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Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants Ffm.

Berichte von Verkostungen mit Weinen aus mehreren Ländern/Regionen (sonst bitte im Länderforum einstellen)
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSa 21. Okt 2017, 07:23

Jochen R. hat geschrieben:Lagrange (St. Julien)-Vertikale am 02.10. in Frankfurt.

2003 sehr kontrovers diskutiert. M. M. macht der
(wie der eine oder andere 2003er auch) so langsam zu, der für mich
mit Abstand „schwächste“ Wein - v. a. weil ich den nicht nur einmal
schon deutlich besser im Glas hatte - 88 P.

Viele Grüße,
Jochen


Im Rahmen einer kleinen Nachlese haben Marko, noch ein paar Weinfreunde und ich den Lagrange 03 noch einmal nachverkostet - im harten Vergleich zu Duhart Milon und Pontet Canet 03 und steakbegleitend. Besserer Eindruck als am Abend der Vertikale, aber - gerade zum Essen - chancenlos gegen die beiden hervorragenden Pauillacs! Der Duhart wieder mit einer wunderbaren Veilchen-Nase (ein echter Riech-Wein und klar "Nose of the Night") und Pontet Canet 03, x-fach verkostet und immer geliebt, ein Bolide, der dem Steak wunderbar Paroli bietet. In Punkten: 18, 18-19, 19. Pontet Canet ist überhaupt DER Steak-Wein für mich! Fazit: 2003 rocks!!

Gruß
Uli
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duhart09

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragSo 26. Nov 2017, 15:05

Nach einer etwas enttäuschenden Domaine de Chevalier-Probe Anfang November (mit den Jahrgängen 89, 90, 96, 98 00 und 01) traf sich unsere Runde in etwas dezimierter Stärke zum üblichen Bordeaux-Runden-Jahresausklang mit Döpfner'scher Gans, um eine kleine Doppelvertikale Cos d'Estournel vs. Montrose zu zelebrieren.

Und eine "Zelebration" wurde es!! Die Weine präsentierten sich auf höchstem Niveau und Ausfälle gab es auch nicht zu beklagen! In drei Flights standen sich die jeweiligen Jahrgangsvertreter gegenüber:

1989 Cos: Nase: "blau und kalt", anfänglich eine marginale Maggi-/Liebstöckelnote, die zum Glück wieder verflog. Gaumen: Dunkle Beeren/Blaubeeren, leichter St. Julien-Eindruck/karamellig, komplex, lang. Im Vergleich zum Montrose "aggressiver und funkelnder", ein Feuerwerk! Sensationell schön, 19+ P.

1989 Montrose: Nase: etwas Kuhstall, "Tiefe und dunkel", laktisch. Gaumen: blaue Beeren, laktisch/Joghurtnoten, sehr sehr lang. Im Vergleich schmeichelnder und eleganter, ein Samtkissen oder ein ganzes Samstsofa! 19-20 P.

Irgendwer brachte den Vergleich zwischen der feurigen Geliebten und der lieben Ehefrau, in deren Schoß man gerne wieder zurückkehrt - die mitlesenden Damen mögen's mir nachsehen! Beide Weine jedenfalls noch mit einem sehr langem Leben vor sich... was für ein Auftakt!

1996 Cos: Nase: Rose(!), Kirsche, reife Cabernet-Paprika, im Glas schneller alternd. Am Gaumen würziger, Kirsche, prägnante Säure, wieder der "wildere" Wein als der Montrose. Farblich noch sehr dunkel und jung wirkend würde ich doch sagen, dass dieser Wein am weitesten entwickelt unter allen Weinen war. Ebenfalls spektakulär, 19+ P.

1996 Montrose: Nase: wieder blaubeerig, tief und dunkel, und der aristokratische Eindruck setzt sich am Gaumen massiv fort. Ein noch sehr junger, aber schon hemmungslos zu genießender Bolide von einem Wein, viel Cassis, dunkle Früchte, leicht Minze, fleischig und konzentriert. Stilistisch dem 89er sehr ähnlich, auch wenn eben jünger wirkend und auch noch(?) nicht ganz so lang. Im Rahmen meiner bescheidenen Bx-Erfahrung und einem Bekenntnis zu sensorischer Demut bin ich doch davon überzeugt, dass dieser Wein zum 89er aufschließen kann (wenn das mal hier nicht Widerspruch provoziert) - mit aktuell um 130 Euro der günstigste Wein des Abends und ein sensationelles Preis-Leistungs-Verhältnis! 19-20 P. und gleich heute noch vor dem Frühstück nachgekauft, bevor die Anderen mir zuvorkommen!! Muss in Bälde zum Steak nachverkostet werden.

