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Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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kreutzer

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VKN vom 7.1.2017 Prioratos aus 2013/2014+Altweine

BeitragDo 19. Jan 2017, 10:11

Hallo Weinforum,

wie angekündigt kamen am zweiten Tag Bernd Handschuh und Darius Namdjou dazu.
Gestern hatten Torsten Hammer, Klaus-Peter Werner sowie die Gastgeber Wera und Norbert Kreutzer die Jungweine aus 2013 und 2014 probiert. Wera geht nicht in die Bewertung, da sie allein alle Weine kannte und die blind servierte Reihenfolge bestimmte. Die Jungweine wurden gestern unmittelbar nach jedem Probenflight wieder in die Flasche gefüllt und heute vor dem jeweiligen Flight erneut in die Karaffe gefüllt. Wera sollte die Reihenfolge neu mischen. Gestern wurde ja noch nicht aufgedeckt. Sie hat die Weine in der Reihenfolge so wie gestern belassen, uns gegenüber aber was anderes behauptet. Ein Wein wurde in dem Jungwein-Flight ergänzt.

Die Altweine wurden vor der Probe doppelt dekantiert und vor dem jeweiligen Flight von Wera wieder in die Karaffen gefüllt.

Bei der nachfolgenden Punktebewertung ist anzumerken, dass das + hinter den Punkten für ein weiteres Entwicklungspotential steht. Gerade die Jungweine zeigen nicht alles was sie haben. Können sich auch gerade in einer Verschlussphase befinden. Insbesondere für die 2013 und 2014er gilt: das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Hier nun die Verkostungsnotizen zu der Weinprobe vom 7.1.2017:

A.
2003 Kallstadter Saumagen Riesling Selection
Gutsabfüllung Weingut Benderhof, Familie Bender-Haaß, Kallstadt
Alc 13,5%
Goldener Preis DLG

NK: (für mich offen, den anderen Probenteilnehmern blind in der Karaffe serviert),sagenhaft, eine absolut frisch wirkende Riesling-Nase, wunderschön Reife-Entwicklung voller Noblesse, im Mund mittlerer Körper, eindeutig Riesling, tolle Balance zwischen Frucht und Säure mit zarter Cremigkeit, gute Länge, 92 NK Punkte
Anmerkung: diesen Wein habe ich als Jungwein aufgrund der sich damals jahrgangstypischen Probleme völlig abgelehnt und nicht gekauft. Der Gault-Millau hat diesen Wein dann im Alter in einer seiner letzten Ausgaben dann überraschend positiv bewertet. Ich habe Carola und Otto Bender-Haaß vor einigen Monaten nach diesem Wein befragt und sie haben uns eine Flasche aus ihrer Schatzkammer geöffnet. Ich war perplex und peinlich berührt. Wie kann man nur so daneben liegen. Eine weitere, geschenkte Flasche habe ich zu diesem Anlass geöffnet.
Empfehlung: Die jungen Riesling-Selections-Weine probieren, aber vor allem die großartigen Spätburgunder RS!!!

DN: 89

BH: 89

KPW: Schöner, frischer Wein, wirkt jugendlich und sehr harmonisch. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um einen 2003er aus der Pfalz handelt. 90 VP

TH: 94

B.
2008 Aigua de Llum Priorat
Celler Vall Llach, Porrera
100% Viognier
Alc 15%

NK: (für mich offen, den anderen Probenteilnehmern blind in der Karaffe serviert), in der Farbe nahezu Rosé, in der Nase deutlich Holz, rauchig, im Mund dichter Körper, Quittengelee, Bittertöne, der Alkohol schlägt durch, wirkt auf mich brandig, aber gute Länge, nicht mein Fall, 84 NK Punkte

DN: Nase: Marzipan, Floral, Quitte; Gaumen: Quittengelee, Bittertöne durch brandigen Alkohol, 83

BH: 85

KPW: Florale Nase, die mich spontan begeistert, Quitte, am Gaumen sehr schwer, holzdominant, buttrig, im Abgang Bittertöne. 85 VP

TH: 87


Flight 1

1.
2014 Les Crestes - Priorat
Celler Mas Doix, Poboleda
Garnacha, Carinena, Syrah
Alc 14,5%

NK: in der Farbe dunkles Rot mit violettem Touch, in der Nase offene, etwas florale Frucht, Veilchen, im Mund leichter bis mittlerer Körper, durchaus schöne, mineralisch gefärbte Frucht, salzig, gut integrierte Säure, passable Länge, 88+ NK Punkte

DN: Auge: Violett; Nase: Kirsche, Mineralität, Gaumen: gute Länge, aber etwas spannungslos, Überreife (?); 89

BH: 86

KPW: Leuchtendes Rot, Nase zunächst eher verschlossen, öffnet sich dann mit mehr Luft. Sehr feine Frucht am Gaumen, sehr dichter Extrakt, feines Tannin, frisch und sehr elegant. Schön. 93+ VP

TH: 92+

2.
2014 Pater - Montsant
100% Garnatxa Negra
Ampolla 445 von insgesamt 1.432 Ampolles
Ficaria Vins, La Figuera
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase etwas blasse, verhaltene Beerenfrucht, im Mund leichter bis mittlerer Körper, jugendliche Beerenfrucht unmgeben von moderaten Tannine und einer deutlichen Säure, passable Länge, 87+ NK Punkte

DN: Nase: “Feuchte“ Aromen, Holz, Kirsche, helle Früchte, im Mund: Süße, Holz, aber Potential zu mehr Eleganz als 1), sehr gute Länge, 87

BH: 89+

KPW: Sehr feine Nase, feine Frucht, sehr betörend, am Gaumen sehr fein, dichter Extrakt, Kirsche und Schiefermineralik, sehr eleganter Garnacha. 94+ VP

TH: 94+


Flight 2

3.
2013 Terroir X de Llicorella La Vina Vieja - Priorat
Flasche 31 von insgesamt 300 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase etwas verhalten in der Frucht, ich nehme eine leicht chemisch wirkende Note war, im Mund mittlerer Körper, dichte, mineralisch geprägte Frucht, der Wein kleidet den Gaumen mit seinen Extrakten aus, sehr intensiv, kräftige, aber durchaus zugängliche Tannine, verhaltene Säure, schöne Länge, 94+ NK Punkte

DN: Auge: tiefrot, Nase. Feuerstein, Kirsche Mund: Kirsche, starke Mineralik, lang, Potential, ,92

BH: 93

KPW: Dichte rote Frucht, sehr betörende feine Mineralik. Knallernase. Am Gaumen sehr frisch, mit betörendem Extrakt, dichter Frucht, feinem Tannin, jugendlich zupackend. Steinbeisser. 95+ VP

TH: 96+

4.
2013 Pater - Montsant
100% Garnatxa Negra
Ampolla 1.118 von insgesamt 1.441 Ampolles
Ficaria Vins, La Figuera
Alc 15%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase dunkle Beerenfrucht mit einer leichten Graphitnote, im Mund mittlerer Körper, feste, mineralisch geprägte Frucht, Priorat, der Spaß macht, moderate Tannine, schöne Säure, gute Länge, 93+ NK Punkte

DN: Auge: Ziegelrot wie ein gereifter Nebbiolo, Nase: Kirsche, gewisse Schärfe, Mineralik, Potential (?) 90+

BH: 90-91

KPW: Herrlich offene Nase, Garnacha? Pater? Am Gaumen süße dunkle Frucht und dann seltsam verschlossen, feiner Extrakt, aber mehr lässt sich an meinem Gaumen heute nicht finden. 91+ VP

TH: 96+


Flight 3

5.
2013 Finca Dofi - Priorat
Alvaro Palacios, Gratallops
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase saubere, etwas verhaltene Frucht, im Mund mittlerer Körper, schöne, saftige Frucht, erneut mit der typischen Llicorella-Mineralität, der Wein hat Spannung, gut integrierte Säure, gute Länge, 93+ NK Punkte

DN: Mund: dunkle Aromen, sehr lang, großes Potential, strukturstark, 91+

BH: 92

KPW: Sehr florale und betörende Nase, sanft und schlank, genial. Am Gaumen sehr feiner Extrakt, streichelt den Gaumen, sehr sanfter und langer Abgang. 95+ VP

TH: 97+


6.
2013 Roquers de Samso - Priorat
100% Carignan (Samso)
Celler de l’Encastell, Porrera
Bottle 446 von insgesamt 748
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase saubere, etwas florale Frucht, im Mund mittlerer bis dichter Körper, dichte, dunkle Beerenfrucht, leichte Fruchtsüße die durch die deutlich hervorstechende Mineralik gestützt wird, intensiv am Gaumen, langer Abgang, toller Wein mit Zukunft, 96+ NK Punkte
DN: Mund: Kirsche, sehr lang, noch großes Potential, 94+

BH: 95

KPW: Weihnachtswein, sehr würzige Nase, sehr dicht, ab und zu blitzt etwas Eleganz auf. Am Gaumen süße Frucht, dichte Mineralik, zupackend mit dichtem Extrakt und feinem Tannin. 94+ VP

TH: 97+


Flight 4

7.
2013 Terroir X de Llicorella El Segundo - Priorat
Flasche 249 von insgesamt 600 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase dunkle Beerenfrucht, im Mund mittlerer Körper, dichte, ausgesprochen saftige Frucht, reichlich Tannine, aber in nobler Form, der Wein kleidet den Gaumen, eine Wuchtbrumme, eine schöne Säure gibt ihm etwas Lebendiges, langer Abgang, 96+ NK Punkte

DN: Mund: Kirsche, brillante Mineralität, Weltklasse-Niveau, sehr lang, enormes Potential, 95+

BH: 96

KPW: Sehr betörende, sanfte Nase, am Gaumen dicht und elegant, feines Extrakt, schönes Tannin, braucht noch etwas Zeit, Potential. 95+ VP

TH: 98+


8.
2013 Empit - Priorat
Celler Castellet, Porrera
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase etwas eigenwillig mit leichter Lacknote, aber sehr intensiv, im Mund dichter Körper, ein kompaktes Extraktmonster, eine dichte Tanninwand lässt aber beeindruckend die Fruchtsüße durch, toll, langer Abgang, 97+ NK Punkte

DN: Nase und Mund: Kirsche, großartige Mineralität, gewaltige Intensität, extrem jung und individuell, sollte eine große Zukunft haben, sehr komplette und ausgewogene Anlagen, 96++

BH: 96

KPW: Dichte, fruchtsüße Nase, sehr betörende Mineralik. Am Gaumen sehr dicht, süße Frucht, feiner dichter Extrakt, schwarze Frucht, jugendlich mit Riesen-Potential, begeistert aber jetzt schon. 97+ VP

TH: 98+


Flight 5

9.
2014 Finca Dofi - Priorat
Alvaro Palcios, Gratallops
94% Garnacha, 5% Samso (Carinena)
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase kühle, saubere Kirschfrucht, im Wein leichter bis mittlerer Körper, feine, mineralisch geprägte Beerenfrucht, schöne Säure, moderate Tannine, gute Länge, 93+ NK Punkte

DN: Nase: floral, Kirsche, Mund: weniger Potential als 8., gute Struktur, 90

BH: 91+

KPW: Sehr feine Nase, betörend klare und feine Frucht mit etwas Schokopulver. Am Gaumen dicht und elegant mit sehr feinem Extrakt. 96+ VP

TH: 91+


10.
2014 Nit de Nin - Priorat
Familia Nin Ortiz, Porrera
60% Garnacha Peluda, 40% Carinena
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase finde ich eine sehr ungewöhnliche Frucht die mich an Zündhölzer erinnert, ungemein spannend, sehr lebendig, im Wein mittlerer bis dichter Körper, saftig-intensive Frucht, erneut die klassische Llicorella-Mineralität, extraktreich, mit Fruchtsüße, zugängliche Tannine, moderate Säure, lang, 95+ NK Punkte

DN: Nase: Granini-Bonbons/leichter Stall, changierend, Mineralität, grundsätzlich in der Nase völlig unterentwickelt, Mund: große Struktur, tief, sehr lang, ebenfalls noch viel zu jung; 92++

BH: 93+

KPW: Dichte, schwarze Nase, betörende Würze. Am Gaumen sehr dicht, schwarze Frucht, wirkt noch verschlossen und sehr jung. Feiner langer Abgang, viel Potential. Gerne nochmals in 10 Jahren. 93+ VP

TH: 93+


Flight 6

11.
2013 Nit de Nin - Priorat
Familia Nin Ortiz, Porrera
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase saubere, dunkle Beerenfrucht, im Wein mittlerer Körper, dichte, intensive Kirschfrucht, jugendlich, saftig, mineralische Ansätze, mit schöner Säure-Struktur, reichlich Tannine, gute Länge, 95+ NK Punkte

DN: Nase: Verhaltene Mineralität, Mund: Nur minimale Mineralität, große Länge, 90
BH: 92

KPW: Dichte, elegante Nase. Am Gaumen mächtiger Extrakt, Schiefermineralik, wirkt noch etwas verschlossen. Jugendlich mit viel Potential. 95+ VP

TH: 93+


12.
2014 Empit - Priorat
56% Grenache, 24% Syrah, 20% Carignan
Celler Castellet, Porrera
Alc 15,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase Schwefel, Zündhölzer, mittlerer Körper, die Nasenaromatik setzt sich im Mund fort, hat auch mineralische Ansätze, einerseits faszinierend im Ausdruck, aber eben auch schwierig, nicht das was ich suche, gute Länge, 91+ NK Punkte

DN: Nase: Streichhölzer mit Phosphorgeruch, pilzig, mineralisch, verhaltene Frucht, Nase unterentwickelt?; Mund: Große Länge und Struktur, unsichere, aber potentiell gute Zukunft; 90++

BH: 90

KPW: An der Nase Streichholz, Phosphor und rote Früchte. Am Gaumen dichte Frucht, genialer Extrakt, feines Tannin. What the hell.... 92+ VP

TH: 94+


Flight 7

13.
2014 Terroir X de Llicorella La Vina Vieja - Priorat
Flasche 356 von insgesamt 775 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
95% Carinena von 117 Jahre alten Rebstöcken, 3% Garnacha, 1% Moscatell Tinto, 1% Moscatell Blanco
Alc 15%

