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Piemont - Barbera

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UlliB

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Re: Piemont - Barbera

BeitragFr 30. Jan 2015, 12:00

Weinbertl hat geschrieben:2011 Barbera d´Asti „Bricco dell Uccellone“, Braida di Giacomo Bologna

Die 16% alc. sind recht gut eingebunden, die Frucht wirkt durch den immens hohen Extrakt gepaart mit dem Alkohol ziemlich süß. Tannine sind da, Säure eher weniger. Somit fehlt mir generell etwas Struktur. Lang und intensiv im Abgang.

Der Wein kleistert den Gaumen doch ziemlich zu, nach 2 Gläsern hat man das immense Bedürfnis nach Wasser.
Der Wein ist schon sehr wuchtig und keinesfalls etwas für Liebhaber filigraner, eleganter Weine. Mein Fall ist es nicht. Ich vergebe dennoch 16,5 P., sofern man in seiner eigenen Subjektivität objektiv sein will :D

Ich denke, dass das hier gezeigte Bild (= hohe Reife und Dichte gepaart mit wenig Säure) zumindest zum Teil dem Jahrgang geschuldet ist. 2011 war im Piemont ein Hitzejahrgang, der Trauben mit extrem hoher Zuckerreife, aber eher wenig Säure ergeben hat. Im letzten Herbst hatte ich vor Ort Gelegenheit, etliche Barbarescos aus 2011 und 2010 direkt vergleichen zu können. Auch hier zeigte sich 2011 durchweg als üppig bis opulent, aber eben auch eher säurearm bis hart an die Grenze zur Plumpheit. Für denjenigen, der auf filigran und elegant steht, dürfte 2011 ganz generell kein bevorzugter Jahrgang im Piemont sein.

Gruß
Ulli
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vanvelsen

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Re: Piemont - Barbera

BeitragFr 30. Jan 2015, 15:50

UlliB hat geschrieben:
Weinbertl hat geschrieben:2011 Barbera d´Asti „Bricco dell Uccellone“, Braida di Giacomo Bologna

Die 16% alc. sind recht gut eingebunden, die Frucht wirkt durch den immens hohen Extrakt gepaart mit dem Alkohol ziemlich süß. Tannine sind da, Säure eher weniger. Somit fehlt mir generell etwas Struktur. Lang und intensiv im Abgang.

Der Wein kleistert den Gaumen doch ziemlich zu, nach 2 Gläsern hat man das immense Bedürfnis nach Wasser.
Der Wein ist schon sehr wuchtig und keinesfalls etwas für Liebhaber filigraner, eleganter Weine. Mein Fall ist es nicht. Ich vergebe dennoch 16,5 P., sofern man in seiner eigenen Subjektivität objektiv sein will :D

Ich denke, dass das hier gezeigte Bild (= hohe Reife und Dichte gepaart mit wenig Säure) zumindest zum Teil dem Jahrgang geschuldet ist. 2011 war im Piemont ein Hitzejahrgang, der Trauben mit extrem hoher Zuckerreife, aber eher wenig Säure ergeben hat. Im letzten Herbst hatte ich vor Ort Gelegenheit, etliche Barbarescos aus 2011 und 2010 direkt vergleichen zu können. Auch hier zeigte sich 2011 durchweg als üppig bis opulent, aber eben auch eher säurearm bis hart an die Grenze zur Plumpheit. Für denjenigen, der auf filigran und elegant steht, dürfte 2011 ganz generell kein bevorzugter Jahrgang im Piemont sein.

Gruß
Ulli


Das kann ich nur unterschreiben. Während 2010, 2012 und auch 2013 sehr gut strukturierte Weine ergeben hat, sind die 11er Barbera mehrheitlich etwas gar süss und plump geraten. Seit 2003 sind zudem die Alkoholgrade bei den Barbera-Weinen stark angestiegen. Werte über 15% sind eher die Regel als die Ausnahme (auch wenn auf vielen Etiketten nach wie vor 14 oder 14.5 steht...)

