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Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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Bernd Schulz

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 19:58

Allegro hat geschrieben:Michl hat geschrieben:
Muss man sehr kalt trinken, jedes Grad mehr ist dem Wein abträglich.


Find ich gar nicht; jetzt erst kommt die Frucht auch am Gaumen so richtig zum Vorschein ...


Sehe ich ganz genauso - der Wein profitiert von einer etwas höheren Temperatur! Aber ich bin ja eh bekennender Warmtrinker..... :oops:

Herzliche Grüße

Bernd
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Allegro

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:07

Ich auch, Bernd :lol:

Jetzt gefällt mir der Wein auch richtig gut: die Kratzigkeit ist ziemlich weg und die Frucht ist nun auch am Gaumen da. Aber einen ganz besonderren Eigengeschmack hat die Rebe schon .... und eine hoihe Cremigkeit, die ich vorhin vergessen zu habe zu erwähnen. Die Assoziation zum Chardonnay kam mir also auch schon - wenn da nicht dieser besondere und - wie ich finde - intensive Eigengeschmack wäre :mrgreen:
Viele Grüße - Allegro
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Bernd Schulz

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:11

Allegro hat geschrieben:Die Assoziation zum Chardonnay kam mir also auch schon - wenn da nicht dieser besondere und - wie ich finde - intensive Eigengeschmack wäre....


Der Eigengeschmack ist auf jeden Fall vorhanden (was von mir positiv gewertet wird! ). Aber ich fühle mich angesichts der floralen Noten weit eher an Viognier als an Chardonnay erinnert.

Herzliche Grüße

Bernd
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Ralf Gundlach

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:12

So, ich habe bewusst vorher nichts gelesen. Meine Eindrücke vom Korsen:
Riecht nach Honigmelone, etwas Banane und einer dezenten Zitrusfrucht. Sehr cremiges Mundgefühl, weiche Säure. Interessante Noten am Gaumen, die ich so von anderen Weißen nicht kenne und erst einmal gar nicht richtig benennen kann. Ich muß etwas an einen oxydativ ausgebauten Wein denken ( warum weiß ich aber auch nicht so genau). Bei den Noten kann ich mit zunehmender Luft am ehesten noch Banane erkennen. Auch etwas Kräuteriges zeigt sich und eine nussige Note. Im Abgang spürbarer Alkohol. Ein durchaus interessanter Wein, der aber solo getrunken sehr anstrengend ist. Ich werde gleich mal Ziegenkäse dazu probieren. Und das passt: Der Wein wird runder, die anstrengende Seite legt sich, die Noten fokussieren sich.
Ich werde das jetzt einfach mal als Eindruck stehen lassen. Ohne Punkte.

Gruß

Ralf
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OsCor

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:18

Bernd Schulz hat geschrieben:Aber ich fühle mich angesichts der floralen Noten weit eher an Viognier als an Chardonnay erinnert

Das war die Assoziation, die mir nicht eingefallen ist. Danke!

Gruß
Oswald (tendenziell Kalttrinker :-))
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Ralf Gundlach

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:21

Die Assoziation mit Chardonnay kann ich deutlich mehr nachvollziehen als mit Viognier.
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Kle

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:24

OsCor hat geschrieben:Die feine Perlage ist immer noch da.

ich hatte auch bei jedem Glas diese schlierige Perlage auf dem Wein. Heute Abend schmeckte ich nach wie vor meinen „Chardonnay“-Ton, aber auch ein Ringen zwischen entfalteter Frucht und grasigen, auch angenehm bitteren Eindrücken. Da habe ich mit dem Wein einige sehr schöne Augenblicke erlebt. Er unterscheidet sich von ambitionierten frischfruchtigen südländischen Weinen, die bloß die Erwartung nähren, dass gleich noch etwas geschieht und dabei unmerklich weggetrunken werden. Bei diesem lohnt es sich, jeden Schluck länger wirken zu lassen, weil sich unvorhersehbare Noten zeigen. Später wurde der Wein allerdings breiter und monotoner und dieser „C-Ton“ – vielleicht meine ich auch zulange an Blüten gerochen!- will nicht weichen. Es stellte sich manchmal sogar eine im Abklang dumpfe Süßlichkeit ein. Ich würde den über zwei Tage probierten Wein aber gern wieder probieren/kaufen.

Gruß, Kle
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Allegro

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:24

Witzigerweise kam mir der Viognier tatsächlich nicht in den Sinn - obwohl ich Viognier liebe :oops: ... aber da ich schon einige Jahre leider keinen mehr im Glase hatte ... :roll:
Viele Grüße - Allegro
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:33

Kle hat geschrieben: Er unterscheidet sich von ambitionierten frischfruchtigen südländischen Weinen, die bloß die Erwartung nähren, dass gleich noch etwas geschieht und dabei unmerklich weggetrunken werden. Bei diesem lohnt es sich, jeden Schluck länger wirken zu lassen, weil sich unvorhersehbare Noten zeigen. Später wurde der Wein allerdings breiter und monotoner und dieser „C-Ton“ – vielleicht meine ich auch zulange an Blüten gerochen!- will nicht weichen. Es stellte sich manchmal sogar eine im Abklang dumpfe Süßlichkeit ein. Ich würde den über zwei Tage probierten Wein aber gern wieder probieren/kaufen.

Gruß, Kle


Finde ich sehr treffend beschrieben. Anfangs facettenreich, viel zu entdecken. Ich war sehr positiv gestimmt. Jetzt bekomme ich nichts mehr runter von dem Wein, hat mich geschmacklich total gesättigt. Auch ohne Schwung und breite.

Ich hatte mir eine halbe Flasche mit Coravin abgezapft und in eine große Tasse eingefüllt (habe gerade nichts besseres gefunden). Von der habe ich mir dann immer mal wieder ein kleines Glas abgefüllt. Das war etwas wie im Schnelldurchlauf, startend bei Allegro und Bernd um dann bei dem Eindruck von Ralf anzugelangen und schlussendlich bei Michl. Vielleicht habe ich mich zu stark von den Eindrücken leiten lassen, ich würde aber fast eher meinen, dass der Wein mit Sauerstoff sich stark verändert und dann auch leider zerfällt.

Gerbstoffe wollte ich in dem Wein auch nicht wirklich finden. Mal sehen, wie es sich bei euch weiter entwickelt.
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Bernd Schulz

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 7. Jul 2019, 20:43

stollinger hat geschrieben:Gerbstoffe wollte ich in dem Wein auch nicht wirklich finden.


Gerbstoffe finde ich auch keine. Aber die muss ein Weißwein nicht unbedingt haben - die Zeiten, zu denen Tannine im höherwertigen Riesling ziemlich verpönt waren, liegen noch nicht lange zurück! -

Ich habe als Kontrastprogramm gerade einen Riesling trocken Wintersheim 2017 von Lisa Bunn geöffnet. Hier handelt es sich um eine völlig andere Welt - die beiden Weine kann man nicht wirklich miteinander vergleichen! Wenn man es trotz der Unmöglichkeit einfach tut, fällt der Vergleich in puncto Komplexität und Länge für meinen Geschmack leider zu Ungunsten des Rieslings aus. Ich sage das nur sehr ungern :oops: , aber es ist so....

...na gut - der Riesling war ja eine ganze Ecke billiger. Da darf er auch etwas dünner wirken..... :mrgreen: :twisted:

Herzliche Grüße

Bernd
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