Die 2000er haben wir erst kurz vor dem Einschenken karaffiert, ein schlimmer Fehler, beide Weine sind noch dermaßen jung und zu, da hätten wir Stunden vorher für Belüftung sorgen sollen! Konnte unserer euphorischen Stimmung aber keinen Abbruch tun...

2000 Cos: Nase: sehr jung (einer der Mitverkoster meinte, das erinnere ihn an eine Arrivageverkostung), Cassis, buttrig bis laktisch, mit etwas mehr Zeit und nach wildem Rumgeschwenke Süße und Karamell. Am Gaumen laktisch, wieder Heidelbeere, spürbare Säure. Mit viiiel Luft gegen Ende runder und schöner. Mit Potential 18-19 P.

2000 Montrose: Nase: ebenfalls extrem jung, etwas Sauerkirsch, ansonsten vernagelt. Auch am Gaumen bis auf etwas Sauerkirsch zu, hat aber die gleiche aristokratische Kühle wie die beiden anderen Montrose-Weine. Keine P., aber vermutlich tolles Potential! Vielleicht kann Jochen dazu noch etwas ergänzen, der sich den Karaffenrest glaube ich mit auf's Zimmer genommen hat!

Dass dann meine Gladbacher den Bayern noch eins mitgegeben haben hat den Abend für mich - neben dem sehr netten Teilnehmerkreis - perfekt gemacht ;)
Uli
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Jochen R.

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 27. Nov 2017, 14:26

duhart09 hat geschrieben:...
2000 Montrose: Nase: ebenfalls extrem jung, etwas Sauerkirsch, ansonsten vernagelt. Auch am Gaumen bis auf etwas Sauerkirsch zu, hat aber die gleiche aristokratische Kühle wie die beiden anderen Montrose-Weine. Keine P., aber vermutlich tolles Potential! Vielleicht kann Jochen dazu noch etwas ergänzen, der sich den Karaffenrest glaube ich mit auf's Zimmer genommen hat!
...

Uli, da hat sich nichts mehr getan, der Montrose war einfach zu.

Tolle Probe, danke Uli für die Organisation, begleitet von einem
wunderbaren 4-Gänge-Menü.
Die ersten beiden Flights mit Montrose vs. Cos 1989 und 1996 waren
groß - mir persönlich liegt die Stilistik von Montrose mehr und leider
habe ich davon viel zu wenig im Keller.

Viele Grüße,
Jochen
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragMo 27. Nov 2017, 15:02

Hallo zusammen,

und hier meine Notizen zu diesem genialen Weinabend.
Ich kann mich Uli nur anschließen. Phantastische Performance der Weine, auch wenn die 2000er noch sehr verschlossen waren. Ebenfalls hervorragend die Gänseperformance. Die Gesellschaft sowieso.
So darf das Weinjahr 2017 gerne ausklingen.
Die Bayern Niederlage schmerzte natürlich etwas. Aber solange ich im Tippspiel noch vorne liege (man beachte auch ohne komplette 2:1 Tipps :!: ), kann ich auch das verkraften :D

1989 Cos
Nase: Blaufruchtig, würzig, sofort präsent. Gaumen: Wuchtig würzig, komplex. Genial. Lang.
Baut aber mit der Zeit etwas ab, wird etwas sperriger. Es fehlt etwas Säure.
Etwas rustikaler und abenteuerlicher als der Montrose was ihn aber auch interessanter macht

1989 Montrose
Nase: Eisen, Buttertoffee, Leder. Am Gaumen auch würzig, harmoniert super zur Wildschwein Bratwurst. Ebenfalls sehr lang
Samtig, leicht bitter. Etwas zu kalt noch, kommt dann aber mit Wärme besser zusammen
Wird dunkler, komplexer und ist der harmonischere von beiden. Schmeichelnd, elegant. Griffige Tannine. Etwas komplexer und harmonischer. Super Wein


1996 Cos
Zunächst verhaltene Nase, blumig, Rose. Kommt dann aber gewaltig. Kirsche, Zitronenmelisse.
Am Gaumen Blaubeere. Konzentrierter Blaubeersaft. Dunkle Schoko, bisschen komplexer, aber mit weniger Säure. Wirkt gereifter.
Ähnlich wie im ersten Flight, ist auch hier der Cos der etwas abenteuerlichere Wein, der Montrose der elegantere.

1996 Montrose
Hat zunächst die Nase vorn (man beachte das Wortspiel :oops: ). Blau, dunkel, tief, viel Cassis. Geil!
Am Gaumen eben so tief und noch dunkler. Griffig, fleischig, Minze. Wirkt sehr jugendlich. Geniale Säure, beeindruckend! Etwas Länge fehlt noch, aber das kommt. Und wie. Legt noch mal zu
What a wine. Für mich ganz nahe an der Perfektion. Deutlich mein WOTN!

