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Lazio

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argentum

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Lazio

BeitragMo 27. Dez 2010, 01:23

Der dritte Wein an Weihnachten war einer aus dem Umland Lazio.

Falescos Montiano 1995 ist ein reiner Merlot

auch hier ein wunderbarer Tropfen, der ohne Dekantieren auskam und direkt von der Flasche im Glas landete. In der Nase Pflaume, Zwetschge fast rumtopfartige Töne - super reif! Die Farbe ein tiefes dunkles Rot, das sein Alter keineswegs verriet - trotz leichtem Wasserrand. Der Schluck wanderte wie ein flächendeckendes, cremig-öliges Gemisch über den Gaumen und zog auch hier den Geschmack dunkler/schwarzer Früchte nach sich mit einem unglaublich erfüllenden Schmelz zwischen Frucht und Süsse wechselnd. Ein toller Italiener für tolles Geld (ich glaub das waren 40 Franken für zwei Flaschen auf Ricardo). Jetzt trinken!
Gruss
Philipp

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dylan

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Re: Lazio

BeitragMo 27. Dez 2010, 13:16

Hallo Philipp,

vor ca. einer Woche hatte ich die 2001er Ausgabe dieses Weines im Glas. Ohne in das übliche Montiano-bashing einstimmen zu wollen, muss ich doch sagen, dass mir der Wein nur bedingt gefallen hat. Mit deutlichen Bitternoten im Abgang erschien er mir überextrahiert. Offensichtlich war das 1995 noch nicht der Fall.

Viele Grüsse

dylan
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argentum

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Re: Lazio

BeitragMo 27. Dez 2010, 13:35

Hoi dylan

Von Bitternoten kann ich nichts berichten. Hatte zwar auch schon jüngere Montianos (2005 und 2007), aber wie du das ja selbst ausführst, die gefallen mir auch nicht (mehr) so gut. Entweder zu jung oder zu konzentriert (insbesondere der 2007er) - zeigt meiner Meinung nach auch auf, dass es nicht einfach ist, in warmen/heissen Gebieten guten Wein zu machen der zu späterem Zeitpunkt kippt.

Zurück zu deiner Befürchtung: Ich kann hier nur für den 95er sprechen und der war für mich persönlich wirklich sehr gut. Ausgewogen und eine dem Alter entsprechende Süsse, die ich an gereiften Merlots einfach schätze. In dem Sinne kann ich, solltest du an solche Flaschen geraten nur meine Kaufempfehlung aussprechen.
Gruss
Philipp

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Allegro

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Re: Lazio

BeitragMi 6. Jul 2011, 22:12

Hallo,

ich habe heute beim Weinhändler mV ein paar Flaschen einiger neu in sein Sortiment aufgenommener Weine mitgenommen und gerade einen Frascati geöffnet:
Frascati Superiore, "Terre Laviche" 2010 von Casale Mattia und stelle fest: ja - so muss ein Frascati schmecken :D
Er besteht aus Malvasia, Puntita und ein wenig Trebbiano, ist sehr blaßgelb, in der Nase leicht fruchtig, mineralisch, im Mund sehr trocken, fruchtig, mineralisch, knackig, langer Abgang. Nur merke ich leider sofort, dass mir die Säure nicht so ganz bekommen wird :(

Viele Grüße - Allegro
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Don Miguel

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Falesco, Montiano, 2001

BeitragFr 16. Sep 2011, 17:21

dylan hat geschrieben:vor ca. einer Woche hatte ich die 2001er Ausgabe dieses Weines im Glas. Ohne in das übliche Montiano-bashing einstimmen zu wollen, muss ich doch sagen, dass mir der Wein nur bedingt gefallen hat. Mit deutlichen Bitternoten im Abgang erschien er mir überextrahiert.

Servus dylan,

ja, auf taw haben wir damals heftig den Montiano kritisiert, insbesondere auch den von dir probierten 01er. Ich selbst hatte 6 Flaschen von diesem Jahrgang und war arg enttäuscht.

Ich muss aber fairerweise zugeben, dass die Flasche Nr. 4 vom letzten Herbst und Flasche Nr. 5 von gestern sehr gefällig und absolut unfallfrei zu trinken waren. Die Flaschenöffnung gestern geschah spontan in geselliger Runde zur vorgerückten Stunde, da kann ich keine VKN liefern, aber die Qualität war für eine Punktewertung von 89 bis 91 vorhanden, Tendenz bei mir lag bei 90 DMP. Das ist jetzt nichts Überragendes und rechtfertigt keinesfalls den Kritikerhype um diesen Wein, aber immerhin.

