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Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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OsCor

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 11:47

Auch wenn Josef sein Schlussfazit gezogen hat, will ich meine sukzessive beim Essen gewonnenen Erkenntnisse hier mitteilen.
Das heutige Mittagessen, bestehend aus Cevapcici, Reis (mit jeder Menge scharfem Ajvar) und einer Gemüsepfanne (eigene Produktion: Zucchini, Paprika, Zwiebeln) mit Feta, hat nicht schlecht zum Wein gepasst. Aber: Heute kam er mir schon beim ersten - kühlen - Schluck etwas brandiger vor als gestern.
Ich bin mir nicht immer sicher, welche Komponenten beim Essen den Eindruck steuern, der Wein passe oder eben nicht. Je nachdem, ob man den Wein nach einem Bissen Fleisch oder Gemüse trinkt, habe ich durchaus unterschiedliche Empfindungen.

Gruß
Oswald
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amateur des vins

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 15:49

Gibt's für die unwissenden Mitleser noch 'ne Auflösung?
Oder habe ich die überlesen? :?
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 16:50

...ein Genovèse von Clos Fornelli, wenn ich die Fragmente richtig zusammengesetzt habe...
Viele Grüße
Erich


NOVINOPHOBIE ist die Angst davor, daß der Wein ausgeht...
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amateur des vins

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 17:15

Danke, Erich
Besten Gruß, Karsten
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 17:26

WP_20190708_17_53_01_Rich.jpg
Clos Fornelli - Genovese 2017

Richtig!

Ich habe ihn gerade noch mal im Glas. Wie Bernd schreibt, jetzt das Holzfass merklicher. Etwas Frische hat er auch eingebüßt. Jedoch nicht so abgebaut wie ich gestern geschrieben habe. Der Wein ist intensiv, dicht, ja fast ölig. Ich vermute, dass mein Geschmackssinn auch abgebaut hat.

2017 war der erste Jahrgang von den Reben. Ich weiß nicht, ob diese neu gepflanzt wurden oder auf alte Rebstöcke aufgepfropft wurden. Genovese ist eine alte, autochtone korsische Rebsorte. Die Rebsorte wurde vom Centre de Recherche Viticole de Corse wieder vermehrt.

http://www.crvi.corsica/

Das CRVI ist eine kleine oenologische Forschungsanstalt auf Korsika. Josèe Vanucci-Couloumére ist gerade auch amtierende Präsidentin. Ich meine, Antoine Arena war vorher Präsident und war entscheidend an der Gründung beteiligt (bin mir aber nicht ganz sicher, ob das so stimmt).

Vom Genovese gibt einen zugelassenen Klon (Genovese B n°1133). Er reift vor dem Biancu Gentile und dem Vermentino. In dem Link etwas weiter vorne ist beschrieben, dass 0.26 Hektar Bestand in Korsika 2012 vorhanden war. Mittlerweile müsste es mehr sein. Im Verschnitt findet die Rebsorte z.B. Eingang in Weine von Comte Abbatucci, Clos Canarelli (Tarra di Sognu) und Clos Canereccia (Cuvée Sophie).

Allgemein war bei den Weißen 2017 m.M. nach leider ein sehr schwacher Jahrgang. In Korsika war in vielen Appellationen 2017 noch heißer als 2018 und die Weine sind leicht überreif und breit geraten (zumindest beim Vermentino und Biancu Gentile). Eine vergleichende Jahrgangsbewertung für den Genovese ist halt nicht möglich.

Auch, wie sich die Rebsorte mit der Alterung verhält, ist kaum was bekannt. Da habe ich euch mal zum Versuchskaninchen gemacht. ;)

Grüße, Josef
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amateur des vins

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 17:39

Danke, Josef, für die umfassenden Erläuterungen!
Besten Gruß, Karsten
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EThC

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 17:56

...es gibt auch einen Wiki-Eintrag zu der Sorte:

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Genovèse
Viele Grüße
Erich


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OsCor

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 19:09

Mir schmeckt er immer noch, gerade eben zu einer kalten Frikadelle mit etwas Brie-Käse. Mit seinen 13,5 Umdrehungen ist er aber nicht gerade für heiße Tage geeignet.

Gruß
Oswald
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Allegro

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 19:12

Heute präsentiert sich der Wein nicht viel anders als gestern 8-)
Viele Grüße - Allegro
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Michl

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 8. Jul 2019, 19:14

So, jetzt habe ich auch die zweite Hälfte im Glas. In der Nase hat der Wein jetzt einen deutlichen Papier/Pappe-Ton entwickelt (noch deutlicher im Burgunder-Glas), sonst wie gestern. Im Mund ist er aber einen Tick besser, er zeigt sich tatsächlich aufgeschlossener und auch in fast scheuen Ansätzen eine Form von Expressivität. Da vibriert etwas ganz sanft im Wein. Dennoch glaube ich nicht an den Wein, ohne das näher begründen zu könne. Ich vermute, er wird nicht positiv reifen. Vielleicht täusche ich mich da aber auch gewaltig. Die feinölige Textur von gestern hat sich jedoch nachteilig entwickelt, der Schmelz kommt jetzt schon ganz schön gewichtig daher. Ich mag das einfach nicht, mich strengt das an. Und der Alkohol ist leider noch präsenter, der Wein sogar leicht brandig
Was ist jetzt das Fazit? Der Wein polarisiert nicht nur unter uns, die wir den Wein getrunken haben (obwohl die Mehrheit nach meiner Wahrnehmung durchaus Gefallen am Wein fand), der Wein ist vielmehr auch "in sich polarisierend", irgendwie seltsam "antithetisch gebaut". Er kommt verdammt dickflüssig, ja fast schwülstig daher, obwohl er eigentlich richtig schlank ist (sic!), er wirkt vordergründig edel und erhaben, ist aber irgendwie auch aufgeblasen und ohne wirklichen Gehalt. Ich kann mir das schöntrinken, ohne Zweifel. Aber wenn ich ganz bodernständig einen "inneren Reset" mache, dann bringt der Wein einfach zu wenig mit, dann ist er primär schwerfällig. Er ermüdet mich, er regt nicht an.
Mit welcher Speise kann man den Wein gut kombinieren? Ich glaube, eine sahnige Suppe könnte gut gehen, Pastinakensuppe z.B., und das ist ja schon was. Welcher Wein passt schon gut zu Suppen?
Viele Grüße

Michl
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