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Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

Von A wie Aldi bis Z wie Zielpunkt
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Schönibert

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragMi 10. Jul 2019, 20:16

Das ist ja sehr interessant hier, macht bitte weiter! Ich kann absolut nichts beitragen, aber ich hole mir ein Glas Weißwein aus dem Kühlschrank und lese lieber bei Euch mit, statt RTL2 zu gucken.
Viele Grüße,
Euer Schöni
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EThC

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragMi 10. Jul 2019, 20:26

Schönibert hat geschrieben:Das ist ja sehr interessant hier, macht bitte weiter! Ich kann absolut nichts beitragen, aber ich hole mir ein Glas Weißwein aus dem Kühlschrank und lese lieber bei Euch mit, statt RTL2 zu gucken.

:lol: :lol: :lol:
ich find's vor allem interessant und auch irgendwie schön, daß uns hier mal wieder vorgeführt wird, daß es neben unserer Glitzer-Weinwelt eben auch noch ganz andere Ansprüche an dieses Thema gibt. Ich muß zugeben, daß das auch mal wieder ein bißchen erdet...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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Lakrisi

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragMi 10. Jul 2019, 20:47

EThC hat geschrieben:
Lakrisi hat geschrieben:"Vino di tavola" ist in Weinanbaugebieten meist ein junger Wein, der nicht lange haltbar ist.

Das mag im umgangssprachlichen Gebrauch so sein, weinrechtlich ist das in Italien die unterste Kategorie...

Das haben sie aus logischen Erwägungen so gewählt. "Vino di tavola" ist – normalerweise – nicht lange haltbar. Der gute Wein kommt deshalb kaum in die Flaschen. Das meiste geht sofort in die örtlichen Restaurants. Zum Essen will man in aller Regel keine schweren Weine haben.
Es würde sich auch niemand bemühen, für solche Weine irgendwelche Prüfungen einzuhalten. Sie sind eh nicht haltbar. Gut sind sie trotzdem; vor allem zur Mahlzeit. ;-)

Was hier alles unter "Tafelwein" in die Märkte kommt, kann ich nur schwer beurteilen. Ich habe seit langem keinen guten Tafelwein mehr gefunden. Deshalb meine Frage.
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Lakrisi

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 10:34

Ich habe deshalb angefragt, weil ich eine "komische Entwicklung" auszumachen scheine.

Kann sich noch jemand an den irrsinnigen Wettbewerb zwischen den Staubsaugerherstellern erinnern? Die Kunden assoziierten seinerzeit Lärm und hohen Stromverbrauch mit Saugleistung. Es gab keine anderen Kriterien außer der Verbrauchsangabe in Watt. Diese prangte groß auf jeder Verpackung und jedem Werbeprospekt. Folglich schaukelten sich die Hersteller mit immer wahnwitzigeren Verbrauchswerten gegenseitig hoch. Erst prangten große "1500 Watt" auf der Packung, dann waren es schon bald 2000, 2500 und 3000. Mit anderen Worten: Je schlechter ein Sauger, desto besser verkaufte er sich. Die EU hat diesen Irrwitz schließlich beendet.

Dieser Schwachsinn scheint sich inzwischen bei den Weinen im Supermarkt abzuspielen. Getreu dem Motto "Je mehr Alkohol, desto besser der Wein!", werden die Weine auf Promille getrimmt. Es finden sich zunehmend Weine mit mehr als 12% Vol., einige sind gar schon über 15% angelangt...
Da dies scheinbar wieder das einzige sichtbare Kriterium für Käufer darstellt, ist auch hier kein Ende in Sicht.
Meist gesellt sich dann noch ein Plastikkorken, nebst "Standardholzgeschmack" aus Holzpulver (wird wieder herausgefiltert), hinzu. Ich finde diese "Kunstweine" scheußlich.
Sehe ich diese Entwicklung falsch (voraus)?
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amateur des vins

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 13:43

Lakrisi hat geschrieben:Getreu dem Motto "Je mehr Alkohol, desto besser der Wein!", werden die Weine auf Promille getrimmt. Es finden sich zunehmend Weine mit mehr als 12% Vol., einige sind gar schon über 15% angelangt...
Das glaube ich nicht. Also, daß sie getrimmt würden; daß sie dort angekommen sind, schon. Ich denke eher, es wird versucht, hohe Reife zu erzielen (und dabei sträflich vereinfachend nur auf Öchsle geschielt). Auf Alkohol wurde dabei lange Zeit nicht geachtet, war dieser doch gerade hierzulande lange eher zu niedrig als zu hoch.

Ich denke, die Problematik ist inzwischen bei Produzenten und Konsumenten angekommen, und es wird langsam gegengesteuert.

Lakrisi hat geschrieben:Da dies scheinbar wieder das einzige sichtbare Kriterium für Käufer darstellt, ist auch hier kein Ende in Sicht. Meist gesellt sich dann noch ein Plastikkorken, nebst "Standardholzgeschmack" aus Holzpulver (wird wieder herausgefiltert), hinzu.
Ich weiß jetzt nicht, was der Plastikstopfen damit zu tun hat, außer daß er sich bevorzugt bei Billigweinen findet. Aber Vanille finden viele Billigweinkonsumenten anscheinend charmant. Also wird gemacht, was dafür nötig und billig ist.

