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Das Lesen von Weinkarten

zu teuer, zu billig, zu gut, zu schlecht
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Carpetbagger

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Das Lesen von Weinkarten

BeitragSo 27. Aug 2017, 09:36

Unlängst besuchte ich, nach über 20 Jahren, wieder das Tantris in München. Essen, Ambiente, Service immer noch herausragend! Besonderes Vergnügen machte das Lesen der Weinkarte und die Erkenntnis, dass ich einige der dort angebotenen Weine früher selbst getrunken habe. Heute erfreue ich mich daran, über diese Weine und die Hersteller zu lesen.

Die Preise der Weine sind im Tantris übrigens sehr gastfreundlich kalkuliert, also nicht überteuert.

Vielleicht erfreuen sich ja auch andere Weintrinker an einer solchen Weinliste:


https://www.tantris.de/data/uploads/foo ... 09-153.pdf
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Carpetbagger

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragSo 27. Aug 2017, 09:38

Sehr gut gefallen hat mir übrigens noch, dass JJ Prüm sehr gut vertreten und mehr als fair kalkuliert war.
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amateur des vins

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragSo 27. Aug 2017, 11:16

Carpetbagger hat geschrieben:Die Preise der Weine sind im Tantris übrigens sehr gastfreundlich kalkuliert, also nicht überteuert.
Hmm, kann ich nicht finden. Was ich so wiederentdeckte (Deutschland, Frankreich, Italien), war zumeist drei- bis viermal so teuer wie im Einzelhandel. Das ist also eher branchenüblich hoch kalkuliert. Einzelne Ausnahmen ausgerechnet im Burgund und vom nördlichen Rhône, die nur so zwei- bis zweieinhalbmal so teuer sind, bestätigen die Regel. Wenn man jetzt noch bedenkt bedenkt, wieviel die Gastronomiepreise unter denen des Einzelhandels liegen...

Ich fand bei flüchtigem Durchblättern auch, daß sie fast ausschließlich auf Blue Chips setzen. Côte Chalonnaise, Mâconnais und Beaujolais - Fehlanzeige bis auf je einen Produzenten für weiße und rote, insgesamt keine zehn Positionen. Dafür seitenweise Côte d'Or. Jura, Savoie? Nada! Sicherlich sehr beeindruckend, aber auch ein wenig langweilig und kostspielig, wenn auch verständlich.

jm2c
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maha

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragSo 27. Aug 2017, 18:16

amateur des vins hat geschrieben:
Carpetbagger hat geschrieben:Die Preise der Weine sind im Tantris übrigens sehr gastfreundlich kalkuliert, also nicht überteuert.
Hmm, kann ich nicht finden...

Wieso, den G-Max gibt es doch schon für 600 Öcken. Das ist gerade mal ne halbe Keller Kiste :lol: :lol: *Ironie off*
Gruß Marko
Der schönste Sport ist der Weintransport!
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olifant

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragDi 29. Aug 2017, 10:02

... gastfreundlich kalkuliert?
Soeben aus Südtirol zurück könnte ich dies wohl für einige Südtiroler Gastrostätten unterschreiben, meist liegt der dort der Aufschlag zum Abhof-Preis bei max. 100%, oft auch mal drunter ... (natürlich gibt's auch Ausnahmen, wo nicht?)

Beim Tantris würde ich bei den mir bekannten Italienern überschlägig Aufschläge ab ca. 250% und auch mal deutlich drüber eruieren. Das ist im Bezug auf übliche Gastro in D, wo auch mal schnell 400% veranschlagt werden sicher lobenswert, aber ...
Grüsse

Ralf
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Lurchus

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragMo 18. Sep 2017, 13:14

"Fair kalkuliert"...also die einfacheren Sachen aus MSR sind da gerne 400%+. Find ich nicht "fair".
Wobei mich das eh wundern lässt, woher kommen diese leider branchenüblichen 300-400% in der Gastro, gerade bei Einheimischen Weinen hab ich das nie verstanden, zumal gerade die Gastro in Weingebieten selbst gerne wirklich fair kalkuliert, die 200% oder weniger hab ich da auch schon öfters erlebt.
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EThC

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragMo 18. Sep 2017, 18:13

Das mit dem "fair" kalkulieren ist so eine Sache. Der Restaurantbetreiber hat entsprechende Kosten für Miete, Personal, Ausstattung, Rohstoffe etc. und die muß er irgendwie wieder hereinbekommen. Und obendrein soll ja auch noch was zum Leben übrig bleiben. Wenn einem das Lokal in 10ter Generation selbst gehört, schlagen sich die Fixkosten für die Räumlichkeiten natürlich weniger durch als wenn man in einer renommierten Lage in der Großstadt entsprechende Miete zahlt. Sterne-Ambiente kostet wiederum mehr als Eiche rustikal. Angesichts der Kosten einerseits und der Einschätzung des Wirts, was er abhängig von Lage, Anspruch, Qualität etc. des Restaurants für die Speisen verlangen kann, ergibt sich dann in der Regel, daß man damit alleine nicht über die Runden kommt, also muß man's mit was anderem wieder 'rausreißen und das sind dann eben klassischerweise die Getränke. Mancher kann für's Essen eher mehr nehmen und hält sich dafür bei den Weinen zurück, ich denke, da ist bei jedem Wirt die Situation anders.
Über "Fairness" könnte man m.E. dann reden, wenn man wüßte, was unter'm Strich tatsächlich übrig bleibt. Kann der Wirt vom Gewinn den Ferrari der Putzfrau finanzieren oder reicht's doch nur für einen Dacia? Und was gönnt man dem Wirt an Benefit?
Wenn ich am Ende eines Abends die Gesamtrechnung sehe und ich mich unter Berücksichtigung aller Umstände -also neben der Qualität von Essen und Service auch das Ambiente etc.- nicht über die Höhe des von der Kreditkarte abgehobelten Betrags ärgere, dann kann ich für mich die Gesamtkalkulation in der Regel als "fair" bezeichnen. Dann wäre es mir auch egal, ob der Wein nun mit Faktor 1,8 oder 4,5 belegt ist, denn der ist ja in aller Regel nur ein Teil der erbrachten Leistung.
Viele Grüße
Erich


