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Vertikale Erdener Prälat von Dr. Loosen mit Rahmenprogramm

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Sigbert

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Vertikale Erdener Prälat von Dr. Loosen mit Rahmenprogramm

BeitragSo 7. Apr 2019, 13:04

Vor kurzem fand in Berlin eine kleine Vertikale mit Erdener-Prälat-Weinen von Dr. Loosen statt. Die Lage ist die wohl kleinste und wärmste Grand-Cru-Lage der mittleren Mosel. Von den insgesamt gut 1,5 Hektar gehört Dr. Loosen etwa die Hälfte.

Wie auf der Verkostung zu hören war, trug Ernst Loosen bereits Mitte der achtziger Jahre die Verantwortung für die Weine aus dem Prälaten, obwohl er das Weingut erst 1987 übernahm.
Erst seit 2009 erzeugt Loosen Große Gewächse aus dieser Lage, seit 2011 Reserven, das sind trockene GG’s, die mindestens zwei Jahre auf der Vollhefe liegen, während die normalen GG’s ein Jahre im Fass auf der Vollhefe reifen. Mit dem Jahrgang 2017 wird das Prälat nur noch als Reserve produziert.

Nachfolgend meine Verkostungsnotizen. Auch das Rahmenprogramm war nicht von schlechten Eltern. Zum Ende hin - ähem! - werden die Notizen lichter.

Das Rahmenprogramm (sofern kein anderer Erzeuger aufgeführt ist, handelt es sich um Weine von Dr. Loosen):

1998 Ürziger Würzgarten Spätlese
umwerfende exotische Nase: Lychee, Cassis, Ananas, Maracuja, sehr fein gewoben. Dieser Eindruck setzt sich nahtlos am Gaumen fort, zarte Süße und Säure sind perfekt integriert, kaum Anzeichen von Maturation, sehr frisch und hochelegant. Ein Wein, den ich nicht vergessen werde. Kann man nur anders machen, aber nicht besser. 100/100

1985 Wehlener Sonnenuhr Auslese
Kork

1985 Erdener Treppchen Auslese
etwas verhalten, Bienenwachs, ein Hauch Petrol, relativ süß, sehr mineralisch, die prägnante Säure ist nicht gut integriert 87/100


1985 Erdener Prälat BA (aus der halben Flasche):
keine klassische BA, wirkt deutlich schlanker und eleganter bei aller Kraft, in der Nase feine Mango, am Gaumen die typische Exotik mit einem kräftigen, nach Bittermandel schmecken sehr langen mineralischen Abgang. Die großartige Säurefrische macht diesen Wein sehr trinkbar. Großes Potential 98+/100


1988 Erdener Prälat Auslese GK
super feine Maracuja-Mango-Nase. Am Gaumen hoch elegant und fein, Mango, Bittermandel, leicht phenolisch, sehr rassig und mineralisch, alter Stil (d.h. zart und leicht und wenig Restsüße).
Perfekt 100/100


1990 Erdener Prälat Auslese Goldkapsel
Mango und reife zitrische Noten in der Nase, wieder hoch elegant und fein, wirkt aber noch schlanker und leichter als die 1988er GK, brennt dabei aber ein Aromen-Feuerwerk ab mit den bekannten, exotischen Prälat-Aromen, kaum Süße, fast trocken. Perfekt 100/100


1993 Erdener Prälat Auslese GK
ein warmer reifer Jahrgang: Das merkt man sofort. In der Nase ein leichter Stinker reif, wirkt noch sehr jung, üppiger als die Vorgänger, aber auch fein und elegant, sexy, im Vergleich zu den Vorgängern weniger , aber herrlich reifer Säue. 95+/100


1994 Erdener Prälat Auslese GK
Bernsteinfarbe, in der Nase leichtes Karamell (keine perfekte Flasche?), Maracuja, am Gaumen kaum Süße, straffe Säure, fast trocken 93/100

1995 Erdener Prälat Auslese GK
riecht leicht nach Sherry, am Gaumen aber frisch, tolle Säure, Mango, Maracuja, reif, viel Zug.

2009 Prälat GG
Zarte, feine Nase mit Mango und etwas Minze und Mandel. zart und fein, dabei aber auch kraftvoll, Aprikose, ein Hauch Mango, tolle Struktur, zarte Cremigkeit, sehr lang. Sehr jung
95+/100


2011 Prälat GG
leichter Böckser, sehr verschlosse, zarte, feine Säure, wenig Frucht, wirkt aber sehr elegant, sehr langer mineralischer Abgang. 92+/100

2011 Prälat GG Reserve
Duftet nach Aprikosen. Noch recht unentwickelt, der Wein wirkt mit seinen Aprikosen- und Mangoaromen sehr zart, hat aber eine super Struktur, sehr lang und mineralisch, feine Cremigkeit, große Zukunft 96+/100


2012 Prälat GG Reserve
Grüne Banane, Aprikose und Mango in der Nase, am Anfang sehr zart, dann packt der Wein den Hammer aus, konzentrierter als die 11er Reserve, fantastische Konzentration, tolle Säure und Mineralität, wirkt perfekt balancier. Große Zukunft 98+/100


Jetzt wieder Rahmenprogramm:

2001 Kallstadter Saumagen Auslse trocken -R- (Magnum)
Feuerstein, ein Hauch Orangenschale, superfein und frisch, baut mit Luft enorm aus, hoch elegant, sehr jung. Große Zukunft 98+/100


Rotwein gabs auch:

2003 Spätburgunder - Weingut Dönnhoff (Oberhausen/Nahe)
viel Holz in der Nase und auch am Gaumen, aber auch viel reife Kirsch-, Himbeer, und Pflaumen-Frucht dahinter, noch sehr unentwickelt, aber man spürt, dass diese Wein eines Tages zu einer wunderbaren Balance finden könnte. Wirkt sehr deutsch, was aber nicht negativ gemeint ist. trinkt sich schon sehr gut, hat aber noch eine vielversprechende Zukunft 89+/100


1999 Ihringer Winklerberg Spätburgunder *** - Weingut Dr. Heger (Ihringen/Baden)
in der Nase oxidativ, riecht wie ein burgundischer Village oder Premier Cru aus den späten 60ern oder den 70ern. Frucht wirkt zunächst brüchig, der Wein gewinnt aber mit Luft, hätte man dekantieren sollen 85/100


1997 Bürgstadter Centgrafenberg Frühburgunder R - Weingut Rudolf Fürst (Bürgstadt/Franken)
rote Früchte, funky und spicy, aber auch hoch elegant, wirkt sehr burgundisch. Jetzt schon mit großem Genuss zu trinken, hat aber noch viele Jahre vor sich 96+!00

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