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Kaliumphosphonat

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niers_runner

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Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 14:06

Hallo,

wie ich kürzlich von Werner Elflein erfahren habe, gibt es neben dem Giftstoff Glyphosat noch ein weiteres heißes Thema: Kaliumphospat
Interessante Ausführungen habe ich bei Manfred Loch gefunden, Pero Fighter:

http://www.lochriesling.de/neuigkeiten/

Beste Grüße

Peter
Zuletzt geändert von niers_runner am Do 4. Mai 2017, 18:43, insgesamt 3-mal geändert.
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Udo Lindenberg
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Gerald

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Re: Kaliumphospat

BeitragDo 4. Mai 2017, 14:25

Kleine Anmerkung: es handelt sich nicht um Kaliumphosphat, sondern um Phosphonate, das ist chemisch etwas anderes.

https://www.landwirtschaft-bw.info/pb/M ... ttduengern

Die Thematik Pflanzenstärkungsmittel vs. Pflanzenschutz ist auch schon seit einiger Zeit in aller Munde, ich glaube wir haben auch hier schon darüber diskutiert (finde leider den Beitrag nicht mehr) ...

Grüße,
Gerald
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EThC

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Re: Kaliumphospat

BeitragDo 4. Mai 2017, 14:54

Beim Würtz gab's mal einen Beitrag dazu:

http://wuertz-wein.de/wordpress/2016/06 ... -schwimmt/

Was die Schädlichkeit oder Unschädlichkeit des Phosphonats angeht, kann ich dazu nichts sagen. Die Diskussion um das Mittel ist aber wohl eher deswegen entfacht, daß die Bio-Winzer dieses Mittel nicht (mehr) einsetzen dürfen. Angeblich soll es einige Bio-Betriebe geben, die zumindest überlegen, ihr Biosiegel wieder aufzugeben, da sie kein sinnvolles Mittel mehr zur Mehltau-Bekämpfung hätten und auf Kupfer wollen manche nicht setzen, obwohl sie's dürften. Auslöser war der hohe Pilzdruck in der feuchten Phase von 2016. Mein amateurhaftes Verständnis sagt mir, daß das Kaliumphosphonat harmloser sein dürfte als das Schwermetall Kupfer, das hat aus meiner Sicht im Boden weniger was zu suchen.

Kennt sich vielleicht jemand fundierter mit der Materie aus? Vielleicht auch von Winzerseite?

Und: vielleicht wäre es möglich, den Fadentitel entsprechend zu ändern...
Viele Grüße
Erich


Über Geschmack soll man nicht streiten, vorausgesetzt man hat einen...
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niers_runner

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 18:58

Hallo,

bin kein Chemiker oder Winzer, beide Begriffe tauchen in diversen Berichten auf.
Ich füge hier mal den Bericht vom Winzer Manfred Loch vom Weingut Herrenberg ein, dem ich sehr dankbar bin, für diese klare Aussage:

[...]
Einen so hohen Druck an Pilsinfektionen haben wir in den letzten 19 Jahren nicht mehr erlebt. Das nasse Sommerwetter treibt nicht nur den ökologisch wirtschaften Winzern den Angstschweiß auf die Stirn, auch unsere konventionell wirtschaftenden Kollegen kommen an die Grenzen des machbaren.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf das schäbige Verhalten unsere Landesregierung hinweisen, welche von den Öko – Winzerinnen und Winzern in höchster Not um Hilfe gebeten wurde und die sich schändlich aus Ihrer Verantwortung für hunderte Familien gewunden und den betroffenen Betrieben den Ball in Form eines „Großversuchs“ vor die Füße gespielt hat.

Aber der Reihe nach. Bis vor 3 Jahren wurde ein Pflanzenpflegemittel im Ökologischen Weinbau mit bestem Erfolg eingesetzt, mit dem Bestandteil von Kaliumphosphat.

Diese Kaliumphosphatpräparate, die keinerlei Nebenwirkungen und schädliche Substanzen enthalten, ein von Ökowinzern erfundenes bzw. entdecktes harmloses und preiswerte Pflanzenstärkungsmittel mit seinem durchschlagenden Erfolg, brachte eine Chemiefirma auf den Plan diese Phosphonate als Pflanzenschutzmittel anzumelden.
Dadurch wurden diese Pflanzenpflegemittel aus der Anwendungsliste für den Ökoweinbau gestrichen. Man könnte also sagen den Ökobetrieben wurde ihr bestes Mittel „gestohlen“.

Jedem klar denkenden Mensch ist natürlich bewusst, dass sich an der Umweltverträglichkeit dieses Mittels durch die Zulassung als Pflanzenschutzmittel rein Garnichts geändert hat, es sich hier rein um einen formalen Akt handelt, der von Menschenhand gesetzt aber als solcher natürlich auch umkehrbar ist.

Aber Niemand hat den xxxxx in der Hose diesen auch durchzuführen.

Stattdessen bietet man den Betrieben die Möglichkeit im Rahmen eines Großversuchst, dieses altbewerte Mittel anzuwenden, wohlwissend den Winzern keine Rechtsicherheit und Garantie geben zu können, dass dieser Versuch auch auf EU Ebene anerkannt wird und somit der Ökostatus beibehalten und eventuell erhaltende Fördermittel nicht rückwirkend auf 5 Jahre zu erstatten sind.

Was für ein Pack! Schmatzend und rülpsend an den fetten Trögen der Macht, die Nöte von hart arbeitenden um ihre Existenz ringende Menschen bei Seite wischend.
[...]

