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Chianti (in allen Variationen)

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austria_traveller

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragSa 28. Okt 2017, 18:39

gerade im Glas
Vignett la Selvanella Chianti Classico Riserva 2011 von Melini
Anfangs für mich ein bissl zu viel Frucht, eingemachte rote Früchte - meine Frau meint Brombeeren, aber die der überreifen Sorte - eher dropsige Frucht, dadurch kommt er ein wenig breit rüber.
Mit der Zeit aber ernster werdend; die üppige Frucht geht etwas zurück. Insgesamt ein interessanter Wein.
Bin schon gespannt wie er sich morgen trinken wird.
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Moulis

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragMo 13. Nov 2017, 14:01

Villa Antinori Chianti Classico Riserva 1990

Erstaunlich gut.
Farbe noch relativ dunkel.
Etwas Säure und Zedernholz. Kirschen standen im Vordergrund.
Tannine gut eingebunden.
Man schmeckte das Alter, aber noch voll auf der Höhe.
Viel Zeit gebe ich ihm nicht mehr.

92P.
Gruß
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austria_traveller

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragMo 13. Nov 2017, 14:09

Moulis hat geschrieben:Villa Antinori Chianti Classico Riserva 1990

Eine so lange Lebensdauer hätte ich dem Wein nicht zugetraut.
Ist das der "ganz normale" um ~15 Euro, oder ist das jetzt Blödsinn
Beste Grüße
Gerhard aus Wien
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Moulis

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragMo 13. Nov 2017, 14:39

Ich denke ja, so um 20€ für die neuen Jahrgänge.
Soweit ich weiß gibt es den Classico Riserva und dann der Rosso.
Ich war auch sehr überrascht, wo ich den her habe weiß ich gar nicht mehr :oops: .
Gruß
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragMo 13. Nov 2017, 17:45

Der Jahrgang 1990 ist in der Toskana was Lebensdauer anbelangt schon ein besonderer Langläufer ;)
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragFr 17. Nov 2017, 09:57

olifant hat geschrieben:
Montesodi Chianti Rufina Riserva 2005, Frescobaldi

dichtes Rubinrot; aromatisch dichte verführerische Nase mit reif-würzigen Wildkirsch- und -beerennoten, balsamische Anklänge, etwas Tabak und feines Leder; am Gaumen dicht-würzige Fruchtnoten korrespondierend zur Nase, feine Tabak- und Ledernoten, etwas Kakao, alles dicht und komplex verwoben, kräftig-samtiges Tannin, stimmige wohlintegrierte Säure, Fein, Dicht und Balanciert; langer bis sehr langer komplexer Abgang auf bals. Frucht und feine Würze - 17,5-18/20 op

Gefällt mir sehr sehr gut, jetzt in sehr schönem Trinkfenster, ohne jegliche Eile.


Wasserstandsmeldung
Den Hatte ich seit 1 1/2 Jahren mal wieder im Glas und der damaligen Notiz ist nichts hinzuzufügen. Ein sehr schön zu trinkender und sehr guter Chianti Rufinà.
Auch andere 2005er aus der Toskana machen derzeit viel oder noch Spass. Entsprechend Trinkempfehlung für den Jahrgang.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragDo 7. Dez 2017, 12:04

olifant hat geschrieben:... vor kurzem im Glas ...

Chianti Classico DOCG 2012, Riecine - Gaiole in Chianti, 100% Sangiovese, NK

dunkles Mittelrot mit rubinroten Reflexen; überreife / anoxidierte rot-schwarze würzig-erdige Frucht (Sauerkirsche, Zwetschken), dazu grosses Holz; am Gaumen dichtes Mittelgewicht, wiederrum überreife würzig-erdige Frucht korrespondierend zur Nase, ebenso sind tabakig-fermentige Anklänge vorhanden, gerundetes weiches dichtes Tannin, stimmige Säure, in sich stimmiges Paket, in seiner (überreifen) gereiften Art ohne Biss und ohne Verve - zum deftigen Salsiccia-Sugo aber ein schöner begleiter; mittellanger-langer Abgang auf (überreife) Frucht und weiches Tannin, kein Zug, lätschert - 15,5-16/20 op

...

Wäre nur eine Flasche so gewesen, dann hätte ich evtl. an einen Flaschenfehler geglaubt. Nachdem die 2. Flasche genauso lätschert daherkam, könnte natürlich auch ein Lagerschaden (Hitzeschaden) vorliegen ...


... gestern im Glas ...

erneut der Riecine CCl 2012. Und diesmal Überraschung: eine Flasche ohne überreife Noten und gar nicht lätschert, sondern mit Zug, ausgewogen, angenehme nicht zu gereifte Frucht, gute Tiefe und gewisse Mineralität, eigentlich so, wie sich ein '12er präsentieren sollte. Eine Bewertung würde jetzt wohl meinerseits bei 17op liegen, sodass wohl doch ein Flaschenproblem bei den ersten beiden Flaschen zu vermuten ist.
Grüsse

Ralf
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Gaston

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragMo 11. Dez 2017, 23:41

Neulich im Glas:

Bild

Der Wein war ein Geschenk eines Arbeitskollegen. Google verrät mir, dass es sich um eine Genossenschaft handelt und er im Handel um die 12 Euro kostet. Also nichts Besonderes, aber wohl auch keine Massenplörre.