NK: kirschrote Farbe, saubere, Frucht in der Nase, im Mund mittlerer Körper, saftig-mineralische Frucht, schöne Säure, moderate Tannine, elegant, langer Abgang, 94+ NK Punkte

DN: Nase: Unterentwickelt, Mineralität, große Länge und Struktur, großes Potential, 92++

BH: 93

KPW:Sehr betörende Nase, am Gaumen dichte Frucht, genialer Extrakt, noch sehr jugendlich mit viel Potential. 95+ VP

TH: 95+


14.
2014 Terroir X de Llicorella La Tercera
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
40% Carinena, 20% Garnacha, 20% Syrah, 10% Cabernet Sauvignon, 8% Merlot, 1% Garnacha Blanca, 1% Macabeo Blanco
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase tiefe, dunkle Beerenfrucht, leicht holzwürzig, im Mund mittlerer Körper, saftig-intensive Frucht, gut integrierte Säure, mineralische Spuren, gute Länge, 94+ NK Punkte

DN: Nase: einladender und offener als 13, Mund: mittleres Entwicklungs-Potential, große Struktur und Länge: 92+

BH: 94

KPW: Dichte, sehr feine und betörende Nase. Am Gaumen süße Frucht, dichter Extrakt, Weihnachten, schöne Würze, Struktur und Länge. 95+ VP

TH: 94+


Flight 8

15.
2014 Terroir X de Llicorella El Segundo - Priorat
Flasche 358 von insgesamt 1186 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
40% Carinena, 25% Garnacha, 20% Syrah, 8% Cabernet Sauvignon, 4% Garnacha Blanca, 2% Macabeo Blanco, 1% Picpoul von bis zu 117 Jahre alten Rebstöcken
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, saubere, etwas zurückhaltende Frucht von dunkelroten Beeren, im Wein mittlerer Körper, dunkler Fruchtansatz, gute Tannin-Struktur, moderate Säure, ordentliche Länge, 92+ NK Punkte

DN: 93+

BH: 92

KPW: Sehr feine, eher stille Nase, am Gaumen ein dichter Extrakt, messerscharfe Mineralik, bleibt wunderbar am Gaumen hängen. Vielschichtig. 95+ VP

TH: 97+


16.
2010 Roquers de Samso - Priorat
Celler de L’Encastell, Porrera
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase sehr verhalten, ein Hauch Schwefel nehme ich wahr, im Mund mittlerer Körper, saftig-mineralische Frucht, gute Säure, kräftige Tannin-Struktur, schöne Länge, 93+ NK Punkte

DN: 94+

BH: 94

KPW: Tiefe, dichte und sehr betörende Nase. Am Gaumen ganz feine Kokos-Vanille, sehr dicht, süße Frucht, betörende Mineralik und ein Knaller-Extrakt. Jugendlich mit viel Potential. 95+ VP

TH: 97+


Essenspause. Wera ist es mal wieder gelungen, das Entrecote vom Simmerntaler Rind perfekt auf den Punkt (rosa) Langzeit zu garen. Rind, geröstete Pellkartoffeln und große, weiße Bohnen mit stückigen Tomaten dürfte alle Teilnehmer gesättigt haben.

Weiter ging es:

Flight 9

17.
1980 Abfüllung Vega Sicilia Unico Reserva Especial
Ribera del Duero
(der Wein enthält die Jahrgänge 1960/1972/1972)
Numero del Embotellador 2342
Bodegas Vega Sicilia, Valladolid
Alc 13,5%


NK: ziegelrote Farbe mit braunem Rand, sehr reife Frucht in der Nase, Unterholz, Pilze, Kräuter, im Mund leichter bis mittlerer Körper, durchaus straffe Frucht, trotz aller deutlichen Alterstöne, schöne Säure-Struktur, in der Frucht vie Kräuter, ein Hauch Liebstöckel, aber auch salzig-mineralisch wirkende Komponenten, schöne Länge, 89 NK Punkte

DN: Nase: Mineralik, Lebkuchen, Gewürze; Mund: zurückgehende Frucht, noch etwas Tannin, große Länge; 87-88

BH: 89

KPW: An der Nase sehr feines Parfum, dichte Frucht. Am Gaumen sehr reif, Sherry Noten, oxidativ, geht schon Richtung Rancio, trocken, interessant. 89 VP

TH: 92


18.
1994 Clos Martinet - Priorat
Mas Martinet Viticultor
Proprietari: Perez I Ovejero
Alc 13,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase deutlich gereifte, leicht morbide Frucht, Unterholz, im Mund mittlerer Körper, reife, kräuterige Frucht, immer noch gut von der Säure getragen, wirkt eher elegant, gute Länge, 91 NK Punkte

DN: Nase: Noch sehr intakte Frucht, deutlich frischer als 17), sehr schöne Mineralik; Mund: Kirsche, Marzipan, gute Länge; 92

BH: 93

KPW: Sehr feine, dichte Nase, am Gaumen dichter Extrakt, sehr lang, bleibt wunderbar am Gaumen haften. 94 VP

TH: 94


Flight 10

19.
1992 Clos Mogador - Priorat
Proprietari: Rene Barbier, Gratallops
Alc 14%

NK: kirschrote Farbe mit aufhellendem Rand, in der Nase wunderschön gereifte Frucht, Unterholz, Baumrinde, im Mund mittlerer Körper, reife, aber immer noch feste Frucht, recht kräftige Säure, dezente Mineralik, gute Länge, 94 NK Punkte

DN: Nase: Kirsche, Mineralik, Teer, Gummi; grundsätzlich komplex; Mund: komplex, sehr lang, aber nicht so elegant wie 20, 94

BH: 93

KPW: Feine Nase, geröstete Mandeln, sehr betörend, Oliventapenade. Am Gaumen wunderbare Frucht, dicht mit schönem Extrakt und gutem Trinkfluss. 94 VP

TH: 96

20.
1998 Clos Mogador - Priorat
Proprietari: Rene Barbier, Gratallops
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, klare, saubere Frucht, ein Wein voller Eleganz, Noblesse, keinerlei Alterstöne, im Mund mittlerer Körper, fein gereifte Frucht, dicht, strahlt förmlich Klasse aus, langer Abgang, 98 NK Punkte

DN: Nase: Von großartiger Statur, Kirsche, Mineralität, Mund: große Länge und Str., nahe an perfekter Balance, 95-96

BH: 96

KPW:Dichte Frucht, sehr elegant, wie geil ist diese Nase! Wahnsinn, was für ein elegantes Parfum! Am Gaumen sehr elegant, rote Frucht, betörend und frisch, sanft, ein Schmeichler mit dichtem Extrakt und langem Abgang. 97+ VP

TH: 99+


Flight 11

21.
1995 Finca Dofi - Priorat
Alvaro Palacios, Gratallops
Alc 13,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase tiefe, dunkle Frucht, Brombeere, etwas holzgeschwängert, im Mund mittlerer Körper, saftig-intensive, trinkanimierende Frucht, Schwarzkirsche, kräftige Tannin-Struktur, moderate Säure, dicht, langer Abgang, 95 NK Punkte

DN: Nase: Kirsche, Mineralität, große Struktur und Länge, 96

BH: 95

KPW: Sehr elegant an der Nase, feine Frucht. Am Gaumen sehr betörend mit dichtem Extrakt, feines Tannin, bleibt wunderbar am Gaumen haften. Sehr lang! 95 VP

TH: 95


22.
1998 Gran Buig - Priorat
Viticultors Mas d’en Gil, Bellmunt
Bottle 330 von insgesamt 2.205 Flaschen
Alc 14,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase tiefe, dunkle Frucht, im Mund mittlerer Körper, sehr saftige, trinkanimierende, fast ölige Frucht, kleidet den Gaumen aus, mundfüllend, langer, tiefer Abgang, 96 NK Punkte

DN: Kirsche, Mineralität, komplex, noch großes Potential, 97+

BH: 96

KPW: Sehr betörende, sanfte und sehr elegante Nase. Knaller! Am Gaumen ein Mörderextrakt, sehr vielschichtig und jugendlich. Wunderbare Eleganz und noch Potential. 96+ VP

TH: 97+


Flight 12

23.
1997 Gran Clos - Priorat
Celler de J.M. Fuentes
Alc 13,5%

NK: helles kirschrot mit braunem Rand in der Farbe, in der Nase reife, nict besonders tiefe Frucht, schon etwas morbide, Unterholz, Pilze, Kräuter, im Mund erstaunlich schlank, reife Tannine, reife Säure, eher filigran, gute Länge, 92 NK Punkte

DN: Große Länge, gute Komplexität, gute Eleganz, 93

BH: 93

KPW: Wunderbare, reife Nase, sehr betörend, am Gaumen sehr schön zu trinken, aber nicht ganz die Feinheit der Vorgängerweine. 93 VP

TH: 95


24.
1999 Lo Givot - Priorat
Celler del Pont, La Vilella Baixa
Alc 14%

Kork

Flight 13

25.
2000 Lo Givot - Priorat
Celler del Pont, La Vilella Baixa
Alc 14%

NK: dunkelrote Farbe mit aufhellendem Rand, in der Nase feine, deutlich gereifte Frucht, klar und irgendwie faszinierend, im Mund mittlerer Körper, reife, satte Frucht, fast süßlich, reife Tannine, passable Säure, lang, 93 NK Punkte

DN: Nase: Kirsche, Mineralität, im Mund aber auch Bittertöne, 92

BH: 92

KPW:Sehr betörende, sehr elegante Nase, dicht, reif, süße Frucht, sehr feiner Extrakt und schöne Länge, macht sehr viel Spaß. 95 VP

TH: 94+

26.
2000 Clos Erasmus - Priorat
Proprietari: Daphne Glorian
Eric Solomon – European Cellars Selection
Alc 15%

NK: in der Farbe dunkles, tiefes Rot, in der Nase etwas gemüsig, im Mund mittlerer Körper, saftig-dichte Frucht, reichlich Tannine, ein sehr extraktreicher Wein, moderate Säure, langer Abgang, 95 NK Punkte

DN: Kirsche, Mineralität, leicht tertiäre Aromen, 96

BH: 94

KPW: Sehr elegante Nase, tief und betörend, dann aber Rock´n Roll am Gaumen, pendelt hin und her, vielschichtig und kaum zu fassen. Genialer Wein zum meditieren und staunen, könnte vielleicht sogar noch zulegen. 97+ VP

TH: 96+


Flight 13

27.
1999 Mas Doix
Celler Mas Doix, Poboleda
Alc : 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase reife, liebstöckelgeprägte Frucht, kräuterig, im Mund leichter bis mittlerer Körper, sehr reife Frucht, moderate Säure, gute Länge, 90 NK Punkte

DN: Leicht oxidativ, Liebstöckel, 89

BH: 89

KPW: Reife Nase, betörend und dicht. Am Gaumen sehr dichte Frucht, Zartbitterschokolade, wirkt noch sehr jugendlich. 92+ VP

TH: 91

28.
1999 Vall Llach - Priorat
Celler Vall Llach, Porrera
Alc 14,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase reife, kräuterige Frucht, im Mund mittlerer Körper, sehr reife Frucht, Liebstöckel, reife Tannine, moderate Säure, es mangelt an Spannung, passable Länge, 89 NK Punkte

DN: Banane, leicht oxidiert, Liebstöckel, 89

BH: 90

KPW: Dichte Nase, etwas wild und leicht animalisch. Am Gaumen sehr dichtes Tannin, wirkt fast etwas verschlossen. 93+ VP

TH: 93



Flight 14

2005 Clos Clara - Priorat
Celler de l’Abadia, Gratallops
Alc 15%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase feine, saubere, dezent gereifte Frucht, im Mund mittlerer Körper, auch hier finde ich eine sehr saubere, saftige Frucht und eine beeindruckende Mineralität, Tannine und Säure geben dem Wein Biss und einen schönen Trinkfluß, schöne Länge, 93+ NK Punkte

DN: Nase : Kirsche, helle Früchte, Mineraliät; Mund: sehr gute Länge, sehr gute, aber nicht völlige Harmonie; 92

BH: 94

KPW: Sehr dichte und elegante Nase. Am Gaumen zupackende, dichte Mineralik, wirkt noch sehr jugendlich, frisch, sehr feiner Extrakt, noch reichlich Potential. 95+ VP

TH: 96+


Der Abend wurde mit zwei roten Süßweinen und einem Cava abgeschlossen. Leider hat mein Kopf zu diesem Zeitpunkt aufgegeben. Ich weiß noch, es war nicht meine Welt. Möglicherweise kommen noch Kommentare von den Mitgenießern.

Nectar de los Angeles Priorat
Rancio Dulce Limited Edition aus den Jahren 2009/2011 und 2015
Alvarez Duran, Porrera
55% Garnacha, 45% Carinena, davon 50% spät geerntete Trauben und 50% rosinierte Trauben
Alc 17%

NK: nicht bewertet

DN: nicht bewertet

BH: 90

KPW: Tolles Elixier, sehr dicht, feiner Extrakt, sehr elegant, fein und betörend, Mandeln und Oliventapenade, sehr feine Süße. Absolut genial. 95+ VP

TH: 96+


2012 Pansal del Calas - Montsant
Vi de Licor
Celler de Capcanes, Capcanes
Alc 16%

NK: nicht bewertet

DN: nicht bewertet

BH: 90

KPW: Elegant mit sehr feiner Süße. Betörend. 93+ VP

TH: 95+


2010 Cava Juvé y Camps de la Familia Brut Nature Gran Reserva
Botella No. 37327
Proprietat d’Espiells, Sant Sadurni d’Anoia
Alc 12%

NK: einfach Klasse, besser als die meisten Champagner 

DN: nicht bewertet

BH: 92

KPW: Ein Klassiker, der auch am Ende einer solchen Probe sehr viel Spaß macht. There is never enough Cava! :-)

TH: 93+

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Fazit TH

2013/2014:

Es war von vornherein klar, dass es keine leichte Sache wird, 2013 leidet oft schwer unter derzeitigem Verschluss, 2014 ist mitunter noch zu jung und hat sich noch nicht so ganz gefunden, ergo, die Weine werden nicht leicht endgültig einzuschätzen sein. Große Weine dieser Jahre kauft man nicht, um sie in den nächsten 3 oder 5 Jahren zu trinken, erst recht nicht für den alsbaldigen Genuss. 2013 zählt neben 2005 und 2010 zu den Jahren, deren Weine man mit Vertrauen kaufen muss, um sie ab ca. 10 Jahre später mit Genuss zu trinken, 2005 hat das 2015 bewiesen, 2010 scheint derzeit ein wenig aufzumachen und zu zeigen, was möglich sein wird.