Zwei Weine auf ganz hohem Niveau. Das Ganze wird noch getoppt durch die hervorragend zubereitete Gans! In Wine heaven 8-)

2000 Cos
Riecht primärfruchtig. Jung buttrig, Blaubeere, Blut
Jung auch am Gaumen, kurz, schmal. Noch sehr verschlossen. Macht nicht viel her, deutet auch leider nicht viel an. Ist für den Moment zwar die schönere Nase aber das blendet etwas

2000 Montrose
Total zu in der Nase, öffnet sich gaaaanz langsam. Etwas Pumpernickel. Mit viel gutem Willen, würziger Gaumen. Fette Tannine. Wirkt zunächst etwas offener aber trotzdem unnahbar. Körper ist auch leider nur so Mittel.
Ebenfalls total vernagelt, deutet aber Potential an im Gegensatz zum Cos. Verschließt sich dann mehr und mehr, bis er zum Schluss die Luke komplett dicht macht. Warten!

Dessert Wein
St. Urbanshof Piesporter Goldtröpfchen, Auslese 2007
Schöne reife Noten, feine süße Nase, leicht phenolisch. Schöne Süße auch in Mund, Säure könnte etwas frischer sein. Trinkt sich leicht und dennoch komplex. Pfirsich, gebrannte Mandeln, erdig, Samtig schön. Begleitet die Nougat-Lasagne (Eis) sehr gut.
Ein perfekter Abschluss zu einem perfekten Weinabend.

Gruss
Marko
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maha

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Re: Bordeaux-Runde Frankfurt und/oder Korkgeld-Restaurants F

BeitragDi 12. Dez 2017, 12:57

Moin,

letzten Freitag haben wir uns wieder mal in geselliger Runde in der Winebank FFM getroffen um uns einige Flaschen Bordeaux (BYOB) zu genehmigen. (Ausserhalb der regulären BDX-Runde, nur so zum Spass ;) )

Aus dem Kopf ohne Notizen:

Aus der Demi (ich kam etwas zu spät, deswegen nur kurz verkostet:
La Lagune 2006: Schöne Nase, etwas metallisch im Mund, klassischer Haut Medoc. Im Gegensatz zu so manchem 2006er jetzt schön trinkbar

Auch aus der Halben:
Malatric Lagraviere 2004: Trotz 2 Jahre älter, für mich etwas ruppiger. Dennoch schöner, offener Pessac

Jeweils aus der Eintel (die Reihenfolge krieg ich nicht mehr ganz auf die Reihe):

Sociando Mallet 1990: Sehr schöner Sociando. Fast schon hedonistisch, voluminös. Dunkelbeerig und voller Körper. Betörende Nase. Sehr schöner Wein, in phantastischem Trinkstadium

Belgrave 1973: Drüber. Kein großer Genuss mehr. Gemüsig und wenig charmant.

Pontet Canet 1982: Dito. In den Ausguss. Kompeltt oxidiert. Man sah es dem Etikett bereits an dass die Flasche ein bewegtes Leben hinter sich hatte. Schade :(

La Fleur Figeac 1995: Daran kann ich mich leider gar nicht mehr erinnern :oops: Jan-Henning, Uli, habt Ihr den noch im Kopf?

Clos de L’Oratoire 2000: Mein WOTN (zusammen mit dem Ducru). Super geniale Nase nach eingekochten dunklen Früchten. Sofort präsent und sehr imponierend. Fleischig, saftig im Mund, auch dunkel und tief. Perfekt auf dem Punkt. Fast schon spanisch wirkend ob der Fülle. Geile Säure, gepaart mit einer schönen Frucht. Ganz leichte tertiär Aromen. Wunderschön!

Ducru Beaucaillou 1986: Teilt sich den Platz 1 als WOTN mit dem Clos. Hedonistische Nase, wuchtig am Gaumen, spitze Säure (die dem Wein aber Frische verleiht) und griffige aber dennoch seidige Gerbstoffe. Bisschen Zigarre und Zedernholz. Schöne Mineralik. Ausgewogen. Lecka 8-)

Chateau Nenin (Pomerol) 1995: Hat sich gut gehalten. Zunächst noch verhalten drehte er mit der Zeit etwas auf. Schwarze Johannisbeere, Etwas Vanille und Pflaume. Ordentlicher Pomerol mit leichter Würze.

Danke für den schönen Abend
Gruss
Marko
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