Ich bin ja nun, was italienische Weine angeht, ziemlich unbeleckt, aber dass ein Chianti Classico so schlank (andere sagen "dünn" dazu :twisted: ) sein kann, überrascht mich doch. Ich persönlich als überwiegend Cool-Climate-Trinker kann damit sehr gut leben, aber ist das typisch? Sollte ein Chianti Classico nicht mehr "Wumms" haben?

Insgesamt recht angenehmer Wein, aber nichts, was in Erinnerung bleibt.
Beste Grüße
Gaston
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragDi 12. Dez 2017, 11:13

... gestern im Glas ...

Riserva Ducale Oro 2003 Chianti Classico Riserva, Ruffino - Pontassieve

glänzendes sehr dunkles opakes Rubinrot ohne Alterstönung; dichte Noten von dunklen Kirschen, Zwetschken und Waldbeeren mit subtiler angenehmer Würze, leicht erdig, Fassnoten; am Gaumen hohe Dichte, kompakte reife Fruchtnoten, Sauerkirsche und dunkle Beeren, erdig würzige Noten, etwas Kaffee, gut gereifte aber etwas rustikale Tannine, angenehme Säurebalance, dicht, fast wuchtig, ein wenig eindimensional; langer Abgang mit dichter würziger Frucht und dichtem Tannin, gute Säure - 17-17,5/20 op

Anders als so manch anderer 03er noch nicht am Austrocknen, wie vielen Weinen des Jahrgangs fehlt jedoch gewisse Komplexität, dafür gibt's (nicht übertriebene) Konzentration.
Auch positiv: kein Barriqueexzess im Geschmack oder den Tanninen.
Grüsse

Ralf
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olifant

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Re: Chianti (in allen Variationen)

BeitragDi 12. Dez 2017, 12:23

Gaston hat geschrieben:... dass es sich um eine Genossenschaft handelt und er im Handel um die 12 Euro kostet. Also nichts Besonderes, aber wohl auch keine Massenplörre.
Ich bin ja nun, was italienische Weine angeht, ziemlich unbeleckt, aber dass ein Chianti Classico so schlank (andere sagen "dünn" dazu :twisted: ) sein kann, überrascht mich doch. Ich persönlich als überwiegend Cool-Climate-Trinker kann damit sehr gut leben, aber ist das typisch? Sollte ein Chianti Classico nicht mehr "Wumms" haben?


Nunja,

Geografico ist die wohl grösste Genossenschaftskellerei in der Toskana und einige der Etiketten sind eventuell zur Massenplörre gut geeignet. Die Trauben kommen von 200 Vertragsbauern aus der Toskana rund um Siena, dem Classico, wie: Radda, Gaiole, Castellina und angerenzenden Regionen, wie Maremma, Montepulciano, Montalcino ...
Der mittlere Jahresausstoss liegt bei ca. 2.8 Mio Flaschen, irklich klein ist das nicht mehr, davon ca. 600.000 CCl und CCl Riserva, 1.2 Mio Chianti und 500.000 einfache Rosso und Bianco IGT. Der weitere Ausstoss verteilt sich auf Maremma (Morellino, Vermentino), Montepulciano (VNdM, Rosso), Montalcino (Brunello, Rosso), Supertuscans, San Gimignano (Vernaccia), Vin Santo ...
Anders als in Südtirol stehen Toskanische Genossenschaften nicht in dem Ruf qualitative Vorreiter der Region zu sein. Gern auch mal mehr Masse als Klasse - dennoch kann man Geograficos CCl u.a. Weine im neuen Jahrtausend durchaus unfallfrei trinken.

Ob Chianti Classico eher schlank sein sollte oder mehr Wumms haben? Meine unzweifelhafte Antwort: Sowohl, als auch :mrgreen: - es gibt beides.
Schlank, oder besser nicht erschlagend, war bis in die 90er noch ein weit verbreiteter Stil - so zumindest vor Ort - wo der Wein noch als Essensbegleiter diente und 12,5% alc. eher die Regel als die Ausnahme waren.
Sicher sind viele der modernen Chianti Classico mit der Zeit in Richtung mehr Konzentration, mehr Alk., mehr kleines Holz, usw. abgedriftet; inzwischen, oder auch immer noch, gibt es aber einige, die mehr auf aromatische Transparenz und Eleganz setzen - auch wenn mit dem wärmeren Klima die Gradationen jetzt eher ab 13,5% als normal zu erachten sind.
Bei Geografico ist der 'schlanke' Stil aber wohl auch eher hohen Erträgen geschuldet, die gerne am oberen Limit der nach DOCG/DOC zulässigen liegen dürften. Auf der Homepage werden jedenfalls keine Erträge/ha zu den Weinen vermerkt - i.d.R. weisen die Produzenten diesen gerne dann aus, wenn dieser deutlich unter den zul. Max.erträgen liegt - so vong Qualität durch Selektion her ;)

Aber mit deiner Auffassung, mit eher 'Schlank' gut leben zu können, stehst du auch nicht unbedingt alleine ;)
Grüsse

Ralf
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