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Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

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EThC

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragDo 14. Mär 2019, 18:58

Hallo Ralf,

es gibt vom gleichen Weingut noch den "Vigneto Runcata - Tenuta Corte Giacobbe - Soave Superiore DOCG", der ist dann ein ganzes Stück komplexer und dichter, kost' aber auch 10 Euronen mehr...

Was auch immer zur einacheren "Soave DOC" beim "S" führt, er macht allein aufgrund der Mineralik schon ordentlich Freude! :D
Viele Grüße
Erich


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amateur des vins

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragDo 21. Mär 2019, 18:11

Nach dem sehr guten Dessimis (Pinot Grigio, s.o.) und dem deutlich verschiedenen, aber ähnlich guten Dis Cumieris (Malvasia Istriana, leider ohne VKN) nun als letzter im Bunde der

Vie di Romans, Ciampagnis 2016 (Chardonnay)

Ich hatte eigentlich den Vie di Romans Chardonnay erwartet. Die Unterschiede sind auf dem Papier gering; der Ciampagnis scheint von allem etwas weniger zu haben: Alter der Reben, Tiefe des Bodens, Dauer am Stock, Fermentationsdauer, Hefelagerdauer, Alkohol. Leider habe ich (bisher) keinen Vergleich, das wäre spannend.

Blaß, klar. Sehr leichte Reduktion. Ganz leichte Vanille (obwohl er nur Stahl sieht). Ein paar weiße Blüten. Etwas frische (aber nicht grüne) Haselnuss. Strohballen.

Am Gaumen frisch, aber tendenziell eher der cremige Typ. Praktisch keine Frucht, aber tolle Struktur und sehr harmonisch - "auf Kosten" der Spannung.

Im Abgang, mit Verzögerung, der "Nachbrenner": kalte Holzscheite oder sogar abgebrannter Dachstuhl aus der Ferne, und ganz zuletzt auch etwas verkokeltes Gummi(?). Nur angedeutet, aber doch...

Alle Vie di Romans, die ich kenne, sind rebsortenbergreifend sehr ähnlich gemacht, erscheinen ziemlich glatt, und sind eher auf der cremigen Seite. Aber meistens haben sie eine schöne Säure, die Spannung verleiht. Die ist bei diesem hier grenzwertig. Der Wein ist nicht latschert, aber definitiv weit weg von Laserschwert. Mme. Amatrice war übrigens schwer begeistert, fand die Spannung ausreichend und die eher nicht so heftige Säure gut.
Besten Gruß, Karsten
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olifant

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragDo 21. Mär 2019, 18:35

... Vie di Romans soll man einfach nicht so jung trinken ;) hab ich dir doch schon mal gesagt :lol:
Ne, Spass.
Hatte das Glück mir 3 Fl. Dis Cumieris 2010 auf dem Sekundärmarkt besorgen zu können, hoffe, dass die anständig gelagert waren - werde demnächst mal eine köpfen.
Grüsse

Ralf
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amateur des vins

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragDo 21. Mär 2019, 18:49

olifant hat geschrieben:... Vie di Romans soll man einfach nicht so jung trinken ;) hab ich dir doch schon mal gesagt :lol:
Jaja. :shock: :roll:

Nee, dieser war eigentlich ziemlich komplett und zugänglich. Mit der milden Säure bin ich auch garnicht sicher, ob der noch irgendwie besser wird.
Besten Gruß, Karsten
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olifant

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragFr 26. Apr 2019, 10:56

... vor Kurzem im Glas ...

Dis Cumieris Malvasia 2010, Vie di Romans - Mariano del Friuli, NK

intensives Strohgelb; etwas mürbe Kernobstfrucht, reife Stachelbeeren, Nusstöne, Kurkuma; am Gaumen sehr stoffig, mit viel Kraft, die Naseneindrücke werden am Gaumen 1:1 übersetzt, was hier jedoch das Gegenteil von Eindimensionalität bedeutet, komplex verwobene mürbe Frucht, gepaart mit Kurkuma, Haselnuss- und Mandeltönen, zusätzlich gibt's kandierte Orangenschale als Leckerli, ordentlicher Schmelz, gepuffert durch im Hintergrund agierende Säure, sehr gute Balance, gewisse Opulenz, Tief; sehr langer Abgang korrespondierend zum Gaumen, Nachhall auf Nuss, Kurkuma und Orangeat - 17-17,5/20 op

Der Wein muss einem nicht Schmecken, ist aber ein recht perfekter Ausdruck der (rel. unpopulären) autochtonen Malvasia Istriana - geht vorallem zu kräftigen Fisch- und weissfleischigen Gerichten.
Als Solist muss man den sehr nuss- und kurkumalastigen Geschmack, sowie den Stil des Hauses, m.E. schon mögen. Bei Chardonnay und Sauvignon kommt das i.d.R. sehr gut rüber, bei Malvasia wirkt es ein wenig aus der Zeit gefallen - trotzdem Respekt für die Konsequenz in der Hausphilosophie.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragMo 20. Mai 2019, 11:47

... vor Kurzem im Glas ...