Über Geschmack soll man nicht streiten, vorausgesetzt man hat einen...
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Lurchus

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragMi 20. Sep 2017, 16:14

EThC hat geschrieben:Wenn ich am Ende eines Abends die Gesamtrechnung sehe und ich mich unter Berücksichtigung aller Umstände -also neben der Qualität von Essen und Service auch das Ambiente etc.- nicht über die Höhe des von der Kreditkarte abgehobelten Betrags ärgere, dann kann ich für mich die Gesamtkalkulation in der Regel als "fair" bezeichnen. Dann wäre es mir auch egal, ob der Wein nun mit Faktor 1,8 oder 4,5 belegt ist, denn der ist ja in aller Regel nur ein Teil der erbrachten Leistung.

Da ist aber auch die Frage, wofür gehe ich wohin..Also klar beim erwähnten Lokal gehe ich wohl weniger hin, um nur Wein zu trinken und evtl. 1,2 Häppchen dazu zu essen. Da kann der Menüpreis das ganze zurechtrücken, klar, Stichwort Mischkalkulation... Wobei ich beim Tantris dabei bleiben würde,dass die einhemischen Weine in Relation zu Italienern und Franzosen eher hoch sind..
ABER:
Hab die 300+% auch oft in Orten gesehen, wo Mensch eben eher trinkt als isst, und da findich das eher unstimmig.. und eben auch bei der "rustikal"oder"bistro"-Fraktion.
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Weinschlürfer

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Re: Das Lesen von Weinkarten

BeitragSo 24. Sep 2017, 13:50

EThC hat geschrieben:Das mit dem "fair" kalkulieren ist so eine Sache. Der Restaurantbetreiber hat entsprechende Kosten für Miete, Personal, Ausstattung, Rohstoffe etc. und die muß er irgendwie wieder hereinbekommen. Und obendrein soll ja auch noch was zum Leben übrig bleiben. Wenn einem das Lokal in 10ter Generation selbst gehört, schlagen sich die Fixkosten für die Räumlichkeiten natürlich weniger durch als wenn man in einer renommierten Lage in der Großstadt entsprechende Miete zahlt. Sterne-Ambiente kostet wiederum mehr als Eiche rustikal. Angesichts der Kosten einerseits und der Einschätzung des Wirts, was er abhängig von Lage, Anspruch, Qualität etc. des Restaurants für die Speisen verlangen kann, ergibt sich dann in der Regel, daß man damit alleine nicht über die Runden kommt, also muß man's mit was anderem wieder 'rausreißen und das sind dann eben klassischerweise die Getränke. Mancher kann für's Essen eher mehr nehmen und hält sich dafür bei den Weinen zurück, ich denke, da ist bei jedem Wirt die Situation anders.
Über "Fairness" könnte man m.E. dann reden, wenn man wüßte, was unter'm Strich tatsächlich übrig bleibt. Kann der Wirt vom Gewinn den Ferrari der Putzfrau finanzieren oder reicht's doch nur für einen Dacia? Und was gönnt man dem Wirt an Benefit?
Wenn ich am Ende eines Abends die Gesamtrechnung sehe und ich mich unter Berücksichtigung aller Umstände -also neben der Qualität von Essen und Service auch das Ambiente etc.- nicht über die Höhe des von der Kreditkarte abgehobelten Betrags ärgere, dann kann ich für mich die Gesamtkalkulation in der Regel als "fair" bezeichnen. Dann wäre es mir auch egal, ob der Wein nun mit Faktor 1,8 oder 4,5 belegt ist, denn der ist ja in aller Regel nur ein Teil der erbrachten Leistung.


Das Problem sind dann aber Gäste, wie ich, die konsequent nichts bestellen, wenn nur Belagloses als Glaswein angeboten wird oder Flaschen mehr als 2,5fach kalkuliert sind.

Ich weiss nicht wo der Wirt dann schlechter fährt... Weniger verkaufen aber dafür mehr Marge?

Mich würde mal intressieren ob es Experimente gibt wann mehr Wein verkauft wird oder ob das einen Einfluss hat? Sicherlich wissen die meisten Gäste nicht so gut über das Preisniveau vieler Weine bescheid...

Ich kenne durchaus 1-2 gehobene Restaurants hier in der Gegend die nur 20-25 Euro auf die Flaschen draufschlagen... Auch bei GGs und Bordeaux...Das ist schon extrem fair dann.

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