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Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants Ffm.

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragFr 5. Okt 2018, 20:02

Hi Jochen,

mich hat der Mouton 02 nachhaltig beeindruckt. Ulis VKN war da ja eher zurückhaltender.

Deine Idee klingt verlockend. Comtesse 02 hätte ich sogar noch im Keller. Wenn wir das preislich irgendwie hinbekommen mit dem Aufschlag zum Mouton, könnte ich mich durchaus mit der Idee anfreunden ;). Aber ich fürchte das könnte mir etwas zu kostenintensiv werden...

Gruß Marko
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 6. Okt 2018, 08:31

Hallo Marko,
ist doch schön und macht das Ganze so spannend. Ich war mal bei einer
Probe wo alle um mich herum beim Mouton ´02 ähnlich begeistert waren
und ich (wie Uli) nur mit den Achseln zucken konnte. Den Mouton können
wir gerne weglassen, muss ja nicht "ausarten" :-)

Comtesse ´02 hab ich auch kräftig im Keller - ob des besonderen Lobs
damals von R. Gabriel. Bisher eine einzige Enttäuschung - jung halt oft
eine Zicke - würde mich deshalb sehr interessieren.

Viele Grüße,
Jochen
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 7. Okt 2018, 17:01

Jochen R. hat geschrieben:Mouton ´02 tatsächlich so extrem stark?

Wie wär´s denn (@Uli, Marko und gerne weitere Mitstreiter)
Freitag vor dem Gänseessen zur Einstimmung im Ranch & Sea
mit Mouton, Comtesse & Baron 2002 ?? Die wollten bei mir alle
noch nicht so :lol:

Viele Grüße,
Jochen


Jochen, klasse Idee! Am Fr. vor der Gans Pauillac 2002 und je nach Teilnehmeranzahl und -interesse verschiedenste Kaliber zum Steak! Oder vielleicht doch lieber im Hessischen Hof oder einfach so in der wineBank? Könnte mir vorstellen, dass die eher leichten 02er vom Steak "erschlagen" werden. Könnte neben Mouton und Pichon Baron noch d'Armailhac (hatte ich mit Jan-Henning zusammen mal überraschend schön), Pontet Canet und Lynch Bages aufbieten. Wir sollten aber mengenmäßig Maß halten, um dann zur Gans auch wieder richtig fit zu sein! Den Termin blockiere ich mir aber schon mal...
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 7. Okt 2018, 17:05

maha hat geschrieben:Mein WOTN? Die ganze Probe war für mich ein solch unfassbares Weinerlebnis dass ich mich hier mit einem Ranking aller Weine sehr sehr schwer tue.

Was ich aber mit Sicherheit sagen kann ist, dass ich hier mit Mouton 02 und den beiden Comtessen (82 vor 86) die bisher besten Rotweine meines Lebens im Glas hatte. Gänsehaut pur und ich kann mir momentan nicht vorstellen was da noch besser zu machen ist. Ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. ;)
Auch Margaux (mein erster bisher) hat mir sehr imponiert. Ebenfalls Montrose und Figeac.


Marko, schön, dass Du so begeistert warst! Sehr interessant, wie unterschiedlich doch unsere Urteile zu den einzelnen Weinen ausgefallen sind! Zumindest bei PiCoLa 86 und Montrose 96 waren wir uns ja offenkundig sehr einig...

Gruß
Uli
Uli
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 4. Nov 2018, 15:57

Hallo,

gestern Abend traf sich wieder die BDX Runde FFM im Restaurant Döpfners im Hotel Maingau.
Thema war diesmal: Eine Vertikale von Chateau Batailley
Folgende Jahrgänge kamen ins Glas:
1959, 1982, 1983, 1986 Mg, 1990, 1995, 2003, 2006, 2009, 2010
Getrunken wurde offen in 3er Flights. Die 1986er Magnum fungierte als Tischwein nebenher und führte ein wenig durch den Abend

Vorweg gabs einen total spannenden Müller Thurgau aus Südtirol: Tiefenbrunner, Feldmarschall v. Fenner, 2015: Würzige und fruchtige Nase, voller Körper, sehr trinkig mit knackiger Säure und wundervoller Müller Frucht. Das geht schon sehr schön los.

Flight 1:
1959
Erstaunlich dunkle Farbe mit leicht braunen reflexen. Malzige Nase, Pflaume, Pumpernickel, natürlich Tertiär, bisschen Liebstöckel, etwas Curry.
Voll da im Mund. Sehr schön! Rassige Säure, rote Beeren (Johannisbeere). Sehr frisch für das Alter! Sogar noch super zarte Tannine. Durchaus voller Körper. Mittlerer Abgang. Das ist für ein Wein dieses Alters erstaunlich. Der älteste Wein den ich bisher trinken durfte. Ein sehr schönes Erlebnis

1982
Hammer Nase, würzig, dunkel, leicht buttrig, Grafit, dunkle Früchte, etwas Rumtopf
Wuchtig im Mund, würzig, Pauillacig. Geil. Perfekte Säure, zarte abgeschmolzene Tannine, ganz ganz leicht Tertiär, super reife Brombeerfrucht gepaart mit floralen Noten und einer wunderschönen Extraktsüsse. Mit Luft kommt dann Espresso. Sehr schön harmonisch und balanciert

1983
Etwas leichtere Nase, Erdbeere, zarte Würze, und nen leichten Muffton, nasses Papier. Ich würde sagen, kein Kork
Mittelgewichtig am Gaumen, etwas eindimensional und auch hier nen leichten Muffton. Es entstand eine kontroverse Diskussion um Kork. Ich bin der Meinung es war kein TCA, aber nen kleinen Batscher hatte die Flasche leider. Dahinter aber ne schöne Würze, bisschen Speck und Schokolade

