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Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

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ledexter

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Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 09:44

Über die letzten Monate ist mir aufgefallen, dass viele Menschen die mit Wein zu tun haben, und leidenschaftlich Wein sammeln und trinken oft an Krebs in einem Alter versterben, welches noch weit unter der durchschnittlichen Lebenserwartung des Menschen liegt. Zudem mir aufgefallen, dass bei Sterbemeldungen von Winzern, Someliers, Weinhändlern und Weinliebhabern fast immer Krebs als Todesursache genannt wird.

Ein Gedanke der mir kam war, ob Wein vielleicht gesundheitsschädlicher ist als bisher angenommen? Ich stellte mir die Frage ob gewisse Bedingungen die Entsehung von Krebs vielleicht begünstigen, wie der Ausbau im Holzfass oder die Alterung von Wein?

Denn bei dem Ausbau im Holzfass werden die Fässer ja quasi ausgebrannt, dabei gehen die Röststoffe und Rückstände des verkohlten Holzes in den Wein über. Es ist ja bereits hinlänglich bekannt das verbrannte Lebensmitte und Stoffe, oder der Rauch von Zigaretten Krebs verursacht. Oder ob vielleicht die Alterung von Wein die Krankheit hervorufen kann, denn es treten in gereiftem Wein oft pilzige Aromen auf und auch Waldboden wird oft als Geschmack wahrgenommen. Kann es hier vielleicht sein, dass gewisse Pilze welche bei der Reifung des Weines entstehen Krebs hervorrufen könnten?

Ich habe bei meiner kurzen Recherche keine Studien dazu gefunden, vielleicht ist auch die Gruppe der Menschen welche gereiften Wein trinkt zu klein dafür. Es könnte natürlich auch sein, dass die Krankheit durch die Rückstände von Pestiziden ausgelöst wird. Oder denkt ihr, es könnte daran liegen, dass Menschen die viel mit Wein zu tun haben auch mehr Alkohol trinken und die Voraussetzugen für die Entstehung von Krebs dadurch geschaffen werden?
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austria_traveller

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 11:05

ledexter hat geschrieben:Über die letzten Monate ist mir aufgefallen, dass viele Menschen die mit Wein zu tun haben, und leidenschaftlich Wein sammeln und trinken oft an Krebs in einem Alter versterben

Mir ist eher aufgefallen, dass (in meinem direkten Umfeld in letzter Zeit) viele Menschen an Krebs erkranken, die nichts mit Wein zu tun haben; außer dass sie gelegentlich ein paar Achterl trinken.
Alkohol ist sicherlich nicht gesund, aber den Zunahme von Krebs daran festmachen zu wollen finde ich doch eher seltsam.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Michl

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 12:12

Mir ist aufgefallen, dass es in Washington dieses Jahr ziemlich viel Schnee gab, und dass in New York mehr Menschen denn je aufgrund von Erfrierungen behandelt werden mussten und in den ganzen USA wurden mehr wintertaugliche Schlafsäcke als in den Vorjahren verkauft. Kann es sein, dass der Klimawandel eine Lüge ist?
Viele Grüße

Michl
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Gerald

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 12:14

Dass hoher Alkoholkonsum ein Risikofaktor für Krebs ist, ist ja seit langem bekannt. Allerdings glaube ich nicht, dass typische Weinliebhaber mengenmäßig deutlich über dem Durchschnitt liegen.

Bei Winzern kommt natürlich das Problem mit der Ausbringung von Pestiziden im Weinberg dazu, das Risiko ist sicherlich noch nicht zu 100% erforscht. Dazu vielleicht noch die Sache mit den Abgasen älterer Traktoren (zumindest bei uns im Weinviertel fahren viele Bauern mit uralten, schrecklich stinkenden Fahrzeugen herum, die eigentlich ins Museum gehören).

Denn bei dem Ausbau im Holzfass werden die Fässer ja quasi ausgebrannt, dabei gehen die Röststoffe und Rückstände des verkohlten Holzes in den Wein über.


Ich denke, da geht es um minimale Mengen, viel weniger als man nur mit einer Scheibe Räucherspeck aufnimmt. Whiskies, wo das Malz über offenem Torffeuer getrocknet wird (Islay & Co) haben da auch viel höhere Mengen riskanter Stoffe wie z.B. PAK. Soweit ich informiert bin, ist das Risiko dadurch aber auch gering, jedenfalls viel geringer als durch den darin enthaltenen Alkohol.

Vielleicht ist es auch hauptsächlich eine Sache des Lebensstils - der "Genussmensch", wie man sich ihn vorstellt, ist ja typischerweise übergewichtig und macht zu wenig Bewegung, klassische Risikofaktoren für verschiedenste schwere Erkrankungen ...