2014 sehe ich stilistisch im Sinne von 2008, aber besser, denn man hat sich im Priorat weiterentwickelt und meistert solche Jahrgänge inzwischen besser. Aber auch hier werden die Weine in der Zukunft mehr zeigen, als sie es heute können. Es ging uns schießlich nicht um Basisweine, sondern um die Top-Cuvées und um auch zumeist preislich ambitionierte Weine, sieht man mal vom von Norbert eingeschmuggelten Les Crestes, dem Basiswein von Mas Doix ab.

Inzwischen habe ich auch gelernt, dass es verschiedene Formen eines verschlossenen Weines gibt. Gut, wenn es sich um die Weine handelt, die in der einen oder anderen Form Potential offenbaren, sei es durch einen genialen Duft, sei es durch einen bereits überzeugenden Gaumen, sei es, durch eine angedeutete Struktur und durch das Tannin und ein gewisses Gesamtkonzept. Spätestens aber mit dem seinerzeit verschlossenen 2005er Clos Mogador in ähnlichem Alter wie heute die 2013er, der wie ein ganz simpler Basiswein schmeckte, weiß ich, dass es bei Blindproben auch diese in ihrer Jugend blind nicht erkennbaren Weine gibt, die man nur auf Vertrauen hin kauft. Oder weil man bereits Erfahrungen hat, wie sich so was im günstigsten Fall entwickeln kann. Mitunter kann man in Langzeitstudien erkennen, wo die Reise hingeht, weil sich solche Weine nach 6 Tagen oder 10 Tagen oder wann auch immer plötzlich zu offenbaren beginnen. Schön wäre es also, hätte man solche Flaschen für solche Verkostungen in der Art zur Verfügung, wie ich sie für meinen Prioratführer inzwischen am Liebsten mache, 2 * Blind und dann noch 2 Langzeitrückverkostungen... aber das war in diesem Falle nicht gegeben. Die Weine mussten innerhalb zweier Runden - doppelt blind brillieren - Topp oder Hopp... Wahr ist aber auch, dass in einem Ranking immer die am Besten sind, die von Beginn an alles zeigen (und das dann auch in der Ausdauer halten).

Die Probenanordnung, nach der ersten Blindprobe weder ein Ranking zu machen, nach dem rückverkostet wurde, noch aufzudecken, machte es nicht leichter. Hier war man aber dann auch am Unvoreingenommensten und hat nur beurteilt, was im Glas war. Zusätzlich interessant war die Doppelaufgabe 2013 gegen 2014, wären die Jahrgänge blind erkennbar? Und Porrerastilistik gegen Grenachestilistik. Der von Norbert zu den Porrera-Weinen dazugestellte Finca Dofi ist in den letzten Jahren ein stark grenachebasierter Wein geworden, daher auch meine Idee, das Pater-Pärchen dagegen zu stellen... Hier waren blind Verwechslungen durchaus an der Tagesordnung, in der Regel gereichten die aber dann meinem deutlich günstigeren Pater zur Ehre. Bei einem mehr als doppelt so teuren Finca Dofi zahlt man eben auch den Namen mit. Diese vier Weine blind als Nicht-Porrera zu identifizieren war bei ein wenig Kennerschaft, wie sie sich Norbert, Klaus-Peter und ich in den Jahren angeeignet haben, eine eher leichte Übung.

Schwieriger war die Zuordnung 2013 / 2014, wo ich manchmal keinen Tipp parat hatte oder auch mal daneben lag. Meist aber klappte auch das schon recht gut.
Bei den Porrera-Weinen zeigten sich die Nit de Nins am derzeit schwersten (siehe meine Anmerkung zum Clos Mogador - abschreiben darf man diese Weine dennoch nicht, ich bin sicher in 2023 /2024 würden wir sie weit besser sehen.). Die Terroir X- Weine würde ich gern so verkosten, wie ich es mit den Musterflaschen für den Prioratführer am Liebsten tue - mit der entsprechenden Langzeitbeobachtung - ich bin mir sicher, das Bild zu den Weinen würde dann deutlich schärfer sein, als jetzt, bei den nur zwei Blindrunden, wo die Weine nicht komplett durchstarten konnten. Und vielleicht auch nicht die aufgerufenen recht hohen Preise rechtfertigen. Und auch den Namen müssen sich diese Weine erst noch erarbeiten, um einen finanziellen Bonus abgreifen zu können. Den Namen hat eigentlich eher der geldgebende Importeur dieser Weine und der frühere Önologe von Vall Llach, der mit Hilfe dieses Geldgebers sein eigenes Weinprojekt verwirklichen kann.

Um so mehr habe ich mich hier über das Empit - Pärchen aus meiner Selektion gefreut, auch wenn der 2014er mit seiner derzeitigen Extremnase kontrovers gesehen wurde. Aber hier vertraue ich darauf, den Empit seit 2005 intensiv beobachtet zu haben und entsprechend sicher sein zu können, dass sich auch hieraus ein überzeugender Wein für seinen Jahrgang entwickeln wird. Die Anlagen sind deutlich da. Und der Preis ist wesentlich fairer, eigentlich muss man bei den Weinen dieses Erzeugers seit Jahren von einem wirklichen Schnäppchen sprechen.

Roquers des Samsó hat bewiesen, dass es typische 2013er/2010er sind, die eben in der Jungend zicken, aber auch hier haben sich schon ohne Langzeitnachbetrachtungen Hoffnungsschimmer bei den jetzt verkosteten Flaschen gezeigt.

Den Les Crestes raus zu erkennen, brachte kontroverse Diskussionen und doch hatte ich mich am 2. Tag festgelegt und Recht behalten.

Alles in allem keine einfache, aber lehrreiche und trotz allem nicht spaßbefreite Arbeitsprobe.

"Alt"weine...

Das war der für mich wesentlich spannendere Teil des Wochenendes, denn auch ich habe kaum noch Weine aus der Zeit vor 2000 in meiner Sammlung und insgesamt auch nicht so viele besessen und schon mal in meinem Leben getrunken, auch wenn sich meine Liebe zum Priorat auf Flaschen wie Clos Martinet 1990 und 1993, Clos Mogador 1993, Clos de l´ Obac und Miserere 1992, Finca bzw. anfänglich noch Clos Dofí 1993 und 1994 oder auch kleinere Weine wie Les Terrasses 1991 oder Martinet Bru 1994 gründete.

Aber von diesen Weinen habe ich weder damals kistenweise gekauft noch die lange Geduld bewiesen, sie sooo lange liegen zu lassen. Immerhin aber waren diese genannten Weine Auslöser, mir mehr Priorat zu besorgen, Hintergrundwissen (damals in den 90ern ganz schwierig, lediglich der Frankfurter Händler Dr. Peter Hilgard schickte mir mit einigen weiteren Weinen, noch ohne Internet bestellt, etwas erstes zum Lesen über das Priorat zu, nachdem wir uns bei einer Bestellung meinerseits sehr lange telefonisch über das Priorat unterhalten hatten.). Auch gab es damals noch nicht all zu viele Quellen für Priorat, zu meiner ersten - einem Weinladen in Sevilla kam dann neben Peter Hilgard noch "Wein und Kunst" dazu und "Punta La Trobada" in Andorra, in den 90ern wesentlich besser sortiert als heutzutage, wo man dieses Einkaufszentrum, jetzt zu Leclerc gehörig, inzwischen eigentlich getrost vergessen kann - nicht nur bezüglich der Prioratweine.

Zum Zweiten gab es damals natürlich nur eine überschaubare Anzahl an Weinproduzenten, auch wenn jedes Jahr ein bisschen was dazu kam. Aber so ist es für mich natürlich auch spannend, Weine bzw. Jahrgänge davon ins Glas zu bekommen, die ich vorher noch nie hatte, auch um die spärlichen Prioratführernotizen zu Weinen aus den 90ern etwas aufwerten zu können. Allein solches Vorhaben rechtfertigt die weite Anreise nach Oberhausen zur witterungsbedingten Unzeit natürlich.

Klar ist aber auch, dass es irgendwann ab einem bestimmten Alter nicht mehr um den Wein an sich, sondern um die konkrete Flasche geht. Blind getrunken und bewertet ist natürlich auch in dem Falle wieder ein Plus für die Objektivität in der Bewertung, die aber dann naturgemäß doch deutlich spreizte. Klar muß nur werden, dass man keine Aussage verallgemeinern kann - weder Doix V.V. 1999 taugt nichts, noch Clos Mogador 1998 ist gigantisch. Diese Aussagen treffen nur auf die jeweiligen getrunkenen Flaschen zu. Ob man bei den nicht so gut weggekommenen - neben dem Doix auch Vall Llach 1999 oder dem korkigen und nicht bewertbaren Lo Givot 1999 noch jemals eine Konterflasche ins Glas bekommt, die das aufwertet oder gar ersetzt, ist fraglich. Insgesamt aber hatten wir mit diesen an dem Abend genossenen Weinen mehr Glück und viel Spaß als bei den wenigen Ausreißern nach unten. Entsprechend euphorisch sind Kommentare und Bewertungen....

Entsprechend wird diese Probe auch im Gedächtnis bleiben und sie hat gezeigt, dass bereits in den 90ern große Weine aus dem Priorat eher die Regel als die Ausnahme waren. Und natürlich auch, dass diese Weine Potential zur Reife haben - mal abgesehen von den Flaschenvarianzen, die man ab bestimmten Alter aber überall hat.

Dass Norbert versuchen würde, die Vega Sicilia - Scharte der Probe von vor Jahren auszuwetzen, war fast denkbar - seinerzeit hatte von 2 Weinen dieser Quelle richtig teurer spanischer Weine einer Kork und der 2. war mausetot. Der nun Angestellte war deutlich besser, wenigstens bewertbar, aber überzeugt hat er mich letztlich nicht wirklich, weder an sich, noch was das Renommée des Weingutes angeht. Der einzige Wein, den ich mir selbst mal leistete, ein Valbuena 1991 war deutlich spaßiger für mich, aber vielleicht auch im rechten Moment getrunken und aus guter Flasche. Woran es nun lag, das dieser Wein hier auch wieder nicht positiv ins Gerede kam - vielleicht auch hier einfach nur die Flasche... Aber auf eine Erweckung warte ich nun immer noch und immer weniger bin ich bereit, dafür natürlich das geforderte Geld in die Hand zu nehmen, dann würde ich das doch lieber in Priorat - Altweine investieren, sofern sie aus guter Quelle stammen. .

Ganz allgemein muss ich sagen, dass es ein sehr schöner Jahresauftakt 2017 war - mit tollen Leuten am Tisch und tollen herzlichen Gastgebern, das gilt für den oft zu Unrecht als etwas mürrisch gescholtenen Norbert Kreutzer ebenso wie für seine unermüdlich fleißige und liebenswerte Frau Wera. Und was die Weine angeht, so weiß ich, dass beide denselben großen Sachverstand haben, auch wenn sich Wera dezent im Hintergrund hielt und sie sich zu den Weinen gar nicht äußerte, sondern alles tat, damit wir Männer am Tisch unserem Lieblingsspiel frönen konnten, der Blindverkostung. Und der Teddy am Tisch hat bei diesen Weinen alles andere als mürrisch gebrummt, ich vernahm ein sehr zufriedenes brummen. Das schreib ich mal dem Priorat und seinen Weinen zu.

Fazit KPW:

Sehr interessant war für mich bei den Jungweinen, dass ich letztendlich kein wirkliches Muster feststellen kann. Ich hatte erwartet, dass die 2013er eventuell etwas verschlossener sind, als die 2014 - teilweise war das so, teilweise aber auch gar nicht. (wenn ich nur daran denke, wieviel Spaß mir der Empit 2013 und der La Vina Vieja 2013 von Terroir X bereitet haben. Die Weine die wir aus 2014 am Start hatten, haben mir alle sehr gut gefallen und begeisterten durch die Eleganz, manche wirkten derzeit besser als die gleichen aus 2013....

Insgesamt sehe ich bei 2013 das bessere Potential, ein Jahrgang, der mir auch sehr liegt und den ich liebe (viele kleine Weine, die bei dieser Probe gar nicht angestellt waren, machen soooo viel Spaß).

Die Terroir X - Weine haben mir insgesamt sehr gut gefallen, mal sehen, wohin die Reise mit weiterer Reife geht. Die beiden 2013er sehe ich vorne, wobei die 2014er auf jeden Fall Potential haben, das sie im Moment noch nicht wirklich zeigen können. Es bleibt spannend. Bei den aufgerufenen Preisen gab es bei mir aber keinen spontanen Kaufreflex, da gibt es reichlich Konkurrenz nicht nur in Porrera.

Die Altweine haben mich absolut begeistert, viel mehr als es meine Beschreibungen und Noten ausdrücken können. Wie genial, hier sehe ich absolutes Suchtpotential bei mir. Bei den beiden 98er hat es wirklich Klick gemacht und es gab reichlich Gänsehaut, wie schön, dass wir so geniale Flaschen hatten.

Vielen herzlichen Dank an Norbert und Wera für die Weine und die Organisation und die ganze Verpflegung, ihr wart die perfekten Gastgeber und an Norbert, Wera, Bernd, Darius und Torsten für die wunderbare und völlig entspannte Runde und die schönen Stunden - ein großartiger Start ins neue Jahr 2017!


Fazit DN:
Eine sehr interessante Probe, da an einem Abend sowohl das Potential einer Reihe hochklassiger Priorat-Jungweine als auch die zumeist positive Entwicklung gereifter Weine aufgezeigt wurde. Auch für jemanden, der sonst bei Italien heimisch ist, war die große internationale Klasse vieler der Weine sowie charakteristische Aromen wie eine eigenständig gefärbte Kirschfrucht als auch die fast in allen Weinen präsente Mineralik recht leicht zu erkennen. Nicht nur Preis-Leistungssieger der Jungweine war bei mir der Empit 2013, dem ich eine große Zukunft zutraue. Bei den gereifteren Weinen war für mich Clos Mogador 1998 aufgrund seiner überlegenen Statur in einem starken Feld der herausragende Wein.
Wie stets ein großes Dankeschön an die Gastgeber!