Die letzte Flasche lege ich jetzt noch ein paar Jahre weg, auch auf die Gefahr hin, dass ich eines Tages Abbitte leisten muss für einen verkannten großen Wein :oops: , ich glaube es aber nicht wirklich :mrgreen: .

Grüße
Don
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Panamera

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Re: Lazio

BeitragDi 15. Nov 2011, 18:56

Hallo zusammen

Ich habe erst neulich einen Falesco Montiano 2007 zu einem Wildgericht genossen und war positiv überrascht. Anfangs hätte ich nicht gedacht, dass es sich hierbei um einen reinen Merlot handelt. Vielleicht lag es am Essen, aber ich fand die Kombination aus Säure, Frucht und Würze absolut genial. Frisch geöffnet fand ich ihn erst etwas zu "dünn", jedoch hat sich der rubinfarbene Italiener bereits nach wenigen Minuten zu einem fruchtigen Genuss mit gutem Körper, dennoch weich im Gaumen und strukturiertem Finale gemustert.

Zum passenden Gericht würde ich den Falesco Montiano 2007 jederzeit und gerne wieder geniessen und gebe somit überzeugte 92 Punkte :)

Gruss
Marcio
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olifant

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Re: Lazio

BeitragMi 16. Nov 2011, 09:55

Hallo Panamera,

willkommen im schreibenden Teil des Forums ;)
Grüsse

Ralf
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michaelliebert

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Re: Lazio

BeitragMi 16. Nov 2011, 18:51

Einer der beiden Winzer des Jahres im Gambero Rosso 2012 kommt aus Latium. Sergio Mottura hat schon vor vielen Jahren auf ökologischen Anbau umgestellt, dabei kann sich sein Weingut in der Größe durchaus mit Falesco messen...

Sein Grechetto hat 3 Gläser im Gambero Rosso bekommen. Kein wirklich großer Weißwein, aber wie ich meine eine positive Bereicherung jedes Weinkellers und das für relativ kleines Geld: http://michael-liebert.de/weintipps/sergio-mottura-grechetto-2010-poggio-della-costa/

Lieben Gruß
Michael

PS: Was den Montiano betrifft, der auch mit dem Jahrgang 2009 wieder 3 Gläser bekommen habe, gehe ich ganz mit den Vorrednern konform. Kein schlechter, aber meist ein sehr glatter und damit langweiliger Wein. Meine Verkostungsnotizen der letzten Jahre http://michael-liebert.de/weintipps/?s=montiano%2C+Weintypus%3A
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kristof

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Re: Lazio

BeitragMi 16. Nov 2011, 23:01

michaelliebert hat geschrieben:Einer der beiden Winzer des Jahres im Gambero Rosso 2012 kommt aus Latium. Sergio Mottura hat schon vor vielen Jahren auf ökologischen Anbau umgestellt, dabei kann sich sein Weingut in der Größe durchaus mit Falesco messen...



Hey, das freut mich für das Weingut Mottura! Ich habe es in diesem Sommer im Urlaub kennengelernt und bei der Signora eine schöne, ausführliche Probe im zum Weingut / der Familie gehörenden Hotel in Civitella d'Agliano gemacht. Übrigens ein schönes Hotel in einem hübschen Städtchen in wunderschöner Landschaft.

Den Poggio della Costa habe ich als schönen Sommerwein mit einem guten PLV in Erinnerung, den holzlastigen Latour a Civitella - gleichfalls ein Grechetto - habe ich inzwischen als guten Essensbegleiter kennengelernt.

Recht gut auch der rote Civitella Rosso (Merlot und etwas Montepulciano) und der Süßwein "Muffo" (Grechetto).

Ganz hervorragend hat mir der Spumante (Chardonnay) mit seiner sehr sanften, eleganten Perlage gefallen.

