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Korkgeschmack

Von Korken, Kapseln, Kellermessern
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amateur des vins

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Re: Korkgeschmack

BeitragFr 29. Jan 2021, 19:36

la-vita hat geschrieben:Ist für mich halt auch eine stilistische Sache. Für hochwertige Weine finde ich Kork einfach passender. Vorausgesetzt die Korkqualität stimmt. Vielleicht findet man irgendwann ein Verpackungsmaterial, dass Wein noch besser reifen lässt und man den Wein dann nur noch in Tetrapaks bekommt. Das ist so die Richtung die ich meine. Natürlich kann man unter reinen Praktikabilitätsgründen alles auf die Spitze treiben.
Das ist völlig legitim, hat aber mit Praktikabilität gerade nichts zu tun.

Ich finde (hochwertige) Naturkorken auch ästhetischer. Letztlich geht es mir aber um den Inhalt, nicht die Verpackung, und der Inhalt ist statistisch in besserem Zustand, wenn der Schrauber den Korken ersetzt. Daher habe ich keine Einwände gegen Schrauber. War aber auch ein Lernprozeß. Und ich bin noch nichtmal besonders gepestet von TCA oder Bröseln.
Besten Gruß, Karsten
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Gerald

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Re: Korkgeschmack

BeitragFr 29. Jan 2021, 19:55

Bei einigen wenigen Weinen habe ich sowohl Flaschen mit Kork als auch mit Schrauber gehabt. Bei allen haben die Weine mit Schrauber wesentlich langsamer Reifenoten entwickelt.

Außerdem gibt es nach meiner Erfahrung bei Weißweinen der Reserve-Kategorie die unharmonische Zwischenphase nicht, die bei Wachauer Smaragden regelmäßig nervt. Die Weine reifen zwar irgendwie anders, vielleicht ungewohnt, aber sicher nicht schlechter - aus meiner Sicht sogar wesentlich besser.

Für mich ist jedenfalls ein Naturkork in einem Weißwein definitiv ein Qualitätsmangel und ein klares "Finger weg!". Bei den Roten gibt es leider bislang nur wenig Alternativen ...

Grüße
Gerald
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Bernd Schulz

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Re: Korkgeschmack

BeitragFr 29. Jan 2021, 20:27

amateur des vins hat geschrieben:Letztlich geht es mir aber um den Inhalt, nicht die Verpackung, und der Inhalt ist statistisch in besserem Zustand, wenn der Schrauber den Korken ersetzt.


Genau auf den Punkt formuliert!

amateur des vins hat geschrieben: Und ich bin noch nichtmal besonders gepestet von TCA oder Bröseln.


Ich schon - und zwar hauptsächlich von Bröseln. Eine komplette Verseuchung des Flascheninhalts durch TCA habe ich in den letzten Jahren nicht mehr so oft erlebt, aber ab und an kommt auch das vor. Und es ist dann umso ärgerlicher, wenn es sich um einen besonders exquisiten und teuren Wein, auf den man sich besonders gefreut hat, handelt. Deshalb kann ich die Aussage "Bei Weißweinen so bis 15 Euro finde ich den Schrauber recht praktisch" überhaupt nicht nachvollziehen - gerade bei hochwertigen Sachen, für die ich richtig viel Geld ausgeben muss, möchte ich ein möglichst minimiertes TCA-Risiko haben.....

Gerald hat geschrieben:Für mich ist jedenfalls ein Naturkork in einem Weißwein definitiv ein Qualitätsmangel und ein klares "Finger weg!".


Im Grundsatz sehe ich das genauso, in der Praxis kaufe ich trotzdem immer noch Weißweine, die mit Naturkorken versehen sind. Von mir extrem geschätzte Winzer, die hervorragende Sachen zu besonders zivilen Preisen anbieten (wie z.b. Florian Weingart) kleben leider, leider weiterhin an der Baumrinde.....

Herzliche Grüße

Bernd
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Judo

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Re: Korkgeschmack

BeitragFr 29. Jan 2021, 20:40

Bei den Roten gibt es leider bislang nur wenig Alternativen ...

Gerald, was meinst du damit? Dass es wenige Winzer anbieten oder gibt es andere Gründe für die geringe Verbreitung von Schraubern bei Roten?

Ich persönlich ziehe Schrauber auch vor, vor allem die deutlich langsamere Reifung bei Weißweinen finde ich gut. Da sind regelmäßig Gutsweine nach Jahren noch frisch wie im ersten Jahr
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Gerald

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Re: Korkgeschmack

BeitragFr 29. Jan 2021, 20:51

Nach meiner Beobachtung sind die Rotweine mit Schrauber meistens die einfachste Kategorie, schon die "Mittelklasse" gibt es leider fast nur mit der Baumrinde. Daher ist es auch gar nicht so einfach, "Belegexemplare" für die gute Reifung unter Schrauber zu bekommen. Mir fällt der Solitaire von Feiler-Artinger ein (ich glaube es war der 2006er?), der sich vor wenigen Jahren noch komplett jugendlich gezeigt hat, während vergleichbare Weine unter NK schon klar als gereift erkennbar waren.

Grüße
Gerald
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