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Brunello di Montalcino

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Gecko

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 08:43

Hallo Lars,

ich hatte kürzlich meine letzte Flasche vom 2015er RdM Casanova di Neri, der war sehr gut, erinnere mich aber auch, schon mal schwer enttäuscht vom 2015er gewesen zu sein. Wenn man sich auf cellartracker die Bewertungen für 2015 (und auch für 2016) anschaut, scheint es Inkonsistenzen (stark abweichende Qualität) zu geben...

Das sollte natürlich nicht vorkommen und tut mir leid für Dich. Wird mich nun auch davon abhalten, den 2016 zu bestellen. War nämlich kurz am überlegen und werde das nun besser lassen.

Danke und Grüße
Chris
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Lars Dragl

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 09:44

Hallo Chris!

Ich hatte den Wein in den 90ern öfter. Da hat der etwas über 10 DM gekostet und ich war eigentlich immer zufrieden, wenn auch nicht begeistert.

Für 20€ bekommt man heute in der Toskana ganz andere Sachen, z.B. den CCL von Fontodi, Isole e Olena, San Giusto....
Die sind aber natürlich nicht Montalcino.

Das war schon mein Fehler. Einfach nicht nachgedacht. Ich hatte wohl die Hoffnung, dass die Qualität stark angezogen hat und den Preis rechtfertigen würde. Das war zumindest bei dieser Fl. nicht der Fall und einen weiteren Versuch wird es nicht geben.

Herzliche Grüße

Lars
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Gecko

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 09:59

Hallo Lars,

Fontodi Chianti Classico liegt auch einiges in meinem Keller und hat mich noch nie enttäuscht.

Was genau kannst Du von Isole e Olena bzw. San Giusto empfehlen, auch den CCL? Bin immer neugierig, mal was anderes zu probieren, aber gerade beim Chianti bin ich des öfteren schon enttäuscht worden. Kürzlich hatte ich von Felsina den Rancia 2013 im Glas, hat mir nicht sonderlich geschmeckt (auch nach ausreichender Belüftung). Felsina scheint generell nicht mein Ding zu sein, auch den CCL habe ich immer mal wieder probiert, nicht mein Fall....

Danke und Grüße
Chris
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Hasi

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 11:07

ich gebe Euch zum Teil Recht. Es ist sehr schwierig geworden in Montalcino die Spreu vom Weizen zu trennen, was eben auch mit den mittlerweile „Viert/Fünft/Schechst-Weinen” fast jedes Weinguts zu tun hat! Nachdem es jetzt neben den „normalen” Rossos in vielen Häusern bereits einen Lagen-Rosso gibt und sich das auch bei den Brunellos exzessiv fortsetzt, ist mit einem „Abstinken” eben der „Annatas” oder „normalen” Rossos und Brunellos in einigen Betrieben zu rechnen und man muss wirklich ganz genau wissen, wer wo was in welchen Jahr wie und warum angebaut/geerntet/ausgebaut hat. Für den „normalen” Konsumenten ist das natürlich mehr oder weniger nicht nachvollziehbar, und selbst wenn man sich intensiv mit der „Materie Montalcino” beschäftigt wie ich, steht man öfters vor einem großen Rätsel. Dass der 2016 Rosso von Giacomo Neri derart daneben liegt, kann ich allerdings von meiner Seite nicht bestätigen. Wir hatten heuer einen 16-er in einer Rosso-Verkostung und DA war der RdM der Casanova di Neri top. Durchhänger gibt es immer wieder, und fehlerhafte Chargen auch, das liegt aber nicht an Montalcino sondern gilt für alle Weinanbaugebiete die ich kenne. Ich hatte leider erst vor 2 Wochen beim 100-Punkte Brunello aus 2015 von Ciacci Piccolomini dÀragona einen Korkfehler. Bei der Verkostung war auch der österr. Top-Winzer Kurt Feiler anwesend, der cool meinte: „Trotz des Fehlers erkennt man die Grösse dieses Brunellos, ich bin froh, dass Du ihn beim Dekantieren nicht weg geleert hast, trinken wir ihn.” Das haben wir dann auch getan ...
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olifant

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 12:31

Gecko hat geschrieben:Hallo Lars,

Fontodi Chianti Classico liegt auch einiges in meinem Keller und hat mich noch nie enttäuscht.

