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Ökonomierat Rebholz

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susa

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Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 3. Feb 2011, 20:41

Ich glaub, dem kann man auch einen Thread widmen und weil ich gerade im Glas habe

2005 Spätburgunder vom Muschelkalk
Ökonomierat Rebholz


fang ich mal an.

Der Wein ist faszinierend, allerdings hält die größte Faszination, in der Nase wunderbare Beerenfrucht, Heidelbeeren, Veilchenduft, am Gaumen Cassis, Pfeffer, Sauerkirsche, Schokolade, feines seidiges Tannin, langer Abgang nur ungefähr eine Stunde, dann weichen die Frucht/Beerenaromen etwas und die Tannine gewinnen die Oberhand, der Wein bleibt immer noch großartig, aber wenn man weiß wie wunderbar weich und abgerundet er noch 20 Minuten früher war, dann ist es schon schade.

Ich hab schon extra nicht dekantiert und immer gleich den Korken wieder auf die Flasche gegeben, um diesen wunderbaren Anfangseindruck so lange wie möglich zu erhalten.

Ich hab ihn noch im Riedel Vinum Burgund, das nächste Glas werd ich mal ins 15er (Chianti Classico) geben, vielleicht bekommt er so weniger Sauerstoff und bleibt länger so schmeichelhaft.

Vor einiger Zeit haben wir mal den 2003er Spätburgunder Im Sonnenschein R GG Gold von Rebholz gegen den 2003 Centgrafenberg R von Fürst getrunken, da hatte der Fürst aber so was von die Nase vorne, der Rebholz hatte von allem zu viel, er wirkte overdone und viel zu alkoholisch. Ich glaube, der Muschelkalk, den ich gerade im Glas habe, hätte bei dem Vergleich besser ausgesehen.

lieben Gruß
susa


ach so, 92+ P
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Einzelflaschenfreund

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 3. Feb 2011, 20:51

susa hat geschrieben:der Rebholz hatte von allem zu viel, er wirkte overdone und viel zu alkoholisch.


So wirkten auf mich die (wenigen) GG-Rieslinge von Rebholz, die ich in der Vergangenheit getrunken habe, auch häufig.

Gruß
Guido
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susa

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 3. Feb 2011, 21:17

Einzelflaschenfreund hat geschrieben:....

So wirkten auf mich die (wenigen) GG-Rieslinge von Rebholz, die ich in der Vergangenheit getrunken habe, auch häufig.

Gruß
Guido


geb ich Dir recht, mir sind die einfachen, vor allem Kastanienbusch, auch lieber - wir haben vor einiger Zeit den normalen Kastanienbusch Spätlese und den GG Kastanienbusch (ich meine es war 2007, ich geh gleich noch mal nachschauen), auch da fand ich die einfache Spätlese harmonischer und klassischer.

lieben Gruß
susa
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susa

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 3. Feb 2011, 21:55

So nun im kleinen Glas, am Gaumen perfekt, die Aromen bleiben auch stabiler, aber in der Nase hat er verloren - also mit der Glasfrage sind wir noch nicht ganz klar.

Da müssen wir bei der nächsten Flasche noch mal rumtesten.

lieben Gruß
susa
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Bernd Schulz

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 3. Feb 2011, 22:50

Meine letzte Begegnung mit einem Rebholz-GG liegt jetzt auch schon wieder fast 2 Jahre zurück, aber die VKN unterstreicht tendenziell die Aussagen meiner Vorredner:

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Dann gibt es zu diesem Wein noch eine weitere VKN aus 07, und ich habe bei der späteren Notiz in keinster Weise daraus abgeschrieben (großes Indianerehrenwort!):

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Von den Rebholzschen Spätburgundern kenne ich nur einen 2000er richtig gut, und ich verübele es dem Winzer immer noch sehr :x :x , dass er meinem Vater, der nicht wirklich über die Jahrgangsproblematik Bescheid wusste, mit warmen Worten eine 12er-Kiste von diesem vergleichsweise schwachen und teuren Getränk als Geschenk für mich angedreht hat:

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Ich kaufe auch deshalb nichts mehr bei Rebholz. In derartigen Fällen kann ich sehr nachtragend sein...

Beste Grüße

Bernd
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octopussy

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragSa 21. Mai 2011, 18:52

Gestern im Glas: der 2007 Riesling Spätlese Trocken "vom Rotliegenden" (müsste - wenn ich Etikett und Website richtig verstehe - aus dem Birkweiler Kastanienbusch kommen, ich kann mich aber auch irren).

Ich kenne mich mit den Rebholz-Weinen noch nicht in der Tiefe aus, finde diesen Wein aber ziemlich interessant, wenn auch nicht für "easy-drinking" geeignet. Mir fiel eine sehr kräutrig-gemüsige Note auf. Bilde ich mir da etwas ein oder ist das durchaus typisch für Rebholz?

