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Re: Teschke

BeitragVerfasst: Fr 1. Sep 2017, 11:30
von EThC
olifant hat geschrieben:Das die Winzer aber entsprechend Aufwand und Herzblut in ihre Sache stecken hat in jedem Fall einen Effekt auf das Produkt, aber eben ganz unabhängig vom Glauben, selbst wenn der Winzer wirklich daran glauben sollte.


Wenn man bei der Kundschaft halt so richtig ökig 'rüberkommen möchte, macht sich so ein demeter-Emblem halt auch gut auf der Flasche sowie in den teils sehr blumigen Beschreibungen auf den Heimseiten etc. Wobei: bei manchen Leuten geht dieser Schuß schon wieder nach hinten los. Ich habe neulich mal mit einem Veganer über die verschiedenen Wein-Schubladen von konventionell bis demeter gesprochen und die Tatsache, daß da Kuhhörner verwendet werden, führte nach Einschätzung des Gesprächspartners dazu, daß solcher Wein aus veganer Sicht ein no-go ist... :?

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Fr 1. Sep 2017, 12:58
von olifant
EThC hat geschrieben:.... Ich habe neulich mal mit einem Veganer über die verschiedenen Wein-Schubladen von konventionell bis demeter gesprochen und die Tatsache, daß da Kuhhörner verwendet werden, führte nach Einschätzung des Gesprächspartners dazu, daß solcher Wein aus veganer Sicht ein no-go ist... :?


The times, they are changing ... :lol:

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Sa 2. Sep 2017, 13:33
von volldau
Mit einem weiteren Weinfreund durfte ich im September letzten Jahres Gast bei Michael Teschke sein.
Herr Teschke ließ uns seine Sylvaner, Blauen Sylvaner, Portugieser, Frühburgunder, Spätburgunder und seine "neuen" Rieslinge von der Nahe probieren. Von den Jahrgängen ging es bei den Rotweinen von 2007 (Portugieser QW Barrique) über 2010 (Frühburgunder Kalkstein), 2012 (Portugieser Holzfass), 2013( Spätburgunder Landwein) und 2015 (Portugieser Kleine und Große Fabrik) und bei den Sylvanern 2012, 2014 und 2015 bis zu den Rieslingen aus 2015.

Für mich war da nicht ein einziger Ausfall dabei.

Die Vielschichtigkeit war verblüffend und alle Weine hatten eine erstaunliche Eigenständigkeit. Die ganze Kollektion wirkte komplett durchdacht und teilweise "experimentell", nirgendwo riecht oder schmeckt man überbordende aufgesetzte Fruchtigkeit aber immer nimmt man auch Frucht war. Gewürze, Salzigkeit, Kräuter sind die Leitmotive bei den Sylvanern, nach einer Weile im Glas kommen die Fruchtnoten (ich neige fast dazu Obstnoten zu sagen, jetzt frage mich bitte keiner den Unterschied zu erklären...).
Kein einziger Wein wird geschmacklich von zu präsentem Alkohol zerstört.

Und an die "Gebrauchsanleitungen" von Michael Teschke kann man sich getrost halten, ich habe beispielsweise den 15er Portugieser "Fabrik" nach einer Bergwanderung direkt aus dem Kühlschrank getrunken und der schmeckte mir in der Sonne sitzend, im verschwitzten Hemd (ich war allein ;) ), den Geruch vom Bergwald noch in der Nase, einfach göttlich.