Was genau kannst Du von Isole e Olena bzw. San Giusto empfehlen, auch den CCL? Bin immer neugierig, mal was anderes zu probieren, aber gerade beim Chianti bin ich des öfteren schon enttäuscht worden. Kürzlich hatte ich von Felsina den Rancia 2013 im Glas, hat mir nicht sonderlich geschmeckt (auch nach ausreichender Belüftung). Felsina scheint generell nicht mein Ding zu sein, auch den CCL habe ich immer mal wieder probiert, nicht mein Fall....

Danke und Grüße
Chris


Bin zwar nicht Lars,

aber die CCl von Isole und Olena und San Giusto a Rentennano sind i.d.R. gut zu trinken. Isole sollte man nach meinem Geschmack gerne ganz jung trinken oder ordentlich lange lagern.
Um die 20€ als kräftiger und doch empfehlenswerter Chianti gerne Nittard, die ich aber eigentlich nie jung trinke (2005 ist gerade sehr schön ;) ).
Seit geraumer Zeit angenehm auch jung zu trinken finde ich auch die CCl von Castellare di Castellina, I Fabbri, Vicchiomaggio oder Castello della Paneretta, (u.e.a.m.), alle eigentlich noch deutlich unter 20€.

Felsina gefiel mir in den 90ern deutlich besser als heute und auch Castello di Ama hat m.E. die Qualiät der BasisCCl stark zu Gunsten der diversen Riserva-, Lagen- und GS-CCl "geopfert".
Im Basis-Segment ist auch mit grösserer Stückzahl schlicht weniger verdient als in den Hochpreis-Segmenten mit geringerer Auflage.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 12:43

Hasi hat geschrieben:ich gebe Euch zum Teil Recht. Es ist sehr schwierig geworden in Montalcino die Spreu vom Weizen zu trennen, was eben auch mit den mittlerweile „Viert/Fünft/Schechst-Weinen” fast jedes Weinguts zu tun hat! Nachdem es jetzt neben den „normalen” Rossos in vielen Häusern bereits einen Lagen-Rosso gibt und sich das auch bei den Brunellos exzessiv fortsetzt, ist mit einem „Abstinken” eben der „Annatas” oder „normalen” Rossos und Brunellos in einigen Betrieben zu rechnen und man muss wirklich ganz genau wissen, wer wo was in welchen Jahr wie und warum angebaut/geerntet/ausgebaut hat. Für den „normalen” Konsumenten ist das natürlich mehr oder weniger nicht nachvollziehbar, und selbst wenn man sich intensiv mit der „Materie Montalcino” beschäftigt wie ich, steht man öfters vor einem großen Rätsel. ....


... ob Montalcino -, oder im Chianti Classico -, Gebiet ... die Problematik von geopferter Qualität der Basis zugunsten der Spitze oder auch einer Diversifizierung in der Basis mit ganz ähnlichem Effekt bleibt m.E. die Gleiche.
Marketingtechnisch und merkantil sind die Effekte für die (medial bekannten) Erzeuger sicher "opti".
Als Kunde und Geniesser, der auch mal auf's Budget schaut, trüben sich die Ausichten nach und nach leider beständig ein.
Grüsse

Ralf
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Lars Dragl

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragFr 28. Aug 2020, 14:12

Hallo!

@Chris: Du musst selbst probieren. Abschrecken lassen würde ich mich nicht von "kleinen" Jahrgängen. Manchmal ist da die Basis besser als in den "guten" Jahren, weil mehr selektioniert und herabgestuft wird. Bei Rioja ein lange bekanntes Phänomen. Der Felsina CCL ist mitunter recht "hell" und "leicht". Wenn du auf Fontodi stehst, dann vielleicht mal den 18er CCL von San Giusto probieren (14,5 %Vol.), oder bei diversen Bioerzeugern in Südfrankreich, wo es mitunter klasse Zeug gibt, auch mit viel weniger Alkohol.
Die 15er Reserva von Felsina hat übrigens für gut 20 € ziemlich viel Power und eine deutlich wärmere Stilistik zu bieten als für gewöhnlich der normale CCL.

