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Wein und Musik

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jessesmaria

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Re: Wein und Musik

BeitragMi 3. Feb 2021, 19:39

Georg R. hat geschrieben:Ich denke jeder hat eine Verbindung zu Musik, ob er Wein trinkt oder nicht.
Eine direkte Verbindung sehe ich da eher nicht.

Und Gesellschaften, die nicht von Musik geleitet wurden, sind mir auch nicht bekannt.
Ausser man erhöht sich und die klassische Musik soweit, dass alles andere nicht mehr als Musik wahrgenommen wird.


Ich glaube, du hast mich missverstanden, oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
Ich meinte: Wenn eine kleinere Gruppe von Menschen aus nicht-musikalischen Gründen zusammentrifft (also nicht bei einem Konzert, sondern z. B. beim Nachbarschaftstreff – egal, in welcher Wohnlage), ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese mehrheitlich Beethovens Streichquartette, Xenakis, Christian Mason oder Prog Rock hören.
Find ich schon bemerkenswert. Schon klar, dass es auch (aber bestimmt nicht primär) am Medium Forum liegt.
Vielleicht hatte Pierre Bourdieu auch doch recht und in den Trink- und Musikvorlieben äußert sich letztlich nur das gleiche, übergreifende Bedürfnis nach Distinktion. Vielleicht gibt es aber auch einen schöneren Zusammenhang zwischen beidem – beides ist ja zumindest ein sehr sinnliches und (mehr oder weniger) begriffsloses Vergnügen ist und darin liegt schonmal eine sehr grundlegende Gemeinsamkeit...
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Bernd Schulz

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Re: Wein und Musik

BeitragMi 3. Feb 2021, 19:45

Ingo hat geschrieben:Mich dürstet es nach Sauternes, wenn ich aus dem Stand sechsstimmige Kanons und Fugetten extemporiere.


Wie macht ihr das mit dem Streichquartett? Zwei spielen ständig Doppelgriffe? :mrgreen:

Herzliche Grüße

Bernd
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Ingo

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Re: Wein und Musik

BeitragMi 3. Feb 2021, 19:48

Jochen R. hat geschrieben:
Ingo hat geschrieben:Spiele ich (Streichquartett) eine Fuge ...
Mich treibt seit Monaten die Frage um, warum mir in B nichts schmecken mag.

Ich mag "Progressive Rock" sehr, gerne mit Streicher (also einer
Geige) am Start. Jedenfalls waren Konzerte von Pavlov´s Dog und
Kansas mit das Beste, was ich live gesehen habe.
Dazu habe ich immer gerne Bier getrunken - das hat super harmoniert.

Hallo Jochen, hast Recht. Vielleicht sehen das die, die "ausreichend Weine im Keller aus einer Legion von Jahrgängen" haben, anders. "LOL"
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Ingo

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Re: Wein und Musik

BeitragMi 3. Feb 2021, 19:50

Bernd Schulz hat geschrieben:
Ingo hat geschrieben:Mich dürstet es nach Sauternes, wenn ich aus dem Stand sechsstimmige Kanons und Fugetten extemporiere.


Wie macht ihr das mit dem Streichquartett? Zwei spielen ständig Doppelgriffe? :mrgreen:

Herzliche Grüße

Bernd


Bernd ... das ist eine gute Frage ... hier helfen die Pausen ... :D
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Georg R.

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Re: Wein und Musik

BeitragMi 3. Feb 2021, 21:47

jessesmaria hat geschrieben:
Georg R. hat geschrieben:Ich denke jeder hat eine Verbindung zu Musik, ob er Wein trinkt oder nicht.
Eine direkte Verbindung sehe ich da eher nicht.

Und Gesellschaften, die nicht von Musik geleitet wurden, sind mir auch nicht bekannt.
Ausser man erhöht sich und die klassische Musik soweit, dass alles andere nicht mehr als Musik wahrgenommen wird.


Ich glaube, du hast mich missverstanden, oder ich habe mich missverständlich ausgedrückt.
Ich meinte: Wenn eine kleinere Gruppe von Menschen aus nicht-musikalischen Gründen zusammentrifft (also nicht bei einem Konzert, sondern z. B. beim Nachbarschaftstreff – egal, in welcher Wohnlage), ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese mehrheitlich Beethovens Streichquartette, Xenakis, Christian Mason oder Prog Rock hören.
Find ich schon bemerkenswert. Schon klar, dass es auch (aber bestimmt nicht primär) am Medium Forum liegt.
Vielleicht hatte Pierre Bourdieu auch doch recht und in den Trink- und Musikvorlieben äußert sich letztlich nur das gleiche, übergreifende Bedürfnis nach Distinktion. Vielleicht gibt es aber auch einen schöneren Zusammenhang zwischen beidem – beides ist ja zumindest ein sehr sinnliches und (mehr oder weniger) begriffsloses Vergnügen ist und darin liegt schonmal eine sehr grundlegende Gemeinsamkeit...


