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Urlaub und Wein

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Herr S.

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Urlaub und Wein

BeitragFr 12. Aug 2011, 15:26

Hallo zusammen,

Ich schreibe von einem Smartphone, was sehr unbequem ist, daher in aller Kuerze ein Eindruck unserer Weine zum Mittagessen mit Freunden (Koch im «Danton» in Lyon). Die VKN gibt es spaeter. Soviel vorweg:
Sieg Wehrheim allerdings auf sehr hohem Niveau. Der Pater ebenfalls super.
.

Viele Gruesse,
Bjoern
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2011-08-12 15.28.26-1.jpg
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susa

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Re: Urlaub und Wein

BeitragFr 12. Aug 2011, 15:36

Ist das der Spätburgunder vom Wehrheim? Ich kann das leider nicht richtig erkennen.

weiterhin schönen Urlaub

susa
Red wine with fish. Well, that should have told me something.
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Herr S.

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Re: Urlaub und Wein

BeitragFr 12. Aug 2011, 16:18

Hallo Susa,

Sorry, das Foto ist leider nicht gut. Wir tranken:
2008 Kastanienbusch Riesling GG von Wehrheim
2007 Condrieu Terasse de l' Empire von Vernay
2007 Pater von Thvins ;)

Viele Gruesse,
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Herr S.

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Re: Urlaub und Wein

BeitragMo 28. Aug 2017, 19:07

Moin moin,

im Nordrhone-Fred habe ich bereits über ein tolles Weinerlebnis in Tain berichtet, nun möchte ich Euch noch von einem schönen Weinabend berichten. Wie jedes Jahr an der gleichen Destination (Montclus, siehe Cèze-Fred) treffen wir dort jede Menge Leute, mit denen meine viel bessere Hälfte bereits als Kind dort gespielt hat und die mittlerweile auch Familien haben. Eine alte Spielfreundin ist mit dem Koch des Restaurant Danton in Lyon verbandelt. Gemeinsam haben wir es zu einer jungen Tradition gemacht, uns einmal bei uns zum Essen zu treffen, gute Weine zu trinken und ausgiebig zu essen (dieses Mal geschlagene 6 Stunden!). Auch dieses Mal gab es tolle Weine ins Glas.

Threema_6251.jpg


Den Anfang machte der 2014er Sylvaner Creutz vom Zenthof Luckert. Der ging ein wenig unter, da wir ihn quasi im Stehen als High-End-Apero genossen haben. Nichtsdestotrotz konnte der Wein nicht alleine wegen seiner interessanten Historie sondern auch wegen seine eigentlichen Wein-Qualitäten begeistern. Diese unfassbare Balance mit viel aromatischem Druck von Orangenzeste, Aprikose und floralen Elementen ist klasse aber auch ebenso viel Frische, Eleganz, Mineralität und Leichtigkeit ist klasse. Und vor allem der ewig lange und aromatisch eindrucksvolle Abgang zeigt, daß man es mit etwas Großem zu tun hat. Ich wäre blind wohl niemals auf Silvaner gekommen und auch die Mittrinker waren verblüfft. Für die folgenden zwei Weine begaben wir uns ach Condrieu. Den Einstieg machte als Jungfernjahrgang der 2014er Condrieu der jungen Domaine Dumas. Die Trauben werden laut meinen Information aus Mangel an eigenen Flächen von ehemaligen Lehrmeistern (u.A. Cuilleron) zugekauft. Das Ergebnis ist umwerfend. Ein Orange-Wein, ebenso gefärbt und kaum geschwefelt kommt erstmal mit dem typischen Apfelmost-Duft um die Ecke. Aber dann öffnet sich der Wein rapide, atmet Sauerstoff und entfaltet ein grandioses Pfauenrad an Aromen (Apfel, Bitterorangenmarmelade, Aprikose, nasses Heu, Flieder, Wachs …). Und schmecken tut er auch! Aromatisch dicht, immer frisch mit guter Säure. Ganz anders als alle bisherigen Condrieus aber doch Viognier Hier muss ich mal dranbleiben, wenngleich die verfügbaren Mengen wohl minimal sind. Im Anschluss durfte dann der Lehrmeister mit seinem 2010er Condrieu La Petite Côte ran. Der hatte das Holz langsam verdaut und war voll da, mit reifem Pfirsich, floralen Elementen (Geißblatt), Vanille und etwas Karamell. Sehr schön zu trinken aber eben auch etwas Mainstream. Von daher fiel er gegen den Dumas etwas ab, wenngleich auf sehr hohem Niveau deutlich jenseits der 90 Punkte. Über den leider schon überalterten La Tabardonne 2010 der Domaine Saint Amant ging es dann zu den Roten. Den Anfang macht der 2012 Brouilly von Jean-Claude Lapalu. Vom Spender als pop-and-pour Wein mit Anspruch gepriesen konnte er diese Rolle voll ausfüllen. Feiner Gamay mit seidigem Tannin, viel Kirsche, etwas Aprikosenkern und feuchtem Laub. Im Anschluss gab es ein tolles Burgunder-Pärchen. Den Anfang machte der 2007er Garten vom Weingut Schumacher. Der war noch so jung mit tollem Duft nach reifer Sauerkirsche, Unterholz, etwas Darjeeling und edlem Holz. Am Gaumen sind die reifen Tannine immer noch etwas präsent, die Säure ebenfalls, der Wein wirkt deutlich jünger. Wieder viel Kirsche, Himbeere, Unterholz, alles elegant und feingliedrig verwoben aber doch eben mit aromatischem Druck. Das war beste Werbung für deutschen Pinot Noir. Die Steilvorlage nutzte dann gekonnt der 2005er Marsannay „Les Longeroies“ von Denis Mortet. Ein Wahnsinnswein mit erster Reife und einer einmaligen Balance von dezenter Säure, seidigem Tannin und bester Burgunderaromatik (kleine Walderdbeeren, Himbeere, Unterholz, rostiges Eisen, minimal Bitumen). Zum Kauen, Schwelgen, Genießen und Träumen. Ich habe noch einiges aus dem Burgund in Keller, greife aber häufig dann doch zu etwas Anderem, warum auch immer. Und mit jedem guten Pinot Noir, den ich trinke, sei es Mortet oder letztes Wochenende die saftigen 15er Pinots von Thomas Pfaffmann, frage ich mich, warum ich davon nicht mehr trinke. Schließlich bin ich ja auch vor Ort im Burgund sozialisiert (und versaut) worden. Vielleicht muss zum mal zum Weinpsychiater auf die Couch („Herr Doktor, Ich habe eine Burgunder-Blockade“)?!? Den Abschluss bildete der 2015 Cairanne der Compagnie de l’Hermitage. Wie an anderer Stelle schon beschrieben ist das für mich ein prototypischer CdR mit sandiger Mineralität, ohne jeglichen Holzeinfluss, dichter und dunkler Beerenfrucht, Kirsche und etwas Fleischsaft.

Ein schöner, wenn auch anstrengender Abend, der spätestens 2018 definitiv wiederholt werden wird. Merci Alexis!

Viele Grüße,
Björn
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