Fazit BH:
- viele Jungweine vermittelten jetzt schon Trinkspaß
- bei den Terroir X - Weinen wurde die preisliche Reihenfolge teilweise auf den Kopf gestellt
- einer der preiswertesten Weine (Empit 2013) wurde am höchsten bewertet
- die Parade der Altweine zeigte, dass ca. 20 Jahre wohl das Reifeoptimum darstellen
- zwei hochgewettete Weine (Mas Doix VV und Vall Llach) enttäuschten
- insgesamt eine Probe mit einem sehr hohen Niveau


Fazit NK: Es war einfach großartig, zu beobachten, dass das Priorat nach und nach beweisen kann, dass es mit den großen Weinen dieser Welt mithalten kann. Der 92er Clos Mogador, mittlerweile 25 Jahre alt, und noch keine Anzeichen von Altersmüdigkeit. Der 98er Clos Mogador. Auch fast 20 Jahre alt. Ganz großes Kino. Da gibt es nicht viel Besseres. Nur andersartig. Danke René!! Ebenfalls großartig der 1998er Gran Buig von Mas den Gil. Allerdings auf deutlich höherem Preisniveau. War wohl damals der erste Über/Drüber-Wein dieses Weingutes.
Dann der 2000er Clos Erasmus. Der einen weiteren Tag in der Karaffe brauchte, um aufzublühen. Leider nicht Teil des Probenprotokolls. Am 8.1.2017 (zugegeben, da wusste ich was für ein Wein es war) machte er richtig auf und erreichte 97-98 NK Punkte.

Mit nur einem Korker und dem nicht überzeugenden Übergangswein von Mas Igneus (allerdings ein Basiswein) hielten sich die Enttäuschungen bei recht hoher Flaschenanzahl in Grenzen. Persönlich enttäuscht war ich von dem 99er Mas Doix und dem 99er Vall Llach. Von beiden Weinen hätte ich mehr erwartet. Der Jahrgang 1999 hat im Priorat wohl seine Schwächen.

Der weiße Aigua del Llum bestätigte meine Reserviertheit gegenüber dem weißen Priorat. Es ist nicht meine Welt. Wenn dann noch Holz dazu kommt...

Tja und nun die Jungweine. Die Terroir X-Weine waren ja ausnahmslos vielversprechend. Auch wenn ich blind nicht bei jedem Wein die hohe Punktzahl professioneller Verkoster erreicht habe. Auffällig war meine Reserviertheit gegenüber dem Jahrgang 2014. Da schnitt der 99 EUR Wein genauso gut ab wie der 30 EUR Wein La Tercera. Nun ja, beweisen müssen die Weine sich auf langer Strecke. Der 2014er Tercera verspricht vermutlich schnelleren Trinkgenuss für deutlich weniger Geld. Aber es wäre spannend, den 2014 Terroir X de Llicorella La Vina Vieja in 25 Jahren noch einmal verkosten zu können. Vermutlich hat der Wein einen längeren Atem als ich. Auch der El Segundo schneidet bei mir nur unwesentlich schlechter ab als der Vina Vieja.

Finca Dofi, Nit de Nin und vor allem der vergleichsweise preiswerte Empit (EUR 22) konnten in dieser Runde gut mithalten. Auch der Roquers de Samso, mein jeweiliger Jahrgangsfavorit in den Jahren 2007, 2008 und 2009, spielte eine wunderbare Rolle. Auffällig erscheint mir, dass ab 2010 die Holzröstung bei diesem Weingut zugenommen hat. Da hätte ich gern drauf verzichtet. Aber blind vergebene 96 NK Punkte für den 2013er Roquers de Samso sind ja so schlecht nicht.

Tja und da bleibt der überraschend von Torsten eingebrachte Pater, der Wein des Miniweingutes Ficaria Vins aus dem Montsant. Ich liebe Jaume Roca, diesen großartigen Menschen und Winzer dieses kleinen Weingutes und zwar seit unserer von Torsten Hammer geführten Rundreise im Priorat, mit Abstecher ins Montsant, und dem späteren Besuch von Jaume Roca bei uns zu Hause. Ein toller Mensch, dessen Weine man einmal probiert haben sollte. Wer aber einmal auf dem Pater gestanden hat und in die unglaubliche Weite der Landschaft mit Blick auf das Montsant-Gebirge geblickt hat, der wird diesen Anblick sein Lebtag nicht mehr vergessen. Versucht es selbst und probiert zuvor Elia, Pater und Cerverola. Vielleicht hat Torsten ja noch etwas.

Einen lieben Dank an meine Frau Wera, die sich aufopferungsvoll der Aufgabe gestellt hat, (i) alle Weine zu dekantieren und blind zu servieren, (ii) alles penibel zu notieren und sich dabei trotz der hohen Flaschenanzahl nicht zu vertun, (iii) nebenher die ganze Runde auch noch zu bekochen. Dieser Aufgabe musste sie sich in diesem Umfang noch nie stellen. Dementsprechend klagte sie über ihre hohe Nervosität. Sie war anschließend fix und fertig.


Gruß aus Oberhausen
Norbert
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Philst

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Re: Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

BeitragDo 19. Jan 2017, 11:59

Da kann ich nur vielen Dank für diesen schönen Bericht sagen, den ich neidisch gelesen habe!
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kreutzer

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VKN vom 7.1.2017 Prioratos aus 2013/2014+Altweine komplett

BeitragSa 21. Jan 2017, 18:42

Hallo Weinforum,
Torsten hat nun seinen Textteil für Tag 2 nachgeliefert. Nachfolgend der gesamte Text als Einheit.
Wer nicht alles zweimal lesen will kann sich auf Torstens Notizen konzentrieren.

Hallo Weinforum,

wie angekündigt kamen am zweiten Tag Bernd Handschuh und Darius Namdjou dazu.
Gestern hatten Torsten Hammer, Klaus-Peter Werner sowie die Gastgeber Wera und Norbert Kreutzer die Jungweine aus 2013 und 2014 probiert. Wera geht nicht in die Bewertung, da sie allein alle Weine kannte und die blind servierte Reihenfolge bestimmte. Die Jungweine wurden gestern unmittelbar nach jedem Probenflight wieder in die Flasche gefüllt und heute vor dem jeweiligen Flight erneut in die Karaffe gefüllt. Wera sollte die Reihenfolge neu mischen. Gestern wurde ja noch nicht aufgedeckt. Sie hat die Weine in der Reihenfolge so wie gestern belassen, uns gegenüber aber was anderes behauptet. Ein Wein wurde in dem Jungwein-Flight ergänzt.

Die Altweine wurden vor der Probe doppelt dekantiert und vor dem jeweiligen Flight von Wera wieder in die Karaffen gefüllt.

Bei der nachfolgenden Punktebewertung ist anzumerken, dass das + hinter den Punkten für ein weiteres Entwicklungspotential steht. Gerade die Jungweine zeigen nicht alles was sie haben. Können sich auch gerade in einer Verschlussphase befinden. Insbesondere für die 2013 und 2014er gilt: das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein.

Hier nun die Verkostungsnotizen zu der Weinprobe vom 7.1.2017:

A.
2003 Kallstadter Saumagen Riesling Selection
Gutsabfüllung Weingut Benderhof, Familie Bender-Haaß, Kallstadt
Alc 13,5%
Goldener Preis DLG

NK: (für mich offen, den anderen Probenteilnehmern blind in der Karaffe serviert),sagenhaft, eine absolut frisch wirkende Riesling-Nase, wunderschön Reife-Entwicklung voller Noblesse, im Mund mittlerer Körper, eindeutig Riesling, tolle Balance zwischen Frucht und Säure mit zarter Cremigkeit, gute Länge, 92 NK Punkte
Anmerkung: diesen Wein habe ich als Jungwein aufgrund der sich damals jahrgangstypischen Probleme völlig abgelehnt und nicht gekauft. Der Gault-Millau hat diesen Wein dann im Alter in einer seiner letzten Ausgaben dann überraschend positiv bewertet. Ich habe Carola und Otto Bender-Haaß vor einigen Monaten nach diesem Wein befragt und sie haben uns eine Flasche aus ihrer Schatzkammer geöffnet. Ich war perplex und peinlich berührt. Wie kann man nur so daneben liegen. Eine weitere, geschenkte Flasche habe ich zu diesem Anlass geöffnet.
Empfehlung: Die jungen Riesling-Selections-Weine probieren, aber vor allem die großartigen Spätburgunder RS!!!

DN: 89

BH: 89

KPW: Schöner, frischer Wein, wirkt jugendlich und sehr harmonisch. Kaum zu glauben, dass es sich dabei um einen 2003er aus der Pfalz handelt. 90 VP

TH: Wunderbare Frische trotz erster merklicher Reifenoten, sehr komplexe Aromenpalette. Ausbalanciert und mit zartem Nachhall. Macht Spaß. 94/100 Th. Exzellenter Wein.

B.
2008 Aigua de Llum Priorat
Celler Vall Llach, Porrera
100% Viognier
Alc 15%

NK: (für mich offen, den anderen Probenteilnehmern blind in der Karaffe serviert), in der Farbe nahezu Rosé, in der Nase deutlich Holz, rauchig, im Mund dichter Körper, Quittengelee, Bittertöne, der Alkohol schlägt durch, wirkt auf mich brandig, aber gute Länge, nicht mein Fall, 84 NK Punkte

DN: Nase: Marzipan, Floral, Quitte; Gaumen: Quittengelee, Bittertöne durch brandigen Alkohol, 83

BH: 85

KPW: Florale Nase, die mich spontan begeistert, Quitte, am Gaumen sehr schwer, holzdominant, buttrig, im Abgang Bittertöne. 85 VP

TH: Bernsteinfarbe. In der Nase nur leicht offen, komplexe Noten, deutliches Quittengelee, dazu feuchtes Holz, ingesamt das verwendete Holz noch nicht ganz eingebunden. Am Gaumen verwirrenderweise dann bereits leichte Rancionoten, Rumrosinen. Wird mit Luft erstmal eher schlechter und brandiger, macht wenig Spaß. 87/100 Th. Guter Wein.

Flight 1

1.
2014 Les Crestes - Priorat
Celler Mas Doix, Poboleda
Garnacha, Carinena, Syrah
Alc 14,5%

NK: in der Farbe dunkles Rot mit violettem Touch, in der Nase offene, etwas florale Frucht, Veilchen, im Mund leichter bis mittlerer Körper, durchaus schöne, mineralisch gefärbte Frucht, salzig, gut integrierte Säure, passable Länge, 88+ NK Punkte

DN: Auge: Violett; Nase: Kirsche, Mineralität, Gaumen: gute Länge, aber etwas spannungslos, Überreife (?); 89

BH: 86

KPW: Leuchtendes Rot, Nase zunächst eher verschlossen, öffnet sich dann mit mehr Luft. Sehr feine Frucht am Gaumen, sehr dichter Extrakt, feines Tannin, frisch und sehr elegant. Schön. 93+ VP

TH: Offene Nase, duftig, floral, zart, säuerliche rote Früchte am Gaumen. Eher leicht und schlank wirkend, wie ein 2014er. Samtenes Tannin. Wirkt im Gesamtkontexte eher einfach, ist aber gut zu trinken. Gutes Potential, aber auch noch etwas verschlossen. Ich vermute den Les Crestes. 92+/100 Th. Sehr Guter Wein.

2.
2014 Pater - Montsant
100% Garnatxa Negra
Ampolla 445 von insgesamt 1.432 Ampolles
Ficaria Vins, La Figuera
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase etwas blasse, verhaltene Beerenfrucht, im Mund leichter bis mittlerer Körper, jugendliche Beerenfrucht unmgeben von moderaten Tannine und einer deutlichen Säure, passable Länge, 87+ NK Punkte

DN: Nase: “Feuchte“ Aromen, Holz, Kirsche, helle Früchte, im Mund: Süße, Holz, aber Potential zu mehr Eleganz als 1), sehr gute Länge, 87

BH: 89+

KPW: Sehr feine Nase, feine Frucht, sehr betörend, am Gaumen sehr fein, dichter Extrakt, Kirsche und Schiefermineralik, sehr eleganter Garnacha. 94+ VP

TH: Volle und animierende , grenachebetonte Nase, sehr ansprechend. Am Gaumen mittlerer Körper, guter Extrakt. Süße Kirschfrucht, mineralischer Nachhall. Nimmt sich am Gaumen aber noch etwas zurück, noch nicht da, wo er sein will. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.

Flight 2

3.
2013 Terroir X de Llicorella La Vina Vieja - Priorat
Flasche 31 von insgesamt 300 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase etwas verhalten in der Frucht, ich nehme eine leicht chemisch wirkende Note war, im Mund mittlerer Körper, dichte, mineralisch geprägte Frucht, der Wein kleidet den Gaumen mit seinen Extrakten aus, sehr intensiv, kräftige, aber durchaus zugängliche Tannine, verhaltene Säure, schöne Länge, 94+ NK Punkte

DN: Auge: tiefrot, Nase. Feuerstein, Kirsche Mund: Kirsche, starke Mineralik, lang, Potential, ,92

BH: 93

KPW: Dichte rote Frucht, sehr betörende feine Mineralik. Knallernase. Am Gaumen sehr frisch, mit betörendem Extrakt, dichter Frucht, feinem Tannin, jugendlich zupackend. Steinbeisser. 95+ VP

TH: Dunkle Carignan – Nase. Neben Schlehe und Brombeere auch anfangs eine leichte Klebstoffnote, die später wieder verfliegt. Die Nase insgesamt steht etwas neben sich. Am Gaumen deutlich besser und klarer, eine schöne Mineralik und eine eher verhaltene Fruchtsüße. Schöner frischer Nachhall bei guter Länge. Wird komplexer und nobler mit Luft. 96+/100 Th. Großer Wein.