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Beste Grüße, Stephan
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octopussy

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDi 19. Jul 2011, 22:30

Heute hatte ich tierisch Lust auf Weißburgunder. In der Annahme, ich hätte 2 Flaschen davon, habe ich den 2001 Siebeldinger Im Sonnenschein Weißburgunder Trocken aufgemacht (tatsächlich ist es meine einzige Flasche) und bin begeistert. Der Wein ist ungemein vielschichtig, dabei aber auch sehr rebsortentypisch. Besonders auffällig finde ich die sehr kräutrig-würzige Aromatik. Wenn es schon die Kategorie der "Steintrinker" (v.a. für Riesling) gibt, sollte es m.E. auch die Kategorie der "Gewürztrinker" geben. Für diese ist der 2001 Siebeldinger Im Sonnenschein Weißburgunder ein Traum.

Ist das eigentlich der Wein, der heute Siebeldinger Im Sonnenschein Weißburgunder Großes Gewächs heißt? Oder gab es schon damals das Große Gewächs und dazu noch eine Spätlese Trocken?

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Beste Grüße, Stephan
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Bernd Schulz

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDi 19. Jul 2011, 23:12

Hallo Stefan,

dein Wein mit Lagenangabe müsste das Große Gewächs sein; im GM 2003 ist er auch als solches verzeichnet. Daneben gab es dann aus 01 noch einen Weißburgunder Spätlese trocken, der jedoch keine Lagenbezeichnung trug.

Beste Grüße

Bernd
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Neuppy

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 4. Aug 2011, 17:16

Ist das eigentlich der Wein, der heute Siebeldinger Im Sonnenschein Weißburgunder Großes Gewächs heißt? Oder gab es schon damals das Große Gewächs und dazu noch eine Spätlese Trocken?


Wenn die Traube auf demEtikett golden war, ja.

Allgemein kann ich nicht im Ansatz die hier im Thread vertretene Kritik am Weingut Rebholz nachvollziehen. Es scheint inzwischen Mode zu sein, Rebholz zu kritisieren und Schäfer-Fröhlich besonders zu loben.

Die großen Gewächse (Riesling) von Rebholz sind meines Erachtens mit die größten Terroir-Weine Deutschlands. Vielfach macht man einfach den Fehler, diese zu jung zu trinken.0
Ich habe letzte Woche einen Kastanienbusch 2001 getrunken, der erst jetzt wieder anfängt, sich zu öffnen.
Der 2007er vom Muschelkalk (den ich wegen des Ausbaus zu den großen Gewächsen zähle) verschließt sich gerade wieder etwas.

Die Stilistiken der drei großen Gewächse unterscheiden sich meines Erachtens viel stärker, als dies bei Keller, Emrich-Schönleber und den sonstigen üblichen Verdächtigen (die ich allesamt ebenfalls sehr schätze) festzustellen ist.
Dies über die Jahre nachzuvollziehen, macht für mich den Reiz bei Rebholz aus.

Die extreme Alterungsfähigkeit dieser Weine müssen andere, zur Zeit sehr moderne WInzer daneben erst noch beweisen. Auch der 2001 Im Sonnenschein Weisser Burgunder GG macht jetzt noch richtig Freude, ohne dass man ihn jetzt ganz schnell austrinken müßte.

Daneben habe ich zuletzt 99er und 2000er Im Sonnenschein Spätburgunder GG getrunken (das ist seit 2004 der vom Muschelkalk). Beide Weine zeigen sich filigran und raffiniert. Nichts von übertrieben und überladen. Der 99er wie ich finde noch schöner. Beide können sicherlich auch noch 10 Jahre aushalten.

Das Grosse Gewächs Gold habe ich bisher noch nicht so häufig getrunken und wenn leider noch viel zu jung.
Hansjörg Rebholz erklärte das selbst so, daß für den schnellen Konsum die Spätlese Tradition gedacht ist, der vom Muschelkalk für die mittelfristige und der Gold für die langfristige Lagerung.
Proben aus seinem Archiv letztes Jahr haben diese Einschätzung vollkommen unterstrichen.

Was ich neben diesen Leistungen bei Rebholz allerdings noch fast beachtlicher finde, ist das Niveau des (so man das so überhaupt nennen kann) Basissortiments.
Seine Bukettsorten suchen in Deutschland ihres gleichen und können auch auf Kabinettstufe mindestens 10 Jahre reifen.
Rieslinge und Weisse Burgunder benötigen zwar immer 1 bis 1 1/2 Jahre Lagerung, dann aber machen sie durch die Bank Spaß. Die Terroirweine besitzen dann schon das Niveau von Grossen Gewächsen bei anderen Erzeugern (vor allem der Mittelhardt).

Ich sehe neben dem Weingut Keller kein vergleichbar breit aufgestelltes und in der Spitze so verlässliches Weingut in Deutschland.
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Don Miguel

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Re: Ökonomierat Rebholz

BeitragDo 4. Aug 2011, 18:11

Servus Neuppy,

ein sehr schönes Einstandsposting, mit Herzblut und Leidenschaft geschrieben!

Es tut mir direkt leid, dass ich zu Rebholz noch nichts sagen kann, aber du hast mich jetzt wirklich neugierig gemacht und ich versuche, meine Wissenslücke baldmöglichst zu schließen.

Beste Grüße
Don
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