Rosso di Rosso 2008 Merlot & Cabernet Breganze DOC, Diesel Farm (Renzo Rosso)- Marostica, NK

opakes Rubin mit bräunl.-granatroten Relexen; reifes rot-schwarzes Fruchtpotpurri (rote + schw. Johannisbeeren, Brombeeren, Pflaumen), Leder, Gewürze (Rosmarin, Muskat); am Gaumen dicht und konzentriert, gereifte würzige Frucht, Früchtebrot, Kakao, Leder, Muskat, Rost, Erde, herb, kompaktes reifes leicht sandiges Tannin, stimmige Säure, viel Struktur, mir zu wenig Trinkfluss, klebt etwas am Gaumen; langer - sehr langer Abgang auf gereifte Frucht, viel Tannin und Würze - 17-17,5/20 op

Zum gegrillten Lammkotlett, optional zum Nippen am Kamin - viel rechtsufriges Bordeaux. Eigentlich ein gut gemachter Wein, mir etwas zu overdone.
Bordeaux-Cuvée des Modeunternehmers und "Diesel" - Gründers, Steckenpferd und biodiverses Musterweingut Renzo Rossis. Steht m.E. Roten von Maculan oder Inama nicht nach.
Die Flasche im "Portwein"-Design (weisser Lack-Aufdruck) ist, typisch Diesel, natürlich Abweichend vom Üblichen konzipiert. Insgesamt nette Geschichte, die man bei Gelegenheit mal probieren kann, aber nicht zwingend muss.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragMi 29. Mai 2019, 17:15

... vor Kurzem im Glas, ohne gr. Notizen ..

Chardonnay 2012, Edi Kante - Duino Aurisina, NK, 12,5% Alc.

grünliches Strohgelb; reife Äpfel, dazu Papaya, Melone, feuchter Stein; am Gaumen eher leichtfüssiges Mittelgewicht, aromatisch fein mit einer Mischung aus reifer apfeliger und dezent exotischer Frucht, auch Anklänge von Kräutern und Gewürzen, gewisse mineral. Nuancen, sehr ausgewogen und angenehm Frisch, gewisse Tiefe, animierend; langer animierender Abgang auf frischen kräuterigen Fruchtmix, leicht zitrischer Nachklang - 17/20 op

Sehr eigenständiger, geradezu untypischer Chardonnay der mit seiner, trotz aromatischen Finesse, frischen Beschwingtheit bei mir nachhaltig Eindruck hinterlässt. Passt m.E. in keine übliche Schublade.
Nicht dass was man sonst bei 12 Monaten Barrique vermuten würde, im Gegenteil ist kein vordergründiges Barriquearoma vorhanden.
Grüsse

Ralf
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EThC

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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragMo 3. Jun 2019, 01:11

...ist mir persönlich zu belanglos:

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Viele Grüße
Erich


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Re: Veneto, Friaul, Julisch-Venetien - Der Nordosten

BeitragMi 5. Jun 2019, 22:08

Pieropan hatte ich schon eine Weile nicht mehr im Glas. Warum eigentlich?

Pieropan, La Rocca 2014

Sattes Goldgelb mit minimal grünlichem Tint. Aber keinerlei fehlerhafte Oxidation.
In der Nase reifes gelbes Kernobst. Etwas Orangenzeste. Ordentliche Prise weißen Pfeffers - erinnert fast an (gereiften) Veltliner. Ein Hauch Zimt und Kurkuma. Und alles von einem kräftigen steinigen Skelett gestützt.

Sehr spannend, und viel besser als in der Erinnerung!

Am Gaumen leicht ölig, seidig-weich und wenig Druck, aber sehr frische Säure. Quitte, wieder ein wenig von dem reifen gelben Kernobst. Kräftig-herbe Oregano-Würze, aber nicht direkt bitter.

Das ist ziemlich gut; interessant und eigenständig. Aber auch ein wenig sperrig - oder spannend :ugeek: .
...besonders die Nase. Der Gaumen tritt dagegen ein klein' wenig zurück.

Achtung, keinesfalls zu warm werden lassen!
Besten Gruß, Karsten
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