Lakrisi hat geschrieben:Ich finde diese "Kunstweine" scheußlich.
Sehe ich diese Entwicklung falsch (voraus)?
Ich denke, zum Teil ja, s.o..

Zum anderen, aber das wurde ja auch schon von anderen weiter oben angesprochen, sind Deine Ansprüche schwer zu verinbaren: Zum einen vom Massengeschmack abweichende Vorlieben (chapeau!), zum anderen den niedrigstmöglichen Preispunkt angesetzt. Da wird es dann schwierig...
Besten Gruß, Karsten
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amateur des vins

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 14:00

Ach, und - vielleicht habe ich es überlesen, aber welche Restsüße schwebt Dir denn so vor? Wenn die Weine nicht komplett durchgegoren sind, ist es natürlich ein leichtes, niedrige Alkoholgradationen zu erzielen (und umgekehrt).
Besten Gruß, Karsten
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Lakrisi

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 14:18

amateur des vins hat geschrieben:Ach, und - vielleicht habe ich es überlesen, aber welche Restsüße schwebt Dir denn so vor? Wenn die Weine nicht komplett durchgegoren sind, ist es natürlich ein leichtes, niedrige Alkoholgradationen zu erzielen (und umgekehrt).

Süße zum Dessert. Wenn der Wein nicht "durchgegoren ist", hat man ein Problem.
Mir geht es primär um einen guten Geschmack. Ich suche einen Wein, der nicht zu kräftig ist; einen Tafelwein eben.
Ich kann diesen gekünstelten Weinen nicht viel abgewinnen. Es hilft auch nichts, wenn der Wein 8 Euro und mehr kostet und mir auf Anhieb das Sulfit in die Nase steigt.
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maha

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 15:31

Hab ich das bisher richtig verstanden?
Du suchst einen Wein - vornehmlich als Tafelwein deklariert - der
- nicht "künstlich" schmeckt (was auch immer das für DICH bedeutet)
- dazu leicht ist (also nicht kräftig)
- wenig kostet
- möglichst ungeschwefelt ist
- unter 10 vol% Alkohol hat
- und dazu noch trocken ist?

Was sich für mich noch nicht ganz erschließt (sorry für die Nachfrage falls die Frage schon mal kam, ich hoffe ich hab nichts überlesen): Was hat die Qualitätsdeklaration als Tafelwein konkret mit den o.g. Präferenzen zu tun?

Heißt "natürlich" für Dich "natural" im Sinne von Biodynamisch im Weinberg? Oder natural im Sinne von lange Maischestandzeiten? Wie definierst Du für Dich "natürlich"?

Wenn der Wein nicht "durchgegoren ist", hat man ein Problem.

Mich würde noch interessieren was für ein konkretes Problem man hat wenn der Wein nicht durchgegoren ist, außer daß er noch Restsüße hat (was ich per se jetzt nicht als Problem beschreiben würde). Es gibt Leute hier im Forum die haben nix anderes im Keller :lol:

Vielleicht können wir nach Klärung dieser Punkte etwas bessere Empfehlungen geben.
Mir fällt spontan dazu leider nichts ein :?

Gruss
Marko
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amateur des vins

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 16:31

maha hat geschrieben:Heißt "natürlich" für Dich "natural" im Sinne von Biodynamisch im Weinberg? Oder natural im Sinne von lange Maischestandzeiten? Wie definierst Du für Dich "natürlich"?
Marko, "natural" und "biodynamisch" sind schon deutlich zwei Paar Schuhe, auch wenn Überschneidungen da sind. Aber das weißt Du ja. ;)
Ich habe inzwischen auch den Eindruck, daß Lakrisi in dieser Richtung suchen möchte. Wie sich das mit niedrigem Alkoholgehalt und niedrigem Preis vereinbaren läßt, wird sich dann zeigen.
Besten Gruß, Karsten
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Lakrisi

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Re: Günstige, natürliche Tafelweine um die 9% Vol.?

BeitragDo 11. Jul 2019, 16:35

Süße Weine trinkt man eigentlich nicht zum Essen (außer zum Dessert). Dass ein Wein nicht süß ist, bedeutet nicht zwingend, dass er "trocken" ist. "Vino di tavola" ist eine Anwendungsbeschreibung. Ich suche einen leichten Rotwein für die Mahlzeiten. ;-)
Unter "natürlich" verstehe ich zunächst einmal, dass der Wein nicht "im Labor entstanden" ist. Wenn er dann auch noch ungespritzt sein sollte, umso besser.
Solche Weine findet man in südlichen Ländern en masse, in durchaus guter Qualität.
Gerade die Trauben, die wenig Zucker produzieren, sind häufig die resistenten (braucht man nicht spritzen). Man bekommt sie in nahezu jedem Restaurant als "default" (Wein des Hauses). In den Läden findet man 2, oder 5-Liter Flaschen. Diese sind dann meistens, der Haltbarkeit zu liebe, "abgetötet". Trinkbar sind sie trotzdem. In deutschen Märkten finde ich leider nichts vergleichbares.
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