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Kampanien und Basilicata

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Seehas

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragSa 8. Jul 2017, 22:40

Vor einigen Tagen im Glas:
Bild

Der Grundwein (Fiano) wird mit gekühltem Most erneut zur Gärung gebracht, daher der Kronkorken. Kein Zucker, kein Hefezusatz, kein Schwefel, keine Klärung. Der Wein hat Kohlensäure (wird als vino spumante verkauft), schäumt mal mehr, mal weniger. Kein großer Wein, aber ein großer, erfrischender Spass bei hohen Temperaturen (zu Fisch am Meer, Pizza, Caprese).
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olifant

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragMo 10. Jul 2017, 10:15

Seehas hat geschrieben:...
Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass ein Aglianico aus dem Cilento so gut altert. Luigi Maffini gilt als einer der Weinbaupioniere im nördlichen Cilento. ...
Leider sind Weine aus dem Cilento in Deutschland recht unbekannt und nicht leicht zu bekommen, obwohl sie teilweise eigenständigen Reiz haben. Um so mehr habe ich mich über diese Verkostungsnotiz gefreut.
Seehas


Hallo Seehas,

danke für deine Zusatzinfos zu Maffini und dem Cilento - mir war der Winzer, als auch die Region jedenfalls unbekannt. Den Wein habe ich zudem auf Verdacht zu einen sehr günstigen Kurs bei eBay erstanden und war mir bewusst, dass nicht jeder gereifte Aglianico zwangsläufig Genuss bedeutet. Insoweit war dies einfach Glück, für mich aber auch eine positive Überraschung und Entdeckung.
Grüsse

Ralf
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austria_traveller

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragMo 21. Aug 2017, 19:41

Gestern gab's zu einem Hirschfilet einen De Lisio Taurasi 2008, ein 100%iger Aglianico
Weit bin ich allerdings nicht gekommen, denn nach einer relativ nichtssagenden Nase entpuppte sich dieser Wein als Säuremonster, die jeden Riesling blass aussehen lassen würde. Keinerlei Frucht war zu schmecken. Heute dasselbe.
Ein Wein für die nächste Sauce - sehr schade; bei € 20.- habe ich eigentlich doch ein bischen mehr erwartet.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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austria_traveller

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragMi 13. Sep 2017, 17:43

Michele Alois Settimo - Jahrgang nicht ersichtlich
Palagrello & Casavecchia
Dropsige Frucht, etwas einfach gestrickt, massive Säure, dass es direkt hinten im Hals kratzt. Untrinkbar.
Habe mich dazu hinreissen lassen, bei einem Händler der massiv Werbung macht zu bestellen.
Mittlerweile die dritte Flasche in Folge für den Gulli. :evil:
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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olifant

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragMo 8. Jan 2018, 12:27

olifant hat geschrieben:
Erdener Prälat hat geschrieben:

Gestern im Glas:
Bild
Ein Wein mit Licht und Schatten, natürlich schöner Konzentration und Komplexität; das Holz hat dem Wein wohl auch nicht die Typizität ganz ausgetrieben, aber die Gerbstoffe sind mir doch etwas zu rustikal und ich glaube nicht, daß sie sich noch zum Besseren ändern werden.


... den Radici Taurasi Riserva 1999, Mastroberardino hatte ich gestern auch im Glas, und heute Abend wird's den Rest geben.

Auch ich kann deine Notiz gut nachvollziehen. Was bei mir fehlte, war jedoch eine üppige Süsse im Duft. Statt dessen gab es ständig changierende Beeren-, Lakritz- und Teervariationen in der Nase, das Ganze auf einer recht urwüchsigen und rustikalen Seite. Je mehr die Nase ausbaute, desto stringenter wurde der Wein am Gaumen, auch hier wieder diese dunklen Beeren-/Lakritz-/Teer- und auch Ledervariationen. Das Tanningerüst ist streng und hat noch deutliche Reserven. Das Tannin war fein, wenn auch etwas trocken, aber (noch) auf der angenehmen Seite, die Säure dazu ganz schön happig, aber sehr gut integriert. Dazu ein langer vllt. etwas rustikaler Abgang, der die Nasen und Gaumenthemen nochmals Revue passieren lässt. Insgesamt eine sehr komplexe und tiefgründige Angelegenheit, ganz sicher kein Charmbolzen - 17-17,5/20 op.

