwar solide, aber zu unspektakulär. Auf Arbeit würde man sagen "Komm mal aus deiner Komfortzone raus!" :lol:

Da find ich die Weine von S-F und auch E-S spannender...

Re: Dönnhoff

BeitragVerfasst: Mo 2. Okt 2017, 19:57
von Gast1
Heute im Glas.

Dönnhoff Höllenpfad
Riesling 2016 trocken
12,5%
Preis 20,50 Euro oder so

Der einzige Dönnhoff, den ich mir in 2016 gekauft habe. Schätzen und kennengelernt auf der VDP Veranstaltung Nahe/Rheinhessen im Juni. Tja, was soll ich sagen, passt immer noch. Champagnergelbe Farbe, in der Nase klassisch Dönnhoff, i.e. frisch und gelbes Steinobst. Am Gaumen wunderbare Harmonie, alles sehr dezent, ein wenig ganz feine Stachelbeere und sehr charmanter Leckerschmecker! 90 Pkte.

Viele Grüsse
Christian