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Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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Ralf Gundlach

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragFr 10. Jan 2020, 20:49

Ich konnte leider nicht mitmachen aus gesundheitlichen Gründen, habe aber alles verfolgt und werde meine Flasche bald aufziehen. Ich werde dann meine Eindrücke auch noch zum Besten geben.

Gruß

Ralf
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragSa 18. Jan 2020, 14:55

Hallo,

vor zwei Tagen, habe ich dann auch das letzte Glas von dem Wein getrunken. Ich habe fast jeden Tag probiert, ich fand nach den ersten paar Tagen hat sich der Wein nicht mehr bemerkenswert verändert.

Weingut Claus Schneider - L' Ambré - Badischer Landwein 2015:

Bild

Mir hat der Wein gut gefallen, ich trinke solche Weine gerne. Aber eher zu Gelegenheiten, die nicht den typischen Weinmomenten entsprechen. Nach einem Vesper, ein halbes Degustierglas. Eher zur Substitution eines Biers. Wenn man Lust auf einen Wein verspürt, wird man von dem L' Ambre wohl leicht enttäuscht.

Aus Konsumentensicht finde ich den Preis zu hoch; die Schneiders haben ja sehr moderate Preise, ich vermute, sie werden nachvollziehbare Gründe für den Preis haben. Um ein sehr guter Wein zu sein, fehlt mir hier Spannung und/oder Komplexität.

Die gemeinsame Verkostung hat mir viel Spass bereitet, danke Michl für die Initiative! Ich hoffe, wir bekommen die Verkostungen mit einer kleinen Regelmäßigkeit hin, und möchte alle Foristen zu Vorschlägen und Initiativen ermutigen; wenn bis Pfingsten keiner voluntiert, bringe ich wieder einen Korsen mit :D .

Im Forum werden ja wahrscheinlich etwas mehrheitlich Weine diskutiert, die bei vielen Händlern vertrieben werden. Mit unseren Diskussion steigern wir dann wiederum die Nachfrage und ziehen uns damit so selber das Geld aus der Tasche. Ich bin ja gerne von den Händler Ab-Hof-Preis-Angeboten genervt; für mich scheint das andersrum zu laufen, man zahlt beim Winzer den "Ab-Händler-Preis". Deshalb würde ich es sehr begrüßen, wenn wir uns hier ein gemeinsames Bild von Winzern machen, die nicht so sehr im Vertriebsfokus stehen; ich bin sicher, da gibt es sehr viele, die nicht minderambitionierte Arbeit machen!

Grüße, Josef
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Michl

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragSa 18. Jan 2020, 20:55

stollinger hat geschrieben:Ich hoffe, wir bekommen die Verkostungen mit einer kleinen Regelmäßigkeit hin, und möchte alle Foristen zu Vorschlägen und Initiativen ermutigen


Dem schließe ich mich gerne an!
Viele Grüße

Michl
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Bernd Schulz

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragSo 19. Jan 2020, 03:09

stollinger hat geschrieben:Im Forum werden ja wahrscheinlich etwas mehrheitlich Weine diskutiert, die bei vielen Händlern vertrieben werden. Mit unseren Diskussion steigern wir dann wiederum die Nachfrage und ziehen uns damit so selber das Geld aus der Tasche. Ich bin ja gerne von den Händler Ab-Hof-Preis-Angeboten genervt; für mich scheint das andersrum zu laufen, man zahlt beim Winzer den "Ab-Händler-Preis".


In gewisser Hinsicht hast du Recht (ich kaufe auch sehr gerne direkt ab Weingut ein), aber andererseits geht es für die Winzer wie für uns Endkunden nicht komplett ohne den Fachhandel, der sehr viele sehr unterschiedliche Produkte bündelt. Und der Händler muss dann auch von irgendetwas leben....

stollinger hat geschrieben:Deshalb würde ich es sehr begrüßen, wenn wir uns hier ein gemeinsames Bild von Winzern machen, die nicht so sehr im Vertriebsfokus stehen; ich bin sicher, da gibt es sehr viele, die nicht minderambitionierte Arbeit machen!


Mit diesen Sätzen rennst du bei mir offene Türen ein! Es war fraglos interessant, den Keller-Silvaner gemeinsam zu probieren, aber grundsätzlich gehört meine Zuneigung mehr den guten Erzeugern, die noch nicht ganz so weit oben auf dem Olymp residieren (wie zum Beispiel dem Weingut Claus Schneider ;) ).

stollinger hat geschrieben:....wenn bis Pfingsten keiner voluntiert, bringe ich wieder einen Korsen mit .


Ich denke, es werden hier schon noch andere Vorschläge kommen. Aber gegen den nächsten Korsen hätte ich grundsätzlich nichts einzuwenden!

