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Dr. Bürklin-Wolf

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octopussy

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragDo 23. Jan 2014, 14:29

Moselfan hat geschrieben:Das genau ist doch der Sinn von alten Reben. Sehr geringer Ertrag, bei hoher Konzentration und Aromenvielfalt. Zumindest ist das DER Grund warum z.b. die Weine aus der Wehlener Sonnenuhr teils so groß sind. Uralte wurzelechte Reben. Sagen zumindest die Produzenten in Wehlen und umgebung ;)

Moselfan, frag mal die Produzenten in Wehlen und Umgebung, was sie mit den wurzelechten Reben für einen Ertrag erzielen.

Beim Ruppertsberger Reiterpfad von Bürklin-Wolf weiß ich nicht, was das Weingut am Ende für einen Ertrag aus der Parzelle erzielt hat. Ich habe aber in Frankreich von Winzern, die Alte Reben Freaks sind, schon mehrmals gehört, dass der Ertrag in sehr alten Rebanlagen selbst in guten Jahren teils nicht höher liegt als 10-15 hl/ha (bei einer normal-dichten Bepflanzung). So einen niedrigen Ertrag kann sich halt nicht jeder leisten. Plus der extrem niedrige Ertrag muss auch nicht zwingend immer zu erhöhter Qualität führen.
Beste Grüße, Stephan
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Ollie

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragDo 23. Jan 2014, 15:54

Gesunde alte Reben sind bestimmt 'ne schicke Sache. Aber kranke, virenverseuchte und/oder solche mit suboptimalen Unterlagen sind jetzt nicht sooo der Brueller.

Ausserdem gibt es auch an der Mosel genug Weinberge, die mit alten, wurzelechten Reben bestockt sind und trotzdem schlechten (oder zumindest nicht-superben) Wein produzieren.

Cheers,
Ollie
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Markus Vahlefeld

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragDo 23. Jan 2014, 16:10

Nikolai (weinschlumpf) hat absout Recht. Es gibt alte Reben, die in der Tat ZU alt sind. Das sind nicht nur wirtschaftliche Überlegungen, sondern vor allem geschmackliche. Irgendwann wird der Ertrag, weil die Verholzung der Nahrungsstränge derart fortgeschritten ist, so gering, dass vor allem Riesling nicht besser, schöner oder klarer schmeckt, sondern einfach "too much" wird: die Haut zu fest, das Verhältnis Fruchtfleisch zu Beerenhaut unausgewogen, die Trauben nicht gleichmässig reif, der Geschmack nicht ziseliert und elegant. Da gilt die Faustregel: alles, was bei normaler Bestockung unter 30hl ergibt, wird nicht besser sondern das Gegenteil.
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MichaelWagner

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragFr 24. Jan 2014, 11:16

Hallo zusammen,

was das Rebalter angeht kann man kaum eine Regel aufstellen die Allgemeingültigkeit hat. Markus Faustregel triffts vielleicht noch am Besten. Es gibt 50 Jährige die „durch“ sind und es gibt 100-Jährige die immer noch relativ gute Erträge und Topqualitäten bringen. Da spielen so viele Faktoren rein, da wird es schwierig eine allgemeingültige Regel aufzustellen. Fakt ist jedenfalls, dass gesunde alte Reben einfach hochwertigere Weine hervorbringen können sofern alles stimmt - es aber nicht müssen. Tja und dann ist natürlich auch die Frage ob überall wo alte Reben draufsteht auch alte Reben drin sind, denn eine weingesetzliche Regelung und eine daraus resultierende Kontrolle gibt es nicht.
Was die Neubestockung /Brachflächen an der Mosel angeht,hat das nicht ausschließlich mit den Kosten der Neubepflanzung zu tun, denn die liegen heutzutage dank maschineller Erleichterungen in der Steillage unwesentlich höher als in Flachlagen. Die Gründe für die Brachflächen sind ziemlich breit gestreut:

1. Betriebe, die in den 79/80/90er Jahren mehr oder weniger Fassweinproduzenten waren und an Genossenschaften/Kellereien geliefert haben können bei den Literpreisen der letzten Jahrzehnte kaum kostendeckend wirtschaften. Das ist aber ein „Problem“, dass nicht nur auf die Mosel beschränkt ist, sondern in allen Weinbaugebieten stattfindet. Denn niedrigere Bewirtschaftungskosten sind eingepreist. Die Ursachen des Preisverfalls liegen in erster Linie an der fortschreitenden Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel. Es gibt in D noch 5 relevante LEH-Kunden für die Großkellereien und die diktieren beinhart die Preise. Friss oder stirb.

2. In der Geschwindigkeit in der aus der in 1. genannten Entwicklungen Brachflächen entstehen, können diese von den flaschenweinvermarktenden Weingütern, die Ihre Kundschaft abseits des LEHs sehen, nicht aufgefangen werden.

