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Südtirol - die Weißweine

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olifant

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragFr 14. Sep 2018, 12:42

Reinsortig gibt es wohl den Fórra von Lageder und Eva vom Brunnenhof (Mazzon), evtl. auch noch eine handvoll andere - ansonsten kommt Bianco Manzoni in Südtirol eher homeopathischen Mengen vor und somit auch mal geringfügig in Cuvées zum Verschnitt.
Im Trentino und im Veneto gibt's die dann schon deutlich häufiger reinsortig, z.B. von Maso Thaler, Cesconi, Serafini & Vidotto, Vignalta, Castello di Roncade, ...
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Ralf
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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragFr 14. Sep 2018, 15:34

...danke :!:
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Erich


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Sistra7119

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragSo 16. Sep 2018, 14:06

Olifant:
schade mit dem Sylvaner, evtl. war's auch ein Flaschenfehler, Schrauber oder Naturkork? '12 dürfte im Eissacktal auch ein eher kühler Jahrgang gewesen sein -nicht zwingend förderlich für die Lagerfähigkeit.

... vermutlich war es ein Schraubverschluss, wie beim Kaiton. Die lange Rückfahrt aus Südtirol und die Zwischenlagerung im heißen Auto waren sicherlich nicht hilfreich... Das passiert mir aber nicht mehr. Wein wird jetzt brav in die Fewos geschleppt :roll:
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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragSo 23. Sep 2018, 18:54

...heute ein recht opulenter Weißburgunder:

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Viele Grüße
Erich


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olifant

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragMo 24. Sep 2018, 12:28

Hallo Erich,

ich hatte vor kurzem einen Weissburgunder Vorberg '13 der Terlaner Genossen im Glas, der war auch grosses Weissburgunder-Kino, kostet aber nur ca. 25 € / Fl.
Allerdings ist der Wein bei den Terlaner Genossen ja nicht der Topp-Weissburgunder, sondern "nur der Topp-WB" für Jedermann. Oben drüber stehen schließlich noch WB aus der "Raritäten-Serie", oder der Primo, die dann mit 60+ und 120+ zu Buche schlagen, sofern du eine bekommst ;)

Um auf meinen Punkt zu kommen, der jetzige Preis des Helios ist neben der nicht abzusprechenden Qualität natürlich auch der Qualitätspyramide des Weingut-Portofolios geschuldet, sowie dem Umstand, dass zahlungswillige Kunden diesen Preis auch ohne zu Murren löhnen. Bevor der Wein das Weingut-Label "Kunstwerk der Natur" ;) vor 2 Jahrgängen aufgedrückt bekam, bewegte sich dieser preislich im Niveau des Vorberg und nicht Mitte/Ende 30 €.

Es ist nicht zu verkennen, dass die Südtiroler Weinpreise allgemein deutlich anziehen, bzw. schon angezogen haben, vorallem bei Eigenbau Winzern und Genossenschaften die Qualität abliefern waren die Preiszuwächse in den letzten 2-3 Jahren dann auch deutlich in meinem Portemonnaie spürbar - letztendlich wurde aber nur gegenüber einigen bekannten Granden im Preis nachgezogen. Sei's ihnen vergönnt.
Grüsse

Ralf
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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragMo 24. Sep 2018, 13:06

Hallo Ralf,

ja, die Entwicklung ist unverkennbar! In der Preisklasse des Helios bzw. des Vorberg kann man ja in der Regel noch vor Ort probieren, da hat man dann wenigstens eine Entscheidungsgrundlage, auf der man dann mit sich ausmachen kann, ob einem die Flasche den entsprechenden Preis noch wert ist. Bei den neuen "Supertirolern" weiß ich gar nicht, ob das geht, Tiefenbrunner allerdings bietet seine Weine aus der Vigna-Linie in der Jausenstation für 3 Euronen je Probierglas an (hab' ich aber noch nicht getestet). Aber Blindkäufe im 30 Euronen plus-Bereich mache ich so gut wie gar nicht, deshalb werden diese Weine unverkostet nicht in meinen Keller finden.

Der Helios war dann schon der Grenze dessen, was ich für den Wein noch bereit war, zu bezahlen. Aber auch jetzt reut mich das Geld nicht, ist halt schon ein recht eigenständiges Erzeugnis aus meiner Sicht.

In Teilen weiche ich dann auch auf andere Erzeuger aus (es gibt ja genügend interessante Adressen!) bzw. kaufe bei einzelnen insgesamt weniger.

Der Markt für die "Supertiroler" wird aber m.E. letztlich immer sehr begrenzt bleiben und so vertraue bzw. hoffe ich darauf, daß mir der Spaß in meinem finanziellen Wohlfühlbereich (hinsichtlich des Weinbudgets) nicht ausgehen wird.
Viele Grüße
Erich


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olifant

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragMo 24. Sep 2018, 13:38

... es stellt sich m.E. bei Weinen ab 30 - 40 € aufwärts m.E. ohnehin nicht mehr die Frage, ob eine direkte Korellation zwischen Qualität, Genuss und Preis besteht, sondern lediglich, ob der Kunde bereit ist den entsprechenden Preis zu zahlen, bzw. ob der Markt den Wein zum geforderten Preis aufnimmt.

Hier wird in Südtirol schlicht ein Exklusiv-, respektive Premium-Preissegment geschaffen, dass hier so vorher nicht existent war.
Narürlich wird das durch einen Blick in andere Regionen ohnehin relativiert ... ganz am Ende stünde dann wieder die Frage, wieviel kann / darf eine Flasche unter Einbeziehung sämtlicher Produktionsschritte, vom Rebschnitt, über Betriebskosten, bis zum Verpackungskarton, kosten und wo beginnt die Zusatzmarge für Exklusivität?
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Ralf
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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragMo 24. Sep 2018, 15:20

olifant hat geschrieben:ganz am Ende stünde dann wieder die Frage, wieviel kann / darf eine Flasche unter Einbeziehung sämtlicher Produktionsschritte, vom Rebschnitt, über Betriebskosten, bis zum Verpackungskarton, kosten und wo beginnt die Zusatzmarge für Exklusivität?