4.
2013 Pater - Montsant
100% Garnatxa Negra
Ampolla 1.118 von insgesamt 1.441 Ampolles
Ficaria Vins, La Figuera
Alc 15%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase dunkle Beerenfrucht mit einer leichten Graphitnote, im Mund mittlerer Körper, feste, mineralisch geprägte Frucht, Priorat, der Spaß macht, moderate Tannine, schöne Säure, gute Länge, 93+ NK Punkte

DN: Auge: Ziegelrot wie ein gereifter Nebbiolo, Nase: Kirsche, gewisse Schärfe, Mineralik, Potential (?) 90+

BH: 90-91

KPW: Herrlich offene Nase, Garnacha? Pater? Am Gaumen süße dunkle Frucht und dann seltsam verschlossen, feiner Extrakt, aber mehr lässt sich an meinem Gaumen heute nicht finden. 91+ VP

TH: Wunderbar offene Grenachenase, Stein und Frucht, animierend. Am Gaumen eine süße reife Frucht, elegant und mit samtenem Tannin. Zarter intensiver Nachhall, sehr gut zu trinken. Wird mit dem Schlürfen immer fülliger. Ein sehr zärtlicher Wein, großes, beinahe erotisches Kino. 96+/100 Th. Großer Wein.

Flight 3

5.
2013 Finca Dofi - Priorat
Alvaro Palacios, Gratallops
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase saubere, etwas verhaltene Frucht, im Mund mittlerer Körper, schöne, saftige Frucht, erneut mit der typischen Llicorella-Mineralität, der Wein hat Spannung, gut integrierte Säure, gute Länge, 93+ NK Punkte

DN: Mund: dunkle Aromen, sehr lang, großes Potential, strukturstark, 91+

BH: 92

KPW: Sehr florale und betörende Nase, sanft und schlank, genial. Am Gaumen sehr feiner Extrakt, streichelt den Gaumen, sehr sanfter und langer Abgang. 95+ VP

TH: Sehr nobel und grenachebetont, öffnet sich immer mehr. Sehr elegant und super schön zu trinken, gute Balance und ausgewogen in Süße und Mineralik. Wunderbar trinkig, spannender Wein. 97+/100 Th. Weltklassewein.

6.
2013 Roquers de Samso - Priorat
100% Carignan (Samso)
Celler de l’Encastell, Porrera
Bottle 446 von insgesamt 748
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase saubere, etwas florale Frucht, im Mund mittlerer bis dichter Körper, dichte, dunkle Beerenfrucht, leichte Fruchtsüße die durch die deutlich hervorstechende Mineralik gestützt wird, intensiv am Gaumen, langer Abgang, toller Wein mit Zukunft, 96+ NK Punkte
DN: Mund: Kirsche, sehr lang, noch großes Potential, 94+

BH: 95

KPW: Weihnachtswein, sehr würzige Nase, sehr dicht, ab und zu blitzt etwas Eleganz auf. Am Gaumen süße Frucht, dichte Mineralik, zupackend mit dichtem Extrakt und feinem Tannin. 94+ VP

TH: Offene und sehr noble Carignan – Nase, am Gaumen eine süße reife Frucht, voll und mit viel Extrakt am Gaumen, ein wenig im Vall Llach- Stil – füllig, aber auch sexy. Schöne Mineralik, ein Show – Wein... 97+/100 Th. Weltklassewein.

Flight 4

7.
2013 Terroir X de Llicorella El Segundo - Priorat
Flasche 249 von insgesamt 600 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase dunkle Beerenfrucht, im Mund mittlerer Körper, dichte, ausgesprochen saftige Frucht, reichlich Tannine, aber in nobler Form, der Wein kleidet den Gaumen, eine Wuchtbrumme, eine schöne Säure gibt ihm etwas Lebendiges, langer Abgang, 96+ NK Punkte

DN: Mund: Kirsche, brillante Mineralität, Weltklasse-Niveau, sehr lang, enormes Potential, 95+

BH: 96

KPW: Sehr betörende, sanfte Nase, am Gaumen dicht und elegant, feines Extrakt, schönes Tannin, braucht noch etwas Zeit, Potential. 95+ VP

TH: Offene, sehr ansprechende Nase, voll, üppig und anmachend. Carignan – Alarm. Am Gaumen kühl und frisch, dann zeigt sich eine süße und reife Frucht. Explosiv am Gaumen, viel Extrakt, die Aromen schlagen ein Pfauenrad. Langer mineralischer Nachhall. 98+/100 Th. Weltklassewein.

8.
2013 Empit - Priorat
Celler Castellet, Porrera
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase etwas eigenwillig mit leichter Lacknote, aber sehr intensiv, im Mund dichter Körper, ein kompaktes Extraktmonster, eine dichte Tanninwand lässt aber beeindruckend die Fruchtsüße durch, toll, langer Abgang, 97+ NK Punkte

DN: Nase und Mund: Kirsche, großartige Mineralität, gewaltige Intensität, extrem jung und individuell, sollte eine große Zukunft haben, sehr komplette und ausgewogene Anlagen, 96++

BH: 96

KPW: Dichte, fruchtsüße Nase, sehr betörende Mineralik. Am Gaumen sehr dicht, süße Frucht, feiner dichter Extrakt, schwarze Frucht, jugendlich mit Riesen-Potential, begeistert aber jetzt schon. 97+ VP

TH: Sehr eingängige und ansprechende Nase, Carignan- bzw. Porrera-Alarm. Parfümierter und animierender Riechtraum, lang und sehr elegant, macht extrem viel Spaß am Gaumen, hat aber auch noch viel Potential. Könnte in vielen Jahren nochmals deutlich überraschen. Lang. 98+/100 Th. Weltklassewein.

Flight 5

9.
2014 Finca Dofi - Priorat
Alvaro Palcios, Gratallops
94% Garnacha, 5% Samso (Carinena)
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase kühle, saubere Kirschfrucht, im Wein leichter bis mittlerer Körper, feine, mineralisch geprägte Beerenfrucht, schöne Säure, moderate Tannine, gute Länge, 93+ NK Punkte

DN: Nase: floral, Kirsche, Mund: weniger Potential als 8., gute Struktur, 90

BH: 91+

KPW: Sehr feine Nase, betörend klare und feine Frucht mit etwas Schokopulver. Am Gaumen dicht und elegant mit sehr feinem Extrakt. 96+ VP

TH: Nur leicht offene fruchtbetonte Nase, leicht verschlossen und eher einfach. Fruchtbetont und klar auch am Gaumen, gut zu trinken, aber nichts, was jetzt an die zuvor getrunkenen Weine heran kommt. Sehr gefällig, ohne Ecken und Kanten, hat aber vom Tannin her Potential, besser zu werden. Zeigt momentan unter Umständen nicht, was er kann. 91+/100 Th. Sehr Guter Wein.

10.
2014 Nit de Nin - Priorat
Familia Nin Ortiz, Porrera
60% Garnacha Peluda, 40% Carinena
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase finde ich eine sehr ungewöhnliche Frucht die mich an Zündhölzer erinnert, ungemein spannend, sehr lebendig, im Wein mittlerer bis dichter Körper, saftig-intensive Frucht, erneut die klassische Llicorella-Mineralität, extraktreich, mit Fruchtsüße, zugängliche Tannine, moderate Säure, lang, 95+ NK Punkte

DN: Nase: Granini-Bonbons/leichter Stall, changierend, Mineralität, grundsätzlich in der Nase völlig unterentwickelt, Mund: große Struktur, tief, sehr lang, ebenfalls noch viel zu jung; 92++

BH: 93+

KPW: Dichte, schwarze Nase, betörende Würze. Am Gaumen sehr dicht, schwarze Frucht, wirkt noch verschlossen und sehr jung. Feiner langer Abgang, viel Potential. Gerne nochmals in 10 Jahren. 93+ VP

TH: Offene Nase, etwas eigenwillig, süße, eher grenachebetonte Note am Gaumen, zugleich auch sehr würzig. Momentan fast etwas zu süß am Gaumen. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.


Flight 6

11.
2013 Nit de Nin - Priorat
Familia Nin Ortiz, Porrera
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase saubere, dunkle Beerenfrucht, im Wein mittlerer Körper, dichte, intensive Kirschfrucht, jugendlich, saftig, mineralische Ansätze, mit schöner Säure-Struktur, reichlich Tannine, gute Länge, 95+ NK Punkte

DN: Nase: Verhaltene Mineralität, Mund: Nur minimale Mineralität, große Länge, 90
BH: 92

KPW: Dichte, elegante Nase. Am Gaumen mächtiger Extrakt, Schiefermineralik, wirkt noch etwas verschlossen. Jugendlich mit viel Potential. 95+ VP

TH: Klassisch und klar strukturiert, gute Frucht. Nicht zu viel und nicht zu wenig von allem. Guter mineralischer Nachhall. Hat noch Potential. Klassisch geradeaus, Kirsche und Schiefer 93+/100 Th. Exzellenter Wein.

12.
2014 Empit - Priorat
56% Grenache, 24% Syrah, 20% Carignan
Celler Castellet, Porrera
Alc 15,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase Schwefel, Zündhölzer, mittlerer Körper, die Nasenaromatik setzt sich im Mund fort, hat auch mineralische Ansätze, einerseits faszinierend im Ausdruck, aber eben auch schwierig, nicht das was ich suche, gute Länge, 91+ NK Punkte

DN: Nase: Streichhölzer mit Phosphorgeruch, pilzig, mineralisch, verhaltene Frucht, Nase unterentwickelt?; Mund: Große Länge und Struktur, unsichere, aber potentiell gute Zukunft; 90++

BH: 90

KPW: An der Nase Streichholz, Phosphor und rote Früchte. Am Gaumen dichte Frucht, genialer Extrakt, feines Tannin. What the hell.... 92+ VP

TH: Die Extremnase ist wieder da, auffallen um jeden Preis! Heute am Gaumen aber nicht mehr so füllig. Mineralischer Nachhall, deutlich karger. Wesentlich verschlossener als in der ersten Runde. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.

Flight 7

13.
2014 Terroir X de Llicorella La Vina Vieja - Priorat
Flasche 356 von insgesamt 775 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
95% Carinena von 117 Jahre alten Rebstöcken, 3% Garnacha, 1% Moscatell Tinto, 1% Moscatell Blanco
Alc 15%

NK: kirschrote Farbe, saubere, Frucht in der Nase, im Mund mittlerer Körper, saftig-mineralische Frucht, schöne Säure, moderate Tannine, elegant, langer Abgang, 94+ NK Punkte

DN: Nase: Unterentwickelt, Mineralität, große Länge und Struktur, großes Potential, 92++

BH: 93

KPW:Sehr betörende Nase, am Gaumen dichte Frucht, genialer Extrakt, noch sehr jugendlich mit viel Potential. 95+ VP

TH: Sehr pures Priorat mit einer süßen reifen Frucht, wie aus dem Lehrbuch. In der Nase nicht völlig offen, sicher auch sonst noch mit Reserven, aber er legt schon jetzt im Glas immer mehr zu. Im Nachhall eine Knallermineralik. 95+/100 Th. Großer Wein.

14.
2014 Terroir X de Llicorella La Tercera - Priorat
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
40% Carinena, 20% Garnacha, 20% Syrah, 10% Cabernet Sauvignon, 8% Merlot, 1% Garnacha Blanca, 1% Macabeo Blanco
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase tiefe, dunkle Beerenfrucht, leicht holzwürzig, im Mund mittlerer Körper, saftig-intensive Frucht, gut integrierte Säure, mineralische Spuren, gute Länge, 94+ NK Punkte

DN: Nase: einladender und offener als 13, Mund: mittleres Entwicklungs-Potential, große Struktur und Länge: 92+

BH: 94

KPW: Dichte, sehr feine und betörende Nase. Am Gaumen süße Frucht, dichter Extrakt, Weihnachten, schöne Würze, Struktur und Länge. 95+ VP

TH: Eine noch etwas verschlossene Nase, öffnet sich langsam und zögerlich. Dunkle Noten, klar und geradeaus, gut zu trinken. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.


Flight 8

15.
2014 Terroir X de Llicorella El Segundo - Priorat
Flasche 358 von insgesamt 1186 Flaschen
Bodega Alvarez Duran, Porrera
(Projekt von Silke und Wolfgang Spruch)
40% Carinena, 25% Garnacha, 20% Syrah, 8% Cabernet Sauvignon, 4% Garnacha Blanca, 2% Macabeo Blanco, 1% Picpoul von bis zu 117 Jahre alten Rebstöcken
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, saubere, etwas zurückhaltende Frucht von dunkelroten Beeren, im Wein mittlerer Körper, dunkler Fruchtansatz, gute Tannin-Struktur, moderate Säure, ordentliche Länge, 92+ NK Punkte

DN: 93+

BH: 92

KPW: Sehr feine, eher stille Nase, am Gaumen ein dichter Extrakt, messerscharfe Mineralik, bleibt wunderbar am Gaumen hängen. Vielschichtig. 95+ VP

TH: Verhalten, aber sehr nobel in der Nase, eine sich anschleichende Raubkatze. Baut sich am Gaumen immer mehr auf, füllig, explosiv und dabei sehr elegant. Noch sehr jung, aber mit viel Spaß und Potential. 97+/100 Th. Weltklassewein.

16.
2010 Roquers de Samso - Priorat
Celler de L’Encastell, Porrera
Alc 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase sehr verhalten, ein Hauch Schwefel nehme ich wahr, im Mund mittlerer Körper, saftig-mineralische Frucht, gute Säure, kräftige Tannin-Struktur, schöne Länge, 93+ NK Punkte

DN: 94+

BH: 94

KPW: Tiefe, dichte und sehr betörende Nase. Am Gaumen ganz feine Kokos-Vanille, sehr dicht, süße Frucht, betörende Mineralik und ein Knaller-Extrakt. Jugendlich mit viel Potential. 95+ VP

TH: Schön offen am Gaumen, aber in der Nase noch leicht verhalten. Trinkig, aber noch mit sehr vielen Reserven. Sicher ein reinsortiger Carignan, sehr professionell gemacht. Potential. 97+/100 Th. Weltklassewein.

Essenspause. Wera ist es mal wieder gelungen, das Entrecote vom Simmerntaler Rind perfekt auf den Punkt (rosa) Langzeit zu garen. Rind, geröstete Pellkartoffeln und große, weiße Bohnen mit stückigen Tomaten dürfte alle Teilnehmer gesättigt haben.

