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Weingut Keller

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Michl

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 19:57

BerlinKitchen hat geschrieben:Du solltest versuchen the bigger picture im Auge zu behalten, d.h. das Weingut Keller ist ein Zugpferd für den dt. Wein. Und darauf sollten wir alle stolz sein.


Martin, worin besteht dein Argument? Auf was sollten wir stolz sein? Dass dt. Wein wieder viel kostet, stark nachgefragt wird? Sorry, aber das erste finde ich als Konsument bedauerlich, das zweite ist mir wurscht. Oder sollten wir als Deutsche stolz auf irgendetwas Deutsches sein? Ich kriege deinen Punkt nicht.

Und was willst du mit folgendem Zitat aussagen?
BerlinKitchen hat geschrieben:"Oh, die Versteigerung gestern war ein ziemlicher Hammer. Allein, als die Weine vom KP durch die Decke gingen - da wurde einfach nur noch geklatscht als für das 2017 Pettenthal GG 710 € netto ausgerufen wurden.


Soll das ein Autoritätsargument sein, ähnlich zu deinem Zitat des Meininger Verlags? Für mich bringt diese Äußerung im besten Fall Respekt vor der Wertschätzung zum Ausdruck, die ein Wein erzielt. Und in der Situation ist er möglicherweise einfach angemessener Höflichkeit geschuldet. Der Geldwert ist doch nicht per se erstrebenswert.

Ich bin vielmehr ganz bei Bernd, der die Dinge auf den Punkt bringt:

Bernd Schulz hat geschrieben: Ich freue mich über guten Wein zu fairen Preisen. Fair für beide Seiten - für die Winzer (das ist mir ganz wichtig!), aber auch für die Weintrinker.
Viele Grüße

Michl
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EThC

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 20:31

Bernd Schulz hat geschrieben:Mal abgesehen davon, dass Keller natürlich nicht alleine für gewisse Entwicklungen verantwortlich ist, kann ich mich über diese Entwicklungen nun mal nicht freuen. Tut mir leid - aber die oft zu hörende obige Argumentation zieht bei mir überhaupt nicht. Ich freue mich über guten Wein zu fairen Preisen. Fair für beide Seiten - für die Winzer (das ist mir ganz wichtig!), aber auch für die Weintrinker.

Da kann ich nur voll und ganz zustimmen! Ich kann nichts -aber auch gar nichts- gut daran finden, wenn durch eine Horde von Leuten, denen Geld offensichtlich völlig Wurscht ist, die Preise für ein Produkt ins Aberwitzige getrieben werden. Es handelt sich letztlich doch nur um Wein! Persönlich schlimm finde ich den Einzelfall allerdings nicht, ich blende mich da einfach aus, und das ganz ohne Entzugserscheinungen. Ich hoffe nur, daß die Klientel, die hier so preistreiberisch agiert, nicht so weit um sich greift, daß in Zukunft auch für nicht ganz schlecht verdienende Leute nur ein paar mittelmäßige Gutsweine übrig bleiben...
Viele Grüße
Erich


Über Geschmack soll man nicht streiten, vorausgesetzt man hat einen...
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BerlinKitchen

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 21:23

Nun, wir sollten doch stolz darauf sein, daß dt. Riesling wieder eine so hohe&weltweite Wertschätzung geniesst.
"Ein Leben ohne Riesling ist zwar möglich, aber sinnlos!"
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Michl

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 21:36

Ja? Warum?
Viele Grüße

Michl
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amateur des vins

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 22:07

Stolz, soso...

Ich empfinde Stolz sowieso als eine Empfindung, die besser vermieden ist. Aber auf etwas stolz zu sein, das man selber nicht zu verantworten hat, ist schon einigermaßen absurd.

Martin, wenn Du "darüber freuen" geschrieben hättest, da ließe sich drüber diskutieren. Mir allerdings geht "hohe und weltweite Wertschätzung" prinzipiell am allerwertesten vorbei - außer, sie führt zu steigenden Preisen und/oder schlechterer Verfügbarkeit, dann ist sie eher negativ besetzt.