@Hasi: Wenn ich ein Winzer wie Kurt Feiler wäre, der ja offensichtlich gerade völlig auf Schraubverschluss umstellt, aber sicherlich viel mit Korken verkauft haben dürfte, dann würde ich bei einer Verkostung auch nicht sagen: "Der korkt ja, den muss man reklamieren, denn korkender Wein ist ein Sachmangel!"
Zumindest ist bei mir angekommen: "Lieber Kunde, stell dich mal nicht so an. Das geht schon!"
NEIN, das geht nicht. Reklamieren oder gleich mit Schraubverschluss kaufen! Korkenden Wein bekomm ich nicht runter und er ruiniert mir bis zum nächsten Tag den Gaumen.

Total gespannt bin ich, was man sich jetzt anstatt der Bewertung nach Punkten einfallen lässt. Der Gaul ist nämlich langsam todgeritten und normalerweise kommt dann ja was "Neues" :lol:

@Ralf: Mitunter haben die Top-Erzeuge auch in der Basis eine super Qualität, nur halt irgendwie sehr unberechenbar und mitunter nur punktuell. Sowas reizt mich zugegebenermaßen aber schon. In der Regel such ich mein Glück inzwischen jedoch abseits von Punkten bei guten Bio-Erzeugern in Deutschland und in Frankreich.

P.S. Wie geht der Spruch nochmal: "Dumm ist nicht der, der einen zu hohen Preis verlangt, sondern derjenige der ihn bezahlt!" In Montalcino gibt es wohl viele kluge Winzer.

Herzliche Grüße

Lars
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Hasi

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragSo 30. Aug 2020, 16:28

@ ALLE: mir ist das wie immer zu viel „bashing”, Schulmeisterei und Besserwisserei ... ICH FÜR MICH stehe total auf Montalcino und auf sehr sehr viele Weine von dort. Ich habe auch gut an die 500 Flaschen Bordeaux und Burgunder, sowie Rioja und Priorat im Keller, doch fast egal was ich öffne, es ist immer wieder ein Sangiovese aus Montalcino zu dem ich mit Freuden „zurück kehre”! Zudem hält sich die körperliche Verträglichkeit von „Nicht-Montalcino Weinen” bei mir mittlerweile sehr in Grenzen.

Und @ Lars: die Aussage von Kurt Feiler hast Du VÖLLIG falsch verstanden, nämlich GAR NICHT! Kurt - und auch ALLE anderen in der Runde haben nicht den offensichtlichen Sachmangel des Korken schön reden wollen, sondern schlicht und ergreifend die Größe des Brunellos „dahinter” erkannt. Er hat nachher noch zu mir gemeint:„den Wein hätte jeder raus genommen, ich bin froh dass Du ihn drinnen gelassen hast.” Und das hat ketzt auch ÜBERHAUPT NICHTS mit Pro-Schrauber oder Pro-Korken zu tun, das ist ein VÖLLIG anderes Thema, ok? (Anmerkung: Ich persönlich habe in 35 Jahren keine einzig fehlerhafte Flasche von Feiler-Artinger in den Händen gehalten! Sei es in meinen 15 Jahren in der Gastronomie von 1984-1999, in unserer „Winzig-Vinothek” danach Anfang der 2.000-er oder privat)

schönen Abend alle mitnand

Hasi
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olifant

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragMo 31. Aug 2020, 13:31

Hasi hat geschrieben:@ ALLE: mir ist das wie immer zu viel „bashing”, Schulmeisterei und Besserwisserei ...

So, so, allen Ernstes, da muss ich schon viel in die diversen "@ Alle-Postings" reininterpretieren um dies alles zu finden. Was ich finde sind Meinungen, aber wenn's so ist, dann is'es wohl so.

P.S. ... und da fühle ich mich eigentlich nicht wirklich als @Alle angesprochen.
Grüsse

Ralf
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Hasi

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Re: Brunello di Montalcino

BeitragMo 31. Aug 2020, 17:12

Noch ein Tip für alle, die immer jammern, Montalcino sei sooo teuer: Der San Biagio Rosso Toscana IGT aus dem Hause LISINI ist ein wirklich grandioser Sangiovese-Vertreter! Zum Unterschied vom RdM und Brunello wird der ebenfalls 100%-Reinsortenwein gänzlich im Stahltank ausgebaut. „Superiore” hat den 2016 (GROSSER Jahrgang!) um wohlfeile 13,55 auf der Liste!

Salute

Hasi
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