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Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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Allegro

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 13. Sep 2020, 21:01

Bernd Schulz hat geschrieben:Mit den letzten Schlucken gewinnt der Wein immer mehr an Kräuterwürze. Eine pininenzapfige beziehungsweise leicht harzige Note kommt jetzt auch zum Vorschein; ganz entfernt fühle ich mich an Retsina erinnert. Aber wirklich nur ganz entfernt.... ;)

Herzliche Grüße

Bernd


Die Kräuterwürze kann ich voll und ganz unterschreiben - den Retsina allerdings nur mit wirklich ganz viel Phantasie (und ich mag Retsina zu griechischem Essen sehr ;) )
Viele Grüße - Allegro
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OsCor

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 13. Sep 2020, 21:21

Ergänzung wegen zwischenzeitlichem Post von Allegro:
Ich habe mich ja am ehesten an Silvaner erinnert gefühlt
Oha, und ich habe mich das nicht zu schreiben getraut…
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Bernd Schulz

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSo 13. Sep 2020, 22:40

stollinger hat geschrieben:Ich habe mich ja am ehesten an Silvaner erinnert gefühlt


OsCor hat geschrieben:Oha, und ich habe mich das nicht zu schreiben getraut…


Die Erinnerung an Silvaner finde ich jetzt ebenso wie die an Weißburgunder nicht an den Haaren herbeigezogen; offenbar ruft der Wein diverse Assoziationen wach. Das spricht aus meiner Sicht aber für ihn.

Allegro hat geschrieben:Die Kräuterwürze kann ich voll und ganz unterschreiben - den Retsina allerdings nur mit wirklich ganz viel Phantasie...


Der Retsina schoss mir plötzlich spontan durch den Kopf. Es handelt sich um einen überaus vagen Bezug, der nichts über die Qualität unseres Weins aussagen soll.

Herzliche Grüße

Bernd
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olifant

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 14. Sep 2020, 11:31

Michl hat geschrieben:Puh, Bernd, dann ist die Kontroverse wirklich da. Du punktest ja "gefühlt" im Schnitt etwas besser als ich, aber 90+ P sind bei mir Weine , die "herausragend", und besser als alle "sehr guten" (85-89 P) Weine sind. Das ist dieser Wein nach meinem Empfinden bei weitem nicht...

(Kurz Off-Topic: Schirmlinge sind nicht ganz einfach, da es auch wirklich giftige und einige schlecht schmeckende darunter gibt. Achte darauf, dass der Ring wirklich verschiebbar ist und lass die Finger von den kleinen Schirmlingen (bis ca. 8 cm bei vollständig geöffnetem Hut). Informiere dich ggf. z.B. in der Pilzsuchmaschine auf http://www.123pilze.de. Wenn du aber den echten Parasol hast, dann hast du meines Erachtens einen der besten Speisepilze überhaupt in der Pfanne (Meine Top 4: Echter Fichten-Steinpilz, Parasol, Pfifferling, flockenstieliger Hexenröhrling, wobei die Reihenfolge nach Lust und Laune variiren kann. Häufig ist mir der Parasol der liebste, aber charakterlich auch etwas ganz anderes als ein Röhrling. Und unbedingt nur ganz "naturell" braten. Diese Panaden überdecken furchtbar den Pilzgeschmack)

Sehe gerade deinen Post, Josef, ja, dann ist die Kontroverse wirklich da, aber ich trinke schon wieder und sehe den Wein nicht anders...


... zunächt mal, Danke, war interessant und aufschlussreich eure Verkostung mitzulesen. Hab' ich überlesen um welche Rebsorte es sich nun handelt? Ich könnte da für mich ggfls. einen Querverweis zu Sardinien ziehen, dessen Weinkultur deren Korsikas stark verwandt ist, teilw. einschl. der Rebsortenbezeichnungen.

Exkurs zum Parasol: Ja, in jedem fall den Parasol immer nur "natur" in Butter anbraten, nicht zu heiss, eher hohe mittlere Hitze. Nach dem Braten Pfeffern und salzen. Für meinen Teil am liebsten direkt auf eine Scheibe frisches Schwarzbrot ...
Die Variante eingeschlagen in ein Omelette klingt aber mal ganz interessant, dann evtl. noch ein paar frische Kräuter dazu könnte mir genz reizvoll erscheinen.

Bei meine Top-Pilzen sind auch noch ein paar weitere "Solisten" dabei: echte Reizker und Milchbrätlinge, oder für die Pilzvariante mit Rührei: Krause Glucke :mrgreen:
Grüsse

Ralf
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 14. Sep 2020, 12:04

Ich kann kann ja mal auflösen:

IMG_2513.jpg


IMG_2514.jpg


Hier noch Infos: [Link]
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 14. Sep 2020, 19:32

Ich habe den Wein jetzt noch mal im Glas. Schon in der Nase ist er jetzt sehr würzig, ich würde sagen Nelke, Sternanis und Piment. Dazu Nadelholz.