Ich konnte den Bricco dell Ucellone im Sommer 14 auch probieren und war nicht wirklich angetan davon... Ein Monster eines Weines der satt macht wie viele Fruchtmonster aus Australien.

Gruss,

Adrian
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Bradetti

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Re: Piemont - Barbera

BeitragMo 21. Sep 2015, 11:32

Also ich habe nun Barbera´s von etwa 10 Erzeugern getrunken und die besten sind für mich:

1. Barbera d`Alba "Cascina Francia" von Giacomo Conterno
2. Barbera d´Alba "Conca Tre Pile" von Aldo Conterno
3. Barbera d`Alba "Pian Romualdo" von Prunotto

Was mich mnittlerweile in der Tat stört, ist der - hier schon oft angemerkte - teileweise sehr hohe Alkoholgrad.
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olifant

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Re: Piemont - Barbera

BeitragMo 21. Sep 2015, 15:35

Bradetti hat geschrieben:Also ich habe nun Barbera´s von etwa 10 Erzeugern getrunken und die besten sind für mich:

1. Barbera d`Alba "Cascina Francia" von Giacomo Conterno
2. Barbera d´Alba "Conca Tre Pile" von Aldo Conterno
3. Barbera d`Alba "Pian Romualdo" von Prunotto

Was mich mnittlerweile in der Tat stört, ist der - hier schon oft angemerkte - teileweise sehr hohe Alkoholgrad.


Hallo Bradetti,

wenn die Frage gestattet ist: Welche waren die anderen etwa 7 Barbera und warum sind diese 3 die Besten für dich?

Neugierige ...
Grüsse

Ralf
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Bradetti

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Re: Piemont - Barbera

BeitragDi 22. Sep 2015, 19:58

Ich krieg nicht mehr alle zusammen:
Giovanni Corino, E.Pira, Revello, Bruno Rocca, Silvio und ich glaub Oberto.

Am Cascina Francia mag ich diese ungeheure Komplexität und Tiefe. Der Wein haut mich regelmäßig um.
Am Conca Tre Pile mag ich die immens frische Sauerkirsche (nicht jedermanns Sache).
Und der Pian Romualdo ist auch recht vollmundig und harmonisch, wobei ich bei ihm finde, dass sich der Alkohol besonders bemerkbar macht.

Natürlich hab ich noch viele Barbera´s nicht getrunken. In meinem Keller liegen noch welche von Voerzio, Vietti, B.Mascarello.
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Bradetti

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Re: Piemont - Barbera

BeitragDi 22. Sep 2015, 20:12

Kannst du, olifant, bei Barbera d`Alba irgendwelche Empfehlungen aussprechen?
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olifant

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Re: Piemont - Barbera

BeitragMi 23. Sep 2015, 09:27

Kommt ganz drauf an in welcher Richtung?
Typ 1Konzentrations- und Alkoholmonster mit flüssigem Holz (oder positiv ausgedrückt stark Barriquegeprägt), Typ 2 rel. ausgewogene Barbera mit Barriqueeinfluss (aber ohne dessen Dominanz), oder eher Typ 3 klassische Barbera aus dem Stahltank oder grossem Holz.
Erschwerend kommt hinzu, dass ich Barbera seit geraumer Zeit nicht mehr so auf dem Schirm habe ... aber trotzdem ein paar Empfehlungen:

Was ich noch rel. Positiv in Erinnerung habe ist zu Typ 2 Cigliuti Barbera d'Alba Serraboella und Conterno Fantino Vignota bei den nicht so Barriquegeprägten, sowie bei den eher Barriquegeprägten Typ 1 Elio Grasso Vigna Martina im schon etwas hochpreisigen Segment und als rel. preiswerter BBQ-Wein vonTerre del Barolo La Luna e il Falo.
Zu Typ 3 Tenuta Tenaglia Bricco Crea, die machen verschiedene Barbera mit und ohne Barrique und je nach Jahrgang zusätzlich 1-2 Barbera-Sonderabfüllungen
Grüsse

Ralf
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darius

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Re: Piemont - Barbera

BeitragMo 28. Dez 2015, 21:49

Generell setzen sich in meinem persönlichen Erfahrungshorizont zwei Dinge
bei Barbera immer mehr durch. Ich formuliere das mal mit Absicht etwas
provokativ:

- Barbera d'Alba ist bei ernsthaften Qualitäten Barbera d'Asti häufig
vorzuziehen, da schlichtweg eleganter

- Barbera d'Alba aus Spitzenlagen kann nicht nur, sondern muss zur völligen Entfaltung
seiner Möglichkeiten reifen. Und ich meine hiermit durchaus Jahrzehnte.