Herzliche Grüße

Bernd
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragSo 19. Jan 2020, 12:26

Bernd Schulz hat geschrieben:
stollinger hat geschrieben:Im Forum werden ja wahrscheinlich etwas mehrheitlich Weine diskutiert, die bei vielen Händlern vertrieben werden. Mit unseren Diskussion steigern wir dann wiederum die Nachfrage und ziehen uns damit so selber das Geld aus der Tasche. Ich bin ja gerne von den Händler Ab-Hof-Preis-Angeboten genervt; für mich scheint das andersrum zu laufen, man zahlt beim Winzer den "Ab-Händler-Preis".


In gewisser Hinsicht hast du Recht (ich kaufe auch sehr gerne direkt ab Weingut ein), aber andererseits geht es für die Winzer wie für uns Endkunden nicht komplett ohne den Fachhandel, der sehr viele sehr unterschiedliche Produkte bündelt. Und der Händler muss dann auch von irgendetwas leben....


Hallo Bernd,

da stimme ich dir voll zu; ich habe mich undifferenziert ausgedrückt. Händler, deren Leistung in einem attraktiven, vielseitigen Angebot besteht, der klassische Fachhandel, weiß ich zu schätzen. Wenn mich das Sortiment zu einer Bestellung überzeugt, zahle ich gerne mehr als ab-Hof und auch die Versandkosten (z.B. Kerler).

Nun aber noch meine off-topic Nörgeltirade: Händler, deren Geschäftsprinzip auf Umsatzwachstum beruht, schätze ich hingegen weniger. Jedes Jahr werden die Preise um ca. 10% erhöht und der Winzer muss das ab-Hof mitgehen, das ganze dann mit agressivem Marketing in den Markt pressen. Da kommt der Winzer schnell in eine Abhängigkeitssituation und für die Konsumenten steigt der Preis ins Absurde. Ich denke, jeder von uns hat ein paar Flaschen im Keller, die er mal für die Hälfte des Preises vom aktuellen Jahrgang erworben hat. An der Preisschraube wird so lange gedreht, bis der Markt für den entsprechenden Wein einbricht. Da ist nichts nachhaltig.

Noch mal zur gemeinsamen Verkostung: Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir uns auf einen Winzer einigen und dann mal z.B. drei Weine aus dem Portfolio gemeinsam verkosten.

Grüße, Josef
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Kle

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragDi 21. Jan 2020, 21:58

Es war aufschlussreich, meine zweite Flasche nun in kleiner Runde „analog“ :lol: zu probieren. Die Eindrücke waren – wen wundert es – eindeutiger als bei der Internet-Verkostung, spiegelten deren Ergebnisse jedoch wider. Der Wein wurde frisch entkorkt eingeschenkt und machte zunächst sprachlos. Keine deutliche Zu- oder Abneigung. Vorherrschend war der Geschmack nach Apfelmost und das Rätsel, was sich daraus entfalten könne („interessant“). Wie bei meinem ersten Erlebnis mit l´Ambré lockerte sich die Apfelnote bald, der Wein wurde übereinstimmend als weiniger empfunden und ich fand die deutliche, schöne Teenote wieder. Austern dazu, fand jemand, rauben dem Wein sein ganzes Aroma. Fand ich nicht, aber die Kombination auch nicht gut passend. Leider konnte ich den Wein aufgrund vieler anderer „Aufgaben“ nicht weiterverfolgen. Beim Vergleich beider Flaschen hatte ich aber das Gefühl, ein gut durchdachtes Bühnenstück zum zweiten Mal zu sehen. Und, dass ich es wegen seiner Ungewöhnlichkeit immer noch nicht richtig deuten/bewerten kann.

Gruß, Kle
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amateur des vins

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Re: Gemeinsame Verkostung - Warum nicht mal ein Gutedel?

BeitragFr 7. Feb 2020, 20:33

Heute meine "Konterflasche" aufgezogen.

Ich finde meine Eindrücke vom 6.1.bestätigt: hefebrotig und apfelmostig, furztrocken, adstringent und vollständig spaßbefreit.
Not my cup of tea glass of wine.

Zum Essen (Gemüsepfanne mit deutlicher Sesamwürze und Schwarzkümmel) zwar deutlich "besser" als solo, aber immernoch nicht ansprechend.

Es ist noch genug da :evil:, um ihn über die nächsten Tage zu verfolgen. Oder, besser noch, zu vergessen und auf ein Wunder zu hoffen. Und wenn dieses nicht wider Erwarten eintritt, kommt mir der l'ambré danach auch nicht mehr in Glas oder Keller.
Besten Gruß, Karsten
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