Was die Einschätzung zur Preisentwicklung angeht, bin ich ganz bei Erich und Bernd, die das besser formuliert haben, als ich es könnte. Es gibt - für eine spezielle Klientel - einfach zuviel Geld in dieser Welt.
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 22:19

Ich weiß ehrlich gesagt auch nicht, was das mit Wertschätzung des deutschen Rieslings zu tun haben soll, wenn einzelne dieser Gewächse nur noch zu Mondpreisen zu haben sind und der größte Teil der Leute, die die -sicherlich vorhandene- Qualität dieser Weine zu schätzen wüßten, sich das schlicht und ergreifend nicht mehr leisten können.

Bei dieser Thematik fällt mir wieder ein, daß mir ein Bekannter mal einen Kassenbon über den abendlichen Weinkonsum einer betuchten Gruppe von Oldtimer-Besitzern in einem besseren Hotel über 122.800,-- EUR gezeigt hat. Das fing mit Romannée-Conti an und hörte preislich ganz unten bei Riesling auf. Mit Genuß hatte das anscheinend nichts zu tun, sondern nur mit Etikettensaufen gepaart mit schlechtem Benehmen. Jedenfalls hatte der Veranstalter Mühe, daß die Meute nicht aus dem Hotel geworfen wurde. Wertschätzung? Alles nur Angabe. Diejenigen, die sowas dann auch wirklich wertschätzen können, sind wahrscheinlich eine kleine Minderheit, der's dann allerdings gegönnt sei...
Viele Grüße
Erich


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Jochen R.

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 22:30

Wie bereits weiter vorne geschrieben, gibt es GG´s vom
Kirchspiel oder Hubacker noch zu vergleichsweise normalen
Preisen.
Bei diversen Weinen erzielt das Weingut hohe Preise,
vermutlich nicht ohne Grund ob konstant hoher Qualität
- das muss man auch mal ohne Neid anerkennen!

Einfach mal so kurz vor Weihnachten runterkommen und dem
Anderen was Gönnen (man kann es ja selber im nächsten Jahr
bei der Arbeit mal richtig kräftig Krachen lassen :-) )

Viele Grüße,
Jochen
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BerlinKitchen

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 22:41

Aber ja doch, "darüber freuen" wäre die bessere Formulierung gewesen. Aber so habe ich es doch auch gemeint.
"Ein Leben ohne Riesling ist zwar möglich, aber sinnlos!"
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Georg R.

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Re: Weingut Keller

BeitragDo 6. Dez 2018, 23:17

Bis jetzt hatte ich erst zwei Weine von Keller - "Von der Fels" 16/17, und die waren ihr Geld wert.
Auch von den Basisweinen liest man nur Gutes.

Und wenn nun seine Spitzenweine so begehrt sind, daß sie auf diversen Auktionen hohe Preise erzielen, dann freut mich das, ja es freut mich.
Auch die Tatsache, daß die Weine von Egon Müller an der Mosel mit die höchsten Preise weltweit erzielen, freut mich. (manche sind sogar stolz darauf)
Seltsamerweise macht darum aber keiner ein "Geschiß"

Gruß
Georg
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Bernd Schulz

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Re: Weingut Keller

BeitragFr 7. Dez 2018, 00:06

Georg R. hat geschrieben:Und wenn nun seine Spitzenweine so begehrt sind, daß sie auf diversen Auktionen hohe Preise erzielen, dann freut mich das, ja es freut mich.
Auch die Tatsache, daß die Weine von Egon Müller an der Mosel mit die höchsten Preise weltweit erzielen, freut mich. (manche sind sogar stolz darauf)
Seltsamerweise macht darum aber keiner ein "Geschiß"


Mit dem Scharzhof habe ich ganz arge Probleme (die von mir auch schon häufiger zum Ausdruck gebracht wurden). Zwar habe ich schon ein paar Weine von Egon Müller auf Verkostungsveranstaltungen probiert, aber gekauft habe ich noch keine einzige Flasche dieses mir grenzenlos unsympathischen Erzeugers, während ich schon einige Keller-Weine erworben habe. Egon Müller geht gar nicht!

Jochen R. hat geschrieben:Einfach mal so kurz vor Weihnachten runterkommen....


Vor Ostern dürfen wir dann aber wieder unserem angeblichen Sozialneid verstärkt Ausdruck verleihen? Oder doch lieber nur zwischen Neujahr und Karneval?

Beste Grüße

Bernd
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