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Andreas Durst

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Herr S.

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Andreas Durst

BeitragSa 25. Nov 2017, 19:35

Moin Moin zusammen,

die Weine von Andreas Durst haben definitiv einen eigenen Fred verdient. Unbekannt ist er nun ja nicht wirklich, ich vermute eher, dass der winzige Output von ca. 4000 Flaschen p.a. dazu führt, dass er nicht in jedermanns Munde ist -im wahrsten Sinne des Wortes.
Heute hatte ich über eine Freund und „Nischenweinhändler“ die Chance, das Weingut in semi-offizieller Mission zu besuchen, nachdem ich dies in 1,5 Jahren quasi in der Nachbarschaft nicht geschafft habe. Tja, hätte ich mich mal früher aufgerafft ...
Wir haben uns durch die Sylvaner getrunken, parallel der 2015er und den 2016er sowie den „AAA“, den es noch nicht zu kaufen gibt, und wenn es soweit ist, sind die paar Flaschen bestimmt schnellstens verdunstet.
Der 2015er sowie der 2016er Sylvaner sind beide klasse aber auch deutlich unterscheidbar (gut so!). Beide bestechen durch ihre anfängliche Zugänglichkeit, ein langes Hefelager verleiht den Weinen einen cremigen Aspekt, der Ihnen gut zu Gesicht steht. Der 2015 weckt in mir Assoziationen von hellem Karamell, Wiesenschnitt und Birne, während der 2016 noch etwas unruhiger ist mit etwas mehr Primärfrucht und warmer Butter. Wenn ich ein Restaurant hätte, ich würde mir beide Weine da libitum in den Keller legen, denn sie sind aufgrund ihrer Balance und zurückgenommenen Säurestruktur tolle und flexible Speisenbegleiter. Trotzdem können beide Jahrgänge auch solo überzeugen.
Dann gab es noch einen Probeschluck vom Sylvaner AAA, ein auf der Maische vergorener Sylvaner. Ein fordernder Wein, der noch viel Zeit braucht, um sich einzupendeln. Nach den Vorgängern fällt erstmal die prägnantere Säure auf, aber Obacht, der Wein hat den bSA komplett hinter sich. Stattdessen ist es die Reife Phenolik, die einem als erste Assoziation Säure vorgaukelt. Die aromatische Potential ist unglaublich, was sich zeigt, wenn man das fast leere Glas über 10 Minuten verfolgt. Thymianhonig, Orangenzeste und Orangeat, dann wieder grüne Töne von grünen Äpfeln. Und hinten raus dann wieder Bratapfel und Gewürznoten (Glühweinstand 10 Meter entfernt).
Und am Ende soll die Person hinter den Weinen nicht vergessen werden. Dieser Andreas Durst passt zu der Weinen wie der Deckel auf den Topf: absolutes Unikat, Charakterkopf, bodenständig etc. usw. ... Da passiert es dann, dass im Weinlager der Miami Vice Soundtrack vom Vinyl läuft. Und es passt, ist in sich stimmig. Und davor ziehe ich meinen imaginären Hut!

Viele Grüße,
Björn

P.S. Es gibt ein neues Mosel-Buch („Die neue Mosel“) von Wolfgang Fassbender und mit starken Fotos von Andreas Durst. Nicht nur, aber gerade auch für Mosel-Freaks hier im Forum!
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"Tout homme a droit à vingt quatre heures de liberté par jour"
(Wandspruch im "Het Goudblommeke in Papier")

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