Ob diese Weine jetzt "orange" waren oder "Natur", spontan vergoren oder nicht, großes Holzfass, kleines Holzfass, Barrique oder sonst einem Credo folgen, war mir vollkommen egal. Michael Teschke scheint genau zu wissen was er wann tut oder unterläßt. Jeder Wein machte so wie er war Sinn und verschaffte Genuß und es waren letztendlich hochwertige, teils herausragende Weine. Was will ich mehr?
"In dubio pro Winzer!" ;)

Servus aus Oberbayern,
Volker

In den Kofferraum wanderten: Blauer Sylvaner "von der Dünnbach"15, Sylvaner "Laurenziberg"14, Sylvaner "Flur 19/68"14 und ein Probierkarton mit Rotwein Portugieser, Frühburgunder, Spätburgunder

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Sa 2. Sep 2017, 20:57
von P-No
Irgendwie hat mich dieser Thread inspiriert heute meinen Teschke Erstversuch in rot zu wagen und da ich genau zwei Rote von Michael Teschke im Keller habe, war heute die erste Flasche dran
Bild
Unterm Strich ein durchaus positiver Versuch aber die Sylvaner von ihm spielen doch noch in einer deutlich höheren Liga....

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Sa 2. Sep 2017, 21:58
von EThC
Was ist denn der zweite Rote? Spät- oder doch Frühburgunder? :?:

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Sa 2. Sep 2017, 22:31
von P-No
Nee beides nicht.... noch eine Flasche Portugieser 'Große Fabrik' :mrgreen:
Zum Nachverkosten.... ;)

Re: Teschke

BeitragVerfasst: So 3. Sep 2017, 11:44
von Georg R.
EThC hat geschrieben:
Georg R. hat geschrieben:Das kann ich mir sehr gut vorstellen ohne ihn persönlich zu kennen.
Um solche Weine zu machen muß man wohl ein wenig verrückt sein - im positiven Sinne.
Das sind mir die Liebsten.


Es gibt ein ganz nettes Video mit und über ihn:

https://wernervino.com/2015/09/08/folge ... l-teschke/


Yep, passt!

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Fr 15. Sep 2017, 20:20
von maha
Alter Schwede,

Ich hab ja noch nie 20 EUR für einen Sylvaner ausgegeben.
Aber der Flur 19/68 ist schon abgefahrenes Zeug, und jeden Cent wert.
Die VKN von EThC gleich zu Anfang kann ich voll unterschreiben.
Das ist wild, eigenständig, ungewöhnlich, komplex, ungestüm. Und doch als Silvaner erkennbar.
Teschke sagt im Interview, "das ist Geil". Das trifft es ganz gut ;)
Begeisterung. Und doch Ärger. Ich wollte eigentlich nicht noch mehr kaufen :oops:

Gruß Marko

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Di 26. Sep 2017, 23:35
von Bradetti
Heute abend im Glas mein erster Teschke-Wein

2014 Sylvaner "vom Laurenziberg"

Nach dem Öffnen der Flasche und 1 Stunde warten der erste Versuch:
In der Nase recht zurückhaltende Noten von weißer Frucht, Kräuter, Pfeffer. Am Gaumen läuft der Wein schon ein wie ein Silvaner, der Mittelbau fehlt aber irgendwie - mutet stellenweise fast wie eine Weinschorle an, also recht wässrig - und erst im Abgang dann wieder leichte Silvaner-Kost. 85 Punkte
Dann nach 3 Stunden völlig anderes Bild. Ein Schwenk im Glas eröffnet intensivstes, aber balanciert weiches, Sylvaner-Kino.
Am Gaumen weich einlaufend, dann übernimmt die Säure das Zepter, die den Wein über intensive weiße Frucht und Mineralik dann zum recht langen, pfeffrigen Abgang führt! 91 Punkte
Dass sich das Teil so entwickelt hätte ich definitiv nicht gedacht!
Auch hätte ich blind nie auf 12vol % Alkohol getippt sondern höher, meine ich aber positiv. Sehr komplex intensiver Sylvaner, der aus meiner Sicht durchaus schon als Spätlese durchgeht.
Und das war mein preiswertester Teschke-Sylvaner! Da bin ich mal auf den Primus Internet Pares und den 19/68 gespannt

Re: Teschke

BeitragVerfasst: Mi 27. Sep 2017, 00:15
von EThC
Bradetti hat geschrieben:Dann nach 3 Stunden völlig anderes Bild


...deshalb trinke ich auch keinen Teschke am gleichen Tag aus, sondern über mehrere Tage verteilt. Big fun! :D