Ja, die "Gesellschaften" waren etwas irreführend, danke für die Klarstellung.

Mit den Thesen von Bourdieu bin ich nicht vertraut, er hat aber wohl recht wenn er meint, dass das Bedürfnis nach Distinktion zum Menschsein gehört.

Ob es aber gerade Wein und Musik betrifft...im Extremfalle ja, wenn man sich durch Expertenwissen von den "Normalos" abheben kann. (ich schätze die Experten hier in diesem Forum)
Ich meine aber, dass sich gerade die Musik auf einem sehr langem Weg der Evolution befindet, der immer weiterführen wird.
Beim Wein hingegen sehe ich nur beschränkte Möglichkeiten, sich zu entwickeln. Die Nebenwirkungen des Alkohols werden wohl immer einer der Hauptgründe sein, ihn zu konsumieren. :-)

Gruss
Georg
Man kann die Erkenntnisse der Medizin auf eine knappe Formel bringen: Wasser, mäßig genossen, ist unschädlich.
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Wolfgang Kärcher

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Re: Wein und Musik

BeitragMi 3. Feb 2021, 23:25

Hallo

Die "Distinktions-Theorie" leuchtet ein. Den Wunsch, mich über meine kulturellen Interessen zu definieren und auch von anderen zu unterscheiden, spüre ich seit jeher.

Als in frühester Jugend alle auf Sweet und T. Rex standen, war ich einer der wenigen eingefleischten Slade-Fans. Im Jazz bin ich in die Free Jazz-Ecke abgedriftet. In der klassischen Musik heute ist es vielleicht das Lied. :D

Die eigene Nische innerhalb eines definierten gesellschaftlichen Rahmens zu finden, halte ich für erstrebenswert. Das reizt mich auch an diesem Forum. Zum Einen tauche ich stets sehr tief in meine Interessen ein, zum anderen möchte ich "Lernen". Und beides - die Musik wie der Wein - wird angetrieben durch eine unbändige Neugierde, in neue Gefilde vorzudringen, um dort "meinen Wein", "meine Musik" zu finden. Ein weiteres Ziel ist es, andere Menschen teilhaben zu lassen.

Ich bin ohnehin überzeugt, dass neben der Distinktion die Neugierde ein verbindendes Merkmal über verschiedene kulturelle Interessen hinweg darstellt. So gehe ich auch davon aus, dass es unter den Wein- und Musikliebhabern einen überdurchschnittlichen Anteil an Menschen geben dürfte, die an Malerei gefallen finden.
Gruß
Wolfgang
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EThC

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Re: Wein und Musik

BeitragDo 4. Feb 2021, 11:05

Wolfgang Kärcher hat geschrieben:Als in frühester Jugend alle auf Sweet und T. Rex standen

...das war bei mir auch so und ich konnte dieser Musik so gar nichts abgewinnen, hatte aber auch lange nichts, was ich dagegensetzen konnte. Ich habe zwar seit allerfrühester Jugend immer begeistert den Plattenspieler bedient, jedoch mehr aus technischen Erwägungen, weil mich die Mechanik des automatischen Plattenwechslers begeistert hat. Die verfügbare Musik selbst löste keine Euphorie aus.
Erst als ich mit genügend eigenem Geld in den Plattenläden nach dem try and error-Prinzip mich querbeet durch alle Genres gehört habe, tauchten die ersten Scheiben auf, die mit dem Musikzentrum meines verqueren Hirns kompatibel waren... :lol:
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
https://ec1962.wordpress.com/
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Wolfgang Kärcher

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Re: Wein und Musik

BeitragFr 5. Feb 2021, 19:50

Hallo

Was wäre denn Eure Kombi für die Wassermusik?

Hier ein kleiner Text zu der Entstehung des Werkes:

"Es war am 17.Juli 1717, als König Georg I. und eine Versammlung des englischen Adels in Whitehall offene Boote bestiegen und die Themse hinaus bis Chelsea fuhren, um ein glanzvolles Fest zu feiern. Erst um drei Uhr morgens war das Fest zu Ende. Dabei war eines der Boote der Musik vorbehalten. Darauf spielten 50 Instrumente „die schönsten Sinfonien, die von Mr. Händel eigens für diese Gelegenheit komponiert worden waren; Seiner Majestät gefiel diese Musik so sehr, dass sie bei der Hin- und Rückfahrt dreimal gespielt werden musste.“. Die Musik, um die es sich hier handelte, war eine Suite, die später – als zweite von drei Suiten - als „Wassermusik“ berühmt werden sollte."

Gruß
Wolfgang
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