Seite 12 von 15

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Di 20. Aug 2019, 19:59
von EThC
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Zum Winzer würde ich sagen: Ein bisschen mehr Säure bitte, und der Wein ist ein klarer 90-Punkter!

2015 war halt sehr warm, ich könnte mir vorstellen, daß 2014 da eher was für Dich wäre. Oder 2010...

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Di 20. Aug 2019, 20:05
von Der Wein-Schwede
Normalerweise ja, aber nicht bei diesem Wein. Ich habe eine Menge 2014er von diesem Wein auch getrunken und die sind nicht so gut wie der 2015er. Schmeckt flacher und unintressanter.
Ab 2017 hat der Winzer den Stil von dem Chardonnay R völlig geändert - reduktiv und ordentlich Säurebiss!

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Di 20. Aug 2019, 21:09
von amateur des vins
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Karsten wollte meine letzte Flaschen nicht haben - ich muss die selbst "ustrinken"! :D
Na, ich wollte Dir die Chance lassen, zur Besinnung zu kommen. :P Seit Du wieder Burgunder trinkst, wirst Du ja auch mit Rebholz wieder wärmer... :mrgreen:

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Di 20. Aug 2019, 21:54
von Der Wein-Schwede
Nach zwei Stunden sind die Fruchtaromen zurückgetreten und der Wein wird hefiger und mineralischer.
Noch schön, errinnert um Shelter Winery Chardonnay, aber weniger würzig.

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2019, 11:27
von amateur des vins
Der 2015er ist ja ein schöner und typischer Vertreter seines Jahres, tendenziell ein wenig breiter und mit milderer Säure. Ich wollte nochmal abgleichen, ob sich der

Rebholz, Chardonnay R 2017

weiterhin so anders präsentiert, wie es die erste Flasche zeigte.

Und tatsächlich! Die sexy Nase ist ein balanciertes Vexierbild zwischen Steinfrucht, Feuerstein und feinen Kräutern (Estragon, Thymian).
Am Gaumen dicht und leicht cremig/ölig, aber dann übernimmt sofort die tolle, frische Säure das Ruder mit reifer Zitrone, aber auch etwas grüner Limette. Deutliche, aber nicht penetrante Phenolik, die derzeit einen Hauch bitter und angedeutet "chemisch" nebendran steht, aber das wird sich auswachsen.

Toller Wein! Derzeit noch etwas juvenil, aber es ist alles da und muß sich nur noch etwas auswachsen.

[+15'] In der Nase kommen florale Noten hinzu, am Gaumen sind die Kräuter ein klein wenig stärker betont. Jetzt mit Verzögerung erkennbare feine Adstringenz im Abgang.
[+1h30'] Im wesentlichen unverändert. Aufgrund der ganz leicht grünen Noten frage ich mich, ob minimal unterreif geerntet wurde. Aber die Tendenz ist so leicht, daß sie mich überhaupt nicht stört.

Ich trinke Rebholz noch nicht lange genug, um sagen zu können, hier bahne sich ein Stilwechsel an. Möglicherweise sind speziell die Unterschiede zwischen 2015 und 2017 weitgehend der jeweiligen Jahrgangscharakteristik zuzuschreiben. Beides sind sehr gute Weine, aber die etwas größere Straffheit des 2017ers kommt meinen derzeitigen Vorlieben entgegen. Ich habe auch ganz wenig 2016er, der deshalb noch etwas warten muß...

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2019, 12:14
von Der Wein-Schwede
Hallo Karsten,

interessant dass Du den 17er Ch R magst, der hat mehr Säure als Huber! :lol:

2017 ist nicht ein "kühles" Jahr mit viel Säure (ist generell säureärmer und wärmer als 2016). Bei Rebholz bin ich überzeugt dass es ein gewolltes Stilwechsel ist. Der 17er hat Säurebiss und Reduktivität, das existiert gar nicht in dem 15er.
Ich mag auch den 17er Ch R. ;) (aber nicht für 34 Euro, für den Preis bekommt man Bachelet-Monnot 1er Cru Maranges Fussières! :) )

Viele Grüsse
Rolf

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2019, 13:42
von amateur des vins
Der Wein-Schwede hat geschrieben:interessant dass Du den 17er Ch R magst, der hat mehr Säure als Huber! :lol:
Ist das so?! Was genau vergleichst Du da, und wie sind die Meßwerte?

Jedenfalls stand für mich die Säure bei allen Huber-Chardonnays "gefühlt" weiter hervor als bei allen Rebholz-Chardonnays-R – vielleicht auch wegen der deutlich "helleren" Aromatik.
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Ich mag auch den 17er Ch R. ;) (aber nicht für 34 Euro, für den Preis bekommt man Bachelet-Monnot 1er Cru Maranges Fussières! :) )
...und ich bin auch überzeugt, daß beide auf Augenhöhe spielen! Natürlich stilistisch ein wenig anders. Aber laß' mal die Phenolik noch ein bißchen einbinden, und ich denke, der ginge in einer Blindprobe hervorragend als exzellenter Village oder sogar Premier aus Meursault oder Chassagne durch.

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2019, 14:38
von Der Wein-Schwede
Der Rebholz Ch R 2017 hat 8,5 g Säure (ist viel!). Der 15er hat 6 g Säure.

Die Werte von dem Huber Ch AR 2015 kenne ich nicht, aber der AR 17er (der schlanker/zitrischer sein soll?) hat 7 komma etwas, die Info habe ich vom Weingut mündlich bekommen (den Dezimal habe ich leider vergessen).

Der Ch AR 2015 schmeckt nicht mehr "zitrisch", ist zusammen mit dem 2013 Chardonnay (bis dem Jahrgang gab es die Bezeichnung "Alte Reben" nicht) für mich die zwei Besten Huber Ch AR. Ich halte den 15er noch einen Tick voran.

Der Bachelet-Monnot 1er Fussieres hat eine Komplexität und Vielfalt wo der Rebholz Ch R nicht mithalten kann. Komplexer ist für mich z.B auch ein Joblot 2014er (wenn wir mit Bourgogne vergleichen sollen).
Der Rebholz R kann sicher (ich habe den 17er 90 Punkte gegeben) mit vielen Burgundern mitspielen, aber nicht mit den zwei o.g. oder Huber.

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2019, 14:42
von amateur des vins
Der Wein-Schwede hat geschrieben:Der Rebholz Ch R 2017 hat 8,5 g Säure (ist viel!). Der 15er hat 6 g Säure.

Die Werte von dem Huber Ch AR 2015 kenne ich nicht, aber der AR 17er (der schlanker/zitrischer sein soll?) hat 7 komma etwas, die Info habe ich vom Weingut mündlich bekommen (den Dezimal habe ich leider vergessen).
Danke, Rolf! Hast Du die pH-Werte auch? Die reinen Säuredichten sind nur beschränkt aussagekräftig.

Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragVerfasst: Sa 31. Aug 2019, 15:07
von Der Wein-Schwede
Nein, die PH-Werte kenne ich leider nicht.