Weiter ging es:

Flight 9

17.
1980 Abfüllung Vega Sicilia Unico Reserva Especial
Ribera del Duero
(der Wein enthält die Jahrgänge 1960/1972/1972)
Numero del Embotellador 2342
Bodegas Vega Sicilia, Valladolid
Alc 13,5%


NK: ziegelrote Farbe mit braunem Rand, sehr reife Frucht in der Nase, Unterholz, Pilze, Kräuter, im Mund leichter bis mittlerer Körper, durchaus straffe Frucht, trotz aller deutlichen Alterstöne, schöne Säure-Struktur, in der Frucht vie Kräuter, ein Hauch Liebstöckel, aber auch salzig-mineralisch wirkende Komponenten, schöne Länge, 89 NK Punkte

DN: Nase: Mineralik, Lebkuchen, Gewürze; Mund: zurückgehende Frucht, noch etwas Tannin, große Länge; 87-88

BH: 89

KPW: An der Nase sehr feines Parfum, dichte Frucht. Am Gaumen sehr reif, Sherry Noten, oxidativ, geht schon Richtung Rancio, trocken, interessant. 89 VP

TH: Reife Farbe. Die Nase offen und immer mehr einnehmend, Kräutersud, Trockenfrüchte, Lebkuchen. Am Gaumen Tertiäraromen, Pain d´Epice, schnittig, mineralisch, knallig und intensiv, staubige Kräuter. Sehr interessant. Was im Abgang bleibt ist viel viel Stein und Kraut. Mit einer gewissen Ehrfurcht bewertet... 92/100 Th. Sehr Guter Wein.

18.
1994 Clos Martinet - Priorat
Mas Martinet Viticultor
Proprietari: Perez I Ovejero
Alc 13,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase deutlich gereifte, leicht morbide Frucht, Unterholz, im Mund mittlerer Körper, reife, kräuterige Frucht, immer noch gut von der Säure getragen, wirkt eher elegant, gute Länge, 91 NK Punkte

DN: Nase: Noch sehr intakte Frucht, deutlich frischer als 17), sehr schöne Mineralik; Mund: Kirsche, Marzipan, gute Länge; 92

BH: 93

KPW: Sehr feine, dichte Nase, am Gaumen dichter Extrakt, sehr lang, bleibt wunderbar am Gaumen haften. 94 VP

TH: Offene, präsente Nase, würzig und noch immer sehr ansprechend, noch immer mit Frucht und Fülle. Kirsche und Schiefer. Macht noch viel Trinkspaß und zeigt sein Alter nicht. 94/100 Th. Exzellenter Wein.


Flight 10

19.
1992 Clos Mogador - Priorat
Proprietari: Rene Barbier, Gratallops
Alc 14%

NK: kirschrote Farbe mit aufhellendem Rand, in der Nase wunderschön gereifte Frucht, Unterholz, Baumrinde, im Mund mittlerer Körper, reife, aber immer noch feste Frucht, recht kräftige Säure, dezente Mineralik, gute Länge, 94 NK Punkte

DN: Nase: Kirsche, Mineralik, Teer, Gummi; grundsätzlich komplex; Mund: komplex, sehr lang, aber nicht so elegant wie 20, 94

BH: 93

KPW: Feine Nase, geröstete Mandeln, sehr betörend, Oliventapenade. Am Gaumen wunderbare Frucht, dicht mit schönem Extrakt und gutem Trinkfluss. 94 VP

TH: Offene Nase. Kräuter, Tapenade, sehr präsent, fast anspringend. Deutliche Reife in Würde, ausbalanciert, blumig, dazu Erdbeere. Komplex und mit tollem Nachhall, leider leicht trocknend im Abgang, was das ganz große Kino verhindert. 96/100 Th. Großer Wein.

20.
1998 Clos Mogador - Priorat
Proprietari: Rene Barbier, Gratallops
Alc 14,5%

NK: kirschrote Farbe, klare, saubere Frucht, ein Wein voller Eleganz, Noblesse, keinerlei Alterstöne, im Mund mittlerer Körper, fein gereifte Frucht, dicht, strahlt förmlich Klasse aus, langer Abgang, 98 NK Punkte

DN: Nase: Von großartiger Statur, Kirsche, Mineralität, Mund: große Länge und Str., nahe an perfekter Balance, 95-96

BH: 96

KPW:Dichte Frucht, sehr elegant, wie geil ist diese Nase! Wahnsinn, was für ein elegantes Parfum! Am Gaumen sehr elegant, rote Frucht, betörend und frisch, sanft, ein Schmeichler mit dichtem Extrakt und langem Abgang. 97+ VP

TH: Eine präsente, geniale Nase, betörend und an allen Wurzeln reißend... Der Gaumen setzt diesen Eindruck fort, ein Wein ganz nahe der Perfektion. Lang und elegant, zugleich wirkt er noch sehr jung. Beim Aufdecken frage ich mich, ob hier die Zeit stehen geblieben ist... Wahoo! 99+/100 Th. Weltklassewein.

Flight 11

21.
1995 Finca Dofi - Priorat
Alvaro Palacios, Gratallops
Alc 13,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase tiefe, dunkle Frucht, Brombeere, etwas holzgeschwängert, im Mund mittlerer Körper, saftig-intensive, trinkanimierende Frucht, Schwarzkirsche, kräftige Tannin-Struktur, moderate Säure, dicht, langer Abgang, 95 NK Punkte

DN: Nase: Kirsche, Mineralität, große Struktur und Länge, 96

BH: 95

KPW: Sehr elegant an der Nase, feine Frucht. Am Gaumen sehr betörend mit dichtem Extrakt, feines Tannin, bleibt wunderbar am Gaumen haften. Sehr lang! 95 VP

TH: Leicht offene animierende Nase, elegant und einnehmend. Am Gaumen viel Stein, dazu Kirsche und Vanillesoße, am Ende Schiefer im sehr langen Nachhall. 95/100 Th. Großer Wein.


22.
1998 Gran Buig - Priorat
Viticultors Mas d’en Gil, Bellmunt
Bottle 330 von insgesamt 2.205 Flaschen
Alc 14,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase tiefe, dunkle Frucht, im Mund mittlerer Körper, sehr saftige, trinkanimierende, fast ölige Frucht, kleidet den Gaumen aus, mundfüllend, langer, tiefer Abgang, 96 NK Punkte

DN: Kirsche, Mineralität, komplex, noch großes Potential, 97+

BH: 96

KPW: Sehr betörende, sanfte und sehr elegante Nase. Knaller! Am Gaumen ein Mörderextrakt, sehr vielschichtig und jugendlich. Wunderbare Eleganz und noch Potential. 96+ VP

TH: Geniale offene Nase, voll und mit schöner Fruchtsüße, wirkt am Gaumen noch recht jung. Er hat das Leben noch vor sich. Sehr elegant, Gänsehaut und dabei viel Trinkspaß. 97+/100 Th. Weltklassewein.


Flight 12

23.
1997 Gran Clos - Priorat
Celler de J.M. Fuentes
Alc 13,5%

NK: helles kirschrot mit braunem Rand in der Farbe, in der Nase reife, nict besonders tiefe Frucht, schon etwas morbide, Unterholz, Pilze, Kräuter, im Mund erstaunlich schlank, reife Tannine, reife Säure, eher filigran, gute Länge, 92 NK Punkte

DN: Große Länge, gute Komplexität, gute Eleganz, 93

BH: 93

KPW: Wunderbare, reife Nase, sehr betörend, am Gaumen sehr schön zu trinken, aber nicht ganz die Feinheit der Vorgängerweine. 93 VP

TH: Offen und präsent, sehr elegant, erdbeerige Frucht und viel Stein. Wenig Kraft, aber viel Eleganz und viel Trinkspaß. 95/100 Th. Großer Wein.


24.
1999 Lo Givot - Priorat
Celler del Pont, La Vilella Baixa
Alc 14%

Kork

Flight 13

25.
2000 Lo Givot - Priorat
Celler del Pont, La Vilella Baixa
Alc 14%

NK: dunkelrote Farbe mit aufhellendem Rand, in der Nase feine, deutlich gereifte Frucht, klar und irgendwie faszinierend, im Mund mittlerer Körper, reife, satte Frucht, fast süßlich, reife Tannine, passable Säure, lang, 93 NK Punkte

DN: Nase: Kirsche, Mineralität, im Mund aber auch Bittertöne, 92

BH: 92

KPW:Sehr betörende, sehr elegante Nase, dicht, reif, süße Frucht, sehr feiner Extrakt und schöne Länge, macht sehr viel Spaß. 95 VP

TH: Geniale offene Nase, üppig. Am Gaumen zunächst immer noch sehr jung wirkend, Tanninreserven ohne Ende. Am Gaumen mit dem Schlürfen dann komischerweise schon gereift wirkend, Fruchtsüße gepaart mit tertiären Aromen. Widersprüchlicher Wein. 94+/100 Th. Exzellenter Wein.

26.
2000 Clos Erasmus - Priorat
Proprietari: Daphne Glorian
Eric Solomon – European Cellars Selection
Alc 15%

NK: in der Farbe dunkles, tiefes Rot, in der Nase etwas gemüsig, im Mund mittlerer Körper, saftig-dichte Frucht, reichlich Tannine, ein sehr extraktreicher Wein, moderate Säure, langer Abgang, 95 NK Punkte

DN: Kirsche, Mineralität, leicht tertiäre Aromen, 96

BH: 94

KPW: Sehr elegante Nase, tief und betörend, dann aber Rock´n Roll am Gaumen, pendelt hin und her, vielschichtig und kaum zu fassen. Genialer Wein zum meditieren und staunen, könnte vielleicht sogar noch zulegen. 97+ VP

TH: Mineralisch offene Nase, voll und klar. Am Gaumen saftig, beim Schlürfen dann explosiv und beeindruckend. Sehr ausgewogen und rassig. Wirkt zeitlos. 96+/100 Th. Großer Wein.

Flight 13

27.
1999 Mas Doix
Celler Mas Doix, Poboleda
Alc : 15%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase reife, liebstöckelgeprägte Frucht, kräuterig, im Mund leichter bis mittlerer Körper, sehr reife Frucht, moderate Säure, gute Länge, 90 NK Punkte

DN: Leicht oxidativ, Liebstöckel, 89

BH: 89

KPW: Reife Nase, betörend und dicht. Am Gaumen sehr dichte Frucht, Zartbitterschokolade, wirkt noch sehr jugendlich. 92+ VP

TH: Offene, reife Nase, geradeaus, zündet am Gaumen eine mineralische Bombe, lang und komplex, aber wenig Trinkspaß. Er will, aber er kann nicht wirklich. 91/100 Th. Sehr Guter Wein.

28.
1999 Vall Llach - Priorat
Celler Vall Llach, Porrera
Alc 14,5%

NK: dunkelrote Farbe, in der Nase reife, kräuterige Frucht, im Mund mittlerer Körper, sehr reife Frucht, Liebstöckel, reife Tannine, moderate Säure, es mangelt an Spannung, passable Länge, 89 NK Punkte

DN: Banane, leicht oxidiert, Liebstöckel, 89

BH: 90

KPW: Dichte Nase, etwas wild und leicht animalisch. Am Gaumen sehr dichtes Tannin, wirkt fast etwas verschlossen. 93+ VP

TH: Anspringende parfümierte Nase, dazu aber auch Alterungsnoten, am Gaumen dann wieder frisch und klar, sehr mineralisch. Wirkt auch etwas widersprüchlich, dazu aber leider auch etwas knochig. Da hatten wir Besseres. 93/100 Th. Exzellenter Wein.

Flight 14

2005 Clos Clara - Priorat
Celler de l’Abadia, Gratallops
Alc 15%

NK: kirschrote Farbe, in der Nase feine, saubere, dezent gereifte Frucht, im Mund mittlerer Körper, auch hier finde ich eine sehr saubere, saftige Frucht und eine beeindruckende Mineralität, Tannine und Säure geben dem Wein Biss und einen schönen Trinkfluß, schöne Länge, 93+ NK Punkte

DN: Nase : Kirsche, helle Früchte, Mineraliät; Mund: sehr gute Länge, sehr gute, aber nicht völlige Harmonie; 92

BH: 94

KPW: Sehr dichte und elegante Nase. Am Gaumen zupackende, dichte Mineralik, wirkt noch sehr jugendlich, frisch, sehr feiner Extrakt, noch reichlich Potential. 95+ VP

TH: Wirkt nach den Weinen zuvor so, als wäre er um einiges jünger, ausgewogen zwischen Kraft und Eleganz, zupackend und zugleich gut zu trinken. Und dazu noch jede Menge Potential. 96+/100 Th. Großer Wein.

Der Abend wurde mit zwei roten Süßweinen und einem Cava abgeschlossen. Leider hat mein Kopf zu diesem Zeitpunkt aufgegeben. Ich weiß noch, es war nicht meine Welt. Möglicherweise kommen noch Kommentare von den Mitgenießern.

Nectar de los Angeles Priorat
Rancio Dulce Limited Edition aus den Jahren 2009/2011 und 2015
Alvarez Duran, Porrera
55% Garnacha, 45% Carinena, davon 50% spät geerntete Trauben und 50% rosinierte Trauben
Alc 17%

NK: nicht bewertet

DN: nicht bewertet

BH: 90

KPW: Tolles Elixier, sehr dicht, feiner Extrakt, sehr elegant, fein und betörend, Mandeln und Oliventapenade, sehr feine Süße. Absolut genial. 95+ VP

TH: Konzentrierter Süßwein, noch sehr jung wirkend. Momentan mangelt es noch an Balance, er möchte noch einige Jahre reifen dürfen. Großes Potential. 96+/100 Th. Großer Wein.

2012 Pansal del Calas - Montsant
Vi de Licor
Celler de Capcanes, Capcanes
Alc 16%

NK: nicht bewertet

DN: nicht bewertet

BH: 90

KPW: Elegant mit sehr feiner Süße. Betörend. 93+ VP

TH: Frisch und balanciert, viele Rosinen und Trockenfrüchte, nicht zu süß, aber für hohere Wertungen etwas zu alkoholisch im Nachhall. 95+/100 Th. Großer Wein.


2010 Cava Juvé y Camps de la Familia Brut Nature Gran Reserva
Botella No. 37327
Proprietat d’Espiells, Sant Sadurni d’Anoia
Alc 12%

NK: einfach Klasse, besser als die meisten Champagner 

DN: nicht bewertet

BH: 92

KPW: Ein Klassiker, der auch am Ende einer solchen Probe sehr viel Spaß macht. There is never enough Cava! :-)

TH: Sehr frisch und aromatisch, ein guter erfrischender Abschluß eines denkwürdigen Tages. 93+/100 Th. Exzellenter Wein.