Vor solchen Winzern ziehe ich den Hut!

Beste Grüße

Peter
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Udo Lindenberg
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maha

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 19:31

[...]
Einen so hohen Druck an Pilsinfektionen..

:lol: :lol: :lol: so ne Pilsinfektion hab ich früher am WE auch oft gehabt
Sorry, aber der musste jetzt sein :oops:
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Michl

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 19:38

niers_runner hat geschrieben:Vor solchen Winzern ziehe ich den Hut!


Ich nicht! Aber nicht aus sachlichen Gründen, denn diese kann ich nicht beurteilen, sondern aus sprachlichen:

niers_runner hat geschrieben:Was für ein Pack! Schmatzend und rülpsend an den fetten Trögen der Macht, die Nöte von hart arbeitenden um ihre Existenz ringende Menschen bei Seite wischend.


Das ist die rohe Sprache des Populismus, mit der sich heute zahlreiche Gesellschaften konfrontiert sehen. Die Folgen sind allgegenwärtig.
Viele Grüße

Michl
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Ollie

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 19:39

Ich brauche kein Kaliumphosphat, sondern bekaempfe Pilsinfektionen erfolgreich mit einer waessrigen Loesung von 2-Acetoxybenzoesaeure und vinyloger Carbonsaeure. Davon aber mal ab: Dass hier Begriffe derart durcheinandergeworfen werden, ist hoechst aergerlich.

(Der Kontext ist mir bekannt, ebenso die Verschwoerungstheorie, die mediterranen EU-Laender haetten Lobbyarbeit kontra Kaliumphosphonat gemacht, speziell um dem deutschen Weinbau das Oekosiegel unterm Hintern wegzuregulieren. Weil, anders kann es ja gar nicht sein, dass diese romanischen Schweinepriester... usw. usf.)

Cheers,
Ollie

PS: Kreuzpost
Zuletzt geändert von Ollie am Do 4. Mai 2017, 19:40, insgesamt 1-mal geändert.
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Gerald

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 19:39

Ja, der gute Manfred Loch scheint es mit Rechtschreibung ("Pilsinfektion", "altbewehrt" vs. altbewährt etc.) genauso wie mit den korrekten Bezeichnungen (Phosphonat <> Phosphat) bei der Erregung wohl nicht so genau genommen zu haben. ;)

Anorganische Phosphonate - um die geht es ja - kommen allerdings (anders als Phosphate) nicht in der Natur vor und müssen synthetisch hergestellt werden. Also über die "Natürlichkeit" kann man schon einmal diskutieren.

Und zu

Diese Kaliumphosphatpräparate, die keinerlei Nebenwirkungen und schädliche Substanzen enthalten, ein von Ökowinzern erfundenes bzw. entdecktes harmloses und preiswerte Pflanzenstärkungsmittel mit seinem durchschlagenden Erfolg,


meint zumindest wikipedia

Sehr nachteilig ist aber, dass bei später Anwendung (ca. ab Juli) Rückstände in den Trauben bzw. im Wein festgestellt werden können. Die Gefahr von Rückständen ist abhängig vom Applikationszeitpunkt und von der ausgebrachten Dosis. Bekämpfungsmaßnahmen vor und knapp nach der Rebblüte (Anfang bis Mitte Juni), decken die wichtigste Zeit der Peronosporabekämpfung ab. So werden Rückstände im Wein vermieden (unter der Nachweisgrenze).

Wegen der Rückstandsproblematik und da die Substanz in die Pflanze aufgenommen wird, ist nach wie vor der Einsatz im Bio-Weinbau gegen den Falschen Mehltau umstritten.


Ob es jetzt fair und sinnvoll war, die Phosphonate als Pflanzenschutzmittel einzustufen, darüber kann man sicher diskutieren. Ganz so einfach wie von Hr. Loch beschrieben, dürfte die Problematik aber auch nicht sein.

Grüße,
Gerald

P.S. Wenn man die Sache polemisch und sachlich verkürzt darstellen möchte, kann man ja noch darauf hinweisen, dass das bekannteste Phosphonat das allgemein beliebte Herbizid Glyphosat ist (ist zwar ein organisches und nicht anorganisches Phosphonat, aber wen interessieren solche Detailfragen schon ...) ;)
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UlliB

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 20:00

Michl hat geschrieben:
niers_runner hat geschrieben:Was für ein Pack! Schmatzend und rülpsend an den fetten Trögen der Macht, die Nöte von hart arbeitenden um ihre Existenz ringende Menschen bei Seite wischend.


Das ist die rohe Sprache des Populismus, mit der sich heute zahlreiche Gesellschaften konfrontiert sehen. Die Folgen sind allgegenwärtig.

+1. Danke.

Allerdings: bitte aufpassen beim Zitieren. Der ziemlich unsägliche Wutausbruch stammt nicht vom user niers-runner selbst, er wurde von ihm auch nur zitiert.

Gruß
Ulli
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EThC

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Re: Kaliumphosphonat

BeitragDo 4. Mai 2017, 20:40

Gerald hat geschrieben:dass das bekannteste Phosphonat das allgemein beliebte Herbizid Glyphosat ist (ist zwar ein organisches und nicht anorganisches Phosphonat, aber wen interessieren solche Detailfragen schon ...)


...das wußte ich gar nicht. Vielen Dank für den Hinweis!
Viele Grüße
Erich


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