Grüße,
Gerald
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weingeist

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 15:20

Mir ist eher aufgefallen, dass uns der Titel des Postings etwas sugerieren soll, was durch keine einzige, wissenschaftliche oder medizinische Studie belegbar ist, als wäre es das. Nur die beiden Einleitungssätze alleine
ledexter hat geschrieben:Über die letzten Monate ist mir aufgefallen, dass viele Menschen die mit Wein zu tun haben, und leidenschaftlich Wein sammeln und trinken oft an Krebs in einem Alter versterben, welches noch weit unter der durchschnittlichen Lebenserwartung des Menschen liegt. Zudem mir aufgefallen, dass bei Sterbemeldungen von Winzern, Someliers, Weinhändlern und Weinliebhabern fast immer Krebs als Todesursache genannt wird.
sind da schon eine eher bescheidene Aussage.
Liebe Grüße
weingeist
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Ollie

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 15:21

ledexter hat geschrieben:Über die letzten Monate ist mir aufgefallen, dass viele Menschen die mit Wein zu tun haben, und leidenschaftlich Wein sammeln und trinken oft an Krebs in einem Alter versterben, welches noch weit unter der durchschnittlichen Lebenserwartung des Menschen liegt.


Deswegen hilft Rotweinkonsum ja auch gegen Alzheimer. (Reines Weinsammeln hilft aber nicht so sehr.)
Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.
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amateur des vins

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 15:28

Mit einer kleinen Prise Zynismus gewürzt, schmeckt mir der Wein gleich noch besser. :D Skål!
Besten Gruß, Karsten
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Herr S.

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 16:10

Gerald hat geschrieben:Dass hoher Alkoholkonsum ein Risikofaktor für Krebs ist, ist ja seit langem bekannt. Allerdings glaube ich nicht, dass typische Weinliebhaber mengenmäßig deutlich über dem Durchschnitt liegen.

Bei Winzern kommt natürlich das Problem mit der Ausbringung von Pestiziden im Weinberg dazu, das Risiko ist sicherlich noch nicht zu 100% erforscht. Dazu vielleicht noch die Sache mit den Abgasen älterer Traktoren (zumindest bei uns im Weinviertel fahren viele Bauern mit uralten, schrecklich stinkenden Fahrzeugen herum, die eigentlich ins Museum gehören).

Denn bei dem Ausbau im Holzfass werden die Fässer ja quasi ausgebrannt, dabei gehen die Röststoffe und Rückstände des verkohlten Holzes in den Wein über.


Ich denke, da geht es um minimale Mengen, viel weniger als man nur mit einer Scheibe Räucherspeck aufnimmt. Whiskies, wo das Malz über offenem Torffeuer getrocknet wird (Islay & Co) haben da auch viel höhere Mengen riskanter Stoffe wie z.B. PAK. Soweit ich informiert bin, ist das Risiko dadurch aber auch gering, jedenfalls viel geringer als durch den darin enthaltenen Alkohol.

Grüße,
Gerald


Moin,

ich stimme Gerald zu, einen monokausalen Zusammenhang dürfte man nur schwer d.h. mit Unmengen von harten, epidemiologischen Daten belegen können. Gerade bei Krebs, der nicht durch die eine Mutation entsteht sondern erst dann, wenn in Zellen diverse Veränderungen eingetreten sind (Ausfall der Apoptose, Veränderung in Wachstumsfaktoren etc.) sind polykausale Ereignisse Auslöser. Heute eine Mutation durch UVB-Strahlung, morgen Eine durch Acetaldehyd (der besorgniserregende Metabolit des Alkohols), dann ein Fehler während der Zellteilung etc. Auch wenn bestimmte Faktoren wie Rauchen die Inzidenz für eine bestimmte (Tumor-)erkrankung erhöhen, ich halte es dann doch gerne - ganz unwissenschaftlich - mit der deutschen Punk-Band Wizo (aus ihrem Song "Hund"):

Du hast gelebt wie ein Asket
Gingst lieber früh ins Bett als spät
Hast jetzt ein Raucherbein und Lungenkrebs
Keiner weiß wie sowas geht
[...]
Du hast geraucht und viel gesoffen
Und dich mit fremden Frau'n getroffen
Du bist jetzt 98 Jahre
Und kein Ende in Sicht
Denn Leben ist ein Hund.


Das mit den 98 Jahren ist für einige vielleicht doch noch ein Ansporn, sich den 2016er Montrose trotz fortgeschrittenem Alter zu subskribieren ;)

Hundige Grüße,
Björn
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weingeist

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 18:06

Herr S. hat geschrieben:Das mit den 98 Jahren ist für einige vielleicht doch noch ein Ansporn, sich den 2016er Montrose trotz fortgeschrittenem Alter zu subskribieren ;) Hundige Grüße, Björn

:lol: :lol: :lol: wobei, da musst Du Deine Erben wohl schon ganz, ganz lieb haben.... :lol: :lol: :lol:
Liebe Grüße
weingeist
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Herr S.

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Re: Wein gesundheitsschädlicher als gedacht?

BeitragMi 17. Mai 2017, 19:57

weingeist hat geschrieben:
Herr S. hat geschrieben:Das mit den 98 Jahren ist für einige vielleicht doch noch ein Ansporn, sich den 2016er Montrose trotz fortgeschrittenem Alter zu subskribieren ;) Hundige Grüße, Björn

:lol: :lol: :lol: wobei, da musst Du Deine Erben wohl schon ganz, ganz lieb haben.... :lol: :lol: :lol:


Hallo Herbert,

ich bin "erst" 37, da hege ich zumindest ansatzweise die Hoffnung, mir dereinst die Riedel-Schnabeltasse von meinem Zivi randvoll füllen zu lassen :D .

Viele Grüße,
Björn
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