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Fazit TH

2013/2014:

Es war von vornherein klar, dass es keine leichte Sache wird, 2013 leidet oft schwer unter derzeitigem Verschluss, 2014 ist mitunter noch zu jung und hat sich noch nicht so ganz gefunden, ergo, die Weine werden nicht leicht endgültig einzuschätzen sein. Große Weine dieser Jahre kauft man nicht, um sie in den nächsten 3 oder 5 Jahren zu trinken, erst recht nicht für den alsbaldigen Genuss. 2013 zählt neben 2005 und 2010 zu den Jahren, deren Weine man mit Vertrauen kaufen muss, um sie ab ca. 10 Jahre später mit Genuss zu trinken, 2005 hat das 2015 bewiesen, 2010 scheint derzeit ein wenig aufzumachen und zu zeigen, was möglich sein wird.

2014 sehe ich stilistisch im Sinne von 2008, aber besser, denn man hat sich im Priorat weiterentwickelt und meistert solche Jahrgänge inzwischen besser. Aber auch hier werden die Weine in der Zukunft mehr zeigen, als sie es heute können. Es ging uns schießlich nicht um Basisweine, sondern um die Top-Cuvées und um auch zumeist preislich ambitionierte Weine, sieht man mal vom von Norbert eingeschmuggelten Les Crestes, dem Basiswein von Mas Doix ab.

Inzwischen habe ich auch gelernt, dass es verschiedene Formen eines verschlossenen Weines gibt. Gut, wenn es sich um die Weine handelt, die in der einen oder anderen Form Potential offenbaren, sei es durch einen genialen Duft, sei es durch einen bereits überzeugenden Gaumen, sei es, durch eine angedeutete Struktur und durch das Tannin und ein gewisses Gesamtkonzept. Spätestens aber mit dem seinerzeit verschlossenen 2005er Clos Mogador in ähnlichem Alter wie heute die 2013er, der wie ein ganz simpler Basiswein schmeckte, weiß ich, dass es bei Blindproben auch diese in ihrer Jugend blind nicht erkennbaren Weine gibt, die man nur auf Vertrauen hin kauft. Oder weil man bereits Erfahrungen hat, wie sich so was im günstigsten Fall entwickeln kann. Mitunter kann man in Langzeitstudien erkennen, wo die Reise hingeht, weil sich solche Weine nach 6 Tagen oder 10 Tagen oder wann auch immer plötzlich zu offenbaren beginnen. Schön wäre es also, hätte man solche Flaschen für solche Verkostungen in der Art zur Verfügung, wie ich sie für meinen Prioratführer inzwischen am Liebsten mache, 2 * Blind und dann noch 2 Langzeitrückverkostungen... aber das war in diesem Falle nicht gegeben. Die Weine mussten innerhalb zweier Runden - doppelt blind brillieren - Topp oder Hopp... Wahr ist aber auch, dass in einem Ranking immer die am Besten sind, die von Beginn an alles zeigen (und das dann auch in der Ausdauer halten).

Die Probenanordnung, nach der ersten Blindprobe weder ein Ranking zu machen, nach dem rückverkostet wurde, noch aufzudecken, machte es nicht leichter. Hier war man aber dann auch am Unvoreingenommensten und hat nur beurteilt, was im Glas war. Zusätzlich interessant war die Doppelaufgabe 2013 gegen 2014, wären die Jahrgänge blind erkennbar? Und Porrerastilistik gegen Grenachestilistik. Der von Norbert zu den Porrera-Weinen dazugestellte Finca Dofi ist in den letzten Jahren ein stark grenachebasierter Wein geworden, daher auch meine Idee, das Pater-Pärchen dagegen zu stellen... Hier waren blind Verwechslungen durchaus an der Tagesordnung, in der Regel gereichten die aber dann meinem deutlich günstigeren Pater zur Ehre. Bei einem mehr als doppelt so teuren Finca Dofi zahlt man eben auch den Namen mit. Diese vier Weine blind als Nicht-Porrera zu identifizieren war bei ein wenig Kennerschaft, wie sie sich Norbert, Klaus-Peter und ich in den Jahren angeeignet haben, eine eher leichte Übung.

Schwieriger war die Zuordnung 2013 / 2014, wo ich manchmal keinen Tipp parat hatte oder auch mal daneben lag. Meist aber klappte auch das schon recht gut.
Bei den Porrera-Weinen zeigten sich die Nit de Nins am derzeit schwersten (siehe meine Anmerkung zum Clos Mogador - abschreiben darf man diese Weine dennoch nicht, ich bin sicher in 2023 /2024 würden wir sie weit besser sehen.). Die Terroir X- Weine würde ich gern so verkosten, wie ich es mit den Musterflaschen für den Prioratführer am Liebsten tue - mit der entsprechenden Langzeitbeobachtung - ich bin mir sicher, das Bild zu den Weinen würde dann deutlich schärfer sein, als jetzt, bei den nur zwei Blindrunden, wo die Weine nicht komplett durchstarten konnten. Und vielleicht auch nicht die aufgerufenen recht hohen Preise rechtfertigen. Und auch den Namen müssen sich diese Weine erst noch erarbeiten, um einen finanziellen Bonus abgreifen zu können. Den Namen hat eigentlich eher der geldgebende Importeur dieser Weine und der frühere Önologe von Vall Llach, der mit Hilfe dieses Geldgebers sein eigenes Weinprojekt verwirklichen kann.

Um so mehr habe ich mich hier über das Empit - Pärchen aus meiner Selektion gefreut, auch wenn der 2014er mit seiner derzeitigen Extremnase kontrovers gesehen wurde. Aber hier vertraue ich darauf, den Empit seit 2005 intensiv beobachtet zu haben und entsprechend sicher sein zu können, dass sich auch hieraus ein überzeugender Wein für seinen Jahrgang entwickeln wird. Die Anlagen sind deutlich da. Und der Preis ist wesentlich fairer, eigentlich muss man bei den Weinen dieses Erzeugers seit Jahren von einem wirklichen Schnäppchen sprechen.

Roquers des Samsó hat bewiesen, dass es typische 2013er/2010er sind, die eben in der Jungend zicken, aber auch hier haben sich schon ohne Langzeitnachbetrachtungen Hoffnungsschimmer bei den jetzt verkosteten Flaschen gezeigt.

Den Les Crestes raus zu erkennen, brachte kontroverse Diskussionen und doch hatte ich mich am 2. Tag festgelegt und Recht behalten.

Alles in allem keine einfache, aber lehrreiche und trotz allem nicht spaßbefreite Arbeitsprobe.

"Alt"weine...

Das war der für mich wesentlich spannendere Teil des Wochenendes, denn auch ich habe kaum noch Weine aus der Zeit vor 2000 in meiner Sammlung und insgesamt auch nicht so viele besessen und schon mal in meinem Leben getrunken, auch wenn sich meine Liebe zum Priorat auf Flaschen wie Clos Martinet 1990 und 1993, Clos Mogador 1993, Clos de l´ Obac und Miserere 1992, Finca bzw. anfänglich noch Clos Dofí 1993 und 1994 oder auch kleinere Weine wie Les Terrasses 1991 oder Martinet Bru 1994 gründete.

Aber von diesen Weinen habe ich weder damals kistenweise gekauft noch die lange Geduld bewiesen, sie sooo lange liegen zu lassen. Immerhin aber waren diese genannten Weine Auslöser, mir mehr Priorat zu besorgen, Hintergrundwissen (damals in den 90ern ganz schwierig, lediglich der Frankfurter Händler Dr. Peter Hilgard schickte mir mit einigen weiteren Weinen, noch ohne Internet bestellt, etwas erstes zum Lesen über das Priorat zu, nachdem wir uns bei einer Bestellung meinerseits sehr lange telefonisch über das Priorat unterhalten hatten.). Auch gab es damals noch nicht all zu viele Quellen für Priorat, zu meiner ersten - einem Weinladen in Sevilla kam dann neben Peter Hilgard noch "Wein und Kunst" dazu und "Punta La Trobada" in Andorra, in den 90ern wesentlich besser sortiert als heutzutage, wo man dieses Einkaufszentrum, jetzt zu Leclerc gehörig, inzwischen eigentlich getrost vergessen kann - nicht nur bezüglich der Prioratweine.

Zum Zweiten gab es damals natürlich nur eine überschaubare Anzahl an Weinproduzenten, auch wenn jedes Jahr ein bisschen was dazu kam. Aber so ist es für mich natürlich auch spannend, Weine bzw. Jahrgänge davon ins Glas zu bekommen, die ich vorher noch nie hatte, auch um die spärlichen Prioratführernotizen zu Weinen aus den 90ern etwas aufwerten zu können. Allein solches Vorhaben rechtfertigt die weite Anreise nach Oberhausen zur witterungsbedingten Unzeit natürlich.

Klar ist aber auch, dass es irgendwann ab einem bestimmten Alter nicht mehr um den Wein an sich, sondern um die konkrete Flasche geht. Blind getrunken und bewertet ist natürlich auch in dem Falle wieder ein Plus für die Objektivität in der Bewertung, die aber dann naturgemäß doch deutlich spreizte. Klar muß nur werden, dass man keine Aussage verallgemeinern kann - weder Doix V.V. 1999 taugt nichts, noch Clos Mogador 1998 ist gigantisch. Diese Aussagen treffen nur auf die jeweiligen getrunkenen Flaschen zu. Ob man bei den nicht so gut weggekommenen - neben dem Doix auch Vall Llach 1999 oder dem korkigen und nicht bewertbaren Lo Givot 1999 noch jemals eine Konterflasche ins Glas bekommt, die das aufwertet oder gar ersetzt, ist fraglich. Insgesamt aber hatten wir mit diesen an dem Abend genossenen Weinen mehr Glück und viel Spaß als bei den wenigen Ausreißern nach unten. Entsprechend euphorisch sind Kommentare und Bewertungen....

Entsprechend wird diese Probe auch im Gedächtnis bleiben und sie hat gezeigt, dass bereits in den 90ern große Weine aus dem Priorat eher die Regel als die Ausnahme waren. Und natürlich auch, dass diese Weine Potential zur Reife haben - mal abgesehen von den Flaschenvarianzen, die man ab bestimmten Alter aber überall hat.

Dass Norbert versuchen würde, die Vega Sicilia - Scharte der Probe von vor Jahren auszuwetzen, war fast denkbar - seinerzeit hatte von 2 Weinen dieser Quelle richtig teurer spanischer Weine einer Kork und der 2. war mausetot. Der nun Angestellte war deutlich besser, wenigstens bewertbar, aber überzeugt hat er mich letztlich nicht wirklich, weder an sich, noch was das Renommée des Weingutes angeht. Der einzige Wein, den ich mir selbst mal leistete, ein Valbuena 1991 war deutlich spaßiger für mich, aber vielleicht auch im rechten Moment getrunken und aus guter Flasche. Woran es nun lag, das dieser Wein hier auch wieder nicht positiv ins Gerede kam - vielleicht auch hier einfach nur die Flasche... Aber auf eine Erweckung warte ich nun immer noch und immer weniger bin ich bereit, dafür natürlich das geforderte Geld in die Hand zu nehmen, dann würde ich das doch lieber in Priorat - Altweine investieren, sofern sie aus guter Quelle stammen. .

Ganz allgemein muss ich sagen, dass es ein sehr schöner Jahresauftakt 2017 war - mit tollen Leuten am Tisch und tollen herzlichen Gastgebern, das gilt für den oft zu Unrecht als etwas mürrisch gescholtenen Norbert Kreutzer ebenso wie für seine unermüdlich fleißige und liebenswerte Frau Wera. Und was die Weine angeht, so weiß ich, dass beide denselben großen Sachverstand haben, auch wenn sich Wera dezent im Hintergrund hielt und sie sich zu den Weinen gar nicht äußerte, sondern alles tat, damit wir Männer am Tisch unserem Lieblingsspiel frönen konnten, der Blindverkostung. Und der Teddy am Tisch hat bei diesen Weinen alles andere als mürrisch gebrummt, ich vernahm ein sehr zufriedenes brummen. Das schreib ich mal dem Priorat und seinen Weinen zu.

Fazit KPW:

Sehr interessant war für mich bei den Jungweinen, dass ich letztendlich kein wirkliches Muster feststellen kann. Ich hatte erwartet, dass die 2013er eventuell etwas verschlossener sind, als die 2014 - teilweise war das so, teilweise aber auch gar nicht. (wenn ich nur daran denke, wieviel Spaß mir der Empit 2013 und der La Vina Vieja 2013 von Terroir X bereitet haben. Die Weine die wir aus 2014 am Start hatten, haben mir alle sehr gut gefallen und begeisterten durch die Eleganz, manche wirkten derzeit besser als die gleichen aus 2013....

Insgesamt sehe ich bei 2013 das bessere Potential, ein Jahrgang, der mir auch sehr liegt und den ich liebe (viele kleine Weine, die bei dieser Probe gar nicht angestellt waren, machen soooo viel Spaß).

Die Terroir X - Weine haben mir insgesamt sehr gut gefallen, mal sehen, wohin die Reise mit weiterer Reife geht. Die beiden 2013er sehe ich vorne, wobei die 2014er auf jeden Fall Potential haben, das sie im Moment noch nicht wirklich zeigen können. Es bleibt spannend. Bei den aufgerufenen Preisen gab es bei mir aber keinen spontanen Kaufreflex, da gibt es reichlich Konkurrenz nicht nur in Porrera.

Die Altweine haben mich absolut begeistert, viel mehr als es meine Beschreibungen und Noten ausdrücken können. Wie genial, hier sehe ich absolutes Suchtpotential bei mir. Bei den beiden 98er hat es wirklich Klick gemacht und es gab reichlich Gänsehaut, wie schön, dass wir so geniale Flaschen hatten.

Vielen herzlichen Dank an Norbert und Wera für die Weine und die Organisation und die ganze Verpflegung, ihr wart die perfekten Gastgeber und an Norbert, Wera, Bernd, Darius und Torsten für die wunderbare und völlig entspannte Runde und die schönen Stunden - ein großartiger Start ins neue Jahr 2017!