Das sind meines Erachtens genau die
olifant hat geschrieben:30 - 40 €

diese Größenordnung wurde mal als maximal mögliche Gestehungskosten (incl. eigenem Gehalt, Renditeerwartung etc.) von einem Winzer genannt, wenn alles erdenklich Sinnvolle zur Weinwerdung auch wirklich gemacht wird (Trockenbeerenauslesen etc. mal außen vor). Alles d'rüber seien marktorientierte Preise. Wenn man in der glücklichen Lage ist, aufgrund der Nachfrage auch Preise deutlich über den Gestehungskosten zu verlangen, kann man den Rahm natürlich abschöpfen und ich kann's niemandem verdenken, wenn er es denn auch tut. Auch wenn's meinen Wünschen an die Preisgestaltung entgegen läuft...
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Erich


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olifant

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragDi 25. Sep 2018, 08:31

EThC hat geschrieben:Das sind meines Erachtens genau die
olifant hat geschrieben:30 - 40 €

diese Größenordnung wurde mal als maximal mögliche Gestehungskosten (incl. eigenem Gehalt, Renditeerwartung etc.) von einem Winzer genannt, wenn alles erdenklich Sinnvolle zur Weinwerdung auch wirklich gemacht wird (Trockenbeerenauslesen etc. mal außen vor). Alles d'rüber seien marktorientierte Preise. Wenn man in der glücklichen Lage ist, aufgrund der Nachfrage auch Preise deutlich über den Gestehungskosten zu verlangen, kann man den Rahm natürlich abschöpfen und ich kann's niemandem verdenken, wenn er es denn auch tut. Auch wenn's meinen Wünschen an die Preisgestaltung entgegen läuft...


... das könnten derzeit schon die Maximalkosten sein, jedoch mit eingepreisten reduzierten Erträgen und ggf. (normal) schwierigen Weinbergslagen. Ein paar wenige Weine werden drüber liegen, das Gros der Weine dürfte m.E. aber noch deutlich drunter liegen, nicht zu reden von "industriell" zu bewirtschaftenden Flächen ... (die es so in Südtirol vergleichsweise nicht wirklich gibt).
Der Rahm wird abgeschöpft wo es geht ...

Marketingtechnisch ist wohl auch nicht zu verkennen, das Preise und mögliches Renomée der herausgegebenen Supertiroler m.E. auch auf die jeweiligen Standart-Sortimente abstrahlen und dessen Preisstruktur befördern.
Grüsse

Ralf
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Ollie

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Re: Südtirol - die Weißweine

BeitragDi 25. Sep 2018, 09:44

Es sollte doch gerade uns hier klar sein, dass die letzten 5% Aufwand 95% der Kosten verursachen, aber nur 1% der Qualitaet ausmachen, dieses eine Prozent aber den Unterschied zwischen Keller und Kuehling-Gillot erklaert und es beim Aufwand nach oben keine Grenze gibt. Das faengt bei der spezialisierten Bodenwirtschaft an und hoert mit der Remote-Sensing-Drone fuer weinstockgenaues Lesen nicht auf. Dazu kommen Arbeitsspitzen, die nur durch hochqualifiziertes Personal aufgefangen werden koennen.

Auch soll das Weingut beim ersten Fruehfrost nicht gleich eingehen, also ist neben Risikomanagement auch ein bisschen Kapitaldecke noetig, was alles Geld kostet, das verdient werden muss. Und das alles geht sowieso zum Teufel, wenn der Winzer lagenbegrenzt arbeitet, der Hebel "Aufwandsteigerung vs. Qualitaetssteigerung" also recht klein ist. Hat halt nicht jeder Kiesfeld mit Blick auf die Gironde oder die zehn besten Hektar in der Juffer. Diese Grenzen herauszufinden, bedeutet Arbeit, Risiko, Geld, Frust, Verlust. (Deswegen gibt's tatsaechlich noch so viele Winzer, die von ihrer Arbeit nur schecht leben koennen, obwohl sie richtig gute Weine machen.)

Und wir haben noch gar nicht darueber gesprochen, dass die meisten guten Weinbetriebe seit gefuehlt dem Mittelalter im Besitz der jeweiligen Clans sind; wenn sogar einem Herrn Jauch vom Finanzamt gedroht wird, seine Verlustvortraege fuer das neue Kellergebaeude seien ja eher indiativ fuer Liebhaberei, er sollte gefaelligst seine Weine fuer 80 Euro vertickern, sonst Beule, dann wird's sehr schnell sehr doof. Wenn man das also mit dem sehr spitzen Bleistift (full cost) nachrechnet, kostet ein Supermerlot aus der Romagna mal eben 120 Euronen die (maessig gute) Flasche. Dann ist dieser Merlot halt auch nicht quersubventioniert.

Die Privatsachen des Winzers (eigenes Gehalt, Urlaub, Luxus, Nachwuchs mit ausgefallenen Wuenschen) sind da noch gar nicht fakturiert.

Nix fuer ungut, aber wenn jemand behauptet, er kenne die Gestehungskosten einer super Flasche Wein, und sie sei bestimmt nicht hoeher als 40 Euro, dann ist dieser Jemand bestimmt kein absoluter Spitzenwinzer. Falls er ueberhaupt Winzer ist.

Cheers,
Ollie
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