Meine doch höhere Einschätzung beruht wohl darauf, dass ich derart urwüchsige Weine durchaus schätze, u.a. auch die Art, wie diese einen zwingen sich mit ihnen zu beschäftigen. Dazu gestehe ich dem Wein eine gehörige Tiefe und Komplexität zu - und ich habe die Hoffnung, dass hier in den nächsten 3-4 Jahren durchaus noch etwas gehen kann.
(obige VKN-Notizen stammen aus 2011)

... den Radici Taurasi Riserva 1999, Mastroberardino hatte ich letzte Woche, nach ca. 6 Jahren, nun wieder im Glas ...

und ich kann nur sagen, inzwischen ist der Wein zu einem sehr schönen, wenn nicht gar exzellenten Vertreter eines Aglianico Riserva gereift.
Das mit dem "ganz sicher kein Charmbozen" muss ich nun sogar revidieren. Alles Rustikale ist abgelegt, Nase und Gaumen bilden eine verwobene, altersmilde und harmonische Einheit - das Ganze erinnert nun stark an gereiften kräftigen Barolo. Jede früher getrunkene Flasche des Weins ist aus heutiger Sicht leider zu bereuen. 18/20 op
Grüsse

Ralf
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maha

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragMo 8. Jan 2018, 12:39

Ups, dann werde ich mit meinen 08er und 11er wohl lieber noch ein Jahrzehnt zuwarten :shock:
Danke für den Statusbericht
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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austria_traveller

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragSa 1. Sep 2018, 19:39

Heute gibt's ganz klassisch zur Parmigana de Melanzani einen Aglianico und zwar von dem Weingut Vigneti del Vulture.
Piano del Cerro heißt der Wein, von dem ich sowohl den Jahrgang 2015 wie auch 2012 im Glas habe.
Den 2012er habe ich schon lange, 2015 habe ich gerade erst nachgekauft - ich muss den testen, damit ich den Wein einschätzen kann.

Zuerst 2015:
Üppig, viel schwarze Frucht, sehr stoffig, man spürt förmlich das Tannin, die Frucht ist sehr offensiv, springt einem förmlich ins Gesicht, ist aber noch nicht harmonisch eher jugendlich und wild. Der Wein hat 9,8g RZ, ist also halbtrocken - das kommt aber nicht so schlimm rüber

Dann 2012:
Verhaltene Frucht, fast spröde - schon hinüber ???

Egal, ich trinke mal den 2015er. Zum Essen passt er ja trotzdem.
Nach dem Essen, also jetzt gerade ist der Wein schon ein wenig harmonischer, man schmeckt die schwarze Kirsche,
trotzdem ist die Frucht sehr verhalten, der Abgang gar kurz.

Ich kenne den Wein ja und weis welches Potential in ihm steckt - deshalb tippe ich auf eine fehlerhafte Flasche.
Aber ich verkorke ihn mal und probiere morgen wieder davon - vielleicht brauchen die 2012er auch in der Basilikata ein wenig länger ...
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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austria_traveller

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Re: Kampanien und Basilicata

BeitragDo 6. Sep 2018, 08:36

update zu Piano del Cerro 2015
Im Laufe des Abends hat sich eine unschöne Nase breit gemacht. Ein richtig kleiner Stinker, animalisch - nicht mein Ding.
Der hat den Wein dann vollends eingenommen.
Dieser Geruch ist aber leider die letzten Tag nicht verflogen, auch gestern war er noch da.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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