3. Es wurden im „Massenwahn“ der 70er/80er Jahren Flächen bestockt, von denen aus man die Mosel gar nicht sehen kann und die klimatisch bedingt eben auch nicht die entsprechenden Weinqualitäten liefern die man als flaschenweinvermarktendes Weingut braucht.Ergo: sie fallen brach, weil niemand sie will. Die guten Flächen werden bleiben, die schlechten nicht. Macht aber auch nichts. Diese Entwicklung ist durchaus positiv, auch wenns in der Phase des Brachfallens nicht gerade landschaftsverschönernd wirkt.


4. Dort wo man die Flurbereinigung „verschlafen“ hat und vor allem kein Wegenetz eingezogen wurde, sind maschinelle Arbeitserleichterungen (wie bspw. bei der Neuanpflanzung) nicht einsetzbar. Siehe Wehlener Sonnenuhr. Diese Flächen können eigentlich nur noch als nicht kostendeckendes Hobby bewirtschaftet werden und das kann man eben nicht für immer machen…

Als Fazit würde ich die aktuelle Marktbereinigung, trotz all der sicherlich schlimmen Einzelfälle als alternativlos und förderlich für die Mosel ansehen.

PS: bei der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Lage und der daraus resultierenden Kapitalverzinsung, halte ich persönlich eine Investition in gute Mosellagen für ziemlich vielversprechend, denn man bekommt wenigstens etwas anständiges zum trinken für sein Geld ;)

Da wir hier ja eigentlich im Pfalz-Thema sind, entschuldige ich mich und lasse meinen Post gerne in eine adäquate Ecke verschieben :)

gruß, Michael
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octopussy

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragSa 3. Mai 2014, 15:26

Hallo zusammen,

gestern zum fairen Preis auf einer Restaurantkarte gefunden: 2001 Forster Jesuitengarten G.C.. Der Jesuitengarten ist preislich nach dem Kirchenstück der teuerste Wein bei Bürklin-Wolf. Wie ich gelernt habe, war aber der 2012er erstmal der letzte Jahrgang, da neben dem Reiterpfad (der schon vor ein paar Jahren) auch der Jesuitengarten neu bepflanzt wurde. Wir haben den Wein dekantieren lassen. Trotzdem war der Wein super trüb, vom ersten bis zum letzten Glas lag eine Art "Feinstaubschleier" über dem Wein. Komisch eigentlich, der Wein dürfte ja eigentlich filtriert worden sein. Hat jemand hier den Wein auch schon mal getrunken und eine ähnliche Erfahrung gemacht?

In jedem Fall war der Wein toll, von der Aromatik recht ähnlich wie der 2002er, den ich letztes Jahr zwei Mal getrunken habe (viel Aprikose), insgesamt aber deutlich zarter und filigraner und vor allem deutlich säureärmer. Etwas weichgezeichnet vielleicht, der 2002er hatte einfach mehr Struktur und Biss. Den ersten Teil des Essens hat er aber gut begleitet und lange in Erinnerung bleiben wird er mir auch, weil er einfach eine schöne, erinnerungswürdige Aromatik hatte.

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Beste Grüße, Stephan
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MichaelWagner

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragSa 3. Mai 2014, 23:08

Da er geschmacklich ja in Ordnung war, würde ich aus der Ferne auf Eiweißtrübung tippen
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Panamera

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragSo 1. Jun 2014, 21:54

Heute im Glas:

Bild

Von den getrunkenen P.C. Weinen von Bürklin Wolf, gefällt mir diese Lage irgendwie am besten. Besonders die animierende Säure und Kombination mit der Würze und Salzigkeit macht mir sehr viel Spass!
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bordeauxlover

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragMi 4. Jun 2014, 22:25

Hallo,

hat jemand aus dem Forum vielleicht schon den neuen Ortswein Forster Riesling 2013 probiert und kann was dazu sagen?

Vielen Dank vorab!
Armin
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Barrique-Haus

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragMi 17. Sep 2014, 08:58

Winery Dr. Bürklin-Wolf ~ Riesling “Gerümpel” P.C. 2008

http://www.barriquehaus.de/2014/09/barr ... e-the-4th/

This enthusing wine takes no prisoners. Carried by fresh and gripping dark minerality it scores with juiciness and creaminess. In addition many herbs, honey, apple and peach. Powerful and salty finish. Tight and self-centered core. Produced by biodynamic agriculture standards.
Viele Grüße
Das Barrique-Haus

http://barriquehaus.de/
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Moselfan

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Re: Dr. Bürklin-Wolf

BeitragMi 17. Sep 2014, 10:04

Nur mal so eine Frage warum schreibt ihr inzwischen auf Englisch ?
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