Fazit DN:
Eine sehr interessante Probe, da an einem Abend sowohl das Potential einer Reihe hochklassiger Priorat-Jungweine als auch die zumeist positive Entwicklung gereifter Weine aufgezeigt wurde. Auch für jemanden, der sonst bei Italien heimisch ist, war die große internationale Klasse vieler der Weine sowie charakteristische Aromen wie eine eigenständig gefärbte Kirschfrucht als auch die fast in allen Weinen präsente Mineralik recht leicht zu erkennen. Nicht nur Preis-Leistungssieger der Jungweine war bei mir der Empit 2013, dem ich eine große Zukunft zutraue. Bei den gereifteren Weinen war für mich Clos Mogador 1998 aufgrund seiner überlegenen Statur in einem starken Feld der herausragende Wein.
Wie stets ein großes Dankeschön an die Gastgeber!

Fazit BH:
- viele Jungweine vermittelten jetzt schon Trinkspaß
- bei den Terroir X - Weinen wurde die preisliche Reihenfolge teilweise auf den Kopf gestellt
- einer der preiswertesten Weine (Empit 2013) wurde am höchsten bewertet
- die Parade der Altweine zeigte, dass ca. 20 Jahre wohl das Reifeoptimum darstellen
- zwei hochgewettete Weine (Mas Doix VV und Vall Llach) enttäuschten
- insgesamt eine Probe mit einem sehr hohen Niveau


Fazit NK: Es war einfach großartig, zu beobachten, dass das Priorat nach und nach beweisen kann, dass es mit den großen Weinen dieser Welt mithalten kann. Der 92er Clos Mogador, mittlerweile 25 Jahre alt, und noch keine Anzeichen von Altersmüdigkeit. Der 98er Clos Mogador. Auch fast 20 Jahre alt. Ganz großes Kino. Da gibt es nicht viel Besseres. Nur andersartig. Danke René!! Ebenfalls großartig der 1998er Gran Buig von Mas den Gil. Allerdings auf deutlich höherem Preisniveau. War wohl damals der erste Über/Drüber-Wein dieses Weingutes.
Dann der 2000er Clos Erasmus. Der einen weiteren Tag in der Karaffe brauchte, um aufzublühen. Leider nicht Teil des Probenprotokolls. Am 8.1.2017 (zugegeben, da wusste ich was für ein Wein es war) machte er richtig auf und erreichte 97-98 NK Punkte.

Mit nur einem Korker und dem nicht überzeugenden Übergangswein von Mas Igneus (allerdings ein Basiswein) hielten sich die Enttäuschungen bei recht hoher Flaschenanzahl in Grenzen. Persönlich enttäuscht war ich von dem 99er Mas Doix und dem 99er Vall Llach. Von beiden Weinen hätte ich mehr erwartet. Der Jahrgang 1999 hat im Priorat wohl seine Schwächen.

Der weiße Aigua del Llum bestätigte meine Reserviertheit gegenüber dem weißen Priorat. Es ist nicht meine Welt. Wenn dann noch Holz dazu kommt...

Tja und nun die Jungweine. Die Terroir X-Weine waren ja ausnahmslos vielversprechend. Auch wenn ich blind nicht bei jedem Wein die hohe Punktzahl professioneller Verkoster erreicht habe. Auffällig war meine Reserviertheit gegenüber dem Jahrgang 2014. Da schnitt der 99 EUR Wein genauso gut ab wie der 30 EUR Wein La Tercera. Nun ja, beweisen müssen die Weine sich auf langer Strecke. Der 2014er Tercera verspricht vermutlich schnelleren Trinkgenuss für deutlich weniger Geld. Aber es wäre spannend, den 2014 Terroir X de Llicorella La Vina Vieja in 25 Jahren noch einmal verkosten zu können. Vermutlich hat der Wein einen längeren Atem als ich. Auch der El Segundo schneidet bei mir nur unwesentlich schlechter ab als der Vina Vieja.

Finca Dofi, Nit de Nin und vor allem der vergleichsweise preiswerte Empit (EUR 22) konnten in dieser Runde gut mithalten. Auch der Roquers de Samso, mein jeweiliger Jahrgangsfavorit in den Jahren 2007, 2008 und 2009, spielte eine wunderbare Rolle. Auffällig erscheint mir, dass ab 2010 die Holzröstung bei diesem Weingut zugenommen hat. Da hätte ich gern drauf verzichtet. Aber blind vergebene 96 NK Punkte für den 2013er Roquers de Samso sind ja so schlecht nicht.

Tja und da bleibt der überraschend von Torsten eingebrachte Pater, der Wein des Miniweingutes Ficaria Vins aus dem Montsant. Ich liebe Jaume Roca, diesen großartigen Menschen und Winzer dieses kleinen Weingutes und zwar seit unserer von Torsten Hammer geführten Rundreise im Priorat, mit Abstecher ins Montsant, und dem späteren Besuch von Jaume Roca bei uns zu Hause. Ein toller Mensch, dessen Weine man einmal probiert haben sollte. Wer aber einmal auf dem Pater gestanden hat und in die unglaubliche Weite der Landschaft mit Blick auf das Montsant-Gebirge geblickt hat, der wird diesen Anblick sein Lebtag nicht mehr vergessen. Versucht es selbst und probiert zuvor Elia, Pater und Cerverola. Vielleicht hat Torsten ja noch etwas.

Einen lieben Dank an meine Frau Wera, die sich aufopferungsvoll der Aufgabe gestellt hat, (i) alle Weine zu dekantieren und blind zu servieren, (ii) alles penibel zu notieren und sich dabei trotz der hohen Flaschenanzahl nicht zu vertun, (iii) nebenher die ganze Runde auch noch zu bekochen. Dieser Aufgabe musste sie sich in diesem Umfang noch nie stellen. Dementsprechend klagte sie über ihre hohe Nervosität. Sie war anschließend fix und fertig.


Gruß aus Oberhausen
Norbert
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kreutzer

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VKN vom 14.2.2018

BeitragMi 14. Feb 2018, 19:37

Hallo Weinforum,
eigentlich wollte ich ja mit den vielen Verkostungsnotizen aufhören. Ich war immer wieder enttäuscht darüber, dass das kaum stattfindende Feedback in keinem Verhältnis zu dem großen Aufwand stand, den man mit einer Verkostungsnotiz einer größeren Probe betrieb. Also habe ich mich in den letzten Monaten zurückgelehnt und die Weine der verschiedenen Proben ohne Schreibbegleitung genossen. Aber wie es immer so ist, in den letzten Wochen hat es dann einige großartige Proben in Oberhausen und Gütersloh gegeben, bei denen ich im Nachhinein doch bedauere, nichts mitgeschrieben zu haben.
Darunter waren Weine wie ein 1990er Chateau Latour, 1990 Cote-Rotie „La Turque“ von Guigal, eine unerwartet positive Überraschung mit einer Magnum des 1990er Chateauneuf-Du-Pape der Domaine Fortia, einem grandiosen 2001er Chateauneuf-du-Pape vom Clos du Pape und einem 1996er Chateau Rayas. Alle diese Weine verschwinden im Nirwana und bald weiß ich nicht mehr was ich getrunken habe.
Mit dem folgenden Wein sollte das nicht passieren. Völlig unerwartet da meinerseits völlig unterschätzt und umso mehr motivierend, diesen Wein in Erinnerung zu behalten. Eine Notiz zur Auffrischung meiner Erinnerungen.

VKN vom 14.2.2018 (zum Abendessen zusammen mit meiner Wera)

2002 Röttinger Feuerstein Domina „R“ trocken
Erzeugerabfüllung Weingut Familie Hofmann, Röttingen
Alc 13%
Bereits der Korken war kerngesund und zeigte keinerlei durchweichte Stellen, perfekt, tiefe, dunkelrote Farbe mit minimal gebräuntem Rand, in der Nase blitzsaubere, nahezu jugendlich erscheinende Frucht die mich an Schwarzkirschen erinnert, bereits die Nase ist trinkanimierend, im Wein leichter bis mittlerer Körper, der Wein vermittelt ein jugendliches und doch harmonisch-saftiges Mundgefühl mit klarer Steinobst-Frucht, fest, zurückgenommene, gut eingebundene Tannine, eigentlich nicht mein Wein-Typ, wer kann das bei einer Domina schon behaupten, aber der Wein, ein vergessener Einkauf früherer Jahre direkt beim Weingut, zeigt welche positiven Überraschungen möglich sind, das ist kein großer Wein aber ein absolut trinkanimierender Tropfen der die ca. 16 Jahre Flaschenreife locker überstanden hat, bei deutschen Rotweinen keine Selbstverständlichkeit, im Abgang zeigt er mittlere Länge, eine tolle Überraschung, 90 NK Punkte

Gruß aus Oberhausen
Norbert
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innauen

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Re: Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

BeitragMi 14. Feb 2018, 19:51

Hallo,

das Forum und die Verkostungsnotizendatenbank von Gerald hat genau aus diesem Grund eine Archivfunktion für mich 8-)

Und auch wenn ich nicht jedes mal reagiere. Ich lese immer mit :D Meist aber mehr in den entsprechenden Thementhreads.

Grüße,

wolf
„Wir haben den Keller gut bestückt. Vielleicht nicht legendär. Aber nichts, für das man sich schämen muss. “
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mixalhs

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Re: Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

BeitragMi 14. Feb 2018, 20:55

Hallo Norbert,

mir geht's ähnlich wie Wolf, aka Innauen. Wichtig ist der Wein, nicht der Name des Verkosters. Wenn ich einen Bericht über "Spätburgunder der 1990er", "Auslesen von der Mittelmosel" oder "Besuch im Chianti Classico" sehe, werde ich eventuell neugierig. Wenn dagegen die Überschrift lautet "Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit", dann muss ich leider sagen, dass mich das nicht interessiert.

In einer Welt des information overflow sucht man Kriterien, die einem helfen, auf den ersten Blick das Interessante vom Uninteressanten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Und für Weininteressierte sind das Fragen wie "Riesling oder Cabernet Sauvignon?" oder "Rheinhessen oder Languedoc?", aber nicht "Norbert oder Michael?" Ich empfehle andere Überschriften, von denen sich die einschlägig Interessierten angesprochen fühlen können.

Herzliche Grüße

Michael
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Sauternes

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Re: Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

BeitragMi 14. Feb 2018, 21:39

Ich habe das auch erst heute entdeckt, sehr interessante Verkostungsnotizen, dankeschön.
Die angesprochene Problematik trifft aber zu.
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Bernd Schulz

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Re: Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

BeitragMi 14. Feb 2018, 22:09

mixalhs hat geschrieben:mir geht's ähnlich wie Wolf, aka Innauen. Wichtig ist der Wein, nicht der Name des Verkosters. Wenn ich einen Bericht über "Spätburgunder der 1990er", "Auslesen von der Mittelmosel" oder "Besuch im Chianti Classico" sehe, werde ich eventuell neugierig. Wenn dagegen die Überschrift lautet "Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit", dann muss ich leider sagen, dass mich das nicht interessiert.


Ganz so weit würde ich nicht gehen wollen, da ich Norbert Kreutzer vor etwa 15 Jahren persönlich kennengelernt und bei diversen Treffen/Aktivitäten (unter anderem haben wir gemeinsam Reinhard Löwenstein heimgesucht) als Weinfreund immer sehr geschätzt habe.
Trotzdem hat Michael mit seiner nachfolgenden Aussage alles andere als Unrecht:

mixalhs hat geschrieben:In einer Welt des information overflow sucht man Kriterien, die einem helfen, auf den ersten Blick das Interessante vom Uninteressanten, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen. Und für Weininteressierte sind das Fragen wie "Riesling oder Cabernet Sauvignon?" oder "Rheinhessen oder Languedoc?", aber nicht "Norbert oder Michael?" Ich empfehle andere Überschriften, von denen sich die einschlägig Interessierten angesprochen fühlen können.


Dazu kommt, dass sich die Wege/Interessen mittlerweile dann doch deutlich getrennt haben. Norbert, zu einem Vega Sicilia oder einem Nit de Nin kann ich leider nicht den Hauch eines Kommentars abgeben! Das sind Weine, die ich nicht kenne, und die mich aus Gründen, die wir dahingestellt sein lassen können, eher wenig interessieren. Und so wie mir dürfte es zwar nicht allen, aber auch jedenfalls nicht so ganz wenigen aktiven Schreibern in diesem Forum gehen. Das soll jetzt überhaupt keine Kritik an anders gelagerten Schwerpunkten darstellen - es handelt sich lediglich um eine Feststellung: Zu den Weinen, die deine Verkostungsnotizen betreffen, kann ich in aller Regel überhaupt nichts Vernünftiges sagen. Wenn ich es könnte, würde ich es tun!

Herzliche Grüße

Bernd
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austria_traveller

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Re: VKN vom 14.2.2018

BeitragDo 15. Feb 2018, 13:45

kreutzer hat geschrieben:Ich war immer wieder enttäuscht darüber, dass das kaum stattfindende Feedback

Servus Norbert,
Das Problem das ich - und wohl auch viele andere haben - dass ich dann nur "Danke" oder "Super" schreiben könnte, weil ich die meisten deiner beschriebenen Weine nicht kenne.

mixalhs hat geschrieben:Wenn dagegen die Überschrift lautet "Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit", dann muss ich leider sagen, dass mich das nicht interessiert.

Das kann ich so nicht bestätigen, denn ich kenne seine VKNs noch aus der Wein+ Zeit, daher weiß ich, was hinter der Verpackung steckt ;-)
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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port_ellen

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Re: Kreutzer's Verkostungsnotizen im Laufe der Zeit

BeitragDo 15. Feb 2018, 22:59

moin norbert,

ich schliesse mich gerhard an: wenn ich unter dieser rubrik ein neues posting finde, bin ich sofort gespannt, da ich aus wein+ zeiten weiss, dass immer etwas interessantes und für mich nachvollziehbares kommt.
norbert, gibts eigentlich noch den 2002er benderhof ("S") mit "strahlkraft" ?
wär spannend - die 2002er sind immer noch faszinierend, zuletzt ein breuer schlossberg und eine halenberg auslese von schönleber - nahezu unkaputtbar !

allerdings ist auch richtig, dass sich für "newcomer" ohne wein+ hintergrund die postings unter dem thread-namen nicht aufdrängen. also: bitte weiterposten, im zweifel an anderer stelle.

gruss, matthias
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