Das war eine echte Entdeckung in einer an großen Namen armen Gegend. Freue mich auf den nächsten Sommer, denn dann geht es noch einmal nach Civita di Bagnoregio (mit einem Besuch von Sergio Mottura).
Viele Grüße,

Christoph
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BerlinKitchen

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Re: Lazio

BeitragMi 18. Dez 2013, 12:02

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Neues vielversprechendes Weingut aus Latium.

http://www.ominaromana.com

“Es gibt Menschen, die für etwas Neues über sich selbst hinauswachsen. So ist es auch mit den Menschen hinter ÔMINA ROMANA: Sie vereint nicht nur die Leidenschaft für Wein, sondern auch die Lust, etwas Stilprägendes zu schaffen.
 Dr. Maria Teresa Börner gab ihre Tätigkeit als Historikerin auf und absolvierte erfolgreich ein Oenologie Studium an der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau. Vor Ort in Velletri wird sie unterstützt vom international anerkannten Önologen Claudio Gori, der ihr beratend zur Seite steht, und der Agronomin Paula Pacheco, die die Arbeit im Weinberg und in den Olivenhainen begleitet. Mit einem festen Team aus hochmotivierten Mitarbeitern, die alle aus der Region stammen, wird die Vision des rücksichtsvollen Anbaus und der traditionsbewussten Weinkultur umgesetzt.

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Claudio Gori&Dr. Maria Teresa Börner

Mit der Rückkehr zu einem für die Weinkultur geschichtsträchtigen mittelitalienischen Landstrich offenbart ÔMINA ROMANA die Besinnung auf die ursprünglichen Werte des Weines: Jeder Arbeitsschritt auf dem 2004 gegründeten Weingut (80ha) von der Familie Börner folgt der Maxime Mens et Manus. Durch das Zusammenspiel von nachhaltigem Weinanbau im Einklang mit der Natur, traditionsreichem Erfahrungsschatz und modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen werden 2012 elf Rotwein- und sieben Weißweinrebsorten von der Traube zu ihrer edelsten Form gezogen.

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Team

Die Besonderheit der Natur der Region und unsere bedachte Art, mit ihr umzugehen, sind die perfekte Symbiose für große Weine. Die Rebflächen von ÔMINA ROMANA bei Velletri liegen in etwa 250 Metern Höhe und 25 Kilometer vom Meer entfernt. Hier weht tagsüber eine frische Brise und nachts fällt der Wind aus den Albaner Bergen – ideale Bedingungen für ein gesundes Wachstum der Pflanzen ohne Fäulnis und Pilzkrankheiten. Gerade deshalb können wir der Natur freien Lauf lassen. Da nach einem kühlen Frühjahr in der Regel ein sonnenreicher Sommer und ein wohltemperierter Herbst folgen, können die Beeren vollkommen ausreifen. Das sichert einen weichen Geschmack ohne jegliche grüne Note. Dank begrenzter Phasen extremer Hitze und eines schattenspendenden Laubschnittes gedeihen hier großartige Weine. Von unten sorgt der vulkanische Boden mit Tuffstein für Kraft in den Reben und extraktreiche Trauben. Ihren letzten Schliff erhalten unsere Weine nach der temperaturkontrollierten Gärung durch eine mindestens sechs Monate lange Lagerung auf der Feinhefe. Unsere Weißweine werden dann ein halbes Jahr im Fass ausgebaut und entwickeln sich auf der Flasche. Die Rotweine reifen hingegen bis zu 18 Monate in Fässern aus französischer Eiche und zusätzlich neun Monate auf der Flasche. Dank des ausgewogenen Verhältnisses aus natürlichen Bedingungen und menschlicher Fertigkeit verwirklichen wir unser Ideal von einem perfekten Wein mit jeder Flasche.”


2011 ÔMINA ROMANA “Ceres Anesidora I”

Bester Bordeaux-Blend (CS&Cabernet franc) aus Italien seit langer, langer Zeit. Hätte man mir diesen Wein blind vorgesetzt hätte ich auf ein Top-Chateaux vom rechten Ufer getippt. Diese unnachahmliche Mischung aus samtiger Textur, feinpolierte Tannine, Eleganz, Dichte, Sexappeal und mit einer Aromatik von Blaubeeren und schwarzer Schokolade kennt man sonst nur von den Weinen von Cheval blanc, Angélus etc.

Das ist beeindruckend gut gemacht! Und das gleich beim 1. Jahrgang. Diese Premiumcuvée bekommt man noch bei keinem Weinhändler, sondern nur direkt ab Weingut bzw. in ausgewählter Gastronomie. 82 Euro ist ein stolzer Preis für diesen Erstlingswein aber im Vergleich zu Bordeaux eigentlich schon wieder ein Schnäppchen. Der Wein ist auf der website noch nicht gelistet, aber seit Dezember lieferbar. Die anderen Weine hab ich auch schon verkostet und die haben mir ebenfalls gefallen. Mehr in den kommenden Tagen.

94/100

(im Riedel Sommelier Bordeaux verkostet)

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Grüße aus Berlin,
Martin Zwick
"Ein Leben ohne Riesling ist zwar möglich, aber sinnlos!"
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