Dazu gab es als Tischwein:
1986 aus der Magnum
Zunächst noch etwas kalt. Sehr schöne Eucalyptus Nase, Bleistift. Schöne Frucht, ganz leicht Marzipan. Mit mehr Luft Blut, wird dann dunkelfruchtiger.
Auch im Gaumen schöne dunkle Frucht, jugendlich frisch, etwas spitzte Säure. Wird aber mit Luft und Wärme immer schöner, runder, harmonischer, voller. Schöner Tischwein! Wird laktisch. Kein Komplexitätsmonster aber das trinkt sich schlotzig und entspannt, und da aus der Magnum kann das in großen Schlucken genossen werden. Das mit dem Tischwein - noch dazu aus großen Flaschen - sollten wir beibehalten :-)

Flight 2:
1990
In der Nase Eisen, Kräuter, etwas Thymian, Tabak, leicht tertiär, bisschen Laub und Pilze.
Wirkt dann aber am Gaumen total jugendlich, im Gegensatz zur Nase. Kräftige Gerbstoffe, schöne Säure, schwarze Johannisbeeren, es fehlt leider etwas Kompläxität, leichte Extraktsüße. Trotzdem schön

1995
Ähnlich wie der 90er aber etwas offener, jünger und ein bisschen dunkler. Schwarze Kirsche, Rosine, etwas Kuhstall und "Ampel Paprika" (wechselt immer wieder zwischen grüner, roter und gelber Paprika)
Im Gaumen kräftig, wuchtig, Kräutergarten. Kräftige Tannine, stoffig, voller Körper und geradeaus, sehr lang, schöne Saftigkeit.

2003
Allein die Farbe ist der Hammer. Dunkles, blickdichtes, fast-Schwarz. In der Nase Blaubeere, Rosmarin, Blut, dunkle Beeren, Wacholder, Tief und heiß, wuchtig in der Nase, fast neue-Welt-mäßig.
Am Gaumen ist das wahnsinnig schön. Wuchtig und Blaubeersaft pur. Hammer Tannine, krasser Körper. Dicht und stoffig. Für die nachfolgende Weinlyrik entschuldige ich mich schon mal im Voraus: Ein blaues Biest, in Butter frittiert mit weißem Pfeffer bestäubt.
Für mich bisher einer der besten Weine des Abends, diese Meinung habe ich am Tisch allerdings relativ exclusiv. Ich mag halt diesen Stil sehr gerne

Flight 3: Die Jungspunde
2006
Schöne Nasenbalance, Frucht, frische. Blumig, riecht „saftig“ und ätherisch.
Wow am Gaumen. Saft, Säure, Frucht, Balance. Schön aber leider etwas kurz. Feine Extraktsüsse,
Leider geht der 06er gnadenlos gegen die beiden 09er und 10er Monster unter, was dem Wein gar nicht gerecht wird

2009
Wunderbare Primärfruchtnase, mollig, Brombeerjoghurt
im Mund: Wumms! Hammer Struktur, fleischig zum kauen, zunächst leichtes bitterl. Geht Massiv nach vorne. Blut, Rivella (schweizer Kräuterlimo aus Milchserum), hier eher Brombeersaft als Joghurt. Etwas feinere Tannine als 10

2010.
Auch fruchtig, aber zunächst verhaltener als 09 und 06 in der Nase. bisschen Gummi, Veilchen, Mineralik, Kaffee
Dichte, Substanz und Kraft im Mund. Jung und ungestüm. Leicht grüne Paprika, Frucht ist da, aber nicht so klar gezeichnet. Massive Tanninstruktur. Dominante Säure gepaart mit feiner Süße, wirkt in der Tat harmonischer als 09 aber das ändert sich auch ständig

09 und 10 batteln sich um den Potentialsieg und machen dabei 06 komplett platt. Die Diskussionen am Tisch gehen dabei sehr kontrovers wer das bessere Potential hat. Ich halt mich da raus und rate zu beiden ;-). Falsch machen kann man da für den Preis nicht so viel. Egal welchen man nimmt.

Zum Dessert kamen dann noch ein paar Süssweine auf den Tisch:

Capanna, Moscadello di Montalcino, 2012 Eine TBA aus der Moscatello Traube
Petrol und Klebstoff in der Nase, Rose und ein ganzer Blumenstrauß 
Der Endgegner zum Dessert, Rosenwasser, Süße ohne Ende, Frische und Säure fehlt etwas. Matched aber perfekt zum Dessert 

Robert Weil, Kiedrich Gräfenberg, Riesling TBA 2017
Kräuter, Gras, Wiese, eher dezent in der Nase
Dafür Bähm im Mund, Schönes Süß Säure Spiel, getrocknete Aprikose, schöne Balance, Hammer Wein!

Schloss Johannisberg, Blaulack, Riesling TBA 2017
Zuckerwatte in der Nase, Dörraprikose, leichte Petrolnase
Sehr Süß , feine Säure, das würd ich gerne mal in 20-30 Jahren noch mal im Glas haben 

WOTN? Ich würde mich für 82 und 03 entscheiden. 59 für mich über jeden Zweifel erhaben, aber halt ganz anders als die beiden anderen.

Vielen Dank an alle für diesen Tollen Weinabend!
Gruss
Marko
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Desmirail

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 4. Nov 2018, 18:38

maha hat geschrieben:Milchserum
-> Molke! 8-)

Hatte ich so noch nicht gehört. Wieder was gelernt.
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