Im Mund ist die Frucht mittlereweile sehr zurückgenommen, der Wein nicht mehr so straff, weniger frisch als am Samstag, aber nicht breit oder matt, hat immer noch eine gute Struktur. Die weißen Blüten sind noch etwas da aber insgesamt intensiv würzig, wie in der Nase. Das Nadelholz hier eher schon Baumharz und etwas Wachs. Die Assoziazion mit Retsina konnte ich am Samstag noch nicht nachvollziehen, jetzt schon.

Die Aromatik jetzt ist schon einigermaßen speziell; ich sehe aber die Entwicklung und die Wandlung als sehr interessant an, und auch als Qualitätskriterium.

Weine von Clos Venturi habe ich bis jetzt nicht oft getrunken, ich finde sie im korsischen Preisgefüge etwas teuer. Ich habe das Weingut auch noch nie besucht, eigentlich ist es von meinem Urlaubsort nicht weit, aber irgendwie habe ich anderen immer Vorzug gegeben. Die Weingärten liegen oberhalb von 800 Metern. Häufig ist es da wegen Winden wolkenfrei und auch frei von Dunst oder Staub in der Luft. Die Sonne knallt da im Sommer unglaublich, da kann man sich trotz schöner Küstenbräune im Handumdrehen einen ordentlichen Sonnenbrand holen. Ich denke, das ist auch ein wesentlicher Teil des Terroirs vom Clos Venturi, die sehr hohe Sonnenintensität und wegen der Berge, ein hoher Unterschied zwischen Tag und Nachttemperatur. Muss ich mich bei nächster Gelegenheit wohl mal tiefer mit beschäftigen.

Grüße, Josef
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Ralf Gundlach

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragMo 14. Sep 2020, 22:30

Da ich ja bis heute bei Markus, dem Ostbelgier zu Besuch in seiner neuen Heimat in Westflandern war ( er müsste sich jetzt eigentlich umbenennen) kann ich jetzt erst was zu dem Wein schreiben. Ich habe mir keine detaillierten Notizen gemacht, aber ich fand den Wein richtig gut. Und Markus auch. Nussnoten hatte ich nicht auf dem Bildschirm, Kräuter auch nicht. Eher Grapefruit und etwas Gelbfrucht. Der Wein strahlte eine schöne Frische aus trotz dezenter Säure. Mit Eleganz. Es passte alles. Obwohl er noch so jung ist ruhte er in sich. Ein "Meditationswein".
Für mich seinen Preis wert und Richtung 90 Punkte. Die Assoziation mit Silvaner kann ich am ehesten nachvollziehen, Weißburgunder weniger. Vielen Dank nochmal an Josef, da hast du einen schönen Korsen ausgesucht.

Gruß

Ralf
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Kle

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragDi 15. Sep 2020, 00:01

Ralf Gundlach hat geschrieben:Ein "Meditationswein".

Oft wenn der Wein körperreicher und vollfruchtiger wurde, gefiel er mir weniger gut, obwohl er eigentlich damit aufblühte. Denn es machte ihn vergleichbarer und durchschnittlicher. Am besten gefiel er mir, wenn er mit feiner Struktur, lebendiger und für mich auch säurereicher Frucht klein auf der Zungenspitze Aromen bewegte.
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Kle

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragDi 15. Sep 2020, 21:40

Ralf Gundlach hat geschrieben:Eher Grapefruit und etwas Gelbfrucht.

Grapefruit erschien mir neben Gelbfrucht auch. Dann vergegenwärtigte ich mir eine reale Grapefruit und geriet dermaßen durcheinander, dass ich die Erwähnung unterließ.
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stollinger

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Re: Gemeinsame Verkostung - warum nicht mal ein Korse?

BeitragSa 19. Sep 2020, 17:40

Ich hatte ja anfangs etwas gezweifelt, ob ich die Verkostung initieren sollte. Muss jetzt aber sagen, dass es mir großen Spass gemacht hat; ich habe mich sehr über eure Begeisterungsfähigkeit und Neugierde gefreut, Danke!

Ich fand, sensorisch waren wir uns alle ziemlich einig. Kontrovers war es dann, wie wir das, was wir schmecken, denn so finden. Ich finde, dass es ein Wein ist, der mit seiner Art verschiedene Perspektiven zulässt. Es war interessant und lehrreich die Wahrnehmung von euch nachzuvollziehen.

Ich freue mich auf die nächste gemeinsame Verkostung.

Grüße, Josef
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