Beispiele für den zweiten Punkt geben die in diesem Jahr zweimal
als Altweine genossene Barbera d'Alba von G.D. Vajra ab.

Aktuell der 1987er Barbera d'Alba Riserva Bricco delle Viole.

Kein großes Jahr im Piemont, dennoch besticht der Wein
durch fast perfekte Harmonie. In der Nase neben Kirsche auch schwarze
Früchte, Teer, Lakritz, "Mineralität". Im Mund von großer Komplexität,
die so nur durch die Reifung möglich ist, Es kommt als Aroma noch Süßholz hinzu.
Tannine sind völlig eingebunden, die starke Säure ebenfalls. Gute Länge bei starker
Struktur.

Neben aller Stärke als Solist ein hervorragender Essensbegleiter zu klassischer
Tagliata di Manzo.

Punkte lediglich zur Einordnung der technischen Parameter: 90 P.
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darius

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Re: Piemont - Barbera

BeitragMo 28. Dez 2015, 22:09

Zur Frage von Bradetti noch als Ergänzung außer G.D. Vajra (wobei ich
hier nur gereifte Weine kenne) noch klare Empfehlung
für Vietti. Auch diese Weine sind definitiv reifebedürftig,
Viettis Barbera-Lagen wurden ausdrücklich für diese Sorte
ausgesucht.
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olifant

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Re: Piemont - Barbera

BeitragDi 16. Feb 2016, 10:06

... vor kurzem im Glas ...

Zwei Barbera aus gehobenen Basislinien ohne Barriqueprägung, wie sie jedoch unterschiedlicher nicht ausfallen können

Barbera d'Alba 2013, Mauro Molino - La Morra und Fisetta Barbera d'Alba 2014, Ciabot Berton - La Morra

Der Mauro Molino besitzt ein dunkles aber noch transparentes Granatrot, der Fisetta Ciabot Berton ein sehr dunkles Granat mit purpurnen Reflexen und Tendenz zum Opaken.
In der Nase zeigt sich der Mauro Molino positiv formuliert in nobler Zurückhaltung, mit Kirsche und etwas floralen Noten und mineralischen Anklängen, der Fisetta mit saftiger würziger praller (Sauer-)Kirsch- und Waldbeerenfrucht; am Gaumen zeigt sich der Mauro Molino sehr ausgewogen und rund mit feiner Frucht und leicht mineralischen Noten, der Fisetta packt mit frischer saftiger würziger Frucht und zupackender Säure und schreit förmlich nach deftiger Pasta.
Im Abgang zeigen sich die Weine in mittlerer Länge, der Mauro Molino fein, rund und geschmeidig, der Ciabot Berton mit ordentlicher Frische und animierendem Zug.
Meine Bewertung würde zwar für beide Barbera bei 16/20 op liegen, wobei mir der Fisetta in Punkto Typizität deutlich mehr zusagt und für meinen Geschmack ein Plus an Trinkfreude aufweist.

Ob's nun an den unterschiedlichen Jahrgängen und/oder den unterschiedlichen Auffassungen der Produzenten lag? Beide Barbera sind ausschließlich im Stahl ausgebaut.
Für meinen Geschmack zeigt der Mauro Molino nicht das, was für mich eine Barbera ausmacht, fast schon gepflegte Langeweile. Der Fisetta Ciabot Berton presentiert sich hingegen als nahezu mustergültiger Vertreter einer zupackenden fruchtbetonten Barbera.
Grüsse

Ralf
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